Deutschland - Norwegen Mehr Ärger war selten
Vor dem Spiel war die Freude groß: Ballack und sein Mittelfeld-Abräumer Frings waren erschienen, Joachim Löw in Verzückung zu versetzen. Aber es endete im Pfeifkonzert
Alles, aber auch alles deutete auf einen behaglichen Abend hin. Während der Wind draußen schneenasse Wolken über den Rhein trieb, herrschte drinnen in der Arena Wohnzimmeratmosphäre. Gut und gerne 18 Grad in dem nach oben geschlossenen Stadion zu Düsseldorf – und damit der Wohltaten nicht genug. Michael Ballack und sein Mittelfeld-Abräumer Torsten Frings waren erschienen, zum ersten Mal seit dem denkwürdigen Europameisterschafsfinale im Sommer 2008 wieder aufgeboten, um alle Freunde der Deutschen Nationalmannschaft in Verzückung zu versetzen.
Auch schien Norwegen, der Gegner dieses ersten Testspiels des Jahres 2009, alles andere als unschlagbar. Die Männer aus dem Land der Elche mussten auf John Arne Riise vom AS Rom verzichten, den Fels in der Verteidigung, kurzum: die Sache schien machbar.
Die erwartungsvollen Augen von 45.000 Zuschauern ruhten wohlgefällig auf einer Mannschaft, die sich zur Nationalhymne wie gewohnt unterhakte. Einmal mehr war Piotr Trochowski, das große, kleine Fußballgenie vom Hamburger SV, in diesem feierlichen Moment der Statur nach von den Düsseldorfer Balljungen kaum zu unterscheiden. Doch wer in sein Gesicht sah, der verspürte den einen Gedanken: Achtung Norwegen, wir kommen!
Und dann das. Beispiel Mario Gomez. Der Stuttgarter wäre an diesem Mittwoch besser im Bett geblieben. Der Mann mit der Rückennummer "9", das war schnell klar, stand an diesem Abend für die melancholische Fußballweisheit: "Erst hatte ich kein Glück, und dann kam auch noch das Pech dazu.“ Und was für Gomez galt, galt eigentlich auch für alle anderen. Schweinsteiger wurde gelegentlich in der Nähe des gegnerischen Strafraums gesehen, ebenso wie Klose, wie später sein Ersatzmann, der Leverkusener Patrick Helmes. Der Stürmer Helmes war in der Hinrunde der Bundesliga-Saison bester Torjäger seines Klubs – gegen die Skandinavier wirkte er wie Mann, der sich in der Tür geirrt hatte.
Längst können die Treuesten der Treuen auf den Rängen die La-Ola-Welle nur noch mit großer Mühe voran zubringen. Zum Ende der ersten Halbzeit beginnt die Stimmung zu kippen. In der 63. Minute ist es passiert, Christian Grindheim trifft, 1:0 für die Gäste.
Wo ist eigentlich Bundestrainer Joachim Löw? Schwarz gewandet steht er in der sogenannten Coaching-Zone und verrichtet Trauerarbeit. "Komm, komm, komm!“ Wie oft hat diese Losung schon gewirkt! "Komm, komm, komm!" Wie oft hat der Trainer mit diesem barschen Kommando Kräfte freigesetzt und Spiele gedreht! Aber heute? Seine Arme rudern, seine Zähne malmen. Insgesamt sechs Spieler wechselt Löw in diesem Freundschaftsspiel ein, jeder seiner Leute, der das Feld verlässt, wird mit ausführlichen Pfiffen bedacht. Lediglich Mesut Özil, der sich jüngst entschied, für Deutschland Fußball zu spielen und nicht für die Türkei, erhält einen kleinen Applaus.
- Datum 12.02.2009 - 12:44 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 8
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







An der Mannschaft lag es nicht! Was will man denn auch erwarten, wenn die Eintrittskarten zu Schleuderpreisen im zweistelligen Eurobereich verkauft werden? Davon bleibt doch nichts bei den Spielern! Wer die Bälle aus Armut selber aufpumpen muss, der hat eben keine Luft mehr, um über den Rasen zu rennen.
