Bankenkrise Merkel kritisiert Millionen-Boni

Die Bundesregierung deutet an, die Vergütungssysteme stärker zu regulieren. Auch Nikolaus von Bomhard, Chef des Dax-Konzerns Münchner Rück, kritisiert die Zahlungen

Im Spiegel haben neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auch weitere Mitglieder der Bundesregierung die Bonuszahlungen für Bankmanager scharf kritisiert. "Es ist unverständlich, dass Banken, denen der Staat unter die Arme greift, in vielen Fällen gleichzeitig riesige Bonussummen auszahlen", sagte Merkel. Dies werde auch Thema beim Treffen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) Anfang April in London sein.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) rügte im Zusammenhang mit den Bonuszahlungen den "Realitätsverlust und der Zynismus mancher Führungskräfte". Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) mahnte, das Gemeinwohl lebe auch von der Mäßigung des Einzelnen. "Solche Exzesse sind Ausdruck einer verlorenen Bodenhaftung und gefährden den Grundkonsens dieser Gesellschaft." Auch Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD), Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) und Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) äußerten ihr Unverständnis.

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Zugleich äußerte der Vorstandsvorsitzende des Rückversicherers Münchner Rück, Nikolaus von Bomhard, Verständnis für die öffentliche Empörung über hohe Bonuszahlungen an Manager. "Es gab klare Exzesse", sagte er dem Spiegel. Gerade die hohen, kurzfristigen Bonuszahlungen hätten als eine Art Brandbeschleuniger der Krise gewirkt.

Bomhard kritisierte die mangelnde persönliche Verantwortung vieler Top-Manager. "Wenn die Musik ganz laut spielt, muss man auch mal zu sagen wagen: Nein, ich tanze nicht mit."

Leser-Kommentare
  1. Ich wundere mich seit Wochen ueber das fast "kriminelle" Bonussystem, bei
    mir war der jaehrliche Boni (dkv ag) eine Belohnung fuer den erfuellten Geschaeftsplan NACH STORNOBEREINIGUNG wohlgemerkt, in meinem Fall also nur dann wenn das Unternehmen mit mir erfolgreich gearbeitet hat.

    Es ist nicht begreifbar, dass eine Bank Milliardenverluste einfaehrt und zum Teil staatliche Hilfe in Anspruch nimmt die durch die Auszahlung dieser Boni doch eigentlich wieder gemindert wird. Fuer mich bewegen sich Banken - wie auch Versicherungen - auf einem schmalen Grat unter Tangierung des StGB und die Politik schlaeft wie immer weiter.

    Die Banken zocken nach wie vor, insbesondere im Verein ACKERMANN & Co. werden noch immer sehr dubiose Produkte (aus Leidenschaft?) angeboten; WER STOPPT DIESES GANGSTER-METIER ? liebe Gruesse vom arno !

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    Bankenmanager "verzichten" freiwillig auf ihre Boni. Die Frage ist: Warum stehen ihnen überhaupt Boni zu, wenn die Bank Verluste bis zur drohenden Insolvenz macht und nur der Staat sie noch am Leben erhalten kann.
    Was sind das für Verträge?
    Mich hat schon immer gewundert, dass Schrempp, Ex-Vorsitzender von Daimler Jahr für Jahr riesige Gehälter bekam, obwohl er die Firma immer weiter ins Verderben führte, bis er schließlich ausschied.
    Die Bonus-Regelungen müssen geradezu pervers sein.
    Ich habe nichts dagegen, dass Manager, die eine Firma NACHHALTIG gut führen, sehr gute Gehälter und Abfindungen bekommen. Das ist aktuell nicht gegeben.

    Bankenmanager "verzichten" freiwillig auf ihre Boni. Die Frage ist: Warum stehen ihnen überhaupt Boni zu, wenn die Bank Verluste bis zur drohenden Insolvenz macht und nur der Staat sie noch am Leben erhalten kann.
    Was sind das für Verträge?
    Mich hat schon immer gewundert, dass Schrempp, Ex-Vorsitzender von Daimler Jahr für Jahr riesige Gehälter bekam, obwohl er die Firma immer weiter ins Verderben führte, bis er schließlich ausschied.
    Die Bonus-Regelungen müssen geradezu pervers sein.
    Ich habe nichts dagegen, dass Manager, die eine Firma NACHHALTIG gut führen, sehr gute Gehälter und Abfindungen bekommen. Das ist aktuell nicht gegeben.

  2. So sieht es aus mit so manchem Banker. Die einen nehmen sich das Leben, die anderen die Bonis.

  3. Bankangestellt die ihre ganz "normale" Arbeit machen sind auch Banker.

    Wie auch im richtigen Leben sind vielleicht 8 bis 10% die das große Geld machen. Und sie bekommen das Geld auch wenn die Bank ein schlechtes Geschäftsjahr hatte. Die "normalen" Mitarbeiter bekommen dagegen ein Schreiben, dass der Bonus entfällt/gekürzt wird weil es ein schlechtes Geschäftsjahr war.

