Milch des Leids ist der deutsche Titel des Films von Claudia Llosa . In ihm spielt Magaly Solier mit großer Eindringlichkeit die Hauptfigur. Die Ursache ihrer Verstörung zeigt der Film nicht, aber er erzählt von ihr: Fausta ist ein "Vergewaltigungskind". Ihre Mutter gebar sie in den Jahren des terroristischen Kampfes in Peru. Zahllose Frauen wurden in jener Zeit misshandelt, vergewaltigt, erniedrigt.

Peru hatte zum ersten Mal am Berlinale-Wettbewerb teilgenommen und gewann nun auf Anhieb den Hauptpreis.

Zwei Preise bekam ein deutscher Film: Einen Silbernen Bären als beste Darstellerin erhielt die österreichische Schauspielerin Birgit Minichmayr. Sie spielt die weibliche Hauptrolle in dem deutschen Beziehungsdrama Alle Anderen . Der Film von Regisseurin Maren Ade wurde außerdem mit dem Großen Preis der Jury, einem Silbernen Bären, ausgezeichnet. Der Preis ging zu gleichen Teilen auch an Gigante von Adrián Biniez aus Uruguay.

Die 31jährige Birgit Minichmayr gilt als eine der herausragenden Schauspielerinnen ihrer Generation. In Linz in Oberösterreich geboren, absolvierte sie ihre Ausbildung am berühmten Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Die mit ihrer Beziehung hadernde Gitti Alle Anderen ist ihre bisher größte Rolle im Kino. In der Berlinale-Sektion Panorama war sie an der Seite von Josef Hader in der schwarzen Krimikomödie Der Knochenmann zu sehen.

Minichmayr arbeitet seit zehn Jahren gleichermaßen für das Theater wie für das Kino. Sie wurde noch während ihres Schauspielstudiums am Wiener Burgtheater engagiert und erntete dort 1999 mit ihrem Bühnendebüt als Dirne in Schnitzlers Der Reigen den Jubel des Publikums und der Presse. Später feierte sie dort als Narr in Shakespeares König Lear unter der Regie von Luc Bondy ihren bisher größten Theatertriumph.

Stets wirkt Minichmayr so, als gäbe sie sich der zu verkörpernden Figur vollkommen hin. Dazu sagte Minichmayr einmal: "Ich krieche geradezu in die Charaktere hinein, weil ich sie verstehen möchte. Erst wenn ich sie wirklich verstehe, kann ich sie so spielen, dass die Zuschauer gepackt werden. Und darum geht es mir immer: Ich möchte die Zuschauer packen, ganz und gar."

Als bester Darsteller wurde der aus Mali stammende Sotigui Kouyate mit einem Silbernen Bären für seine Rolle in dem Drama London River geehrt. Der Preis für die beste Regie ging an den iranischen Filmemacher Asghar Farhadi für Alles über Elly . Für das beste Drehbuch wurden Regisseur Oren Moverman und Alessandro Camon für das US-amerikanische Anti-Kriegsdrama The Messenger ausgezeichnet.