Mordprozess Morsals Bruder muss lebenslang ins Gefängnis

Das Hamburger Landgericht verurteilte Ahmad O. zu lebenslanger Haft. Die Richter sprachen ihn wegen heimtückischen Mordes aus niederen Beweggründen für schuldig

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Ahmad O. seine Schwester am 15. Mai 2008 aus Wut über ihren westlichen und freien Lebensstil auf einen Parkplatz in Hamburg-St. Georg gelockt und sie anschließend mit 23 Messerstichen heimtückisch und gezielt getötet hat.

"Auf der einen Seite liebte er sie, auf der anderen Seite war er wütend auf sie wegen ihres Lebensstils", beschrieb der Vorsitzende Richter Wolfgang Backen in der Urteilsbegründung das Verhältnis des Angeklagten zur 16-Jährigen. "Während die Geschwister sich an die strengen afghanischen Regeln hielten, hatte Morsal ihren eigenen Kopf."

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Mit seinem Urteil folgte das Hamburger Landgericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes gefordert und von einer Tat "auf niedrigster sozialer Stufe" gesprochen hat. Die Verteidiger dagegen hielten den Angeklagten für vermindert schuldfähig und plädierten auf Totschlag.

Die Familie des Angeklagten reagierte mit einem lauten Aufschrei auf das Urteil und hämmerte gegen das Sicherheitsglas des Verhandlungssaals .

Ahmad O. war bereits einen Tag nach dem tödlichen Messerangriff festgenommen worden und hatte die Tat in Vernehmungen bei der Polizei gestanden. Auch vor Gericht räumte er den Angriff indirekt ein, bestritt aber jede Tötungsabsicht.

 
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