Europawahl Die "Freien Wähler" treten an

Der Bundesvorsitzende der Vereinigung, Armin Grein, möchte die ehemalige CSU-Rebellin Gabriele Pauli als Spitzenkandidatin gewinnen. Sie hat sich noch nicht entschieden

Fast alle der 42 Delegierten hätten sich dafür ausgesprochen, bei der Europawahl anzutreten, sagte der Freie-Wähler-Bundesvorsitzende Armin Grein nach der Abstimmung bei der Bundesdelegiertentagung am Samstag in Frankfurt. Eine Gegenstimme habe es von einem Delegierten aus Baden- Württemberg
gegeben.

Der Mann war nach Frankfurt gekommen war, obwohl sein Landesverband aus Protest gegen die geplante Teilnahme an der Europawahl aus dem Bundesverband ausgetreten war. Delegierte aus Sachsen, wo sich der Landesverband ebenfalls gegen eine Kandidatur ausgesprochen hatte, waren erwartungsgemäß nicht zur Tagung gekommen.

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Als potenzielle Spitzenkandidatin wird weiterhin die ehemalige CSU-Rebellin Gabriele Pauli gehandelt. "Ich habe mich noch nicht entschieden", sagte sie am Samstag. Ihre Entscheidung hänge unter anderem von der Wahlkampforganisation ab. Der 69-jährige Grein sprach sich für die bayerische Landtagsabgeordnete als Spitzenkandidatin aus. Er selbst werde sich für den zweiten Platz zur Verfügung stellen.

Die Liste zur Europawahl muss bis Ende März eingereicht werden. Auf dem Bundesverbandstag der Freien Wähler (FW) am 28. Februar in Gießen soll sie aufgestellt werden. "Es ist nicht auszuschließen, dass auch Mitglieder aus Baden-Württemberg kandidieren werden", meinte der Landesgeschäftsführer der FW in Baden-Württemberg, Georg Hiller.

Grein rechnet bei der Europawahl mit einem Ergebnis zwischen fünf und zehn Prozent, damit würden die FW den Sprung ins Parlament schaffen. Ob die Partei sich auch zur Bundestagswahl stellt, hänge vom Abschneiden bei der Europawahl ab. Die FW haben nach eigenen Angaben bundesweit 280.000 Mitglieder, sie sind vor allem in Süddeutschland stark. Bei der Landtagswahl in Bayern holten sie 10,2 Prozent der Stimmen und sind drittstärkste Kraft im Münchner Landtag.

Grein sprach sich für mehr Entscheidungsspielraum der Kommunen in der Europäischen Union aus. Der ehemalige BDI-Chef Hans-Olaf Henkel, der die FW berät, forderte mehr Dezentralität. "Die Freiheit ist zugunsten der Gleichheit unter die Räder gekommen", meinte er. Das politische System müsse geändert werden, so sollten etwa Bundespräsident und Ministerpräsidenten direkt vom Volk gewählt werden.

 
Leser-Kommentare
  1. DIE FREIEN WÄHLER TRETEN AN

    Zweiundvierzig Delegierte haben sich eingefunden um die Teilnahme der FW an der Europawahl zu beschließen. Ist dieser Schritt mutig? Oder ist es Größenwahn? Handelt es sich um eine klare, realistische Einschätzung der politischen Verankerung im Land oder um eine blinde Überschätzung der eigenen Bedeutung.
    Da freue ich mich doch übere viele Gedanken und Kommentare zu diesem Thema. Endlich rührt sich was. Die Etablierten Parteien müssen sich Gedanken machen. Sind jetzt die bundesweit notwendigen 5 % für die CSU für den Einzug Frau Hohlmeiers und anderer in das Europaparlament in Gefahr?

    [entfernt. Bitte nutzen Sie dieses Formun nicht für Ihre Wahlwerbung. Danke. Die Redaktion/ew]

  2. Seit Fr. Pauli für die Ehe auf Zeit plädierte, ist sie nicht mehr wählbar.
    Das wirklich große Verdienst von Fr. Pauli war eine innerparteiliche Demokratisierung der CSU. Da war sie absolut top und zu bewundern.
    Danach ging es mit ihr bergab (Model-Bilder, 7-Jahres-Ehe, CSU-Vorsitz-Kandidatur). Sie hatte sie die Bodenhaftung verloren.
    Es ist die Frage, ob sich die Freien Wähler etwas gutes tun, diese Frau zur Spitzenkandidatin zu machen. Der Bekanntheitsgrad ist nicht alles. Manche haben auch eine negative Bekanntheit.

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