Wirtschaftskrise Ein Dorf, auf das Millionen schneien
Weissach in Baden-Württemberg hat die höchste Porschedichte Deutschlands und noch immer hohe Steuereinnahmen. Die Finanzkrise gilt hier nur als ein fernes Gespenst

© Rüdiger Bäßler
Luxusprobleme in der Dorfidylle: Während viele Gemeinden in Deutschland Not leiden, überlegt man in Weissach, wie man die hohen Gewerbesteuereinnahmen dank Porsche am besten anlegen kann
Die Suche nach Luxus fällt schwerer als erwartet. Am Ortseingang von Weissach, rund 20 Kilometer von Stuttgart entfernt, steht die neu erbaute Strudelbachhalle, ein postmodernes Gebäude mit mächtigen Säulen und geschliffener Sandsteinfassade. Im Zentrum des Dorfes jedoch, das von steilen Hängen eingerahmt wird, vertrügen manche Häuser einen frischen Anstrich. In Häuserlücken gedeihen Wildkräuter. Wenig deutet darauf hin, dass die 7500-Einwohner-Gemeinde dieses Jahr die höchste Pro-Kopf-Gewerbesteuereinnahme des Landes kassieren wird. Mit 55 Millionen Euro hatten die Gemeindehaushälter gerechnet – 155 Millionen sind es, zu aller Überraschung, geworden.
Weissach liegt im tiefsten schwäbischen Pietistenland, wo die Zurschaustellung privaten Besitzes wenig zählt und das Wort des Herrn viel. Nicht vorstellbar, dass die Dorfbewohner jemals auf den Gedanken kämen, ihre Straßen mit marmornen Zebrastreifen zu schmücken, wie sie sich Sindelfingen in den siebziger Jahren leistete, als Daimler noch Gewerbesteuern in Millionenhöhe zahlte und die Zukunft auf alle Zeit golden zu sein schien.
Zu der bescheidenen Grundhaltung passen allerdings die Porsche-Firmenfahrzeuge schlecht, die jeden Morgen durch die Ortsmitte kreuzen, bevor sie in die Porschestraße einbiegen, vorbei an der Ferdinand-Porsche-Schule, um mit lautem Turbopfeifen die steile Straße aus dem Tal heraus in Angriff zu nehmen.
Ziel der schneidigen Fahrer mit Hemd und Krawatte ist das Porsche-Entwicklungszentrum oberhalb von Weissach, zu dem die hauseigene Teststrecke des Sportwagenbauers gehört. Das Brüllen der Motoren und das Quietschen von Breitreifen verliert sich tagsüber nie über dem Strudelbachtal.
Doch kaum jemand beschwert sich. Denn dem Firmenareal verdankt Weissach seinen Reichtum. 4000 Ingenieure feilen ununterbrochen an den Modellen der Zukunft. Seit der viertürige Panamera in die Modellpalette aufgenommen wurde, platzt das Entwicklungszentrum aus den Nähten. Bald soll angebaut werden. Weitere Äcker sind bereits aufgekauft worden, alles wartet auf den Startschuss durch den Unternehmensvorstand. Einsam mahnt ein Schild: "Das ist unser Erholungsgebiet".
Hat ein Luxusproblem: Bürgermeisterin Ursula Kreutel
Ursula Kreutel, seit zweieinhalb Jahren parteilose Bürgermeisterin des Ortes, hat Porsche-Chef Wendelin Wiedeking aufmerksam zugehört, als er kürzlich von Verkaufsrückgängen und Sparmaßnahmen sprach. Was sie hörte, hat ihr die Freude über die Rekordsteuereinnahme zum Teil wieder genommen. "Wer weiß, wie es Porsche in zwei Jahren geht", sagt sie. Den Geldsegen, von dem außerdem ein großer Teil über die Kreisumlage wieder abgeführt werden muss, will sie deshalb zinsbringend anlegen. Niemand im Dorf hat etwas dagegen. Ein alter Weissacher sagt: "Ich finde es gut, dass man in guten Zeiten Geld beiseite legt."
- Datum 04.05.2009 - 11:12 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Mir ist es echt ein Rätsel warum Journalisten derlei Reportagen über besonders reiche oder besonders abgestürzte Regionen so sehr mögen. Man liest dies an dieser Stelle in schöner Regelmäßigkeit. Mein bayrisches Kaff wo ich schon mein ganzes Leben verbringe hat ebenfalls keine Schulden, hohe Steuereinnahmen und dafür eine große Stadtbücherei, Hallen und Schwimmbad, eine Stadthalle und manches mehr bei 20.000 Einwohnern. Da merkt man aber schnell dass es darauf im Leben nicht ankommt. Dass es bei uns keine Straßen mit Schlaglöchern gibt bringt mir auch nichts wenn auf den Straßen dafür nichts los ist. Ich find Berlin toll, gerade weil es nicht saturiert sondern, aus meiner Perspektive, fast wie ein Slum ausschaut. Das pralle, verrückte, obskurse Leben tobt dort.
