Leukämie Hilfe für Helene

Helene ist drei Monate alt, sie hat Leukämie. Ihre Eltern und Freunde der Familie suchen nach einem Stammzellen-Spender. Das Schicksal des kranken Babys bewegt Tausende

Helene hat Leukämie und braucht einen Stammzellen-Spender um gesund zu werden. Ihre Eltern und deren Freunde machen im Internet und mit Plakaten auf Helenes Schicksal aufmerksam

Helene hat Leukämie und braucht einen Stammzellen-Spender um gesund zu werden. Ihre Eltern und deren Freunde machen im Internet und mit Plakaten auf Helenes Schicksal aufmerksam

3600 Gramm wiegt Helene bei der Geburt, sie ist 50 Zentimeter groß. Ihre Eltern Marisa und Johannes N. freuen sich über ein scheinbar völlig gesundes Mädchen. Diese ungetrübte Freude dauert drei Wochen lang, dann klingelt an einem Wintertag mitten im Dezember das Mobiltelefon von Marisa N.

Der Kinderarzt ruft an und er hat keine guten Neuigkeiten: In Helenes Blut hat er verdächtig viele Leukozyten, weiße Blutkörperchen, entdeckt. Er weist Helene in das Universitätsklinikum ein. Spezialisten für Kinderkrebs untersuchen Helene, ihre Diagnose: akute lymphoblastische Leukämie – eine aggressive Form des Blutkrebs. Um das Baby zu retten, müssen die Ärzte ihm fremde Stammzellen transplantieren. Ohne einen Knochenmarkspender wird Helenes Leben enden, bevor es richtig begonnen hat.

Anzeige

Während Helene gegen den Krebs und Infektionen kämpft, kämpfen die Eltern um die öffentliche Aufmerksamkeit. Marisa N. ist 29, hat Jura studiert und lehrt als Junior-Professorin an einer privaten Hochschule. Ihr 34-jähriger Mann Johannes arbeitet in der Immobilienbranche. Beide sind gut vernetzt und halten Kontakt zu Freunden und Bekannten über das Internet – sie bitten alle, die sie kennen, um Hilfe.

Verwandte, Freunde, Bekannte und Kollegen gründen die Initiativgruppe "Hilfe für Helene und andere" und suchen gemeinsam einen Stammzellenspender. Sie erstellen die Homepage www.hilfe-fuer-helene.de . Bislang wurde die Seite mehr als 82.000-mal aufgerufen und Hunderte Besucher haben sich im Gästebuch eingetragen.

Die Eltern und ihre Freunde nutzen Internet-Netzwerke wie Facebook, Xing und StudiVZ, um ihre dortigen Kontakte über Helenes Krankheit zu informieren. Diese leiten den Aufruf weiter, sich als Spender registrieren zu lassen. Allein über Facebook melden sich 800 Mitglieder zu einer Typisierungsaktion in Hamburg an, bei der möglichen Spendern Blut abgenommen wird.

"Wir haben die sozialen Netzwerke gezielt genutzt, um möglichst viele Leute zu erreichen“, sagt Hanna Dudenhausen. Sie ging in Berlin auf das gleiche Gymnasium wie die Eltern von Helene. "Die Hilfsbereitschaft ist riesengroß, obwohl die meisten Menschen die Familie gar nicht kennen."

Leser-Kommentare
  1. 1. Sehr

    bewegend, ich wünsche dem Kind gute Genesung und lebenslang kein Rezidiv. Trotzdem möchte ich etwas ansprechen.

    Es gibt in Deutschland jährlich "nur" einige hundert Fälle dieser Art. Es ist gut, dass viel in dem Bereich geforscht wird und Erfolge erzielt werden, doch wir dürfen andere, schwere Krankheiten bei Kindern nicht ausser Acht lassen.

    Als Beispiel soll die Mukoviszidose dienen. Sekrete des Körpers werden dickflüssiger und verstopfen die Gänge, durch die sie fliessen sollen bzw. verstopfen die Atmungsorgane. Das Kind kann langsam nicht mehr spielen, nicht mehr laufen, ist nur noch ans Bett gefesselt und muss letztendlich oftmals noch vor der Pubertät sterben.

    Ich will damit sagen, dass die Krebsforschung bereits "relativ" gut bedient ist mit Forschungsgeldern und dass man nun mehr Augenmerk auf solche Krankheiten legen sollte, da diese nun wirklich auch sehr drastisch, allerdings nicht so sehr bekannt sind, wie die Leukämie.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service