John McEnroe wird 50 Das griesgrämigste Großmaul des TennisSeite 2/2
Als er 1981 das Wimbledon-Finale gegen Björn Borg gewinnt und die fünfjährige Siegesserie des Schweden bei dem traditionsreichen Turnier beendet, verzichtet er auf das Gala-Dinner. Die traditionsbewussten englischen Gastgeber sind darüber natürlich "not amused" – und regelrecht geschockt, als sie McEnroes Begründung hören: "Ich wollte den Abend mit meiner Familie, Freunden und Leuten, die mich unterstützt haben verbringen, und nicht mit einer Reihe von stocksteifen 70- und 80-Jährigen, die mir sagen, dass ich mich auf dem Platz wie ein Dummkopf benehme." Bereits vorher ist der Wuschelkopf mit dem markanten roten Stirnband im Royal Tennis-Club unangenehm aufgefallen, als er die dort berühmten Erdbeeren und Sahne mit der Hand und nicht mit dem dafür vorgesehenen Silberlöffeln ist.
John McEnroe in seiner "Prime Time": als Nummer Eins in Wimbledon Anfang der 80er Jahre
McEnroe spaltet die Tenniswelt. Fans lieben seinen Ehrgeiz und Kampfeswillen. Dieselben Fans rümpfen jedoch oft genug die Nase, wenn sich "BigMac" mit den Offiziellen anlegt (siehe das Youtube-Potpourri von McEnroes Tiraden). "Du bist erbärmlich, dies ist das letzte Mal, dass ich ein Match spiele, wenn du da oben sitzt", schreit er einem Referee entgegen. "Das kann nicht dein Ernst sein. Der Ball war ganz klar auf der Linie. Das ganze Stadion hat's gesehen, nur du nicht", bekommt ein anderer zu hören.
Bei den US Open 1987 kosten ihn diese Pöbeleien 17.500 Dollar Strafe und eine zweimonatige Sperre. 1990 wird er bei den Australien Open sogar disqualifiziert. "Als Kind war ich ein großer McEnroe-Fan, aber meine Eltern haben mir verboten, ihn als Vorbild zu nehmen", erzählt der ehemalige Weltranglisten-Erste Jim Courier.
"Er gibt sich nur auf dem Platz so grimmig, privat kann er sehr freundlich sein", sagt Pete Axthelm von Newsweek. Der Privatmann McEnroe spielt gerne Gitarre, hat in New York eine Kunstgalerie, fünf Kinder und lebt in zweiter Ehe mit der Musikerin Patty Smyth. Auf seinen heutigen 50. Geburtstag möchte er nicht angesprochen werden. "Erinnern Sie mich bloß nicht daran. 50, das hört sich doch so viel älter an als 49", sagt er nach der Siegerehrung in Boston. Als McEnroe die Halle verlässt, erheben sich die Zuschauer von ihren Sitzen und applaudieren. Sie haben genau das bekommen, was sie von ihm erwartet haben: starkes Tennis und starke Wortwechsel.
- Datum 17.02.2009 - 16:18 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Nur eine kleine Anmerkung:
McEnroe ist mit Patti Smyth verheiratet, nicht mit Patti Smith.
Viele Grüße
Ich habe John McEnroe immer bewundert wegen seines Angriffstennis. In seinem Spiel war wirklich Power. Allerdings fand ich sein Benehmen auf dem Platz ebenso abstoßend, wie mir seine Spielanlage gefiel. Wodurch bleibt er nun mehr in Erinnerung, mit seiner Spielweise oder mit seinen Wutausbrüchen?
Danke, freeze01. Es ist aber weder Patti Smith noch Patti Smyth, sondern Patty Smyth, oder?
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