Ich zumindest verstehe die latente Sehnsucht der meisten Deutschen nach spießbürgerlicher Sicherheit (Arbeitsplatz auf Lebenszeit, eigenes Haus) nicht. Ich will NICHT wissen was ich in 5 Jahren tun werde, und will es auch nicht planen. Unsere Gesellschaft und unsere Politik dreht sich inzwischen ausschließlich um alles Materielle, es ist zum kotzen.
entweder haben Sie keine Verpflichtungen oder es ist Ihnen egal, ob sie Ihren Kindern eine bestmögliche Ausbildung gönnen können. Wenn sie jetzt nicht studieren können, dann studieren sie eben in 5 oder 10 Jahren. Ist ja völlig wurscht.
Oder sie haben ein Luxusproblem wie Ihre Gemeinde, und es reicht mit Sicherheit auch mal 5 bis 10 Jahre ohne nennenswertes Einkommen.
entweder haben Sie keine Verpflichtungen oder es ist Ihnen egal, ob sie Ihren Kindern eine bestmögliche Ausbildung gönnen können. Wenn sie jetzt nicht studieren können, dann studieren sie eben in 5 oder 10 Jahren. Ist ja völlig wurscht.
Oder sie haben ein Luxusproblem wie Ihre Gemeinde, und es reicht mit Sicherheit auch mal 5 bis 10 Jahre ohne nennenswertes Einkommen.
entweder haben Sie keine Verpflichtungen oder es ist Ihnen egal, ob sie Ihren Kindern eine bestmögliche Ausbildung gönnen können. Wenn sie jetzt nicht studieren können, dann studieren sie eben in 5 oder 10 Jahren. Ist ja völlig wurscht.
Oder sie haben ein Luxusproblem wie Ihre Gemeinde, und es reicht mit Sicherheit auch mal 5 bis 10 Jahre ohne nennenswertes Einkommen.
schicken sie ihre (wohl noch nicht vorhandenen) Kinder mal auf eine öffentliche Schule in diesem "Slum"....
Sein sie mir nicht böse, aber sie sind vermutlich ein Student der ein paar Jahre "Abenteuerurlaub" in Berlin macht und sich deswegen besonders weltoffen vorkommt.
Meiner Erfahrung nach leben solche Leute, gewöhnlich eh nur in ihrer studentischen Gesellschaft...von der Großstadt und ihren schrecklichen Seiten kriegt man da nicht viel mit.
Ich bin in der Stadt geboren und wohn ganz gerne dort, vl. würde ich dort auch Kinder großziehen. Gerade um ihnen zu lernen, dass das leben nicht nur einfach ist.
Aber das Ziel ist natürlich das Leben irgendwo am Land. Weil nur das den Menschen auf Dauer glücklich machen kann...
Zivilisation ist ein urbaner Prozess. Haben die Ziegenhirten am Euphrat eine Schrift erfunden, oder waren das die Pöhsen Städter in Babylon? Die Hure Babylon,sagte man, denn die Stadt macht dem Provinzler sei je her Angst.
Auf dem Land leben Landwirte, und die völlig zu recht. Alle anderen leben dort, weil sie - warum auch immer - Stadt nicht können.
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In diesem Wahljahr werde ich mich für keine Partei
aussprechen und zu keinem Parteiprogramm. Aber ich
werde nicht aufhören, zu sagen, dass diese Krise eine
ideologische Heimat hat: die FDP.…
______
und das Problem mit der Revolution, die ihre Kinder zu fressen pflegt, ist das Problem der Weissacher insgesamt.
Dass diese Gemeinde finanziell so gut dasteht, sei ihr von Herzen gegönnt.
Was das Problem ausmacht ist etwas ganz anderes.
Es sind die verlorenen Kinder in den Straßen von Berlin. Von Berlin und allen anderen Städten unseres Landes.
Ein Land, in dem es keine Würde mehr für die von sich mit geschorenen Kahlköpfen zierenden Exzellenzelitaristen, wie man die neuen deutschen (...) in den von Fremdkapital beherrschsten Unternehmen nennt, drangsalierten Erwerbstätigen.
Keine Wahrnehmung und keine Würde mehr für die vielen Kinder in den sogenannten bildungsfernen Schichten. Kindern, die sozialisiert werden von der Selbstverachtung, die ihre meist Arbeit suchenden Eltern so sehr verinnerlicht haben, dass sie dadurch depressiv und paralysiert sind.
Es ist einige Jahre her, aber es erinnert auf äußerst erschreckende Weise an die Zeilen, in denen von der Reise durch die Luft gesprochen wird; an die Zeit, in der "jeder das seine" bekam, in der "Arbeit frei machte".
