Wirtschaftskrise Bundestag billigt Milliardenpaket für Konjunktur

Die Abgeordneten stimmten der staatlichen Finanzhilfe von 50 Milliarden Euro zu. Das letzte Wort hat allerdings der Bundesrat, was das Paket verzögern dürfte

2009 und 2010 will die Bundesregierung mit dem umfangreichsten Maßnahmenpaket der Nachkriegszeit die Folgen der  weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise mildern. Das "Gesetz zur Sicherung von Beschäftigung und Stabilität in Deutschland" umfasst öffentliche Investitionen, Steuer- und Abgabensenkungen, Finanzhilfen für Unternehmen und weitere staatliche Leistungen. Finanziert wird das Paket über zusätzliche Schulden von 36,8 Milliarden Euro.

Am kommenden Freitag entscheidet dann der Bundesrat über das Paket. Union und SPD verfügen dort seit der hessischen Landtagswahl nicht mehr über eine eigene Mehrheit. Die Große Koalition ist deshalb auf Unterstützung von Ländern angewiesen, in denen auch andere Parteien an der Regierung beteiligt sind. FDP und die Grünen verweigerten eine Zustimmung bisher. Den Liberalen geht es vor allem um Steuererleichterungen, die ihnen im aktuellen Entwurf des Konjunkturpakets noch nicht umfassend genug sind. Die Grünen, die in Bremen und Hamburg mitregieren, machten ihre Zustimmung wiederum von ökologischen Verbesserungen abhängig. Die Verhandlungen darüber allerdings scheiterten.

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Nun sieht es aber doch danach aus, dass das Maßnahmenbündel den Bundesrat ohne weit reichende Anpassungen passieren wird. Grund dafür ist das schwarz-gelb regierte Baden-Württemberg, dessen Regierung nun doch Zustimmung signalisierte. Damit gilt es auch als unsicher, ob die Länder, bei denen die FDP ebenfalls an der Regierung beteiligt ist, bei ihrer ablehnenden Haltung bleiben.

Bei der Abstimmung im Bundestag stimmten die Fraktionen von Union und SPD erwartungsgemäß für das Paket, die Opposition votierte dagegen. FDP-Partei- und Fraktionschef Guido Westerwelle verlangte während der abschließenden Debatte erneut größere steuerliche Entlastungen der Bürger. Mit dem jetzt beschlossenen Paket würden die Schulden aber rapide steigen und lange bleiben. Für die Bürger werde dabei sehr wenig herausspringen. Ohne deutliche Steuersenkungen sei kein nennenswerter Konjunkturimpuls zu erwarten.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) und der neue Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) dagegen verteidigten das Paket. Steinbrück widersprach Westerwelle: "Ein solcher Konjunkturimpuls ist nach Lage der Dinge nicht zu haben ohne eine Erhöhung der Neuverschuldung." Er sicherte einen Schuldenabbau in besseren Zeiten zu.

Leser-Kommentare
    • keox
    • 13.02.2009 um 20:45 Uhr

    welche Partei sonst hat schon einen vorbestraften Steuerhinterzieher als Mentor?

    Gut, Kohl als Ehrenmann - ausgewiesen durch ein Ganovenehrenwort - war schon ein Strahlemann, als Vorbild wohlgelitten, aber eben doch kein fdp-Mensch.

    Nun aber Westerwelle. Hat das denn nie ein Ende?

    Muß denn das Ende jeder Camouflage auch noch mit so einer ästhetischen Katastrophe einher gehen?

    Wie sieht denn das aus? Transfusionen für Blutsauger?

  1. Wär's nicht so traurig, müsste man in schallendes Gelächter ausbrechen.
    2500 Euro für den Austausch eines 9 Jahre alten Autos gegen ein neues - aus Gründen des "Umweltschutzes", wobei allerdings weder die Ressoucen für die Pkw-Produktion noch der Umwelteffekt im Gebrauch in Rechung gestelt wird, und schon gar nicht, ob man nicht auch ganz aufs Auto verzichten könnte.
    Für ein Kind gibt es 100 Euro.
    Mehr braucht man eigentlich nicht sagen, um den herausragenden Klimbim-Charakter, die Strategielosigkeit, die Bewusst-Losigkeit, die Menschenmissachtung der Macher dieses Konjunkturpakets aufzuzeigen.

    Was - mit Ausnahme der Bildungsausgaben, und auch bei denen muss man angesichts der Entwicklungen der Bildungspolitik der vergangenen Jahre vorsichtig sein, inwiefern es sich um Bildung und nicht nur Verlagerung von Ausbildungverantwortung aus der Wirtschaft auf gesellschaftliche Institutionen handelt - was also völlig fehlt, ist jede Zukunftsorientierung. Jeder Gedanke, das Leben i Zukuft einfacher zu machen, so dass schlicht nicht mehr soviel frs tägliche (Über)Leben benötigt wird und eine Krise entsprechend weniger trifft. Kleinräumige Infrastruktur, Förderung des Fuß- und Radverkehrs, Gemeinschaftseinrichtungen statt Waschmaschine und Trockner in jedem Haushalt, Nachbarschaftshilfe, lebensnahe soziale Hilfen - das wäre ein Konjunkturprogramm, das in Zukunft helfen knnte, eine Krise einfacher auszusitzen.
    Stattdessen werden neue Bedarfe geschaffen: Mehr Autos, mehr Straßen, weniger Gesellschaft, die Wirtschaft wird subventioniert und ihr damit erleichtert, den Lebensunterhalt ihrer Beschäftigten zu reduzieren (Kurzarbeit). Die nächste Krise wird uns doppelt schwer treffen. Und dies nicht wegen der neuen Schulden: sondern weil das Geld in weitere, langfristig kosten- und aufwandserzeugende Maßnahmen gesteckt wird. Irrsinn.

    Ich höre und lese die Nachrichten jeden Tag mit großen Kinderaugen, weil ich nicht fassen kann, dass dies von Menschen, die maßgeblich unsere Gesellschaft gestalten, ernsthaft außerhalb der Grenzen einer Kabarettbühne zum Besten gegeben wird.

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