Urheberrecht Facebook will doch nichts für die EwigkeitSeite 2/2

Eine Entschuldigung klingt anders. Gut möglich, dass sich die ursprüngliche Strategie nicht geändert hat. Sie lautet: Die Daten der Nutzer gehören dem Betreiber.

Hintergrund dieser etwas seltsamen Weltsicht ist wie so oft das Geld. Oder eher der Mangel daran. Soziale Netzwerke haben zwar unglaublich viele Nutzer, Facebook beispielsweise 175 Millionen rund um den Globus, eine Million davon in Deutschland. Gleichzeitig aber sind alle Angebote dieser Art noch immer auf der Suche nach einem tragfähigen Geschäftsmodell. Mit dem gerade gescheiterten Versuch, dank fremder Inhalte Geld zu verdienen, könnte Facebook jedoch ein anderes Kapital schwer geschädigt haben, nämlich das Vertrauen seiner Nutzer.

Das scheint man verstanden zu haben. Die terms of use würden komplett überarbeitet, kündigt Zuckerberg an. Sie sollen in einer Sprache verfasst werden, die jeder verstehen könne und die Nutzer sollten viel Einfluss auf ihre Gestaltung haben. Dazu wurde auf dem Netzwerk eine neue Gruppe eingerichtet namens " Bill of Rights ", also Grundgesetz.

 
Leser-Kommentare
  1. Zwar bin ich nicht bei facebook, zugebenermaßen fällt mir dazu kein zwingender Grund ein, doch das ist nicht der Punkt.

    Vielmehr staune ich zum einem über die Freude mancher Menschen über die Macht ihrer Enthaltung oder Verweigerung als Nutzer oder Konsument oder Verbraucher. Es erscheint mir, natürlich mehr emotional, als eine nebulöse Mode der letzten zwanzig Jahre.

    Zum anderen weise ich aus Erfahrung mit Online- sowie Datenunternehmen gerne darauf hin, dass digitale Daten selten wirklich gelöscht werden, dh. vernichtet werden. Vielmehr werden sie mit einem Haken versehen, der andeutet, dass diese oder jene Daten nicht sichtbar mehr sind, folglich als gelöscht gelten. Hinzu kommt die Versionierung von nicht nur Beiträgen, sondern manchmal von Profil- oder Nutzerdaten, wie das auf dieser Seite in der einen oder anderen Form sicher auch der Fall ist. Dies geschieht nicht bloß aus Bosheit, sondern der Daten-Konsistenz willen, um also Datenverlust bei Ausfall vorzubeugen. Als Benutzer wissen sie im Normalfall überhaupt nichts über die interne Logik der Datensicherung. Ich spreche durchaus auch... von staatlichen Projekten, an denen ich beratend teilnahm.

    Aber vielleicht braucht es noch ein paar Jahre, bis die Öffentlichkeit von digitaler Datenhaltung nicht spricht als einer Papierfabrik, in der nach Belieben Inhalte verbrannt werden.

    Viele Grüße.

  2. Ich fand diese Jubelarien auf die Web-2.0-"Geschäfts"ideen von Anfang an vollkommen hirnrissig.

    Im Grunde geht es nur darum, den Usern eine Plattform bereitzustellen, damit die User sie mit Inhalt füllen. Im Gegenzug werden die User mit Werbung bombardiert.

    Dabei gibt es eine Reihe von Problemen, die in der Natur von Web-2.0-Angeboten liegen:

    - Die Plattform ist in der Regel technisch nicht besonders anspruchsvoll oder innovativ und kann von jedem schnell nachgebaut werden, also entfällt die technische Innovation als Alleinstellungsmerkmal und damit als wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Geschäftsidee. In vielen Fällen handelt es sich um ein sog. Mash-up, da werden im Grunde nur zwei bereits bestehende Angebote aufeinandergeklatscht. Auch hier besteht überhaupt kein Schutz vor Plagiaten, zudem begibt man sich in eine Abhängigkeit von Drittanbietern mit den damit verbundenen Gefahren. Ich frage mich, warum solche Businesspläne nicht sofort im Papierkorb landen.

