Rezession Abschwung trifft Japan besonders stark

Das Bruttoinlandsprodukt in Japan ist so stark gesunken wie seit der Ölkrise 1974 nicht mehr. Das liegt vor allem am schwachen Export, aber auch an den Konsumenten

Den Japanern ist angesichts der Wirtschaftskrise die Lust am Konsum vergangen

Den Japanern ist angesichts der Wirtschaftskrise die Lust am Konsum vergangen

Im Sog der weltweiten Finanzkrise ist Japans Wirtschaft so stark zurückgegangen wie seit über dreißig Jahren nicht mehr. Die japanische Wirtschaft schrumpfte von Oktober bis Dezember preisbereinigt im Vergleich zum Vorquartal um 3,3 Prozent, wie die am Montag veröffentlichten vorläufigen Zahlen für die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zeigen. Damit war das japanische BIP das dritte Quartal in Folge rückläufig. Dies war zuletzt vor sieben Jahren der Fall. Damit rutschte Japan noch tiefer in die Rezession als die USA und Europa.

Die von der japanischen Regierung vor Börsenbeginn in Tokio veröffentlichten Daten wiesen aufs Jahr hochgerechnet einen BIP-Rückgang um 12,7 Prozent aus. "Das ist die schlimmste Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit", sagte dazu der japanische Minister für Wirtschafts- und Fiskalpolitik, Kaoru Yosano.

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Die Exporte schrumpften um 13,9 Prozent und damit so stark wie noch nie. Angesichts der Weltwirtschaftskrise ist die Nachfrage nach japanischen Autos und Elektronikprodukten drastisch zurückgegangen.

Hinzu kommt der rasante Höhenflug des Yen. Die geschrumpfte Auslandsnachfrage drückte Japans BIP um ganze drei Prozentpunkte und damit so stark wie noch nie. Die ebenfalls gesunkene Binnennachfrage ließ das BIP um weitere 0,3 Prozentpunkte sinken. Vor diesem Hintergrund erwarten Unternehmen wie Toyota, Sony und Hitachi im noch bis Ende März laufenden Geschäftsjahr durch die Bank hohe Verluste und bauen Zigtausende von Stellen ab. Dies drückt erheblich auf die Stimmung der Verbraucher, was die Rezession noch zu verlängern droht.

Die Konsumausgaben, die 55 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes ausmachen, sanken im Schlussquartal 2008 um real 0,4 Prozent zum Vorquartal. Die Kapitalausgaben der Unternehmen schrumpften um 5,3 Prozent. Bezogen auf das abgelaufene Kalenderjahr sank die Wirtschaftsleistung erstmals seit neun Jahren um real 0,7 Prozent. Für das noch bis zum Ende März laufende Fiskaljahr 2008/2009 geht die Regierung von einem Rückgang des BIP um 0,8 Prozent aus.

Das wäre allerdings nur zu erreichen, wenn die Wirtschaft im laufenden Quartal um 5,6 Prozent zuläge. Das halten viele Ökonomen jedoch für unwahrscheinlich, vielmehr gehen sie von einem weiteren Schrumpfen aus. Japans Regierungschef Taro Aso will zwar, dass Japan vor allen anderen Länder aus der Krise findet. Ökonomen gehen jedoch vom Gegenteil aus: Erst wenn sich die Ökonomien der USA und Chinas erholten, werde es auch Japan wieder besser gehen. Denn Japan hängt weiter wesentlich vom Export ab, die Binnennachfrage reicht nicht aus, um das Minus auszugleichen.

 
Leser-Kommentare
  1. 1. ....

    Was soll denn dieses Foto? Was hat das mit Japans Wirtschaft zu tun?

    Japan = Geisha, ja? Meine Guete, Hauptsache Klischees verbreiten.

    War es wirklich so schwer ein Foto von der Toyota oder Hitachi Zentrale zu finden?

    Zum Artikel: Schoen, wenigstens ein paar oberflaechliche Informationen zu Japans Wirtschaft zu finden.

