HRE-Verstaatlichung "Enteignung ist Sozialismus"
Sie kritisiert Manager, ist für den Mindestlohn und will eine Bank enteignen: Angela Merkel versetzt viele Anhänger in Rage. Ihnen gilt sie als verkappte Sozialdemokratin
Angela Merkel wusste schon, warum sie einmal mehr ihrem Finanzminister den Vortritt ließ. Peer Steinbrück war es, der am gestrigen Tag ausführlich und gut gelaunt den Kabinettsbeschluss präsentierte, der eine Verstaatlichung maroder Banken als letzte Option zulässt. Auch Amerikaner und Briten hätten zur Rettung ihrer Volkswirtschaft "mit Verstaatlichungs- und Enteignungsmaßnahmen begonnen", sagte Steinbrück.
Süffisant wie immer fügte der SPDler hinzu, dass es bei dieser Maßnahme "mit seiner Partei keine Differenzen" gebe. Anders als bei der Bundeskanzlerin. Diesen Halbsatz sparte Steinbrück sich zwar auf, aber alle wussten, was damit gemeint war.
Angela Merkel mied das böse E-Wort bislang so gut es ging. Mit der Ankündigung von möglichen Enteignungen will sich die Kanzlerin nicht allzu deutlich in Verbindung bringen lassen. Sie sagte lediglich in einem kurzen Statement, der eingeschlagene Weg sei "alternativlos". In manchen Unionssitzungen steht das Wort "Enteignung" regelrecht auf dem Index. Man bedient sich dann lieber solch sperriger Konstrukte wie "Rettungsübernahme".
Schließlich weiß Merkel, dass ihr Regierungshandeln Teile ihrer Partei derzeit in Rage versetzt. Josef Schlamann zum Beispiel, den Vorsitzenden der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der Union: Die Regierung bereite mit dem Enteignungsgesetz "den Einzug der Staatswirtschaft in Deutschland" vor, sagt Merkels Parteifreund. Die Kanzlerin begehe einen "ordnungspolitischen Tabubruch, der nicht mehr tragbar" sei. Schlamanns Mittelstandsvereinigung fordert nun die Union auf, von diesem Gesetzesvorhaben Abstand zu nehmen. Die Regierung solle andere Lösungsansätze wie etwa die Einrichtung einer Auffanggesellschaft prüfen.
Ähnlich klingt es bei Kurt Lauk, Präsident des CDU-Wirtschaftsrates: Er fürchtet eine "größtmögliche Irritation" der Stammwähler. Lauk warnt seine Parteichefin: Jede Form der Enteignung zerstöre die Fundamente unserer freiheitlichen Ordnung.
Auch andere Lobbyverbände laufen Sturm gegen die im Raum stehende Verstaatlichung der HRE. Viele von ihnen sind an sich durchaus unionsnah. Aber im Laufe der Kanzlerschaft Merkels sind sie von ihrer Stammpartei abgerückt. Zunehmend haben sie ihre bürgerliche Zurückhaltung aufgegeben, um offen Kritik an der Großen Koalition zu üben. Eine Kanzlerin, die Manager kritisiert, den Mindestlohn einführt und nun auch noch eine Bank enteignet, sei doch eine verkappte Sozialdemokratin, sagen viele, inzwischen immer seltener hinter vorgehaltener Hand.
- Datum 20.04.2009 - 22:57 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, 19.2.2009
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daß die Politiker und sog. Experten, die bei der deutschen Wirtschaft auf der Gehaltsliste stehen, umgehend "Zeter und Mordio" schreien -- ich war nur einige Stunden zu früh dran:
http://kommentare.zeit.de...
http://kommentare.zeit.de...
Für wie dumm halten uns eigentlich die gekauften Gesichtsverleiher der "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft", daß wir auf "Freiheit oder Sozialismus" - Reloaded immer noch hereinfallen?
Die Demagogie der INSM kurz zusammengefaßt:
http://www.youtube.com/wa...
Vorschlag: Statt von "Enteignung" reden wir von "Eigentumsreform" -- klingt auch nicht schlechter als Gesundheitsreform...
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Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]
Wir wissen doch alle was bei der Gesundheitsreform herausgekommen ist. Warum sollte es bei der Eigentumsreform ander sein.