    - Den Inhalt für die Plattform liefert nicht der Anbieter, sondern er wird durch die Benutzer erzeugt. Der Begriff "user-generated content" ist dabei ziemlich irreführend, weil die User (= Kunde) praktisch die Drecksarbeit für den Anbieter macht, indem er etwa "Erfahrungsberichte" oder "Bewertungen" schreibt. Und das auch noch unentgeltlich. Wie man am Beispiel von Facebook sieht, behält der Anbieter in der Regel sämtliche Rechte am Inhalt, bekommt diesen also quasi geschenkt. Im Grunde eine Art moderne "virtuelle" Sklaverei.

    - Der Inhalt unterliegt in der Regel keiner Qualitätskontrolle. Das fällt mir oft bei Wikipedia-Artikeln auf, die Themen behandeln, bei denen ich mich zufällig ein wenig auskenne. Schlimm genug, aber es kommt noch dicker: Bei allen anderen Themen fälllt es mir nicht auf, also eigne ich mir unter Umständen falsches Wissen an, ohne es zu merken.

    - In vielen Fällen entsteht zwar in kurzer Zeit eine gewaltige Masse an Inhalt und Usern. Aber ein tragfähiges Geschäftsmodell ist meistens nicht in Sicht, obwohl die User der Plattformen oft mit Werbung zugeschüttet werden. In der Masse der User liegt imo auch der Kern des Problems: Es lässt sich daraus keine Zielgruppe mit bestimmten Bedürfnissen ermitteln, die man zielgenau ansprechen könnte. Bei Youtube z.B. sind die User in der großen Mehrheit gelangweilte Schüler. Die haben wenige Bedürfnisse. Und Geld haben sie erst recht nicht.

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    Wenn sie von "Geschäfftsideen" und "Kunde" sprechen haben Sie Web 2.0 nicht verstanden. Hier steht der User im Vordergrund - und das sollte nicht als "der Kunde ist König" verstanden werden (dann haben Sie es noch immer nicht verstanden)

    Offensichtlich stören Sie sich an der Tatsache, dass Menschen freiwillig eine Ware erwirtschaften, die nach Ihrer Auffassung für den nutzenden Menschen keinen materiellen Nutzen darstellt, trotzdem mehr als hundert Millionen von Menschen einen Nutzen und nicht nur die Ware-Werbung dahinter sehen.

    Ihre Antwort darauf verstehe ich nicht ganz, trotzdem greife ich den Vorwurf auf, bei den Inhalten handle es sich um Inhalte ohne nennenswerten Nutzen als Werbe-Akquise.

    Zweierlei:

    Ich beobachte desöfteren, dass Menschen sich gerne mitteilen oder zur Schau stellen, unabhängig der Qualität ihrer Worte oder des Vorwurfs, ein Bild nähre den Verdacht des Scheins. So konnte ich erst vor wenigen Tagen beobachten, wie, durch die Präsenz des höchsten politischen Beamten dieser Nation und einer großen Finanzierungsorganisation, die Herzen der akkreditierten Freiwilligen in all ihrer Widersprüchlichkeit höher schlugen. In diesem Sinne funktionieren Partizipations-Prozesse. Ich denke, dass die Menschen gerne Teil der Öffentlichkeit sind.

    Ähnlich dieser Seite, wo sie (als anonymisierte Person) also bereit sind freiwillig unabsichtlich den Ruhm und die Kritik einer Zeitung zu erweitern, vermute ich, dass Menschen sich gerne auch ohne politische oder kulturelle oder diskursive Inhalte in den Schatten der Öffentlichkeit stellen, zur Befriedung oder da es Spaß macht, wie das in facebook geschieht. Man sollten nicht den unabsichtlichen Mehrwert in der Vordergrund stellen, das wird den Teilnehmern nicht gerecht.

