Sanierung GM bittet um deutsche Steuergelder

Scheidung auf Raten: Das Opel-Management will sich von General Motors trennen, doch der US-Mutterkonzern hält an der Liaison fest - und verlangt Geld von der Regierung

Die Opel-Muttergesellschaft General Motors (GM) sucht die Unterstützung der deutschen Regierung. Der Konzern prüfe derzeit die Möglichkeiten, von Deutschland finanzielle Hilfen zu erhalten, sagte GM-Chef Rick Wagoner dem Fernsehsender CNBC. Bislang gebe es aber noch keine verbindlichen Zusagen. "Wir sind mittendrin, mit verschiedenen Seiten zu sprechen", so Wagoner. Man höre sich alle Optionen an.

Zuvor hatten der Präsident von GM Europa (GME), Carl-Peter Forster, Opel-Chef Hans Demant und der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz eine gemeinsame Erklärung abgegeben und darin Beteiligungen und Allianzen mit einem Investor nicht mehr ausgeschlossen: "Wenn es für den nachhaltigen Erfolg von GME und Opel Sinn macht, ist das Management auch bereit, über Partnerschaften und Beteiligungen mit Dritten zu verhandeln". Aus Unternehmenskreisen hieß es, dass sowohl Beteiligungen von Bund und Ländern über einen gewissen Zeitraum denkbar seien als auch fremdes Kapital anderer Hersteller.

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Innerhalb der Belegschaft wurden diese Pläne positiv aufgenommen. Befragte Bochumer Opel-Mitarbeiter sagten, sie hielten eine Landesbeteiligung wie die von Niedersachsen an VW für sinnvoll. Aber auch ein Autobauer käme für die Beschäftigten als Partner in Frage, beispielsweise BMW. Der bayerische Autokonzern könne durch eine solche Kooperation seine Modellpalette durch kleinere Wagen ergänzen. "Aber auch in einem solchen Fall müsse mit Einschnitten gerechnet werden", sagte ein Arbeiter des Bochumer Presswerkes.

Am Dienstag hatte Konzernchef Wagoner der US-Regierung sein Sanierungskonzept für den angeschlagenen Detroiter Autobauer vorgelegt. Das Konzept beinhaltet den Abbau von weltweit 47.000 Arbeitsplätzen - das wäre etwa jeder fünfte Arbeitsplatz bei weltweit 245.000 Beschäftigten. Außerhalb des Heimatmarkts sollen 26.000 Jobs wegfallen.

Damit müssen auch die etwa 25.000 deutschen Opel-Werker weiterhin um ihre Jobs bangen. Wagoner hatte die Zukunft der vier Standorte des Autoherstellers in Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern aber offengelassen. Er sagte nur, die Szenarien zur Rettung des Mutterkonzerns enthielten sehr wohl auch die Schließung oder den Verkauf von Werken in Europa, "an kostenintensiven Standorten". GM teilte mit, dass man dazu bereits mit den europäischen Arbeitnehmervertretern in Kontakt stehe. Zuvor hatten Medien berichtet, dass GM erwäge, die Fabrik in Bochum und den belgischen Standort Antwerpen zu schließen und das Werk Eisenach zu verkaufen.

Der Konzern hat nun um weitere knapp 17 Milliarden Dollar Staatshilfe gebeten, nachdem es im vergangenen Dezember bereits 13 Milliarden Dollar staatlicher Zuschüsse erhalten hatte. Für Opel in Deutschland hat GME-Chef Forster außerdem eine Bürgschaft über knapp zwei Milliarden Euro für 2009 und 2010 beantragt.

 
Leser-Kommentare
  1. Man könnte es so machen: Der Staat Bundesrepublik Deutschland kauft GM den Opel und Ford den Volvo ab. Dann haben wir eine Marke für Volks-Volumenmodelle und eine Premium-Marke für oben (und die würde von der Opel-Umwelttechnik sicher profitieren.

    Die deutschen Werke wären ausgelastet (z. B. Volvo wird in Eisenach produziert), und der Gesamtkonzern wird zu 2/3 wieder verkauft, wenn ein Ende der Krise sichtbar ist. Zu 1/3 bleibt das Ding in Staatsbesitz (ähnlich wie VW).

