Mobiltelefone Ein Ladegerät für alle

Das Chaos bei den Netzteilen von Handys hat ein Ende: Bis 2012 sollen die meisten Mobiltelefone ein einheitliches Ladegerät bekommen, versprechen die Hersteller

Es ist ein heilloses Durcheinander: Wer sein Handy wechselt, braucht meist auch ein komplett anderes Ladegerät. Allein in der EU gibt es für die rund 500 Millionen Handys etwa 30 verschiedene Steckersysteme. Selbst unterschiedliche Modelle desselben Herstellers lassen sich oft nicht mit einem einheitlichen Adapter aufladen.

Damit soll jetzt Schluss sein. Wenige Tage nachdem die EU-Kommission eine Regulierung angekündigt hat, beugen sich die führenden Hersteller dem Druck aus Brüssel. "Bis zum Jahr 2012 wird die Mehrzahl der Handys mit einem standardisiertem Ladegerät ausgeliefert", sagte der Chef des Mobilfunkverbandes GSM Association (GSMA), Rob Conway auf dem Mobile World Congress in Barcelona. Industriekommissar Günter Verheugen (SPD) hatte zuvor in einem Interview mit der Deutschen Welle gesagt, die Europäische Union werde die Hersteller notfalls dazu zwingen, einheitliche Ladegeräte anzubieten, um die Umwelt zu entlasten.

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An der in Barcelona vorgestellten Initiative beteiligen sich nun 20 der bedeutendsten Hersteller, teilte die GSMA mit. Anfang März werden sich unter anderem Nokia, Samsung, Motorola, LG und Sony Ericsson zu ersten Gesprächen treffen. Auch Netzbetreiber wie etwa T-Mobile, Vodafone, AT&T, Orange und Telefónica/O2 stünden hinter dem Plan.

Im Vergleich zu derzeit verwendeten Netzteilen sollen die neuen Ladegeräte auch weniger Energie benötigen. Der Bedarf würde sich um die Hälfte verringern, sagte Conway. "Das wird Millionen Tonnen von Treibhausgas im Jahr sparen", sagte Conway.

Das neue Standard-Ladegerät soll auf der Basis des technischen Standards MicroUSB an die künftigen Handys angeschlossen werden können. Viele Smartphones nutzen diese Technik bereits. Mit diesen Mobiltelefonen kann der Benutzer etwa E-Mails verschicken und im Internet surfen.

Die Entwirrung des Netzteil-Chaos scheint dringend nötig: Die Branche schätzt, dass pro Jahr 50 bis 80 Prozent der verkauften Handys Austausch-Geräte sind, mit denen die Verbraucher ihre bisherigen Mobiltelefone ersetzen. Künftig bräuchten sie nun kein neues Ladegerät mehr.

 
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