Rote Khmer-Prozesse Pol Pots Schlächter vor Gericht

Kaing Guek Eav, genannt Duch, war Gefängnisdirektor und soll die Folter und Tötung von mindestens 12.380 Menschen verantwortet haben. Heute beginnt sein Prozess

Angeklagt wegen Mord und Folter zur Zeit des Terrorregimes der Roten Khmer: Kaing Guek Eav, genannt Duch, heute  66- Jahre alt

Angeklagt wegen Mord und Folter zur Zeit des Terrorregimes der Roten Khmer: Kaing Guek Eav, genannt Duch, heute 66- Jahre alt

Fast genau 30 Jahre nach dem Sturz des Pol-Pot-Regimes ist Gefängniskommandeur Duch vor Gericht gestellt worden. Vor dem national und international besetzten Gremium in Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas, muss er sich für Verbrechen der Khmer-Rouge-Ära verantworten. Etwa zwei Millionen Menschen fielen zwischen 1975 und 1979 dem Terror der Roten Khmer zum Opfer.

Duch war Leiter des Hauptquartiers der Geheimpolizei (Santebal) der Kommunistischen Partei von Kampuchea (CPK), genannt S21. Das wurde im Oktober 1975 eingerichtet und unterstand direkt dem Zentralkomitee der Partei. In der ehemaligen Höhere Schule Pohna Yat Lycéé von Phnom Penh wurden, so die Anklage, unter der Leitung von Duch wenigstens 12.380 Menschen gefoltert und getötet, Abertausende von erpressten Geständnissen, Tausende Fotos der Opfer und Leichen, ihre Knochen, Schädel, Kleiderreste auf dem Exekutionsgelände von Choeng Eak ("Killing Fields") vor der Stadt geben Zeugnis der Gräueltaten.

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Das Khmer-Rouge-Tribunal wurde eingerichtet, nachdem die kambodschanische Regierung 1997 die Vereinten Nationen offiziell um Hilfe bei der Verfolgung der Khmer-Rouge-Verbrechen ersucht hatte. Im Jahre 2001 hat die Nationalversammlung Kambodschas ein Gesetz erlassen, das die Einrichtung eines außergewöhnlichen Gerichtes im Rahmen der kambodschanischen Gerichtsbarkeit erlaubte – Extraordinary Chamber s in the Courts of Cambodia for the Prosecution of Crimes Committed during the Period of Democratic Kampuchea (ECCC). In den verschiedenen Kammern arbeiten internationale und kambodschanische Richter zusammen. Das Verfahren kostet rund 20 Millionen Dollar im Jahr, 35 Länder haben sich an der Finanzierung beteiligt, die ab diesem Monat eines Anschlusses bedarf.

Leser-Kommentare
  1. Auch wenn es lange dauerte. Es ist als Erfolg zu werten, das ein vielfacher Mörder vor Gericht gestellt wird. Hoffen wir trotzdem auf ein faires Verfahren.
    Gleichzeitig sollte dies Mahnung sein an die, die heute noch hoffen, für Ihre Verbrechen an der Menschwürde ungeschoren davonzukommen. Sicher wird Herr Bush wegen Guantanamo deswegen nicht schlechter schlafen. Aber vielleicht gibt es mal eine Zeit, in der auch solcher Machtmißbrauch verfolgt und bestraft wird.

    • Moni M
    • 17.02.2009 um 15:48 Uhr

    Den Reflex Bush auf Pol Pot dürften die meisten gehabt haben, die in der andauernden Propaganda der Usland-treuen Medien noch nicht unter Realitätsverlust leiden.

    Was Vater und Bengel Bush im Irak angezettelt haben, ist um keinen Deut besser als die Genozide in anderen Regionen der Welt.
    Nur weil man mit ferngesteuerten Bomben gleich ganze Dorfgemeinschaften in Stücke fetzen kann ohne einen Spritzer Blut oder Hirn abzubekommen, ist es doch strukturell die selbe Art sadistischer Schlächterei wie in Fernost oder Afrika. Abu Ghreib hat das bewiesen.
    Und erst recht die leidenschaftlichen Massaker ("Rache"!!) der Israelis an wehrlosen Palästinensern!

    Es ist widerwärtig, diese doppelte Moral samt ihrem Triumpfgeschrei in den linientreuen Medien anschauen zu müssen.

