Konjunktur Preis der Zögerlichkeit
Die jüngsten Zahlen zur Konjunktur zeigen: Die Krise trifft Deutschland härter als andere. Die Regierung hat ihre Chance vertan, die Wirtschaft frühzeitig zu stützen. Ein Kommentar

© Andreas Rentz/Getty Images
Container am Hamburger Hafen: Die Weltwirtschaft schmiert ab, darunter leidet die Exportnation Deutschland besonders
Wer noch immer dachte, Deutschland komme besser durch die Krise als der Rest der Welt, dürfte eines Besseren belehrt sein: Um 2,1 Prozent sank die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal, meldet das Statistische Bundesamt. Das ist grottenschlecht. Verglichen mit anderen Ländern wie Frankreich, Großbritannien, aber auch den USA, stürzt die Wirtschaft hierzulande stärker ab. Deutschland kommt nicht besser als das Ausland durch die Krise – sondern schlechter.
Die jüngsten Daten zeigen auch, dass sich die deutsche Regierung mächtig verkalkuliert hat, als sie glaubte, die Krise werde Deutschland erst zur Mitte des Jahres mit voller Wucht erreichen. Sie ist längst da. Und wie: Die Industrieproduktion fällt, die Arbeitslosenzahlen springen nach oben, der Export bricht ein. Nun wird auch offensichtlich, warum Ökonomen die Regierung bereits im Dezember zur Eile drängten. Das heute im Bundestag beschlossene Konjunkturpaket, das im Wesentlichen erst zum 1. Juli wirkt, wird zu spät kommen.
Besonders ärgerlich ist, dass hinter dem Zögern der Regierung auch wahltaktische Überlegungen stehen, ganz so, als hätten wir es nicht mit einer der schwersten Wirtschaftskrisen seit Jahrzehnten zu tun. Wenn die Bürger im September zur Wahlurne schreiten, sollten sie die Segnungen des Konjunkturpakets noch im Hinterkopf haben – so lautete das Kalkül. Diese geniale Taktik brockt Deutschland nun eine härtere Rezession ein als nötig.
Nun rächt sich auch, dass Deutschland jahrelang seine Exportindustrie gepäppelt und den Binnenkonsum vernachlässigt hat. Das ging in den Phasen einer boomenden Weltwirtschaft gut, in denen die Exportnationen von der Arbeitsteilung auf den Weltmärkten profitierten. Nun, da die Amerikaner als Konsumenten wegfallen, bleibt vom deutschen Wachstum nichts mehr übrig. Auch die Hoffnung, die deutschen Konsumenten könnten es richten, zerschlägt sich zunehmend: Weil sie immer stärker von Arbeitslosigkeit bedroht sind, halten sich selbst die stoischen deutschen Verbraucher mittlerweile mit dem Einkaufen zurück. Auch das zeigen die Daten des Statistischen Bundesamtes.
Jetzt bleibt nur noch die Hoffnung, dass die Konjunkturprogramme, die die Regierungen rund um den Globus auflegen, schneller wirken als hierzulande und die Weltwirtschaft wieder unter Dampf setzen. Der deutschen Regierung aber bleiben nicht mehr viele Handlungsmöglichkeiten. Weitere staatliche Investitionen und Steuersenkungen würden erst viel zu spät wirken. Allenfalls kurzfristige Maßnahmen, wie die Erhöhung der Sozialausgaben, sind jetzt noch denkbar. Die große Chance, die Wirtschaft frühzeitig zu stützen, hat die Regierung vertan.
- Datum 17.02.2009 - 16:49 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 53
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Sorry- aber hat den tatsächlich hierzulande jemand mit professioneller Politik gerechnet? Für die Bundesminister samt Gefolge ist doch das reelle Leben ein eher unwichtiges Paralleluniversum, durch das sie sich mittels Lobbyisten durchwursteln.
Das wirkliche Leben ist doch die Parteipolitik. Da wird Karriere gemacht! Da endscheidet es sich, wer "Eier" in der Hose hat und das Stimmvieh beherrscht.