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    Die Firmenzentralen sehen überall gleich aus...

    Die Firmenzentralen sehen überall gleich aus...

  2. waren die Japaner nicht die keynesianischen Musterschüler, die die Staatsverschuldung bis auf 180% des BIP hinaufgeschraubt haben, um riesige Konjunkturprogramme aufzulegen?

    Ja stimmt, das waren die!

    Und, wie siehts nun aus? Die sind seit bald 30 Jahren in der Dauerkrise, ohne daß auch nur annähernd Land in Sicht wäre.

    Aber klar, der Staat - der wird's schon richten. Oder auch nicht.

  3. Die Firmenzentralen sehen überall gleich aus...

    Antwort auf "...."
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    Stimmt, aber ich wette, dass man z.B. bei der Toyota Zentrale auch sofort erkennt: Toyota = Japan
    Und hey, da waere dann auch ein Wirtschaftsbezug da!

    Und @ Viscount: Ich will mich jetzt nicht ueber Keynes und co. streiten, aber ganz so schlimm stand es die letzten Jahre um die japanische Wirtschaft nicht. Zumindest von 2002 - 2008 ging es ihr sogar ganz gut, vor allem aufgrund von Exporten nach China und USA. Die fallen jetzt aber weg ...
    Auch die japanischen Banken sind noch immer vergleichsweise stark.

    Weiteres zum Thema:

    http://www.de.emb-japan.g...

    Stimmt, aber ich wette, dass man z.B. bei der Toyota Zentrale auch sofort erkennt: Toyota = Japan
    Und hey, da waere dann auch ein Wirtschaftsbezug da!

    Und @ Viscount: Ich will mich jetzt nicht ueber Keynes und co. streiten, aber ganz so schlimm stand es die letzten Jahre um die japanische Wirtschaft nicht. Zumindest von 2002 - 2008 ging es ihr sogar ganz gut, vor allem aufgrund von Exporten nach China und USA. Die fallen jetzt aber weg ...
    Auch die japanischen Banken sind noch immer vergleichsweise stark.

    Weiteres zum Thema:

    http://www.de.emb-japan.g...

  4. 4. ...

    Stimmt, aber ich wette, dass man z.B. bei der Toyota Zentrale auch sofort erkennt: Toyota = Japan
    Und hey, da waere dann auch ein Wirtschaftsbezug da!

    Und @ Viscount: Ich will mich jetzt nicht ueber Keynes und co. streiten, aber ganz so schlimm stand es die letzten Jahre um die japanische Wirtschaft nicht. Zumindest von 2002 - 2008 ging es ihr sogar ganz gut, vor allem aufgrund von Exporten nach China und USA. Die fallen jetzt aber weg ...
    Auch die japanischen Banken sind noch immer vergleichsweise stark.

    Weiteres zum Thema:

    http://www.de.emb-japan.g...

    Antwort auf "Wiedererkennungswert"
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    die horrende Staatsverschuldung? Was denken Sie?

    die horrende Staatsverschuldung? Was denken Sie?

  5. die horrende Staatsverschuldung? Was denken Sie?

    Antwort auf "..."
  6. 6. Noe!

    Nein, das denke ich nicht. Die Staatsverschuldung hat aber auch strukturelle Ursachen wie z.B. eine fehlgeleitete Subventionspolitik und die "aelteste" Bevoelkerung der Welt.

    Aber es stimmt schon: Die Verfilzung von Staat und Wirtschaft (haengt direkt mit den Schulden zusammen) wirkt sich in den letzten beiden Jahrzehnten eher negativ denn positiv auf den japanischen Wohlstand aus.

  7. ...mit einem Bericht über die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auf Japan ein Bild von Geikos bzw. Maikos zu zeigen, ist in etwa so, als würde einem bei den Berichten über Opel, HRE, etc. ein bietrinkender Bayer in Lederhosen mit Vollbart ins Gesicht lächeln...

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