Da müssen sich die Zuschauer schon an die eigene Nase fassen oder sich selber auspfeifen! Discountfussball-nein Danke! Geiz schadet dem deutschen Fussball! Mehr Netto!
deshalb, eben weil sie noch bestimmt sehr erfolgreich sein wird.
das Foto von Volker Hartmann für den oben stehenden Artikel ist nicht gerde eine Superbombe und Glückstreffer in Bezug auf den goldenen Auslöser. Es zeigt einen dunkelhaarigen bzw. dunklen Mann wie von einer Videokamera überwacht, der möglicherweise irgendetwas im Schilde führt; die Hände unklar im Gestus. Soll diese Art Fotos zu schießen etwa die zukünftige Elite der Pressefotos sein? Ohhhhhhhhhhhhhhhhhhh........
Dass der Loew in schwarz auftritt, war schon in Ordnung. Doch fuer dass Begraebnis haette er doch besser auch einen Zylinder und die Handschuhe
fuer das Tragen des Sarges mitgebracht.
Stimmt auch! Hut ab.
Stimmt auch! Hut ab.
Stimmt auch! Hut ab.
Ich habe das Spiel nicht gesehen, aber es sieht so aus als wenn die Spieler indirekt gegen das System Loew meutern, das da heisst: Jeder ist ersetzbar, jeder muss immer um seinen Stammplatz kaempfen und hat mindestens einen Konkurrenten auf seiner Position. Dieses Konzept setzt die Nationalspieler dauernd unter Druck, und auf dem Papier scheint das Konzept gut. Allerdings versagt es, wenn sich die Spieler in eine Art kollektive Verweigerung steigern - angefuehrt von den erfahreneren Spielern. Diese Spieler sich ihreres Wertes und ihres Koennens bewusst, und empfinden einen Konkurrenzkampf auf niedriger Stufe iindirekt als beleidigend. Es ist sogar so, das die aelteren Spieler den juengeren etwas beibringen sollen und ja auch wollen. Dies ist aber nur in einer Atmospaehre der Gemeinschaft, des Teams moeglich, nicht in einer in der standiges Konkurrenzdenken gefragt ist. Ist der Theoretiker und Taktiker Loew der Mann, um die richtige Balance zwischen Gemeinschaft und Konkurrenz zu finden? Ich glaube, er muss sich noch anstrengen, und aus seinem Schmollwinkel herauskommen, ansonsten werden wir noch mehr solch langweilige Spiele sehen. Es sprach 'Bundestrainer' Kiki.
Man könnte den Verdacht haben, dass viele deutschen Nationalspieler schon wieder glauben, sie gehörten zu den Großen ihrer Branche. Das wäre dann eine Fehleinschätzung. Und wird auf dem Spielfeld gnadenlos bestraft! Die Norweger haben sich in den 90 Minuten mehr Chancen 'rausgespielt als die deutsche Mannschaft. Und ihnen wurde vom Schiri sogar noch ein berechtigter Elfmeter vorenthalten.
Nein, wenn die deutschen Spieler nicht Volldampf geben und an ihre Leistungsgrenze gehen, bekommen sie Schwierigkeiten. Gegen viele Gegner!
Formloses »Gebilde«
Adler läuft seiner Form genau so wie den Bällen hinterher. Tasci, Beck und Hinkel - na, ja. Mertesacker: nach wie vor jung und zu langsam. Schweinsteiger kommt zur Zeit auch nicht über das Mittelmaß hinaus. Trochowski kann mehr - muss das aber auch zeigen. Ballack ist ebenfalls nur Mitläufer. Er müsste eigentlich die Mannschaft durch seine Leistung und Gestik mitreissen! Und Frings ist nur noch der Schatten sonnigerer Tage. Gomez stolpert mehr... als dass er spielt. Helmes fiel auch nicht positiv auf. Klose - zu brav, zu unauffällig.
Ach, ja: Philip Lahm war ganz gut. Aber auch er hat international schon wesentlich mehr gezeigt.
Des Trainers Worte sollten demnächst nicht so schön ausfallen wie sein Outfit!
Sorry, Fußball spielt man um zu gewinnen. Egal ob Privat, im Amateurverein oder im Profifußball.
Dieses "gewinnen wollen" ging mir in diesem Spiel bei der Deutschen Manschaft total ab. Der Gegner schießt ein Tor, geht in Führung? Ist ja egal, ist ja nur ein TESTSPIEL. Da macht es ja auch nichts, daß der Gegner im Ranking auf gefühltem Platz 1000 steht und 2008 kein einziges Spiel gegen Niemanden gewinnen konnte. Ist ja nur ein TESTSPIEL.
Laßt diese Spieler bitte erst wieder auf den Platz, wenn sie denn Sinn eines Fußballspiels begriffen haben.
Zetti
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren