Berlinale Tag 7 Dick im Geschäft
Sein kurzes Leben ist ein HipHop-Mythos, George Tillman Jr. hat es nun verfilmt. "The Notorious B.I.G." ist in den USA schon ein Kassenschlager
Mein Traumpartner. Ein Produzent wie Erich Pommer, weil es Produzenten wie ihn in Deutschland leider nicht mehr gibt. Ich höre schon den Unmut der Produzentenverbände und sehe weitere Schwierigkeiten für meine Karriere. Also: Die meisten deutschen Produzenten sind zwar mutiger und visionärer, aber einer wie Pommer würde mir reichen.
Meine Traumrolle. Ich möchte der Erste sein, der das Steuerrecht so verändert, dass Steuerberater überflüssig werden. Alternative: Bassist von METALLICA.
Mein Traumset. Buenos Aires. Einmal dort gewesen sein, bevor es zu spät ist.
Meine Traumszene. Robert Duvall, James Caan und John Savage in einem Zugabteil zusammen mit Louise Brooks, Debbie Harry und Chloë Sevigny. Am ersten Drehtag stellen dann alle fest, dass ich jedem ein anderes Projekt vorgestellt habe. Selbstverständlich würde niemand mit mir schimpfen.
Mein Traumkino. Vorführer, die Filme starten, während der Vorhang noch aufzieht, müssten zur Strafe tagelang im Bundestag alles mitschreiben, was dort so gesagt wird. Gilt auch für Kinobetreiber, die den Ton zu leise stellen oder nichtdeutschsprachige Filme synchronisiert zeigen.
Ein Autogramm? Von diesem Typen? Nee! Der wird doch eh nie berühmt. „Er ist zu fett, zu schwarz und zu hässlich“, blafft das kleine Mädchen auf dem Schulhof. Hätte sie das Autogramm mal genommen. Zehn Jahre später wäre es einiges wert gewesen. Denn dieser kleine bebrillte Moppel aus Brooklyn entwickelte sich Mitte der neunziger Jahre zu einem Superstar, dessen Debütalbum „Ready to Die“ die Top Ten stürmte und sich rund vier Millionen Mal verkaufte. Aus Christopher Wallace war Biggie Smalls alias The Notorious B.I.G. geworden. Der Retter des Ostküsten-Raps.
Seine kurze Lebensgeschichte gehört zum populären Mythenschatz des HipHop. Sie ist zudem untrennbar verbunden mit dem Schicksal seines Freundes und späteren Feindes 2Pac Shakur, der im September 1996 bei einem Drive-by-Shooting in Las Vegas ums Leben kam. Kaum ein halbes Jahre später starb Notorious B.I.G. in Los Angeles auf die gleiche Weise. Die nie aufgeklärten Morde haben die Gangster-Rapper zu unsterblichen Ikonen gemacht. Beide verkauften nach ihrem Tod mehr Platten als zu Lebzeiten.
- Datum 12.02.2009 - 12:53 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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