    Im Keller der Öffentlichkeit, eben hier, können doch auch Sie die kritische Seele für einen kurzen Moment baumeln lassen, ohne dass es einschneidende Folgen für uns hat, als wenn ich einen Artikel oder ein Buch schriebe. Die Zeitung profitiert durch eine hoffentliche Verbreiterung der Thematik, manchmal regt ein Kommentar einen Journalisten, sofern er die Muße dazu findet sie zu lesen, zu einem Artikel an. Und Sie gewinnen den Eindruck etwas gesagt zu haben. Ich gebe zu, dass ich es von Zeit zu Zeit gerne nutze. Nur ein durchschnittlicher Journalist oder Wissenschaftler würde diesem Prozess, trotz der Schwierigkeit eines nicht-moderierten Gesprächsverlaufs, aus Ermangelung eines Gesamtkonsens am Aller-Ende unterstellen: dies sei Käse und unterscheide sich vollkommen von der klassischen Medienwelt. Was ja hinreichend geschieht und schon geschehen ist, aber irgendwie zu nichts führt als der Verehrung des Alten. Besonders große Quarktaschen wie Kehlmann schreiben darüber gar ein Buch und erfreuen sich abgegriffener Identitätsdiskussionen, die schon wo anders, und recherchieren Sie mal nach Rezensionen seines Romans, als bieder kritisiert wurden.

    Nun müsste ich ein paar Projekte nennen, in denen Bürger-Partizipation zu wirklichen Resultaten geführt haben, oder wir müssten uns fragen, welche wirklichen Nutzen die Zuschaustellung der Person in facebook haben und hatten, ich denke auch an myspace, doch das lassen wir mal. An der Stelle blende ich mich viel lieber aus.

    "Der Begriff "user-generated content" ist dabei ziemlich irreführend, weil die User (= Kunde) praktisch die Drecksarbeit für den Anbieter macht, indem er etwa "Erfahrungsberichte" oder "Bewertungen" schreibt. Und das auch noch unentgeltlich."

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    Wenn sie von "Geschäfftsideen" und "Kunde" sprechen haben Sie Web 2.0 nicht verstanden. Hier steht der User im Vordergrund - und das sollte nicht als "der Kunde ist König" verstanden werden (dann haben Sie es noch immer nicht verstanden)

    Offensichtlich stören Sie sich an der Tatsache, dass Menschen freiwillig eine Ware erwirtschaften, die nach Ihrer Auffassung für den nutzenden Menschen keinen materiellen Nutzen darstellt, trotzdem mehr als hundert Millionen von Menschen einen Nutzen und nicht nur die Ware-Werbung dahinter sehen.

    Ihre Antwort darauf verstehe ich nicht ganz, trotzdem greife ich den Vorwurf auf, bei den Inhalten handle es sich um Inhalte ohne nennenswerten Nutzen als Werbe-Akquise.

    Zweierlei:

    Ich beobachte desöfteren, dass Menschen sich gerne mitteilen oder zur Schau stellen, unabhängig der Qualität ihrer Worte oder des Vorwurfs, ein Bild nähre den Verdacht des Scheins. So konnte ich erst vor wenigen Tagen beobachten, wie, durch die Präsenz des höchsten politischen Beamten dieser Nation und einer großen Finanzierungsorganisation, die Herzen der akkreditierten Freiwilligen in all ihrer Widersprüchlichkeit höher schlugen. In diesem Sinne funktionieren Partizipations-Prozesse. Ich denke, dass die Menschen gerne Teil der Öffentlichkeit sind.

    Ähnlich dieser Seite, wo sie (als anonymisierte Person) also bereit sind freiwillig unabsichtlich den Ruhm und die Kritik einer Zeitung zu erweitern, vermute ich, dass Menschen sich gerne auch ohne politische oder kulturelle oder diskursive Inhalte in den Schatten der Öffentlichkeit stellen, zur Befriedung oder da es Spaß macht, wie das in facebook geschieht. Man sollten nicht den unabsichtlichen Mehrwert in der Vordergrund stellen, das wird den Teilnehmern nicht gerecht.