Nur leben halt wir in der knallharten Realität.
Zetti
zur professionellen Politik nur so viel:
Die Güte einer Politik hängt weniger von ihrer Professionalität als vielmehr von ihren Interessen ab.
Vertritt sie ihre Wähler?
Welchen Einfluß haben die Wähler auf die Politik?
Arbeitet sie auf Rechnung Dritter?
Wie hält sie es mit der Offenheit bzgl. ihrer Ziele und Motive?
Führt diese Politik zur Stärkung oder zur Schwächung der Wähler?
Müßte eine transparente Politik, im Selbstbewußtsein ihrer Integrität, z.B. nicht der unsäglichen Presse - Medien -konzentration begegnen?
Der Politiker ist der Anwalt des Volkes, der Beauftragte der Bevölkerung, ihr Sprecher.
So das Ideal.
Gleichen Sie das einmal mit der Realität ab.
zur professionellen Politik nur so viel:
Die Güte einer Politik hängt weniger von ihrer Professionalität als vielmehr von ihren Interessen ab.
Vertritt sie ihre Wähler?
Welchen Einfluß haben die Wähler auf die Politik?
Arbeitet sie auf Rechnung Dritter?
Wie hält sie es mit der Offenheit bzgl. ihrer Ziele und Motive?
Führt diese Politik zur Stärkung oder zur Schwächung der Wähler?
Müßte eine transparente Politik, im Selbstbewußtsein ihrer Integrität, z.B. nicht der unsäglichen Presse - Medien -konzentration begegnen?
Der Politiker ist der Anwalt des Volkes, der Beauftragte der Bevölkerung, ihr Sprecher.
So das Ideal.
Gleichen Sie das einmal mit der Realität ab.
Ja also was soll man da nun denken..."..die Regierung...Hilf..." wie wenn die letzten Jahre nicht's anderes aus allen möglichen Ecken gefordert wurde... der Staat! Der Staat?... was, der soll sich einfach aus möglichst allem raushalten. Wir können das besser... viel besser und effizienter.
Nun, nach all den Jahren (seit den 70' des vergangen Jahrhunderts) hat man es nun endlich geschafft fast ausnahmslos eigene Spezialisten in wichtige Positionen zu hieven, denen Mediale Aufmerksamkeit bis zum geht nicht mehr verschafft, gleichzeitig alle Kritiker entfernt und diesen im gleichen auch noch jegliche Mediale Aufmerksamkeit entzogen...
Und nun, kann es einfach nicht schnell genug gehen????
Ey, kann es nicht sein das schlicht und einfach die ungeeignetsten Personen an den Schalthebeln der Macht und Aufmerksamkeit sitzen? Die Kritiker müssen sich zuerstmal wieder aufrappeln und Mediale Aufmerksamkeit für kritische Einwendungen und alternative Löschungsorschläge erhalten... wo ist die? Man muss die Leute, Personen und Namen erstamlwieder kennenlernen... Bis all die alternativen Spezialisten wieder an den richtigen Positionen sind können locker mehr als die paar Monate bis zu den Wahlen vergehen...
Aber wie gesagt, soll noch mal einer kommen und behaupten, ja verlangen der Staat soll sich gefälligst raushalten, Hätte er das so konsequent getan wie all die Jahre davor verlangt wurde... wir währen alle schon viel tiefer gefallen...
...und, was es braucht sind nicht nur neue Regeln für die Finanzler, nein es braucht auch neue Regeln für Handel, Warenverkehr, Zölle, Steuern und die Menschen an die in letzer Zeit auch nicht so viel gedacht wurde...
Eigenverantwortung... pahhh
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
Echt wahr! Jahrelang war der Staat nur im Weg und jetzt ist er Schuld. Die Politiker bekommen jetzt das ab was Banker und Meinungsmacher in den letzten 30 Jahren angerichtet haben.