Man muss schon sehr starke Nerven haben oder Agressionsresistent wenn man solchen schwachsinnigen Definitionen liest.
Gruß, Bernd
*** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***
Wir wissen doch alle was bei der Gesundheitsreform herausgekommen ist. Warum sollte es bei der Eigentumsreform ander sein.
Man muss schon sehr starke Nerven haben oder Agressionsresistent wenn man solchen schwachsinnigen Definitionen liest.
Gruß, Bernd
*** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***
Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf!
Die Entziehung des Eigentums an beweglichen oder unbeweglichen Sachen oder sonstigen Vermögens durch staatlichen Hoheitsakt ist im Grundgesetz geregelt.
Das Bankensystem ist zwar privatrechtlich organisiert, hat aber quasistaatliche Aufgaben. Deshalb kann sich auch kein Investor aufregen, wenn die HRE verstaatlicht wird. Keiner denkt in der BRD daran, Schlüsselindstrien zu verstaatlichen. Die Hysterie der FDP ist einfach wahlkampfbedingt. Auch die Wirtschaftsliberalen in der CDU treibt "lediglich" die Angst um, sie könnten noch mehr Stimmen an die FDP verlieren.
Nochmal zurück zu den Tatsachen: Die Enteignung ist nach Art. 14 Grundgesetz nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig und darf nur durch Gesetz oder aufgrund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Als Entschädigung ist ein Kurs vorgesehen, der irgendwo bei 4 € liegen wird. Es ist klar, dass damit Flowers nicht einverstanden ist.
Übrigens: Regelmäßig kommen Enteignungen im Baurecht vor, wenn ein wichtiges öffentliches Bauprojekt wie z. B. ein Flughafen oder Bahnhof geplant wird. Da die Enteignung regelmäßig das Grundrecht des Eigentums tangiert, wird häufig gegen Verfassungsbeschwerde erhoben. So auch jetzt wieder durch Interessenvertreter. Das Bundesverfassungsgericht hat dann den schwierigen Interessenausgleich zwischen dem Grundrecht des Einzelnen auf Eigentum und dem Allgemeinwohl vorzunehmen. Wenn es um das Allgemeinwohl geht, dann hat die CDU als Volkspartei anders zu agieren als die kleine Mittelstandspartei FDP.
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Die Aufklärung darf kein leerer Wahn werden in einer Zeit der Anmaßungen.
und die Bruchbuden pleite gehen lassen und abwickeln! Die Reste dann für den symbolischen 1 EURO übernehmen - das ist noch nicht mal Enteignung, wie wir alle seit 1990 wissen. Mal sehen, was Westerwelle dazu sagt.
Meiner Ansicht liegt hier ein Fall vor, wo das Gemeinwohl gegenüber dem Eigentumsrecht Vorrang hat. Die HRE hat mittlerweile 87 Mrd. Euro an Staats- respektive Steuergelder verbrannt und bereits neuen Bedarf in zweistelliger Milliardenhöhe angemeldet. Dieses Faß ohne Boden wird zu einem unkalkulierbaren Risiko sondersgleichen. Darum wäre die Enteignung in diesem Fall vollauf gerechtfertigt.
und die Bruchbuden pleite gehen lassen und abwickeln! Die Reste dann für den symbolischen 1 EURO übernehmen - das ist noch nicht mal Enteignung, wie wir alle seit 1990 wissen. Mal sehen, was Westerwelle dazu sagt.
Meiner Ansicht liegt hier ein Fall vor, wo das Gemeinwohl gegenüber dem Eigentumsrecht Vorrang hat. Die HRE hat mittlerweile 87 Mrd. Euro an Staats- respektive Steuergelder verbrannt und bereits neuen Bedarf in zweistelliger Milliardenhöhe angemeldet. Dieses Faß ohne Boden wird zu einem unkalkulierbaren Risiko sondersgleichen. Darum wäre die Enteignung in diesem Fall vollauf gerechtfertigt.
Die hysterischen Aussagen contra Enteignung zeigen eines nur zu deutlich. Das diese Leute aus den Geschehnissen der vergangenen Monate noch rein überhaupt nicht's gelernt haben.
Zudem wird geflissentlich verschwiegen das sich diese, so wie viele andere, auf den staatlichen Ruhekissen ausruhen können. Sonst währe es einges ruhiger um diese "erlauchten" Gesellschaften...
