Film und Kabarett "Böse Dinge weich ansprechen"

Eben kommt Josef Hader von der Berlinale, wo "Der Knochenmann" Premiere hatte. In der Krimi-Groteske, die am Donnerstag in die Kinos kommt, spielt der österreichische Kabarettist einen Privatdetektiv. Zeitgleich startete er mit seinem aktuellen Kabarettprogramm "Hader muss weg" eine Deutschland-Tournee. Ein Gespräch über Jörg Haider, Heimat, weiche Sprache und tiefe Abgründe

ZEIT online: Ich dachte schon, Sie wären tot.

Josef Hader: Danke. Für die Schlussszene von Der Knochenmann zwischen toten Tierkörpern haben wir auch hart gearbeitet. Sie rochen streng. Das hat den Szenen noch etwas Entschiedeneres gegeben. Man muss aber froh sein, dass es kein Geruchskino gibt.

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ZEIT online: Sie spielen an der Seite von Josef Bierbichler, dessen Rolle der ihren gar nicht unähnlich ist. Bierbichler mordet widerwillig Menschen. Sie klären widerwillig Morde auf.

Hader : Das erklärt auch, warum sich beide füreinander interessieren. Es rührt vermutlich von einem gewissen Widerwillen gegenüber dem Leben. Irgendwie sind beide Verbündete.

ZEIT online: Sie schreiben das Drehbuch zu diesen Wolf-Haas-Verfilmungen immer gemeinsam mit dem Regisseur und dem Autor. Wie sieht die Zusammenarbeit aus?

Hader : Am Anfang sitzen wir zusammen, um uns für eines der Bücher zu entscheiden. Dann schreibt jeder eine Drehbuchfassung und die beiden anderen fallen über ihn her. Ein sehr darwinistisches Prinzip. Bis wir hatten, was wir wollten, sind neun verschiedene Drehbuchfassungen entstanden.

ZEIT online: Der Film wurde gerade auf der Berlinale präsentiert und kommt am 19. Februar regulär in die Kinos. Wie nervös waren sie vor der Premiere?

Hader : Nicht sonderlich. Ändern kann man ohnedies nichts mehr. Außerdem war uns das Berliner Publikum beim letzten Mal viel wohlgesonnener als das Publikum in Wien. Insofern muss man sich vor Wien fürchten. Beim Kabarett ist das anders. Auf der Bühne kann man schließlich bis zuletzt noch alles in den Sand setzen.

ZEIT online: Sie sind jetzt zwei Monate mit ihrem Programm Hader muss weg auf Deutschland-Tour . Spielen Sie das Programm anders als in Österreich?

Hader : Ich rede ein bisschen schöner. So verstehen mich die Leute besser. Ich bemüh mich aber, den österreichischen Tonfall beizubehalten. Schließlich ist die weiche Sprache wichtig, wenn man böse Dinge erzählt. Die Leute halten sie dadurch besser aus.

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