    Großer Vorteil dabei: das ganze kommt den deutschen Steuerzahler viel, viel günstiger, als das Ruhrgebiet, Eisenach und Rüsselsheim in ALG und dann Hartz IV zu schicken.

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    Lustige Idee, aber daraus wird nix. Die beiden Marken passen in etwa so gut zusammen wie Sauerkraut und Himbeermarmelade. Oder war etwa Saab gemeint, die auch zu GM gehören? Trotzdem gehen beide Firmen den deutschen Steuerzahler nichts an. Im äußersten Notfall müssen die Schweden ran.

    Lustige Idee, aber daraus wird nix. Die beiden Marken passen in etwa so gut zusammen wie Sauerkraut und Himbeermarmelade. Oder war etwa Saab gemeint, die auch zu GM gehören? Trotzdem gehen beide Firmen den deutschen Steuerzahler nichts an. Im äußersten Notfall müssen die Schweden ran.

  2. Lustige Idee, aber daraus wird nix. Die beiden Marken passen in etwa so gut zusammen wie Sauerkraut und Himbeermarmelade. Oder war etwa Saab gemeint, die auch zu GM gehören? Trotzdem gehen beide Firmen den deutschen Steuerzahler nichts an. Im äußersten Notfall müssen die Schweden ran.

    Antwort auf "Opel und Volvo kaufen"
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    Genau. Immer die Schere im Kopf, anstatt in dieser ungewöhnlichen Zeit auch ungewöhnliche Optionen zu prüfen. Nochmal: wenn das "den deutschen Steuerzahler" wirklich nichts angeht: wer zahlt dann hier ALG und HartzIV? Wagoner?

    Genau. Immer die Schere im Kopf, anstatt in dieser ungewöhnlichen Zeit auch ungewöhnliche Optionen zu prüfen. Nochmal: wenn das "den deutschen Steuerzahler" wirklich nichts angeht: wer zahlt dann hier ALG und HartzIV? Wagoner?

  3. Genau. Immer die Schere im Kopf, anstatt in dieser ungewöhnlichen Zeit auch ungewöhnliche Optionen zu prüfen. Nochmal: wenn das "den deutschen Steuerzahler" wirklich nichts angeht: wer zahlt dann hier ALG und HartzIV? Wagoner?

  4. Opel kann am Markt nicht existieren, das zeigen die aktuellen Zahlen. Die deutsche Automobilindistrie hat sich jahrzehntelang über die Erfordernisse des Marktes gestellt. Jetzt wird gejammert, aber es ist zu spät. Abgesehen von den viel zu hohen Löhnen für Anlernkräfte rächt sich am Markt die verfehlte Modellpolitik.
    Kleinere Betriebe wären schon lange liquidiert worden.
    Glaubt denn wirklich irgendwer, das die Amerikaner jetzt die Patente freigeben und wir in Opel und Rüsselsheim weitermachen können, als wäre nichts passiert?

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    Bitteschön welche "Markterfordernisse" wurden denn hier in Deutschland nicht gesehen? Der Erfolg von Daimler, Porsche und VW alles reiner Zufall? WIR, die Kunden, wollten keine Elektroautos sondern dickefette SUVs und Dreckschleudern fahren. Opel hat viel falsch gemacht, das ist richtig, vor allem sich den Marktanforderungen von ZEIT-Lesern nicht angepasst.

    Und dann sprechen sie von "viel zu hohen Löhnen" für Anlernkräfte. Meinen Sie die Leiharbeiter oder die 4000-EUR-Jobber von VW, die selbst noch Zweitjobs haben, um über die Runden zu kommen.

    Die deutsche Automobilindistrie hat sich jahrzehntelang über die Erfordernisse des Marktes gestellt.

    Das halte ich in dieser Form für falsch, denn: stehen die anderen, international agierenden Autobauer wirklich so viel besser da als die deutschen Autobauer?

    Bitteschön welche "Markterfordernisse" wurden denn hier in Deutschland nicht gesehen? Der Erfolg von Daimler, Porsche und VW alles reiner Zufall? WIR, die Kunden, wollten keine Elektroautos sondern dickefette SUVs und Dreckschleudern fahren. Opel hat viel falsch gemacht, das ist richtig, vor allem sich den Marktanforderungen von ZEIT-Lesern nicht angepasst.

    Und dann sprechen sie von "viel zu hohen Löhnen" für Anlernkräfte. Meinen Sie die Leiharbeiter oder die 4000-EUR-Jobber von VW, die selbst noch Zweitjobs haben, um über die Runden zu kommen.

    Die deutsche Automobilindistrie hat sich jahrzehntelang über die Erfordernisse des Marktes gestellt.

    Das halte ich in dieser Form für falsch, denn: stehen die anderen, international agierenden Autobauer wirklich so viel besser da als die deutschen Autobauer?

  5. ist im Grunde ein Dinosaurier, für den es nun an der Zeit ist, endlich abzutreten. Riesige, horizontal integrierte Konglomerate (deren größtes eben GM ist) sind eine betriebliche Organisationsform, die sich offenkundig überlebt hat - genau deshalb scheitert sie ja auch auf dem Markt, und genau deshalb ist es so verkehrt, den im Grunde schon gestorbenen Patienten nun auf die Intensivstation zu verweisen und ihn mit Staatsgeld beatmen zu lassen in der vagen Hoffnung, das werde sich schon wieder legen.

    Es wird sich nicht wieder legen. Einen Jack Welch, den General Electric hatte, gab es eben bei GM nie - statt also immerfort Geld ins Grab hinterherzuwerfen, sollte man den Riesen zerlegen und sehen, ob die Einzelteile allein zurechtkommen.

  6. Bitteschön welche "Markterfordernisse" wurden denn hier in Deutschland nicht gesehen? Der Erfolg von Daimler, Porsche und VW alles reiner Zufall? WIR, die Kunden, wollten keine Elektroautos sondern dickefette SUVs und Dreckschleudern fahren. Opel hat viel falsch gemacht, das ist richtig, vor allem sich den Marktanforderungen von ZEIT-Lesern nicht angepasst.

    Und dann sprechen sie von "viel zu hohen Löhnen" für Anlernkräfte. Meinen Sie die Leiharbeiter oder die 4000-EUR-Jobber von VW, die selbst noch Zweitjobs haben, um über die Runden zu kommen.

    Antwort auf "Langsam ist es gut"
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    • wll
    • 18.02.2009 um 14:19 Uhr

    "Bitteschön welche "Markterfordernisse" wurden denn hier in Deutschland nicht gesehen? Der Erfolg von Daimler, Porsche und VW alles reiner Zufall? WIR, die Kunden, wollten keine Elektroautos sondern dickefette SUVs und Dreckschleudern fahren."

    Ja und genau deshalb schwächeln die "Premiumhersteller" zurzeit auch so stark. Weil wegen der Benzinpreisexplosion der letzten Jahre jetzt spritsparende Modelle en vogue sind. In den USA ist der Zusammenbruch der Verkaufszahlen vor allem diesem Faktor geschuldet - das Ganze hat dort ja schon vor der Krise begonnen. Opel wird ja nicht nur von den eigenen Problemen, z. B. der jahrelangen Phase mit hohen Verlusten und dem schwachen Heimatmarkt, geplagt, sondern leidet auch unter der Schwäche der US-Mutter General Motors.

    Die Deutschen fahren übrigens vor allem Klein- und Kompaktfahrzeuge (etwa 45% der PKW fallen in diese Kategorie). Die von Ihnen angesprochenen "dicken Schlitten" fährt nur eine Minderheit privat. Die meisten Fahrzeuge dieser Klasse sind Firmenfahrzeuge oder Geschäftswagen von Freiberuflern. Der Preisverfall dieser meist geleasten Fahrzeuge macht den "Premiumherstellern" zurzeit zusätzlich schwer zu schaffen, da es Ihnen nicht mehr gelingt den kalkulierten restwert am Gebrauchtwagenmarkt zu erwirtschaften bzw. teilweise den Bestand überhaupt noch zu vermarkten. Zudem streichen gerade viele Firmen die Firmenwägen. Dieses Geschäftsmodell gerät also zunehmend in eine Sackgasse.

    "Opel hat viel falsch gemacht, das ist richtig, vor allem sich den Marktanforderungen von ZEIT-Lesern nicht angepasst."

    Opel hat schon lange vor der Krise hohe Verluste eingefahren, massgeblich auch durch Überkapazitäten, da die avisierten Verkaufszahlen weit verfehlt wurden. Dazu kamen in den 1990ern noch massive Qualitätsprobleme, die viele Kunden vergrault haben. Auch die Technik war lange nicht gerade up to date.

    "Meinen Sie die Leiharbeiter oder die 4000-EUR-Jobber von VW, die selbst noch Zweitjobs haben, um über die Runden zu kommen."

    Was muss man eigentlich mit seinem Gehalt machen, um mit 4.000,- Euro brutto nicht über die Runden zu kommen? Selbst mit K'steuerabzug und Steuerklasse I sind das 2.200 Euro netto mtl. Wissen Sie eigentlich, wie viele Leute mit der Hälfte davon oder weniger über die Runden kommen (müssen)?

    Hallo, habe das gerade aus 2004 gefunden:
    Zitat:
    Damit könnten den westdeutschen Opelanern ihre Verträge aus besseren Zeiten zum Verhängnis werden - ihr Verdienst liegt 20 Prozent über dem IG-Metall-Tarif. So verdient ein Montage-Arbeiter in Bochum 2000 Euro netto im Monat und bekommt 4200 Euro im Jahr als Weihnachts- und Urlaubsgeld. Er arbeitet dafür 35 Stunden in der Woche.

    Und hier mein Lieblingsbeispiel:
    Man nehme aus irgendeinem Krankenhaus alle Schwestern und lerne sie bei Opel an und mache das auch mit den Arbeitern von Opel im Krankenhaus.
    Obwohl die Schwestern vieeel weniger verdienen, würde ich jede Wette halten, dass sie eher die Tätigkeit des Opelarbeiters ausfüllen könnten als umgekehrt der OPELANER im Krankenhaus.
    Das zum Thema Lohngerechtigkeit und Qualitätsarbeit.
    Am Band sind es überwiegend Anlernjobs, das kann jeder, warum also diese Löhne für einen Hilfsarbeiterjob?

    "4000-EUR-Jobber von VW, die selbst noch Zweitjobs haben" (plus 40 Tage Urlaub nebst Urlaubsgeld)
    Also wenn das im Auge von @mlichtenberg kein hoher Lohn für einen Autozusammenschrauber ist, möchte ich mal wissen, wo für ihn denn dann (viel zu) hohe Löhne anfangen.

    P.S: Soll nix gegen de Kolleschen Autozusammenschrauber sein. War selber mal einer und habe da in den Semesterferien "sauig viel" geld verdient (daaaamals).

    Ich weiß nicht einmal was SUV bedeutet .... aber wenn es um Umweltverschmutzung geht ....

    Ich habe vor längerer Zeit einen Artikel "Umweltzone Frankfurt" eingestellt. Frankfurt fördert aktiv Umweltbelastung. Aber es hat sich für dieses Thema kaum jemand interessiert. Ist schon beachtenswert.

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

    • wll
    • 18.02.2009 um 14:19 Uhr

    "Bitteschön welche "Markterfordernisse" wurden denn hier in Deutschland nicht gesehen? Der Erfolg von Daimler, Porsche und VW alles reiner Zufall? WIR, die Kunden, wollten keine Elektroautos sondern dickefette SUVs und Dreckschleudern fahren."

    Ja und genau deshalb schwächeln die "Premiumhersteller" zurzeit auch so stark. Weil wegen der Benzinpreisexplosion der letzten Jahre jetzt spritsparende Modelle en vogue sind. In den USA ist der Zusammenbruch der Verkaufszahlen vor allem diesem Faktor geschuldet - das Ganze hat dort ja schon vor der Krise begonnen. Opel wird ja nicht nur von den eigenen Problemen, z. B. der jahrelangen Phase mit hohen Verlusten und dem schwachen Heimatmarkt, geplagt, sondern leidet auch unter der Schwäche der US-Mutter General Motors.