Echt wahr! Jahrelang war der Staat nur im Weg und jetzt ist er Schuld. Die Politiker bekommen jetzt das ab was Banker und Meinungsmacher in den letzten 30 Jahren angerichtet haben.
...Schulden, die sich in der Zukunft bezahlt machen, weil sie unseren Kindern, Enkeln, Nichten und Neffen nützen, sind erlaubt und erwünscht! Dazu zählen: Infrastruktur, Klima, sowie Bildung, Bildung und nochmals Bildung. Und für den kurzfristigen Effekt spendiert man dem unteren Drittel unserer Gesellschaft etwas Kaufkraft dazu.
Nicht erlaubt ist dagegen ein Etikettenschwindel wie die "Umweltprämie", die sich (vom Energieaufwand her betrachtet) bei einem Neuwagen, der einen Liter weniger verbraucht als das alte Auto, erst ab 300.000 Kilometern Fahrleistung rechnet. Wer zu faul zum Rechnen ist, werfe einen Blick auf die Bild-Zeitung, die sich auf dieses Thema stürzt wie nix Gutes. Wenn dieses Blatt dafür ist, muss an der Sache einfach etwas faul sein.
Aber das ist nunmal das leidige Problem an unseren überwiegend mediokren Politikern: Ihre aktive Beteiligung an der Volksverdummung! Übrigens: Wenn einer von denen wirklich ein schlechtes Gewissen wegen der Schulden hat, dann kümmere er sich bitte um strengere Finanzmarktregeln – und schon werden weitere Konjunkturpakete überflüssig (oder man finanziere sie gleich über eine Finanzmarktsteuer).
Als Gerhard Schröder "Wir sind Exportweltmeister" trompetete, jubelten seine Wähler. Erst jetzt wird es ihnen klar, dass das Wort Exportweltmeister lediglich bedeutet, dass unser Land keinen ausreichenden Eigenverbrauch hat.
Als Gerhard Schröder "Wir sind Exportweltmeister" trompetete, jubelten seine Wähler. Erst jetzt wird es ihnen klar, dass das Wort Exportweltmeister lediglich bedeutet, dass unser Land keinen ausreichenden Eigenverbrauch hat.
Als Gerhard Schröder "Wir sind Exportweltmeister" trompetete, jubelten seine Wähler. Erst jetzt wird es ihnen klar, dass das Wort Exportweltmeister lediglich bedeutet, dass unser Land keinen ausreichenden Eigenverbrauch hat.
Sie haben ja so unerträglich recht. Dieser Sachverhalt ist jedem normalen Menschen offensichtlich. Es sei, man verlängerte seine pubertären Allmachtsträume in´s Unendliche.
Trotzden tröteten Politiker, Medien und bemerkenswerte Ökonomen jahrelang in´s goldene Horn.
In diesen Fällen gilt: Man bläst nicht nur - man kriegt´s auch eingeblasen.
Und wer hat nun Recht?
Der, der es bezahlen kann. Wer sonst?
aber er ist ungleich verteilt und 2. :
Viele Dinge , die heutzurtage gekauft werden , sind nur sehr kurzfristig in Gebrauch , weil Billigimportramsch mit niedriger Lebensdauer, und modeorientierte Gegenstände bzw Kleidung immer noch oder immer mehr gekauft werden .
Der Reichtum einer Gesellschaft misst sich (nach meiner Meinung) nicht danach wieviel gekauft wird sondern was gekauft wird ... Dieser Aspekt wird leider total vernachlässigt ... Die Wirtschaft hat natürlich grösstenteils keinen Interesse an langlebigen Produkten , das brauch man hier nicht zu erwähnen .
Was ich eigentlich sagen will ist : dass man auch mit weniger Konsum durchaus höheren Lebensstandart haben kann . Produkte zu kaufen um die Mülltonne zu stopfen ist sowieso nicht zeitgemäss . ... . meiner meinung nach ist die Diskussion über den Verbrauch eine völlig falsche (zb verschrottungsprämie), es fehlt eine Gesamtsichtweise
Sie haben ja so unerträglich recht. Dieser Sachverhalt ist jedem normalen Menschen offensichtlich. Es sei, man verlängerte seine pubertären Allmachtsträume in´s Unendliche.