    Im Keller der Öffentlichkeit, eben hier, können doch auch Sie die kritische Seele für einen kurzen Moment baumeln lassen, ohne dass es einschneidende Folgen für uns hat, als wenn ich einen Artikel oder ein Buch schriebe. Die Zeitung profitiert durch eine hoffentliche Verbreiterung der Thematik, manchmal regt ein Kommentar einen Journalisten, sofern er die Muße dazu findet sie zu lesen, zu einem Artikel an. Und Sie gewinnen den Eindruck etwas gesagt zu haben. Ich gebe zu, dass ich es von Zeit zu Zeit gerne nutze. Nur ein durchschnittlicher Journalist oder Wissenschaftler würde diesem Prozess, trotz der Schwierigkeit eines nicht-moderierten Gesprächsverlaufs, aus Ermangelung eines Gesamtkonsens am Aller-Ende unterstellen: dies sei Käse und unterscheide sich vollkommen von der klassischen Medienwelt. Was ja hinreichend geschieht und schon geschehen ist, aber irgendwie zu nichts führt als der Verehrung des Alten. Besonders große Quarktaschen wie Kehlmann schreiben darüber gar ein Buch und erfreuen sich abgegriffener Identitätsdiskussionen, die schon wo anders, und recherchieren Sie mal nach Rezensionen seines Romans, als bieder kritisiert wurden.

    Nun müsste ich ein paar Projekte nennen, in denen Bürger-Partizipation zu wirklichen Resultaten geführt haben, oder wir müssten uns fragen, welche wirklichen Nutzen die Zuschaustellung der Person in facebook haben und hatten, ich denke auch an myspace, doch das lassen wir mal. An der Stelle blende ich mich viel lieber aus.

    "Der Begriff "user-generated content" ist dabei ziemlich irreführend, weil die User (= Kunde) praktisch die Drecksarbeit für den Anbieter macht, indem er etwa "Erfahrungsberichte" oder "Bewertungen" schreibt. Und das auch noch unentgeltlich."

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  3. Wenn sie von "Geschäfftsideen" und "Kunde" sprechen haben Sie Web 2.0 nicht verstanden. Hier steht der User im Vordergrund - und das sollte nicht als "der Kunde ist König" verstanden werden (dann haben Sie es noch immer nicht verstanden)

    Antwort auf "Web 2.0"
  4. Offensichtlich stören Sie sich an der Tatsache, dass Menschen freiwillig eine Ware erwirtschaften, die nach Ihrer Auffassung für den nutzenden Menschen keinen materiellen Nutzen darstellt, trotzdem mehr als hundert Millionen von Menschen einen Nutzen und nicht nur die Ware-Werbung dahinter sehen.

    Ihre Antwort darauf verstehe ich nicht ganz, trotzdem greife ich den Vorwurf auf, bei den Inhalten handle es sich um Inhalte ohne nennenswerten Nutzen als Werbe-Akquise.

    Zweierlei:

    Ich beobachte desöfteren, dass Menschen sich gerne mitteilen oder zur Schau stellen, unabhängig der Qualität ihrer Worte oder des Vorwurfs, ein Bild nähre den Verdacht des Scheins. So konnte ich erst vor wenigen Tagen beobachten, wie, durch die Präsenz des höchsten politischen Beamten dieser Nation und einer großen Finanzierungsorganisation, die Herzen der akkreditierten Freiwilligen in all ihrer Widersprüchlichkeit höher schlugen. In diesem Sinne funktionieren Partizipations-Prozesse. Ich denke, dass die Menschen gerne Teil der Öffentlichkeit sind.

    Ähnlich dieser Seite, wo sie (als anonymisierte Person) also bereit sind freiwillig unabsichtlich den Ruhm und die Kritik einer Zeitung zu erweitern, vermute ich, dass Menschen sich gerne auch ohne politische oder kulturelle oder diskursive Inhalte in den Schatten der Öffentlichkeit stellen, zur Befriedung oder da es Spaß macht, wie das in facebook geschieht. Man sollten nicht den unabsichtlichen Mehrwert in der Vordergrund stellen, das wird den Teilnehmern nicht gerecht.