    Die Deutschen fahren übrigens vor allem Klein- und Kompaktfahrzeuge (etwa 45% der PKW fallen in diese Kategorie). Die von Ihnen angesprochenen "dicken Schlitten" fährt nur eine Minderheit privat. Die meisten Fahrzeuge dieser Klasse sind Firmenfahrzeuge oder Geschäftswagen von Freiberuflern. Der Preisverfall dieser meist geleasten Fahrzeuge macht den "Premiumherstellern" zurzeit zusätzlich schwer zu schaffen, da es Ihnen nicht mehr gelingt den kalkulierten restwert am Gebrauchtwagenmarkt zu erwirtschaften bzw. teilweise den Bestand überhaupt noch zu vermarkten. Zudem streichen gerade viele Firmen die Firmenwägen. Dieses Geschäftsmodell gerät also zunehmend in eine Sackgasse.

    "Opel hat viel falsch gemacht, das ist richtig, vor allem sich den Marktanforderungen von ZEIT-Lesern nicht angepasst."

    Opel hat schon lange vor der Krise hohe Verluste eingefahren, massgeblich auch durch Überkapazitäten, da die avisierten Verkaufszahlen weit verfehlt wurden. Dazu kamen in den 1990ern noch massive Qualitätsprobleme, die viele Kunden vergrault haben. Auch die Technik war lange nicht gerade up to date.

    "Meinen Sie die Leiharbeiter oder die 4000-EUR-Jobber von VW, die selbst noch Zweitjobs haben, um über die Runden zu kommen."

    Was muss man eigentlich mit seinem Gehalt machen, um mit 4.000,- Euro brutto nicht über die Runden zu kommen? Selbst mit K'steuerabzug und Steuerklasse I sind das 2.200 Euro netto mtl. Wissen Sie eigentlich, wie viele Leute mit der Hälfte davon oder weniger über die Runden kommen (müssen)?

    Hallo, habe das gerade aus 2004 gefunden:
    Zitat:
    Damit könnten den westdeutschen Opelanern ihre Verträge aus besseren Zeiten zum Verhängnis werden - ihr Verdienst liegt 20 Prozent über dem IG-Metall-Tarif. So verdient ein Montage-Arbeiter in Bochum 2000 Euro netto im Monat und bekommt 4200 Euro im Jahr als Weihnachts- und Urlaubsgeld. Er arbeitet dafür 35 Stunden in der Woche.

    Und hier mein Lieblingsbeispiel:
    Man nehme aus irgendeinem Krankenhaus alle Schwestern und lerne sie bei Opel an und mache das auch mit den Arbeitern von Opel im Krankenhaus.
    Obwohl die Schwestern vieeel weniger verdienen, würde ich jede Wette halten, dass sie eher die Tätigkeit des Opelarbeiters ausfüllen könnten als umgekehrt der OPELANER im Krankenhaus.
    Das zum Thema Lohngerechtigkeit und Qualitätsarbeit.
    Am Band sind es überwiegend Anlernjobs, das kann jeder, warum also diese Löhne für einen Hilfsarbeiterjob?

    "4000-EUR-Jobber von VW, die selbst noch Zweitjobs haben" (plus 40 Tage Urlaub nebst Urlaubsgeld)
    Also wenn das im Auge von @mlichtenberg kein hoher Lohn für einen Autozusammenschrauber ist, möchte ich mal wissen, wo für ihn denn dann (viel zu) hohe Löhne anfangen.

    P.S: Soll nix gegen de Kolleschen Autozusammenschrauber sein. War selber mal einer und habe da in den Semesterferien "sauig viel" geld verdient (daaaamals).

    Ich weiß nicht einmal was SUV bedeutet .... aber wenn es um Umweltverschmutzung geht ....

    Ich habe vor längerer Zeit einen Artikel "Umweltzone Frankfurt" eingestellt. Frankfurt fördert aktiv Umweltbelastung. Aber es hat sich für dieses Thema kaum jemand interessiert. Ist schon beachtenswert.

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

  7. Warum noch Millionen in ein Industrieprodukt buttern nur um am Markt vorbeizuproduzieren und eine Überproduktion zu erzeugen?

    Die Märkte sind gesättigt. Am Beispiel Deutschland sieht man bei den Zulassungszahlen für PKW über die Zeit bis heute, daß sie eine monoton steigende Kurve darstellt, die allerdings schon deutlich gegen eine obere Grenze konvergiert ist und kaum noch steigt.

    Was machte die Industrie um steigendes Wachstum und der steigende Gewinne für ihre Kapitalbeteiligten und Manager? Sie baute immer größere und technisch aufwenigere und damit teuerere Autos.

    Die Wirtschaftskrise mit ihrer schwachen Konsumbereitschaft deckt die Überkapazitäten und die falsche Produktpalette nur noch deutlicher auf, die ohnehin bestanden.

    Und nun kommt das große Jammern und flehen an den Staat, damit der große Selbstbetrug und der Tanz ums goldene Kalb Benzinkutsche weitergehen kann.

    • wll
    • 18.02.2009 um 14:19 Uhr

    "Bitteschön welche "Markterfordernisse" wurden denn hier in Deutschland nicht gesehen? Der Erfolg von Daimler, Porsche und VW alles reiner Zufall? WIR, die Kunden, wollten keine Elektroautos sondern dickefette SUVs und Dreckschleudern fahren."

    Ja und genau deshalb schwächeln die "Premiumhersteller" zurzeit auch so stark. Weil wegen der Benzinpreisexplosion der letzten Jahre jetzt spritsparende Modelle en vogue sind. In den USA ist der Zusammenbruch der Verkaufszahlen vor allem diesem Faktor geschuldet - das Ganze hat dort ja schon vor der Krise begonnen. Opel wird ja nicht nur von den eigenen Problemen, z. B. der jahrelangen Phase mit hohen Verlusten und dem schwachen Heimatmarkt, geplagt, sondern leidet auch unter der Schwäche der US-Mutter General Motors.

    Die Deutschen fahren übrigens vor allem Klein- und Kompaktfahrzeuge (etwa 45% der PKW fallen in diese Kategorie). Die von Ihnen angesprochenen "dicken Schlitten" fährt nur eine Minderheit privat. Die meisten Fahrzeuge dieser Klasse sind Firmenfahrzeuge oder Geschäftswagen von Freiberuflern. Der Preisverfall dieser meist geleasten Fahrzeuge macht den "Premiumherstellern" zurzeit zusätzlich schwer zu schaffen, da es Ihnen nicht mehr gelingt den kalkulierten restwert am Gebrauchtwagenmarkt zu erwirtschaften bzw. teilweise den Bestand überhaupt noch zu vermarkten. Zudem streichen gerade viele Firmen die Firmenwägen. Dieses Geschäftsmodell gerät also zunehmend in eine Sackgasse.

    "Opel hat viel falsch gemacht, das ist richtig, vor allem sich den Marktanforderungen von ZEIT-Lesern nicht angepasst."

    Opel hat schon lange vor der Krise hohe Verluste eingefahren, massgeblich auch durch Überkapazitäten, da die avisierten Verkaufszahlen weit verfehlt wurden. Dazu kamen in den 1990ern noch massive Qualitätsprobleme, die viele Kunden vergrault haben. Auch die Technik war lange nicht gerade up to date.

    "Meinen Sie die Leiharbeiter oder die 4000-EUR-Jobber von VW, die selbst noch Zweitjobs haben, um über die Runden zu kommen."

    Was muss man eigentlich mit seinem Gehalt machen, um mit 4.000,- Euro brutto nicht über die Runden zu kommen? Selbst mit K'steuerabzug und Steuerklasse I sind das 2.200 Euro netto mtl. Wissen Sie eigentlich, wie viele Leute mit der Hälfte davon oder weniger über die Runden kommen (müssen)?

    Antwort auf "Markterfordernisse?"
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    "Zudem streichen gerade viele Firmen die Firmenwägen. "

    Gar nicht war! Ulkigerweise muss ich jetz los um meinen neuen Wägen, welcher aus einem bekannten Werk in Bayern kommt und vorne so einen blau weisen Propeller hat, abholen.

    Kein Witz, Tschüss!

    "Zudem streichen gerade viele Firmen die Firmenwägen. "

    Gar nicht war! Ulkigerweise muss ich jetz los um meinen neuen Wägen, welcher aus einem bekannten Werk in Bayern kommt und vorne so einen blau weisen Propeller hat, abholen.

    Kein Witz, Tschüss!

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