Trotzden tröteten Politiker, Medien und bemerkenswerte Ökonomen jahrelang in´s goldene Horn.
In diesen Fällen gilt: Man bläst nicht nur - man kriegt´s auch eingeblasen.
Und wer hat nun Recht?
Der, der es bezahlen kann. Wer sonst?
aber er ist ungleich verteilt und 2. :
Viele Dinge , die heutzurtage gekauft werden , sind nur sehr kurzfristig in Gebrauch , weil Billigimportramsch mit niedriger Lebensdauer, und modeorientierte Gegenstände bzw Kleidung immer noch oder immer mehr gekauft werden .
Der Reichtum einer Gesellschaft misst sich (nach meiner Meinung) nicht danach wieviel gekauft wird sondern was gekauft wird ... Dieser Aspekt wird leider total vernachlässigt ... Die Wirtschaft hat natürlich grösstenteils keinen Interesse an langlebigen Produkten , das brauch man hier nicht zu erwähnen .
Was ich eigentlich sagen will ist : dass man auch mit weniger Konsum durchaus höheren Lebensstandart haben kann . Produkte zu kaufen um die Mülltonne zu stopfen ist sowieso nicht zeitgemäss . ... . meiner meinung nach ist die Diskussion über den Verbrauch eine völlig falsche (zb verschrottungsprämie), es fehlt eine Gesamtsichtweise
Wenn die Schulden noch weiter steigen, dann wird wohl ein noch größerer Teil der Deutschen auswandern. Damit bleiben dann die Daheim gebliebenen auf den Schulden sitzen. Ich glaube deshalb, dass demnächst eine neue Mauer gezogen wird: Um Deutschland herum.
Jeder, der einen Auslandsaufenthalt machen will, muss dann erst einmal hunderttausende Euro auf ein Sperrkonto legen, dann gibt es auch einen Reisepass.
zur professionellen Politik nur so viel:
Die Güte einer Politik hängt weniger von ihrer Professionalität als vielmehr von ihren Interessen ab.
Vertritt sie ihre Wähler?
Welchen Einfluß haben die Wähler auf die Politik?
Arbeitet sie auf Rechnung Dritter?
Wie hält sie es mit der Offenheit bzgl. ihrer Ziele und Motive?
Führt diese Politik zur Stärkung oder zur Schwächung der Wähler?
Müßte eine transparente Politik, im Selbstbewußtsein ihrer Integrität, z.B. nicht der unsäglichen Presse - Medien -konzentration begegnen?
Der Politiker ist der Anwalt des Volkes, der Beauftragte der Bevölkerung, ihr Sprecher.
So das Ideal.
Gleichen Sie das einmal mit der Realität ab.
... oder doch eher absolut unbequemer, weil vollkommen richtiger Kommentar?
Dass sich die Politik während der Wahlkämpfe in Schockstarre begibt, um ja nix falsch zu machen, weiß man ja. Aber dass es den Wähler plötzlich in aller Härte trifft, ist durchaus gerecht - er hat diese Politik(er) immerhin verbrochen!
Glücklich kann sich schätzen, wer genug Geld hat, um sich Desinteresse an der deutschen Politik leisten zu können. Oder wer schlicht genug ist, sie auszublenden.
Sie haben ja so unerträglich recht. Dieser Sachverhalt ist jedem normalen Menschen offensichtlich. Es sei, man verlängerte seine pubertären Allmachtsträume in´s Unendliche.
Trotzden tröteten Politiker, Medien und bemerkenswerte Ökonomen jahrelang in´s goldene Horn.
In diesen Fällen gilt: Man bläst nicht nur - man kriegt´s auch eingeblasen.
Und wer hat nun Recht?
Der, der es bezahlen kann. Wer sonst?
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