Eine Gesellschaft, die sich schon wieder in den Personen ihrer "Führungskräfte" pathologischen Allmachtsfantasien und dem typisch deutschen Herrenmenschendenken und -fühlen hingibt.
Eine Gesellschaft, der inzwischen jeglicher Zusammenhalt abhanden gekommen ist. Eine Gesellschaft, die langsam in immer kleiner Gruppen und Grüppchen aufgespalten wird, damit der Einzelne leichter zu manipulieren, zu drangsalieren, zu erpressen und wirtschaftlich auszuschlachten ist.
Die Neue Soziale Marktwirtschaft in Reinkultur. Konstruiert von den "neuen staatsfeinden", die in der Person von Schröder, Henkel, Westerwelle und Co. diese neue deutsche Gesellschaft geformt haben, in der wir bald wieder die Exzesse von Pogromen gegen soziale Unterschichten und Unterprivilegierte erleben werden.
Deutschland, ist das Land, in dem der Tod ein Meister ist.
Das schrieb Paul Cellan nach dem Untergang der letzten deutschen Herrenmenschengesellschaft.
Wir sollten darauf achten, dass wir nicht dabei mithelfen, diese sich entwickelnde neue Herrenmenschengesellschaft zu befördern und zu tolerieren, die sich da unter der Herrschaft der Porsche-, BMW X5-, Audi Q7-, Phaeton-, und, und, und Fahrer in unserem Land zu etablieren bemüht.
(...oben entfernt. Bitte verzichten Sie auf NS-Vokabular und -Vergleiche. Die Redaktion/jk)
Dieses neue Herrenmenschensystem wird an Niedertracht, Menchenfeindlichkeit und Erbarmungslosigkeit das Naziregime und die russische Terrordiktatur Stalins in den Schatten stellen, denn in diesem System wird der Mensch nicht einmal mehr als Begriff vorkommen.
Und schon gar nicht die ganze Masse der für das Gewinnschöpfungssystem nicht mehr erforderlichen Unterschichtenmitglieder. Gesucht wird für das Problem der zu hohen Kosten des Hartz-Systems bereits heute nach einer Endlösung.
All dies ist das Problem der Weissacher, so wie es Ihre Problem ist und das meinige.
Menschenverstand zu solchen grotesken Aussagen versteigen kann, ist mir langsam nicht mehr anders erklärlich als durch ein gerüttelt' Maß an morbider Phantasie.
Der BMW- und Audi-Fahrer also ein Prätendent der Wiederkehr des himmelschreiendsten Menschheitsverbrechens? Sie sollten sich schämen.
Bei so einem Fall von Stuss hilft eigentlich nur eines: Gehirn absaugen.
[Anmerkung: Bitte diskutieren Sie sachlich und vermeiden Sie Provokationen. Danke. Die Redaktion/ew]
Menschenverstand zu solchen grotesken Aussagen versteigen kann, ist mir langsam nicht mehr anders erklärlich als durch ein gerüttelt' Maß an morbider Phantasie.
Der BMW- und Audi-Fahrer also ein Prätendent der Wiederkehr des himmelschreiendsten Menschheitsverbrechens? Sie sollten sich schämen.
Bei so einem Fall von Stuss hilft eigentlich nur eines: Gehirn absaugen.
[Anmerkung: Bitte diskutieren Sie sachlich und vermeiden Sie Provokationen. Danke. Die Redaktion/ew]
Menschenverstand zu solchen grotesken Aussagen versteigen kann, ist mir langsam nicht mehr anders erklärlich als durch ein gerüttelt' Maß an morbider Phantasie.
Der BMW- und Audi-Fahrer also ein Prätendent der Wiederkehr des himmelschreiendsten Menschheitsverbrechens? Sie sollten sich schämen.
oder was soll uns dieser Artikel jetzt sagen? Plauen im Vogtland galt irgendwann als die Stadt mit der höchsten Millionärsdichte in Deutschland (Spitze!). Und heute? Wie viele Städte und Kaffs haben den Auf- und Abstieg im Gleichschritt mit den Wandlungen der Bedürfnisse von Wirtschaft und Menschen schon vollzogen? Kohle, Stahl, Textil, Optik, IT oder Chemie - jegliches hat seine Zeit und seinen Ort ... und seine Porsche-Fahrer.
Und morgen ....?
Bei so einem Fall von Stuss hilft eigentlich nur eines: Gehirn absaugen.
[Anmerkung: Bitte diskutieren Sie sachlich und vermeiden Sie Provokationen. Danke. Die Redaktion/ew]
Intelligenzsteigerung durch Absaugen des Gehirns?
Hmm... Würde vieles erklären...
Intelligenzsteigerung durch Absaugen des Gehirns?
Hmm... Würde vieles erklären...
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