Christoph Hochhäusler Filmen fürs LebenSeite 2/2
Im Ansatz habe das im Vorfeld des Deutschland-09 -Projektes stattgefunden, hört man. Auf der Pressekonferenz anlässlich der Weltpremiere wird jedoch schnell deutlich, wie unterschiedlich die Positionen der anwesenden Filmemacher sind, wie wenig sie miteinander gemein haben.
Für Christoph Hochhäusler gibt es keinen wesentlichen Unterschied zwischen Filmmachen und über Film schreiben, "für mich gehört das zusammen", sagt er und bestellt noch etwas zu trinken.
Gerade arbeitet er an seinem dritten Langfilm, Unter Dir die Stadt , ein Liebesfilm, der in Finanzbranche spielt. "Es geht um das Verhältnis von Finanz- und Realwirtschaft. Die Realwirtschaft ist diesem Zusammenhang die Liebe." Das Drehbuch habe er zusammen mit dem Schriftsteller Ulrich Peltzer verfasst. "Für mich dreht sich das ganze Leben um diese Frage: Wie sollen wir eigentlich leben und wie funktioniert das? Das Filmemachen ist dann nur ein Instrument unter allen anderen."
Als "Berliner Schule" hat man ihn und seine Kollegen bezeichnet, darunter Angela Schanelec, Thomas Arslan, Christian Petzold und Henner Winckler. Nachhaltig haben sie das Ansehen des deutschen Films verbessert. Die Tatsache, dass zwei der besten Beiträge im diesjährigen Berlinale-Wettbewerb aus Deutschland kommen - Hans-Christian Schmids Sturm und Maren Ades Alle Anderen - ist eine Folge dieser Entwicklung. Es ist keine Selbstverständlichkeit, noch immer nicht.
Erfolg sei nicht das Entscheidende, sagt Hochhäusler. "Meine Werte liegen woanders. Mir geht es darum, vor mir und den meinen zu bestehen. Das Beste gemacht zu haben, was ich kann, auch dem Gegenstand gegenüber." Sein Traum von einer Filmsprache der Zukunft wäre eine, die den Zuschauer aktiviert zum Selbsterzählen. "Ein Film müsste eine Welt so anschaulich machen, dass man ihn nur erzählen kann, wenn man ihn ergänzt mit dem eigenen Leben, ihn mitnehmen muss ins Leben." Christoph Hochhäuslers Filme sind ein Versuchslabor dieses Erzählens.
- Datum 16.02.2009 - 10:17 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:








Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren