Fotografie

Von Katzen und Menschen

© Jörg Koopmann

Die Ente, den Fuchs, den Straßenköter, diese Tiere haben wir schon Hunderte Male gesehen. Auf den Bildern von Jörg Koopmann wirken sie dennoch wie fremde Wesen. "Untermieter, die sich ins Haus des Menschen eingeschlichen haben", nennt er sie in seinem Bildband "Cat Seen" .

In diesem Buch verbindet Koopmann Fotografien seiner im ZEITmagazin erschienenen Serie "Das Tier im Mittelpunkt" mit Bildern, die er nach dem Hurrikan Katrina in New Orleans aufgenommen hat. Auf vielen der vom Sturm zerstörten Häuser sind Graffities angebracht mit Aufschriften wie "Cat seen under house". Tierschutzorganisationen hatten die Hinweise angebracht - sie sollten den Helfern anzeigen, welche der zurückgelassenen Tiere bereits versorgt wurden. ("F/W" steht für "food and water").

Die beiden Bilderzyklen nebeneinander entwickeln eine Umkehrwirkung - die Tiere behalten ihren Lebensraum, wo der Mensch vertrieben wurde. Ganz universell stellt Koopmann mit seinen Fotos auch die Frage, wie der Lebensraum beider Spezies - Mensch und Tier - in der Zukunft aussehen wird.

Leser-Kommentare
  1. Fast jeder halbwegs ambitionierte Fotograf hat wohl kistenweise solche und ähnliche Bilder - aussortiert - weil sie eben nichtssagend sind.

    Was daran nun besonderes ist, wenn diese von einem Jörg Koopmann kommen, erschliesst sich nicht wirklich.

  2. "kistenweise solche und ähnliche Bilder - aussortiert - weil sie eben nichtssagend sind."

    das ist der unterschied -- koopmann unterwirft sich hier offensichtlich nicht irgendeiner nullachtfuffzehn definition, wie bilder auszusehen haben.
    die "ambitionierten photographen" liefern im gegenzug ja idr auch nur rundgelustschten mainstream, der verwechselbar bis zum letzten bildpunkt ist ...

  3. Nein - so einfach mache ich mir (und viele andere sich) das sicher nicht.

    Aber mir fehlt bei (diesen) Koopmann-Bildern einfach irgendwie das "besondere" des Augenblicks, der spezielle Blickwinkel, ein Thema bzw. die Aussage, die Gestaltung. Hauptsache, es ist irgendwo im Bild ein Stück von einem Tier oder ein Hinweis auf ein Tier an einer Garage oder Hauswand vorhanden.

    Die Totalen der Ente am Strassenrand, des Katers im Garten an der Sandkiste, usw. sind einfach sowas von trivialen 08/15-Abbildungen, die es noch dazu millionenfach (in schlechterer und besserer Qualität) gibt und sich nicht mal durch spezielle Techniken oder Gestaltung auszeichnen, sondern einfach so "dahergeknipst" erscheinen - was sie möglicherweise auch sind.

    Offensichtlich liegt es nur am Namen und nicht an den Bildern, wie diese anschliessend bewertet werden.

    Daher möchte ich meine Meinung wiederholen. Solche Bilder sind der massenhaft produzierte Mainstream an typischen "Knipsbildchen" von Menschen, die (geliebte) Tiere um sich haben oder mit denen mehr oder weniger zu tun haben - die im Normalfall auch nur für diese Menschen einen Wert haben - der überwiegend nur persönlich ideellen Erinnerungswert im eigenen Umfeld haben.

    Nur kommt da keiner auf die Idee, daraus ein Buch zum Zwecke der Vermarktung zu machen, was anscheinend noch gut honoriert wird aufgrund eines Namens.

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