    Im Keller der Öffentlichkeit, eben hier, können doch auch Sie die kritische Seele für einen kurzen Moment baumeln lassen, ohne dass es einschneidende Folgen für uns hat, als wenn ich einen Artikel oder ein Buch schriebe. Die Zeitung profitiert durch eine hoffentliche Verbreiterung der Thematik, manchmal regt ein Kommentar einen Journalisten, sofern er die Muße dazu findet sie zu lesen, zu einem Artikel an. Und Sie gewinnen den Eindruck etwas gesagt zu haben. Ich gebe zu, dass ich es von Zeit zu Zeit gerne nutze. Nur ein durchschnittlicher Journalist oder Wissenschaftler würde diesem Prozess, trotz der Schwierigkeit eines nicht-moderierten Gesprächsverlaufs, aus Ermangelung eines Gesamtkonsens am Aller-Ende unterstellen: dies sei Käse und unterscheide sich vollkommen von der klassischen Medienwelt. Was ja hinreichend geschieht und schon geschehen ist, aber irgendwie zu nichts führt als der Verehrung des Alten. Besonders große Quarktaschen wie Kehlmann schreiben darüber gar ein Buch und erfreuen sich abgegriffener Identitätsdiskussionen, die schon wo anders, und recherchieren Sie mal nach Rezensionen seines Romans, als bieder kritisiert wurden.

    Nun müsste ich ein paar Projekte nennen, in denen Bürger-Partizipation zu wirklichen Resultaten geführt haben, oder wir müssten uns fragen, welche wirklichen Nutzen die Zuschaustellung der Person in facebook haben und hatten, ich denke auch an myspace, doch das lassen wir mal. An der Stelle blende ich mich viel lieber aus.

    Antwort auf "Web 2.0"
  5. mehr fällt einem dazu wirklich nicht mehr ein. Man kann doch nicht ernsthaft glauben, dass jemand eine solche Selbstdarstellungsplattform vollkommen gratis anbietet. Gratis für den Endnutzer schon - einfach um den Preis absolut zielgerichteter Werbung. Wer also seine persönlichen Daten im Netz veröffentlicht, der soll doch nicht weinen, wenn diese dann ausgenutzt werden.

  6. "Der Begriff "user-generated content" ist dabei ziemlich irreführend, weil die User (= Kunde) praktisch die Drecksarbeit für den Anbieter macht, indem er etwa "Erfahrungsberichte" oder "Bewertungen" schreibt. Und das auch noch unentgeltlich."

    Werden Sie bezahlt dafür, dass Sie hier Artikel kommentieren?

    Antwort auf "Web 2.0"
  7. "Wem gehört die E-Mail, die jemand schreibt? Ihm selbst oder demjenigen, mit dessen Technologie sie geschrieben und verbreitet werden konnte? Man mag diese Frage seltsam finden, schließlich gehört der Post auch nicht der geistige Inhalt der Briefe, die sie befördert."

    Aber gehört der Artikel, den Sie, Herr Biermann, schrieben, Ihnen oder dem Zeit-Verlag? Können Sie, sollten Sie einmal Die Zeit verlassen, dem Verlag untersagen, Ihre Artikel weiter zu verwenden, wieder zu veröffentlichen usw.? Es steht neben Ihrem Namen doch: "© ZEIT ONLINE".

    Eigentlich ist es eher die Regel, dass derjenige, der ein Werk auf seine Kosten verbreitet, sei es durch Druck, Rundfunk, oder Internet, und das geschäftliche Risiko trägt, auch die Verwertungsrechte einfordert. So gesehen ist die Idee von Facebook nicht sooo neu. Natürlich, Facebook bezahlt seine Autoren nicht mit Geld, aber das scheinte die Autoren bisher nicht zu stören. Schließlich kriege ich auch kein Geld dafür, dass ich diese Zeilen schreibe. Die Facebook-Autoren können als Gegenleistung die Plattform nutzen, und ich darf Die Zeit Online lesen. Ist das verwerflich?

