Fussball-Presseschau Frings‘ beste Zeit ist vorüber
Bei der Länderspiel-Niederlage gegen Norwegen gab es viele Verlierer. Besonders mit dem Rückkehrer Torsten Frings ging die Fachpresse hart ins Gericht
Stefan Osterhaus (Neue Zürcher Zeitung) fühlt sich beim 0:1 gegen Norwegen zurückversetzt in die triste Erich-Ribbeck-Ära: "Der unansehnliche Auftritt gegen eine Mannschaft, die im Jahr 2008 nicht ein einziges Spiel hatte gewinnen können, gemahnte an düstere Zeiten um den Jahrtausendwechsel – und verdiente sich das Prädikat des schlechtesten Spiels unter der Regie von Löw."
Andreas Lesch (Berliner Zeitung) schlägt die Hände vors Gesicht: "Der Auftritt ist ein Gegenentwurf zu jener Leistung, die Löw sich wünscht. Seine Spieler haben furchterregende Fehlpässe, eine irritierende Ideenarmut und eine zeitlupenartige Zweikampfführung gemischt, herausgekommen ist ein astreiner Stimmungstöter."
Die Süddeutsche Zeitung beklagt eine "Beleidigung für das Publikum". Nach Meinung von Autor Philipp Selldorf neigt die Nationalmannschaft inzwischen gelegentlich dazu, sich zu überschätzen: "Wenn sie eingehend eingeschworen wird wie im Oktober vor dem Spitzenspiel gegen Russland, dann ist sie zu ihrer besten Leistung bereit und imstande. Ohne dieses Gefühl der stärksten Spannung bringt sie die nötige Leidenschaft nicht auf."
Zum "ganz großen Verlierer" (FAZ) stempeln die Experten Torsten Frings, der seinem laut formulierten Anspruch, ein Führungsspieler zu sein, nicht gerecht wurde. "Frings schaffte es nicht, seine Rolle neben Ballack auch nur annähernd überzeugend auszufüllen", kritisiert die Frankfurter Rundschau sachlich. Die FAZ urteilt endgültiger: "Seine beste Zeit ist vorüber."
Auch Sven Goldmann (Tagesspiegel) lässt kein gutes Haar an Frings: "Sein Spiel hatte fast schon tragische Züge. Er hatte schon Schwierigkeiten bei der Ball-Kontrolle, leiste sich ein umständliches und fehlerhaftes Passspiel und bremste dadurch immer wieder den Spielaufbau der Deutschen aus seinem Zentrum heraus. Frings war die Vorhersehbarkeit in Person."
Anfang Februar präsentierte 1860 München einen Investor, eine Woche später macht der Klub die Einigung rückgängig. Die DFL, einige Bundesligavertreter und die Presse hatten Bedenken geäußert. Christian Zaschke (SZ) kommentiert das (vorläufige) Scheitern: "Vergangene Woche regte sich Unmut unter den Klubs – erstens, weil der Investor sehr offensichtlich Einfluss nahm, zweitens, weil er Gewinn erwirtschaften wollte. Und drittens, weil die Sache so dilettantisch gestaltet war, wie es nur der TSV 1860 vermag. Wie deutsche Profiklubs mit Investoren zusammenarbeiten können und wie viel Einfluss sich damit verbindet, muss genauer geregelt werden. Der TSV 1860 ist Lehrbeispiel dafür, wie man es auf keinen Fall machen soll."
- Datum 10.08.2009 - 10:18 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Thorsten Frings war noch nie jemand der konstant mit aussergewöhnlichen Leistungen überzeugt hat. Thorsten Frings hat bei der WM2006 eine Lauf gehabt. Das Problem ist, daß er ständig daran gemessen wird. Es gibt nur sehr wenige Spieler die konstant über einen längeren Zeitraum auf hohem Niveau spielen können. Einer davon ist Michael Ballack, wenn fit ist. Aber Thorsten Frings gehört nicht dazu.
Das Deutschlands Journalisten wie immer voreilig nach einem 60 minütigen Auftritt eine Kariere beenden wollen, ist wieder typisch.
Liebe Redakteure, die Zeit von Thorsten Frings ist vorbei, sobald ein besserer da ist. Nicht eher! Und den sehe ich im Moment noch nicht. Die Alternativen haben zwar zeitweise ansprechende Leistungen gezeigt, aber eben auch genau so viele schwächere Auftritte!
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