    Wenn wie hier im Artikel von "Deckelung" der Bonuszahlungen gesprochen wird, dann muss ein Zeitraum von fünf bis sechs Jahren angesetzt werden. Wenn also ein Manager im Jahr 2007 1 Mio bekommen hat und die Bank 2008 "Miese" macht, dann bekommt er 2008 nichts und muss 2007 die Hälfte (oder ein anderer %-Satz) zurückgezahlt werden. Und wenn der Manager "gefeuert" wird (z.B. Mehdorn ... wird aber nicht geschehen in solchen Positionen), dann ist es auch aus mit Abfindung (ich leide vermutlich unter Illusionen).

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

  4. Die Glaubwürdigkeit ging schon verloren, als die "Rettungsaktionen" der Bundesregierung damit begannen, zuerst die Kassen der Banken ohne nachvollziehbare Erklärung in einer Eile zu füllen, die eine kritische Nachfrage zu spät kommen lässt. Als nächste Nutznießer kam die Autoindustrie, die ihre eigene Zukunftssicherung dem Zufall hinterließ zugunsten eines momentanen Absatzbooms, der in fernerer Perspektive keine Zukunft haben konnte.
    Die Unverfrorenheit, mit der nun mit den "Bonis" einfach Geld auf die Seite geschafft wird, lässt sich nur erklären, wenn die so Handelnden nichts zu befürchten haben, außer zu spät zu kommen.
    Wir sehen und erleben immer weitere Anzeichen einer unkontrollierten Bereicherung, der die mit großen Worten tönende Politik, nichts ernsthaftes entgegen zu setzen weiß oder nur dem Schein nach Widerstand leistet.
    Was nach einem solchen Krisenmanagement für den Aufbau neuer Fundamente und der Erhaltung gesunder Ressourcen bei den Handwerkern, kleinen und mittleren Betrieben übrig bleibt, werden wir sehen. Große Hoffnungen wären naiv.
    Wenn es gelingen sollte, dass sich z.B. aus bald notwendigen Zweckgemeinschaften neue Strukturen entwickeln, die unter der Leitlinie des gemeinsamen Nutzens und gemeinsamen Lasten verfahren, dann muss der zu erwartende Zusammenbruch nicht im Chaos enden.
    Für die Eigeninitiative der Betroffenen wird es bald auch keine scheinbare Hilfe "von oben" geben und es macht keinen Sinn, diesen bevorstehenden Offenbarungseid noch abzuwarten.

    • SABATA
    • 14.02.2009 um 18:38 Uhr
    5. Boni

    Welcher HEB Mitarbeiter z.B. jetzt Bonuszahlungen annimmt stellt sich und seinen Charakter bloß , sagt Alles .

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    WER DENN HAT BEI DEN MILLIONEN BONI NOCH CHARAKTER ?

    WER DENN HAT BEI DEN MILLIONEN BONI NOCH CHARAKTER ?

  5. WER DENN HAT BEI DEN MILLIONEN BONI NOCH CHARAKTER ?

    Antwort auf "Boni"
  6. 7. Boni

    Ich bin immer wieder erstaunt, mit welch heuchlerischer Empörung Politiker die Tatsache anprangern, dass Leute Spielräume nutzen, die die Politik erst ermöglicht hat. Die Aufgabe der Politik ist es doch wohl, die rechtlichen Rahmenbedingungen festzulegen, in denen sich Wirtschaftstätigkeit abzuspielen hat.

    Also macht endlich mal eure Hausaufgaben, statt hier Krokodilstränen zu vergießen und das Funktionieren des Marktes von der Charakterstärke des Einzelnen abhängig zu machen!

  7. Nach dem aktuellen Merkelschen Unverständnis über die millionenschweren Boni-Zahlungen an Manager sei daran erinnert, dass sie und andere sich schon im Herbst 2007 darüber mokiert haben. Sämtliche Führungsspitzen der Parteien und der Bundespräsident höchst selbst zeigten sich schon damals empört über Managergehälter und Boni-Zahlungen.
    Seit dieser Zeit dreht sich die Spirale der Finanz- und Wirtschaftskrise immer schneller. Die ökonomischen Zukunftsprognosen weisen in den Keller, trotz Milliarden schweren Rettungsschirmen und Konjunkturpaket 2.0. Ungeachtet dessen, bestimmt die schon seinerzeit als Auslöser identifizierte Gier und Maßlosigkeit ungebrochen das Denken und Handeln der Führungseliten in Banken und Konzernen.
    Bestünde der politische Wille an diesem Sachverhalt etwas zu ändern, schließlich wurden im Grunde über Nacht eine halbe Billion Euro für die Rettungsschirme beschlossen, dann gäbe es Wege dieser ungebrochene Gier einen Riegel vorzuschieben. Aber dummes Geschwätz ist immer schnell abgesondert, zumal wenn es diejenigen, gegen die es sich richtet, nicht juckt! Merkels Vorgänger hat die Schwachen ans Wachstumskreuz genagelt: dass die Bundeskanzlerin sich zur Widergängerin macht und ihre Klientel daneben hängt, ist nicht zu erwarten. Dass sie dennoch den Mund aufreist und so tut als würde sie Pfeifen, ist ihrem Vertrauen auf die Dummheit des Michels geschuldet. Schließlich wird in diesem Jahr mehrmals gewählt.

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