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    Redaktion

    Sehr geehrter Anfänger,

    Sie haben völlig Recht, ich trete dem Verlag meine Urheberrechte ab (in einem Umfang, der schon lange und bisher vergeblich von vielen Journalisten beklagt und kritisert wird). Doch werde ich dafür mit einem Honorar entlohnt. Im Übrigen auch, wenn andere diese Texte weiterverwerten, direkt durch Abdruckhonorare und indirekt durch die VG Wort. Ich bin also nicht alle Rechte los.

    Und nein, ich finde es auch nicht verwerflich, dass der, der ein solches Portal betreibt, auf der Suche nach einer Refinanzierung ist. Verwerflich aber finde ich es, wenn den Nutzern JEDES Recht abhanden kommt. Es gibt keinen Versuch, "zu teilen" oder mögliche Gewinne auszuschütten - ich weiß, es wird gern damit argumentiert, der Gewinn sei ein noch besseres Portal... Das stimmt sicher auch. Trotzdem will ich nicht einsehen, dass man Nutzer völlig entrechten muss, um ihnen dieses Portal zur Verfügung zu stellen.

    By the way: Wenn der von Ihnen hier geschriebenen Kommentare von uns in den redaktionellen Teil übernommen wird, was bereits geschehen ist, dann werden Sie selbstverständlich dafür entlohnt. In gleicher Höhe wie ich.

    Beste Grüße
    Kai Biermann

    Redaktion

    Sehr geehrter Anfänger,

    Sie haben völlig Recht, ich trete dem Verlag meine Urheberrechte ab (in einem Umfang, der schon lange und bisher vergeblich von vielen Journalisten beklagt und kritisert wird). Doch werde ich dafür mit einem Honorar entlohnt. Im Übrigen auch, wenn andere diese Texte weiterverwerten, direkt durch Abdruckhonorare und indirekt durch die VG Wort. Ich bin also nicht alle Rechte los.

    Und nein, ich finde es auch nicht verwerflich, dass der, der ein solches Portal betreibt, auf der Suche nach einer Refinanzierung ist. Verwerflich aber finde ich es, wenn den Nutzern JEDES Recht abhanden kommt. Es gibt keinen Versuch, "zu teilen" oder mögliche Gewinne auszuschütten - ich weiß, es wird gern damit argumentiert, der Gewinn sei ein noch besseres Portal... Das stimmt sicher auch. Trotzdem will ich nicht einsehen, dass man Nutzer völlig entrechten muss, um ihnen dieses Portal zur Verfügung zu stellen.

    By the way: Wenn der von Ihnen hier geschriebenen Kommentare von uns in den redaktionellen Teil übernommen wird, was bereits geschehen ist, dann werden Sie selbstverständlich dafür entlohnt. In gleicher Höhe wie ich.

    Beste Grüße
    Kai Biermann

  8. Das Internet hat eine langeanhaltendes und großes Gedächtnis.

    Es ist geradezu kindisch naiv, sich offenherzig mit seinen persönlichen Daten und seinem echten Namen in solchen Plattformen zu präsentieren.

    Gerade in einem Medium, zu dem jeder Zugang hat und das jeder nutzt, wird sich mit Sicherheit auch die Person oder Personengruppe mit der kriminellen Energie finden, die offen zur Schau gestellte Ínformationen nutzen.

    Ein weiterer Aspekt ist die Tatsache, daß häufig nach der neuen Bekanntschaft gegoogelt wird. Insbesondere dann, wenn es ein neuer Arbeitgeber ist, der googelt, kann man seinem eigenen Image ziemlich Schäden zufügen.

    Dazu braucht es noch nicht einmal den Anbieter und dessen schräge AGB's.

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