UN-Bericht über Menschenhandel Moderner Sklavenhandel blüht
Hunderttausende Frauen und Kinder werden weltweit als Sexsklaven verkauft. Andere werden zur Arbeit gezwungen oder für den illegalen Organhandel missbraucht.

© NICOLAS ASFOURI/AFP/Getty Images
Eine drogensüchtige Prostituierte in in Phnom Penh. Kambodscha macht Fortschritte in der Bekämpfung von Menschenhandel, doch das Land tut noch zu wenig dagegen
“Wir sehen nur die Spitze des Eisbergs”, warnte der Direktor der UN-Organisation gegen Drogen- und Menschenhandel (UNODC), Antonia Maria Costa in New York als er den internationalen Untersuchungsbericht “Trafficking in Persons” vorstellte.
“Die Zahlen werden sicher noch steigen, weil die Wirtschaftskrise das Reservoir potenzieller Opfer und die Nachfrage nach billigen Waren und Dienstleistungen noch erhöht”, sagte er.
Dem Bericht zufolge ist sexuelle Ausbeutung mit 79 Prozent die häufigste Form des modernen Menschenhandels, gefolgt von Zwangsarbeit mit 18 Prozent. Fast ein Fünftel der Opfer sind Kinder, in manchen Regionen wie West Afrika sind fast ausschließlich Minderjährige betroffen.
“Die feinen Finger der Kinder werden missbraucht, um Fischernetze zu knüpfen, Luxuskleider zu nähen oder Kakaobohnen zu ernten. Ihre Unschuld wird für Bettelaktionen, Prostitution und Kinderpornografie ausgenutzt”, sagte Costa. Kleine Jungen müssten als Kindersoldaten den Umgang mit einem Gewehr lernen, ehe sie lesen könnten.
Der UN-Experte forderte ein schärferes Vorgehen gegen diese Art von Kriminalität. 40 Prozent der insgesamt 155 untersuchten Länder hätten keine einzige Verurteilung wegen Menschenhandel gemeldet. “Viele Regierungen leugnen die Tatsache der modernen Sklaverei”, kritisierte er. “Entweder sind diese Länder blind für das Problem oder schlecht vorbereitet, es anzupacken - oder beides.”
Viele Formen des Menschenhandels seien auch nicht ausreichend dokumentiert. Der Bericht stellt fest, dass Daten und ein globales Verständnis für das Problem fehlten. Im Vergleich zum Drogenhandel etwa, wo man inzwischen genau wüsste, wie es um Produktion, Konsum oder Handel aller möglicher Sorten von Drogen in unterschiedlichen Ländern stünde.
Den Menschenhandel müsse man genauso differenziert kennen, um adäquat reagieren zu können. Wenn eine Mutter in Asien ihre minderjährige Tochter verkauft, dann hat das andere Gründe als die, aus denen ein afrikanischer Vater seinen Sohn an die Kindersoldaten verliert. Ein bettelndes Kind in Europa lebt unter anderen Bedingungen als eines in einem Bordell in Asien.
Auffallend häufig sind bei der Sex-Sklaverei Frauen nicht nur Opfer sonder auch die Täter. In Osteuropa und Zentralasien stellen sie dem Bericht zufolge 60 Prozent der einschlägig Verurteilten. “In diesen Ländern ist es die Norm, das Frauen mit Frauen handeln”, so Costa. “Es ist schockierend, dass frühere Opfer selbst Täter werden.” Frauen werden viel häufiger Sklavenhändlerinnen als dass sie andere Verbrechen begehen. Häufig findet der Menschenhandel im eigenen Land statt. Im reichen Europa jedoch kommen die Opfer meist aus anderen Teilen der Welt.
Im Jahr 2003 war eine Vereinbarung der Vereinten Nationen gegen Menschenhandel in Kraft getreten. Sie ist inzwischen von 125 der 155 untersuchten Länder unterschrieben. Viele Länder, besonders in Afrika, hätten jedoch nach wie vor nicht die Rechtsmittel zur Ahndung der Delikte, heißt es in dem Bericht.
- Datum 16.02.2009 - 17:28 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, ps
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Wann und warum hat sich das Bewustsein bei uns entwickelt, dass Sklaverei böse ist?
Hat dieser Prozess in 80% der Welt stattgefunden und ist von den Menschen dort Teil ihrer Kultur geworden? Nein.
Sklaverei ist nach Prostitution (oder nach diesem Artikel vor) das älteste Gewerbe.
Die heutigen Diskussion bei uns um die Entschädigung von Managern geht in eine ähnliche Richtung. Wie kann es sein, dass ein einzelner Angesteller der gleichen Firma mit 10 Millionen Euro soviel verdient, wie eine Fabrik mit 300 Arbeitern und einem Lohn von 33K im Jahr.
In Wahrheit sind die 10 Millionen deutlich untertrieben, es kommen noch Spesenvergüttung, Chauffeure, Hotels, Kongresse und Empfänge hinzu.
Wann und warum hat sich das Bewustsein bei uns entwickelt, dass Sklaverei böse ist?
Hat dieser Prozess in 80% der Welt stattgefunden und ist von den Menschen dort Teil ihrer Kultur geworden? Nein.
Sklaverei ist nach Prostitution (oder nach diesem Artikel vor) das älteste Gewerbe.
Die heutigen Diskussion bei uns um die Entschädigung von Managern geht in eine ähnliche Richtung. Wie kann es sein, dass ein einzelner Angesteller der gleichen Firma mit 10 Millionen Euro soviel verdient, wie eine Fabrik mit 300 Arbeitern und einem Lohn von 33K im Jahr.
In Wahrheit sind die 10 Millionen deutlich untertrieben, es kommen noch Spesenvergüttung, Chauffeure, Hotels, Kongresse und Empfänge hinzu.
BTW: Solange die Zinswirtschaft nicht verboten wird, gibt es die perfideste Art von Sklaverei immer noch.
Schade das der Artikel nicht die Missstände bei uns thematisiert. Was ist mit den x-tausend Sexskavinnen die bei uns zur Prostitution gezwungen werden?? Mag sein, dass diese von ausländischen Sklavenhändlern nach Deutschland geschleppt werden, aber wer zur Hölle missbraucht die Frauen/Mädchen den hierzulande??!
Was ist mit den Waren, die von Kindersklaven weltweit hergestellt werden und bei uns massenweise verkauft werden? Ich wette darauf, dass jeder von uns solche Produkte oder Teile davon im eigenen Hause stehen hat.
Menschen werden im Ausland ausgeweidet und die Organe verhökert - unter anderem an wohlhabende Westler, wie uns.
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