Kriminalität Ex-Ölmilliardär Chodorkowski erneut vor Gericht
Er sitzt schon in Haft - nun muss Kremlkritiker Chodorkowski erneut vor den Richter. Der frühere Oligarch soll 900 Milliarden Rubel unterschlagen haben

© Tatayana Makeyeva/AFP/Getty Images
Kremlkritiker Michail Chodorkowski: In einem zweiten Strafprozess muss er sich wegen Unterschlagung verantworten
Die russische Staatsanwaltschaft lässt nicht locker: Sie eröffnet gegen den seit 2003 inhaftierten Kremlkritiker Michail Chodorkowski ein zweites Strafverfahren. Ihr Vorwurf: Chodorkowski soll Milliarden unterschlagen haben. Der Prozess gegen den russischen Ex-Ölmilliardär und dessen ebenfalls in Haft sitzenden Geschäftspartner Platon Lebedew werde wohl in Moskau vor dem Stadtbezirksgericht Chamowniki abgehalten, sagte Generalstaatsanwalt Juri Tschaika in einem vorab veröffentlichten Interview der Zeitung Rossijskaja Gaseta .
Die zu verhandelnde Unterschlagung durch die beiden Manager habe ein "für das heutige Russland einmaliges Ausmaß", erklärte Tschaika. Nach seinen Worten hätten Chodorkowski und Lebedew die Einnahmen aus der Ölproduktion von mehreren Jahren und damit Vermögen im Wert von 900 Milliarden Rubel unterschlagen. Das sind nach aktuellem Kurs 20,2 Milliarden Euro. Zudem stünden beide im Verdacht, Geldwäsche im Ausmaß von 500 Milliarden Rubel betrieben zu haben.
Schon seit zwei Jahren bereitet die Staatsanwaltschaft dieses zweite Strafverfahren vor. Tschaika zufolge umfasst die Anklageschrift insgesamt 14 Bände: "Ich bin davon überzeugt, dass dieses gesammelte Beweismaterial keinen Zweifel an der Schuld von Chodorkowski und Lebedew lässt".
Bereits 2007 hatte Chodorkowski, der sich selbst als Opfer von Machenschaften des Kreml sieht, die neue Anklage gegen ihn als "schändliche Farce" bezeichnet, die mit Rechtsstaatlichkeit nichts gemein habe. Er sei jetzt schon überzeugt, dass er schuldig gesprochen werde, schrieb er in einem auf seiner Internetseite veröffentlichten Brief. Auch die Anwälte der beiden prominenten Häftlinge sprachen von einer manipulierten Beweisaufnahme, bei der Zeugen erpresst und bedroht worden seien.
Der einst reichste russische Oligarch Chodorkowski und Lebedew waren 2003 verhaftet und 2005 zu jeweils acht Jahren Lagerhaft wegen Steuerhinterziehung und Betrugs verurteilt worden. Sein Ölkonzern Yukos wurde nach der Verurteilung zerschlagen und praktisch unter staatliche Kontrolle gestellt. Ihre Verurteilung gilt als Exempel, das der Kreml gegenüber den neuen Reichen Russlands mit unliebsamen eigenen politischen Ansichten und Ambitionen statuieren will.
- Datum 17.02.2009 - 19:08 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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ZITAT: ".........2003 verhaftet und 2005 zu jeweils acht Jahren Lagerhaft wegen Steuerhinterziehung und Betrugs verurteilt worden. Sein Ölkonzern Yukos wurde nach der Verurteilung zerschlagen und praktisch unter staatliche Kontrolle gestellt. Ihre Verurteilung gilt als Exempel, das der Kreml gegenüber den neuen Reichen Russlands mit unliebsamen eigenen politischen Ansichten und Ambitionen statuieren will."
Das ist schon eine reichlich naive Sicht der damaligen Vorgänge. Chodorkowski versuchte 40% des Yukoskonzerns an Exxon zu verscherbeln.
Hier mehr über die Vorgänge:
http://www.uni-kassel.de/...
Wenn Gott von meinen Plänen wüßte, er käme vor lachen nicht mehr in den Schlaf.
Dieser Gangster muß im Knast verrotten, sein Kumpel ebenso !!! Von wegen Kremlkritiker??? Wer sein Land so Plündert wie diese beiden und viele andere sogenannte Oligarchen" Milliardäre" muß wegen Hochverrat angeklagt und verurteilt werden!!! - Guillotine- Galgen-
die unter dem besoffenen jelzin , durch zahlung an seine tochter auf schweizer konto, an unternehmen in höhe milliardenwerten für kleingeld gekommen sind, haben ihr land bestohlen. dazu gehört zum beispiel auch beresowski in england u.a. in europa und israel. all diese oligarchen die russland ausgeraubt haben, sich mit amerikanischen und englischen pässen ausgerüstet haben damit man ihnen nicht habhaft werden kann, gehören hinter gitter und der schlüssel weggeschmissen.
wobei mancher banker und börsenmakler auch in den knast gehört.
die letzten Kommentare fallen ja dann doch unter "Themaverfehlung". Bei dem Chodorkowski Schauprozess geht es ja nicht darum ob er schuldig ist oder nicht. Das interessiert ja hierbei offenbar keinen. Siehe hierzu auch das Zeit-Russland-Forum. Es geht darum, dass sich nun andere bereichern. Putins Freunde eben. Wenn DAS gerecht sein soll und den Galgen verdient, dann frag ich mich: Wer verdient welchen Galgen? Wen wollen wir hängen, lieber "filuck"? Putin gleich mit? Seine Freunde auch? Oder wäre es vielleicht doch sinnvoller, sich für ein funktionierendes und von der politischen Willkür unabhängiges Rechtssystem in Russland einzusetzen und DANN zu entscheiden, wer wen wann und warum bestohlen hat?
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