Berlinale Tag 8 Letzte Ausfahrt HollywoodSeite 2/2

Renée Zellweger hat es schwer dagegen anzukommen, auch wenn sie in My One And Only von Richard Loncraine selbst eine gebrochene Frau spielt – die Hollywood-Variante sozusagen.

Nach all den schwergewichtigen Arbeiten der vergangenen Tage ist es fast erholsam, zum Abschluss noch einmal ein wenig Glamour im Berlinale-Palast zu bestaunen. Vor allem weil Regisseur Richard Loncraine, der 1995 hier in Berlin einen Silbernen Bären für seinen Richard III bekam, seinen Film My One And Only als Hommage an das klassische Hollywood-Kino der fünfziger und frühen sechziger Jahre anlegt.

Die kodakcolorfarbenen Romanzen, in denen Doris Day und Rock Hudson spielten, schwingen mit, wenn Zellweger als gestrenge Blondine auftritt. Bereits in Down With Love wilderte sie in ähnlichen Gefilden. Dieses Mal meint sie es ernst. Als Ann Devereaux verkörpert Zellweger eine Mischung diverser Leinwand-Heldinnen jener Zeit. Ihr Mann betrügt sie, also verlässt sie ihn. Sie kauft sich einen Cadillac und braust mit ihren beiden Söhnen Richtung Hollywood. Auf der Suche nach einem Ernährer. Von New York über Boston, Pittsburgh und St. Louis geht es bis nach Los Angeles.  Als Vorlage dienten Loncraine unter anderem die Kindheitserlebnisse des Schauspielers George Hamilton. Er erzählt sie als nostalgisches Roadmovie.

Mit jeder vertanen Chance, jedem missglückten Neuanfang, jeder Fast-Verlobung, die Ann Devereaux auf dieser Reise durchlebt, wird auch das Spiel von Renée Zellweger überzeugender. Bis man am Ende, als die Reisenden schon fast in Hollywood angekommen sind, die Verzweiflung in ihrem Gesicht für bare Münze nimmt. Die Liebe ist auch in Hollywood nicht leicht zu finden, nicht einmal in einem Film, der vorgibt, von nichts anderem zu erzählen: My One And Only .

 
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