Warum wohl war es bisher immer so das Betriebe mit staatlicher Beteilung durchwegs einiges günstiger an Kredite gekommen sind als private Unternehmer? Diese günstigen Kredite lassen es dann auch zu das die daraus angebotenen Leistungen billiger erledigt werden können als vergleichbare von privaten Anbietern...
Immer vorrausgesetzt natürlich die Löhne und andere Kosten bleiben die gleichen... Die raffgierigen Aktionäre mit ihren surealen Renditeansprüchen bleiben bei dieser Art von finanzierung ebenfalls aussen vor. So bleibt mehr Geld zur Verfügung um etwa die Bildung zu bezahlen...
Wie gesagt, mir recht und egal wenn da wieder einige Anbieter in staatliche Kontrolle zurückgeführt werden... Strom, Wasser, Abfallentsorung, transporte, Bildung, Gesundheit... alles durchwegs billiger wenn diese Dinge von staatlicher Seite angeboten werden und die Mitarbeiter werden nicht mit Hungerlöhnen abgefertigt...
Sozialismus = Sozial
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
Ich hätte ja schon längst vorgeschlagen, die Bank pleite gehen zu lassen und sich die Katastrophe danach anzugucken. Westerwelle schreit die Kanzerlin an, wie der Staat nichts tun kann in einer solch existenziellen Situation. Josef Ackermann muss auch endlich um Staatshilfen betteln, da selbst die Deutsche Bank nicht mehr zu Recht kommt. Wer weiß wie viele andere Banken im Zuge dessen auch noch pleite gehen. Dann noch den ein oder anderen Staatsbankrott. Vorzugsweise in Großbritannien (Dem Mutterland des Kapitalismus) und und und.
Aber leider hängen an der ganzen Sache zu viele menschliche Schicksale. Für viele Politiker und Interessenvertreter, sind das zwar nur Zahlen, aber zum Glück gibt es noch einige, die ahnen, dass es da außer Ihnen auch noch wen gibt!
In Anbetracht der Tatsache, dass in Deutschland bestimmte Leute in den letzten 20 Jahren auf dem Rücken von anderen immer reicher geworden sind, während die große Masse immer weniger zur Verfügung hat halte ich den Schritt von Merkel für mindestens unumgänglich. Denn anders schafft es die Politik nicht mehr, etwas in den Griff zu kriegen.
Der jetzige, traurige, Zustand rührt sehr wohl daher, dass die letzten Regierungen, sowohl Kohl als auch Schröder mit ihren fragwürdigen Steuerpolitischen Massnahmen und "Reformen" immer mehr Institutionen, die staatlich waren "privatisiert" haben. Auch in Sektoren, die eigentlich nicht privatisiert werden dürfen.
Die Telekom ist nur ein Beispiel. Seit ihrer Privatisierung hat sie ständig neue Vorstände, die sich dann die Taschen vollstopfen, mitnehmen was geht, und dann im nirgendwo verschwinden. Das Unternehmen ist zugleich zum größten Saftladen Europas mutiert, das die Kunden abzockt und schlecht bedient, wo's nur geht.
Bestimmte "Interessenvertreter" sind durch diese falsche Politik so mächtig geworden, dass sie bestimmen, welche Gesetze gemacht werden. Und das endet immer zu deren eigenen finanziellen Gunsten. Die allgemeinheit interessiert diese Interessenvertreter wenig.
Es bleibt eigentlich gar nihts anderes mehr übrig, als zu versuchen, diesen Interessenvertretern etwas von ihrer Macht, also von ihrem Geld, zu enteignen. Sonst kann man eigentlich den Bundestag und die Bundesregierung abschaffen.
Die Banken können dann gleich die Gesetzgebung übernehmen. So sparen wir wenigstens das Geld für unsere Politiker...
sind die Versicherungen oder Pensionsvereine, z.B. der Ärzte.
Nur in verstaatlichten Banken läßt sich das Geld der Versicherten, z.B. Lebensversicherung, retten.
Enteignung ist Sozialismus"
Das fällt den Herren Westerwelle und Co. aber früh ein. Kann mich nicht Entsinnen, dass die sich bei früheren Enteignungen so entrüstet haben. Peinlich.
Staunen und Wundern
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