Kuss-Forschung Frosch oder Prinz?

Ein Kuss verrät mehr als wir denken - das wollen "Knutsch-Forscher" uns pünktlich zum Valentinstag weismachen. Die Wahrheit liegt dabei in der Biochemie des Speichels

Auch in der Tierwelt kann ein Kuss manchmal mehr sagen als tausend Worte. Ob diese Hörnchen die Eigenschaften ihres Gegenüber auch am Speichel erschlecken?

Auch in der Tierwelt kann ein Kuss manchmal mehr sagen als tausend Worte. Ob diese Hörnchen die Eigenschaften ihres Gegenüber auch am Speichel erschlecken?

Ein schlechter Kuss kann eine junge Liebe zerstören, bevor sie begonnen hat. Doch woran liegt es, dass dieser besondere Moment zuweilen mit Schrecken endet? Kann man richtig küssen lernen? Oder ist es Zufall, ob die Chemie stimmt, wenn sich zwei Menschen zum ersten Mal richtig nahe kommen?

Die Wissenschaft ist den Fragen zur feuchten Kulturtechnik dicht auf den Fersen. Forscher untersuchen seit Jahren, welche Botenstoffe im Gehirn beim Küssen ausgeschüttet werden, welche Gehirnareale bei Männern und Frauen dabei aktiv sind, und wieviel Einfluss kulturelle Regeln auf das Kussverhalten haben.

Anzeige

Allerdings sind die Ergebnisse bislang eher mau. Wer auf praktische Ratschläge für den Alltag hofft, wird enttäuscht. Aber immerhin zeigen neuere Untersuchungen, die jetzt auf dem Jahrestreffen der American Association for the Advancement of Science (AAAS) in Chicago präsentiert wurden, dass beim Küssen mehr biochemische Prozesse ablaufen, als uns bewusst und in manchen Situationen lieb sind.

"Beim Küssen werden über den Speichel Botenstoffe ausgetauscht, die etwas über den Charakter des Partners aussagen", sagt Helen Fisher, Anthropologin an der Rutgers Universität im US-Bundesstaat New Jersey. "Diese hormonellen Charakteristika haben Einfluss auf die Partnerwahl und auch auf das Verhalten in der Partnerschaft."

Die bekannte Buchautorin unterscheidet dabei vier Charaktere – je nachdem, welche Botenstoffe im Blut der Menschen dominieren: Da gibt es die Dopamin/Norepinephrin-Typen, die eher aufbrausend, risikofreudig und abenteuerlustig sind, dann die ausgeglichenen, traditionell denkenden Serotonin-Typen, außerdem die sachlichen Testosteron-Charaktere mit einem Hang fürs Praktische und schließlich die treu sorgenden, emotionalen Östrogen/Oxytocin-Typen.

Ob sich hierbei nun Gegensätze anziehen oder doch das alte Sprichwort gilt, dass Gleich und Gleich sich gern gesellt, kommt auf den Charakter an, sagt die Forscherin. Sie hat für eine Studie 40.000 Menschen online nach ihren Eigenschaften und Vorlieben befragt und kommt zu dem Ergebnis: Risikofreudige Dopamin-Menschen bevorzugen ihresgleichen, genau wie traditionelle Serotonin-Typen. Bei den Testosteron oder Östrogen gesteuerten Menschen ziehen sich dagegen häufiger gegensätzliche Partner an.

Wie aber erkennt die Küssende nun Frosch oder Prinz? Fisher hat eine Erklärung parat: Beim Küssen können Menschen die Charaktereigenschaften aus dem Speichel "herauslesen" und so den richtigen Partner finden. "Das erklärt auch, warum in vielen Fällen nach nur einem Kuss Schluss ist."

Leser-Kommentare
    • tages
    • 15.02.2009 um 11:01 Uhr

    Wer bezahlt eigentlich diese Nonsensforschung?

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service