    Im Gegenteil! Wenn man auch nur Themen wie die von Churchill noch 1919 organisierte Aushungerung der Deutschen, bei der Hunderttausende Kinder ums Leben kamen, und die bezeichnenderweise kaum Publizität erlangt hat, zur Sprache bringt, dann tönen diese Berufsklitterter was von "Revisionismus", unerlaubter Schuldaufrechnung etc..

    Eine feine Art von Meinungsmache. Wes Brot ich ess, .... Nicht wahr?

  2. Pol Pot ist Kommunist gewesen - bei den Toten und dem Leid für dieses System schaut die verehrte ZEITleserschaft gern einmal weg. Nichts mit Betroffenheit - die Leute sind ja für eine "gute" Sache gestorben.

  3. Wenn Pol Pot ein Kommunist gewesen sein soll können wir den Kommunismus als grosse Hoffnung für die Zukunft getrost ad acta legen. Im Kern war Pol Pot ein Massenmörder wie viele vor und nach ihm. Hitler war bedeutend effektiver in seiner Mordlust als er.
    Die Geschichte ist voll von Vorfällen dieser Art. Der Mensch ist von Zeit zu Zeit des Menschen Wolf. Gott sei Dank sind das nur Ausnahmezustände in der Geschichte - ansonsten könnte man die Hoffnung für diesen Planeten aufgeben.

  4. genau so lange dauern wie die Vorbereitungen dazu denn sterben die Angeklagten lange bevor ein Urteil gefaellt wird. Aber darum geht es hier wohl ...Zeit zu gewinnen.

    • Anonym
    • 18.02.2009 um 0:56 Uhr

    Die schwersten der Verbrechen beider, wurden in deren Anfangszeiten ihrer Macht verübt und beide nannten sich Bolschewik, Kommunist, oder wie auch immer.
    Beide haben Millionen töten lassen und das aus niederen Beweggründen.
    Es zeigt, dass der Wahnsinn überall ein Zuhause hat und diese Wahrheit ist so alt, wie die Menschheit selbst.
    Leider ist der Haupttäter und Massenmörder Pol Pot nie zur Rechenschaft gezogen worden, alle durften die Ungerechtigkeit erleben, dass er friedlich in seinem Bett sterben durfte.

    Herzlichst
    Auf ein Wort

  5. 30 Jahre ist das her. Selbst wenn Kaing Guek Eav heute lebenslänglich kriegt - wer kann da noch von Gerechtigkeit sprechen? Wer findet dadurch noch seinen Frieden wieder?

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    • Anonym
    • 18.02.2009 um 13:40 Uhr

    können wir ja unsere eigene Vergangenheit ad acta legen.
    So ziehen wir einen Schlussstrich unter aller Vergangenheit, vielleicht beruhigt das auch die Diskussionen im Forum.

    Herzlichst
    Auf ein Wort

    • Anonym
    • 18.02.2009 um 13:40 Uhr

    können wir ja unsere eigene Vergangenheit ad acta legen.
    So ziehen wir einen Schlussstrich unter aller Vergangenheit, vielleicht beruhigt das auch die Diskussionen im Forum.

    Herzlichst
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    • A.DOM
    • 18.02.2009 um 10:46 Uhr

    aber wir können ablesen wielange es dauert bis eine "weltgemeinschaft" bereit ist solche grausamkeiten zu ahnden, doppelweh bush z.b. hat also nicht mehr viel zu fürchten...

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    • Moni M
    • 18.02.2009 um 12:50 Uhr

    "Doppelweh", ist gut!

    Solange der frei rum läuft, soll mir keiner kommen und wegen fehlender "Gerechtigkeit" winseln.

    Der nächste Kandidat ist Obama, der die kolonialistische Schlächterei in Afghanistan noch forciert. Hat wohl der militärisch-industrielle Komplex schon angerufen im ovalen Büro?

    • Moni M
    • 18.02.2009 um 12:50 Uhr

    "Doppelweh", ist gut!

    Solange der frei rum läuft, soll mir keiner kommen und wegen fehlender "Gerechtigkeit" winseln.

    Der nächste Kandidat ist Obama, der die kolonialistische Schlächterei in Afghanistan noch forciert. Hat wohl der militärisch-industrielle Komplex schon angerufen im ovalen Büro?

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