Fussball-Bundesliga HSV hält Anschluss, Dortmund strauchelt
Mit einem 2:0 gegen Bielefeld schiebt sich Hamburg nahe an die Tabellenspitze. Cottbus verdient sich einen Punkt in Dortmund. Die Berichte von den Sonntagsspielen

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Die beiden Hamburger Torschützen Paolo Guerrero und Piotr Trochowski umjubelt von Marcell Jansen (links)
Hamburger SV–Arminia Bielefeld 2:0
Auch ohne Torgarant Mladen Petric hat der Hamburger SV seinen Lieblingsgegner Arminia Bielefeld in Schach gehalten und liegt als Dritter in Lauerstellung auf den Spitzenplatz. Piotr Trochowski (32. Minute) unter gütiger Mithilfe von Gäste-Keeper Dennis Eilhoff und Paolo Guerrero (60.) per sehenswertem Schlenzer erzielten vor 53.292 Zuschauern die Tore zum 2:0 (1:0).
Die Hanseaten zogen am FC Bayern München vorbei, Spitzenreiter Hertha BSC ist im Meisterrennen nur einen Punkt voraus. Bielefeld konnte seinen guten Rückrundenstart nicht ausbauen und hat nur noch einen Punkt Vorsprung auf die Abstiegsränge. Artur Wichniarek scheiterte per Foulelfmeter kläglich an Frank Rost (55.). In Hamburg warten die Arminen seit neun Spielen auf einen Sieg.
Dank eines fatalen Fehlgriffs gelang dem HSV das erste Tor: Trochwoskis Freistoß-Flanke ließ Eilhoff über die Fingerspitzen ins Tor flutschen. Bielefeld musste seine konsequente Kontertaktik aufgeben. Als Oliver Kirch (43.) zum Einschuss bereit war, grätsche der nach seinem Alptraum-Debüt in Karlsruhe (2:3) besonders auf Sicherheit bedachte Michael Gravgaard den Ball gerade noch zur Seite. In der zweiten Halbzeit kam es gleich wieder zum Duell Trochowski gegen Eilhoff, im Nachfassen konnte der Torwart den Ball aber diesmal festhalten. Für den HSV zeichnete sich dann Rost mit einer Elfmeterparade gegen Wichniarek aus, nachdem sich Alex Silva im Strafraum einen rüden Kung-Fu-Tritt gegen Robert Tesche geleistet hatte.
Kurz darauf wurde Petric-Ersatz Guerrero für einen fleißigen Einsatz bemüht. Von der Strafraumgrenze überwand er Eilhoff mit seinem fünften Saisontor zum entscheidenden 2:0. Bielefelds ohnehin schwache Gegenwehr war endgültig gebrochen. Chancen für Katongo (70.) und Wichniarek (73.) blieben ungenutzt. Trochowski (75.) per Kopfball und Jonathan Pitroipa (87.) aus Kurzdistanz hätten beinahe den HSV-Vorsprung noch ausgebaut.
Borussia Dortmund–Energie Cottbus 1:1
Borussia Dortmund ist nach einer verheißungsvollen Hinrunde zurück im grauen Mittelmaß. Mit dem enttäuschenden 1:1 (1:1) gegen den Abstiegskandidaten Energie Cottbus verspielten die Westfalen ihre Chance, den Anschluss an die begehrten Uefa-Pokal-Plätze herzustellen und müssen somit weiter auf den ersten Sieg im Jahr 2009 warten. Vor 66.300 Zuschauern reichte der Treffer von Alexander Frei (36. Minute/Foulelfmeter) nicht aus, um das bereits achte Heim-Unentschieden des BVB in dieser Spielzeit abzuwenden. Cagdas Atan (31.) hatte Cottbus in Führung gebracht. In einer zerfahrenen Schlussphase sah Dortmunds Koreaner Young-Pyo Lee in der Nachspielzeit die Rote Karte wegen groben Foulspiels.
Die Dortmunder, die erstmals seit langem wieder von Beginn an ihren Kapitän Sebastian Kehl aufbieten konnten, agierten bei leichtem Schneetreiben lange zu passiv und leisteten sich viele Abspielfehler. Die mit der Siegerelf aus dem Hannover-Spiel (3:1) angetretenen Gäste ließen die Hausherren nicht ins Spiel kommen und wurden mit zunehmender Spieldauer immer frecher. So war die Führung nicht einmal überraschend, als nach Ervin Skelas Pfostenschuss Cagdas zu seinem ersten Saisontor abstaubte. Dann kam den Westfalen ein Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Peter Sippel (München) zu Hilfe, nachdem Cagdas Kehl im Strafraum geklammert hatte. Frei ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen und verwandelte zu seinem sechsten Saisontreffer.
Doch auch der rasche Ausgleich sorgte nicht für Ruhe in Reihen des BVB. Die Lausitzer blieben am Drücker und hatten drei weitere gute Einschussmöglichkeiten. Allein der aufmerksame Dortmunder Tormann Roman Weidenfeller verhinderte gegen Emil Jula (38./41.) und Skela (40.) mit guten Paraden den erneuten Rückstand. Auch nach dem Wiederanpfiff demonstrierten die Dortmunder eindrucksvoll ihre Probleme, wenn sie gegen vermeintlich schwächere Gegner das Spiel machen müssen. Ihren Aktionen fehlten die zündenden Ideen, außer einem Freistoß von Neven Subotic (57.) bot sich ihnen lange keine nennenswerte Torchance. Erst in der Schlussphase standen Frei (69.) und Kehl (73.) nach endlich einmal sehenswerten Angriffen dicht vor dem 2:1, das der starke Gerhard Tremmel im Energie-Gehäuse aber verhindern konnte. Auch der eingewechselte Mohamed Zidan (80./84.) hatte im Abschluss nicht das nötige Glück. Cottbus verdiente sich einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf.
Lesen Sie hier alle Spielberichte vom Samstag und Freitag.
- Datum 10.03.2009 - 17:57 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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