Immobilienkrise Landkarte geplatzter Träume
Amerikanische Bürger gehen einem makabren Hobby nach: Sie tragen die Zwangsversteigerungen von Häusern im Netz ein. So entsteht eine Landkarte der Immobilienkrise
Die Seiten heißen foreclosure.com, realitytrac.com oder hotpads.com – und sie zeigen das Ende eines Traums. Amerikanische Bürger halten hier seit einiger Zeit Straße für Straße fest, wo im Land Häuser zwangsversteigert werden, weil ihre Eigentümer Kredite nicht mehr begleichen können. So entsteht im Netz eine Landkarte der amerikanischen Immobilienkrise. Jeder Bürger kann sehen, wie weit sie in seine Nachbarschaft vorgedrungen ist.
Auf hotpads.com (auf deutsch: "Heißes Pflaster") markieren die Farben Rot, Blau und Grün den Zustand ganzer Stadtviertel und Gegenden. Dunkelrot etwa wird ein Symbol immer dann, wenn einem von 150 Häusern die Versteigerung droht. Die Karten zeigen auch, dass sich in den ärmeren Vierteln der Städte die Rezession weniger stark bemerkbar als in den vielen kleinen Bezirken, die noch vor Jahren Inbegriff der aufsteigenden amerikanischen Mittelklasse waren. In den Randbezirken von Städten wie Los Angeles, Chicago, San Francisco oder in Gebieten wie Südflorida und New Jersey färbt sich die Karte Dunkelrot.
Noch immer sind die Häuserpreise in den USA im freien Fall. In den 20 wichtigsten Ballungsräumen brachen die Preise von Einfamilienhäusern seit Anfang 2008 um rund 18 Prozent ein, meldet die Rating-Agentur Standard&Poors. Seit den frühen Neunziger Jahren stiegen die Preise für Immobilien relativ kontinuierlich, die Banken vergaben Hauskredite nahezu blind, oft ohne Gehaltsnachweis, und reichten anschließend die Risiken in Form von Wertpapieren weiter, bis diese unsichtbar wurden. Das ging gut, solange es mit den Preisen aufwärts ging. Dann platzte die Blase und viele Kredite wurden notleidend. Seither rollt die Welle der Versteigerungen.
Das Paradoxe des Aufschwungs der vergangenen Jahre wird jetzt zur Falltür. Statt als Sicherheit, wurde das Eigenheim für viele Hunderttausende Amerikaner auch zum Spekulationsobjekt und zur Wertanlage. Bürger, die bereits Hausbesitzer waren, nahmen riskante Kredite auf, weil sie die Chance sahen, in ein größeres Heim umzuziehen.
Um die eigenen Provisionen hochzuschrauben, überredeten viele Vermittler Hausbesitzer, einen Kredit zu beantragen, der den Wert ihres Hauses um ein Vielfaches übertraf. Die Kunden bekamen hierfür einen Teil der Provision. Sorgen über die Rückzahlung des Kredits bräuchten sie sich nicht zu machen, versicherten die Makler; die Häuserpreise würden ja weiter steigen. In ein paar Jahren könne man ja umschulden.
Nun haben die Käufer das Nachsehen. Schätzungen zufolge haben bereits im Jahr 2007 rund zwei Millionen Amerikaner ihre Häuser wegen Zahlungsschwierigkeiten verloren. Bis Ende 2009 werden nochmals mindestens 2,4 Millionen Zwangsvollstreckungen dazukommen, rechnet das Center for Responsible Lending CRL vor, eine Verbraucherschutzorganisation, die gegen ruinöse Finanzpraktiken kämpft.
- Datum 31.08.2009 - 16:26 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, 13.2.2009 - 13:21 Uhr
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die Banken vergaben Hauskredite nahezu blind, oft ohne Gehaltsnachweis, und reichten anschließend die Risiken in Form von Wertpapieren weiter, bis diese unsichtbar wurden.
Alleine das reicht, um fassungslos zu sein. Wenn uns die Krise eines lehrt, dann wohl dass, dass das Fach Wirtschaft zukünftig in jeden Lehrplan der Schulen aufgenommen werden sollte. Wenn man die Bürger schon nicht vor geisteskranken Banken schützen kann, dann sollte man sie wenigstens vor sich selber schützen. Jedes Kind sollte wissen, was ein Schneeballsystem ist.
Banken vergaben Hauskredite nahezu blind, oft ohne Gehaltsnachweis, und reichten anschließend die Risiken in Form von Wertpapieren weiter, bis diese unsichtbar wurden.
Jaja, Sie haben ganz recht. Schreiben Sie doch aber bitte noch ganz deutlich dazu, was es für Banken waren. Es waren zwei STAATSBANKEN die einen gesetzlichen Auftrag für genau diese blinde Kreditvergabe hatten. Insofern: diese Krise ist kein Versagen des Kapitalismus, es ist einmal mehr (!) versagen des Staates!
Auf welche Kreditvergaben spielen Sie an? Vielleicht auf einige, bereits etwas länger zurückliegende, staatliche Programme zur Förderung des Eigenheimerwerbes? Ich habe in diesem Bezug da nämlich einmal vor einiger Zeit etwas anderes läuten hören. Das nämlich die Ausfallrate der hierauf vergebenen Kredite unter der Gesamtausfallrate liegt. Haben Sie andere Informationen?
Könnten Sie bitte in diesem Zusammenhang auch gleich noch einmal das Bankensystem der USA kurz mit anschneiden? Vor allem die dortige Trennung zwischen staatlichen und privaten Banken (auch im Lichte etwaiger gegenseitiger Verpflichtungen, ...) würde ich doch gern noch einmal etwas näher beleuchtet sehen, um Ihre Aussagen beurteilen zu können.
Auf welche Kreditvergaben spielen Sie an? Vielleicht auf einige, bereits etwas länger zurückliegende, staatliche Programme zur Förderung des Eigenheimerwerbes? Ich habe in diesem Bezug da nämlich einmal vor einiger Zeit etwas anderes läuten hören. Das nämlich die Ausfallrate der hierauf vergebenen Kredite unter der Gesamtausfallrate liegt. Haben Sie andere Informationen?
Könnten Sie bitte in diesem Zusammenhang auch gleich noch einmal das Bankensystem der USA kurz mit anschneiden? Vor allem die dortige Trennung zwischen staatlichen und privaten Banken (auch im Lichte etwaiger gegenseitiger Verpflichtungen, ...) würde ich doch gern noch einmal etwas näher beleuchtet sehen, um Ihre Aussagen beurteilen zu können.
Auf welche Kreditvergaben spielen Sie an? Vielleicht auf einige, bereits etwas länger zurückliegende, staatliche Programme zur Förderung des Eigenheimerwerbes? Ich habe in diesem Bezug da nämlich einmal vor einiger Zeit etwas anderes läuten hören. Das nämlich die Ausfallrate der hierauf vergebenen Kredite unter der Gesamtausfallrate liegt. Haben Sie andere Informationen?
Könnten Sie bitte in diesem Zusammenhang auch gleich noch einmal das Bankensystem der USA kurz mit anschneiden? Vor allem die dortige Trennung zwischen staatlichen und privaten Banken (auch im Lichte etwaiger gegenseitiger Verpflichtungen, ...) würde ich doch gern noch einmal etwas näher beleuchtet sehen, um Ihre Aussagen beurteilen zu können.
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