Bankenkrise US-Rettungsplan setzt Europas Banken unter Druck
So schlecht, wie die Wall Street schimpft, ist der US-Plan zur Rettung der Finanzmärkte nicht. Doch für Europa könnte es teuer werden. Eine Analyse

© Mario Tama/Getty Images
Wie rettet man eine Bank?
An den Finanzmärkten muss man immer dann besonders vorsichtig sein, wenn sich alle zu einig sind. Das gilt auch bei der Beurteilung des Bankenrettungsplans der US-Regierung, den Finanzminister Timothy Geithner jüngst vorstellte.
Die Reaktion der Börsianer war einhellig: "Enttäuschend“, "nichtssagend“, "ohne klare Details“. Dies sei der schlechteste Start eines amerikanischen Finanzministers, der jemals verzeichnet worden sei.
Doch Gemach: Ein kleines Researchhaus stellt sich gegen die Herde – mit guten Argumenten. Die Sentimentanalysten von sentix lobten die große und umfangreiche Ursachenanalyse, die Geithner vorgelegt habe. Darin geht es um Banken, die ohne ausreichende Risikomodelle immer weiter Kredite vergeben haben; um Notenbanken und Aufsichtsbehörden, die das nicht unterbanden; um Regierungen, die nach dem Beginn der Krise zu zögerlich zu Werke gingen.
Und sentix lobt Leitlinien, welche Geithner für seine Politik aufstellte. Denn sie verpflichten die Banken (besonders jene der Wall Street) dazu, alles zu tun, was der Volkswirtschaft, den Immobilienbesitzern und den Konsumenten hilft, um aus der Krise zu kommen.
Gleichzeitig will die Regierung den amerikanischen Banken offensichtlich die toxischen Papiere aus ihren Immobilienkrediten abkaufen und in einen staatlich geförderten Hedgefonds einbringen, der privatem Kapital offen steht. Das wird zu weiteren Abschreibungen bei den Banken führen, denen die Regierung deshalb neues Kapital zur Verfügung stellen wird.
Der Plan erscheint gut, birgt allerdings große Gefahren für Europas Geldhäuser. Denn bislang gibt es keinen Markt und damit auch keine Marktpreise mehr für viele der strukturierten Produkte, die den Instituten der Welt so schwer zu schaffen machen.
- Datum 26.02.2009 - 08:36 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Ein EU-internes Dokument, dass einige wenige Beobachter in Brüssel einsehen durften, spricht von derzeit 18,1 Billionen Euro an faulen oder derzeit unverkäuflichen Wertpapieren und Vermögenswerten ("assets") bei westlichen Banken. 44 Prozent der Vermögenswerte europäischer Banken seien derzeit "faul".
Der britische Daily Telegraph durfte das Dokument einsehen und verfasste einen online Artikel, der jedoch kurz nach Veröffentlichung korrigiert wurde. Alle Zahlen wurden hierbei aus dem Artikel entfernt. Es darf gefragt werden, ob dies freiwillig geschah.
Allerdings hat man bei der Änderung eines übersehen: Im Browserfenster (oben) steht noch immer die ursprüngliche Überschrift des Artikels -"European banks may need 16.3 trillion (Pfund a.d.R.) bail-out, EC document warns" und auch der Dateiname verweist noch auf die alte Überschrift.
Hier der Artikel:
http://www.telegraph.co.u...
Ein Druck in Richtung Wahrheit aus einer Ecke, die nicht gerade für diese Art von Druck bekannt war, ist zu begrüssen. Zur Rechenschaft kann man keinen ziehen, da wir ja alle an des Kaisers neue Kleider geglaubt haben. Das ist ok. Der Kaiser scheint sich auch nackt noch als Kaiser zu fühlen. Das ist auch ok. Tout est bien dans le meileur des mondes. Nur, wie kommt man gerecht aus diesem Schlamassel heraus, das ist die Frage!
Was können Banken schon tun, um "die Volkswirtschaft, die Immobilienbesitzer und die Konsumenten aus der Krise zu führen"? - Wenig.
In der Krise ist nicht "die Wirtschaft", sondern die aus der Wirtschaft Ausgegrenzten, die Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger. Wenn ein Mittelständler jammert ist das Jammern auf hohem Niveau. Nicht die Banken können die Wirtschaft aus der Krise führen, jeder muss sich selbst aus seiner eigenen Lebenskrise führen. Das kann er nur, wenn er Arbeit hat, die seine Existenz sichert. Dann braucht er auch keine Banken. Seine Existenz sichert im Notfall keine Bank, sondern der Sozialstaat und die Solidarität der Gesellschaft.
Diese Möglichkeit wird derzeit vielerorts diskutiert, besonders in sozialistisch regierten Ländern wie Deutschland. Aus historischem Gesichtspunkt lässt sich hierzu nur feststellen, dass nationalisierte Banken in der Vergangenheit nirgends besonders erfolgreich waren, schon gar nicht in sozialistischen Ländern.
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