Live-Blog Uefa-Cup Zenit St. Petersburg - VfB Stuttgart 2:1
Thomas Hitzlsperger wollte mit seinen Stuttgartern den russischen Titelverteidiger besiegen, hat nicht ganz gereicht. Lesen Sie den Live-Report des Spiels nach
18:01 Moin, moin an alle angeschlossenen Funkhäuser.
18:07 Heute wird der Uefa-Cup spannend, das Vorrundengeplänkel mit dem dämlichen Modus liegt hinter uns: Drei von fünf Teams qualifizierten sich für die K.o.-Runde, also das Sechzehntelfinale. Stuttgart und Bremen haben es mit großen Hürden zu tun: Titelverteidiger Zenit St. Petersburg und AC Mailand. Wolfsburg spielt in Paris, der HSV in Nijmegen. Hertha und Schalke sind bereits auf der Strecke geblieben und können heute fernsehen. Bei Bremen weiß man nie, aber für die Stuttgarter sollte es wohl nicht reichen (ich darf das sagen, ich bin VfB-Fan). Auch wenn in Russland die Liga noch nicht spielt, auch wenn Arshavin zu Arsenal gewechselt ist - St. Petersburg ist ein internationales Spitzenteam. Andererseits haben sie sich in der Champions League nicht durchgesetzt (in der Gruppe mit Juventus Turin und Real Madrid), und in Premjer Liga musste man einem Außenseiter den Vortritt lassen: Rubin Kazan.
Ein Hinweis an alle (beiden) Stammleser: Ich blogge heute mal andersrum, also den aktuellsten Beitrag nach unten. Es geht los. Mit einem gelben Ball.
2' Tor für St. Petersburg 1:0 Huszti Was für ein Horrorbeginn für den VfB! Der linke Verteidiger Ludovic Magnin schiebt zu weit nach innen, sein Gegenspieler Semschow kommt aus vierzehn Metern frei zum Schuss. Keeper Lehmann kann noch abwehren, doch den Nachschuss kann Huszti einnetzen. Der Ex-Hannoveraner, der erst vor wenigen Wochen gewechselt ist. In der Bundesliga ist er selten aufgefallen.
10' Der Portugiese Danny gibt der rechten Abwehrseite der Stuttgarter Rätsel auf. Schon das Tor hat er eingeleitet, inzwischen ist er schon drei Mal zur Grundlinie durchgekommen. Andererseits, auch die andere VfB-Abwehrseite wirkt nicht sicherer. Hoffentlich wirds nicht wieder ein 1:5 wie vor drei Wochen im Pokal gegen Bayern. Denken muss man bereits jetzt auch an das 0:4 der Bayern im Uefa-Cup-Halbfinale 2008. St. Petersburg wirkt technisch klar überlegen - und das auf einem "Rasen", den ich zuletzt in Oberquembach ... alles über den Haufen, was juckt mich mein Gerede, denn
15'Tor für Stuttgart 1:1 Gomez Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld entschließt sich Gomez, also der Stuttgartgomez, nicht der Nationalmannschaftsgomez, den Ausgleich zu machen. Drängt zum Strafraum und macht einen echten Stürmer-Move: zieht den Ball parallel zum Strafraum und schießt - und das in einer flüssigen Bewegung, wie ein guter Tischfußballmittelstürmer. Rummenigge konnte und kann das noch immer (guckst du hier bei 1:45) hervorragend. Keeper Malafejew leidet zudem am grassierenden Bahnschranken-Fieber, und so kann Gomez' Linksschuss aus siebzehn Metern das Ziel finden.
29' Der Ausgleich war ein Wirkungstreffer, Zenit bleibt inzwischen schon im Mittelfeld hängen. Dem VfB ist es gelungen, den Gegner (um im Bild zu bleiben) in den Clinch zu zwingen. #Nickligkeiten
Gomez ragt heraus. Im Angriff und beim Grätschen.
37' Geht ordentlich zur Sache. Lehmann hat beim Eckball Danny am Ohr gezogen. Kurz später hat Lanig den Petric gemacht und sich seinen Gegenspieler Anjukow mit einer "Rückhand" vom Leib gehalten. Lanig hat schon Gelb, Schiri hats nicht gesehen. Glück gehabt.
Tor für St. Petersburg 2:1 Timoschtschuk Durch Privatduelle mit Gomez gereizt, legt der künftige Bayern-Spieler seine Wut in einen Achtzehnmeterschuss, halbrechte Position, der im Stuttgarter Giebel einschlägt. Das Tor fiel wie der Ausgleich unangekündigt, dazu drei Sekunden, nachdem die zweiminütige Nachspielzeit abgelaufen war.
Zwischenfazit: Gemessen an den Ackerverhältnissen ein gutes Match. Anfangs sah es so aus, als könnte St. Petersburg die Stuttgarter zerzausen. Doch der Ausgleich, Stuttgarts sehr harte Art und der ganz starke Gomez gingen den Russen auf den Zahn, motivierte sie aber auch zum 2:1. Viel Gift im Spiel mit Revanchehandlungen: Danny mit Lehmann, Sirl mit Hilbert, Gomez mit Timoschtschuk, der heute nicht wie erwartet Lothar Matthäus' Kapitänsbinde trägt. Matthäus ist übrigens Timoschtschuks Vorbild. Das ist jetzt nicht unbedingt etwas, womit man bei Jürgen Klinsmann punktet.
50' Leider hat Stuttgart nur einen Gomez. Sein Sturmpartner "Gelbfuß" Marica mit einer Rückgabe auf Malafejev. Kurz zuvor wurde Progrebnijak, am Boden liegend, von einem Mitspieler angeschossen. Gefahr vor beiden Toren, vor allem vor dem Stuttgarter.
Lehmann goes Kahn. Reißt seinem Abwehrspieler Boulahrouz das Stirnband vom Kopf. #Führungsspieler #aggressive leader
69' Stuttgart gelingt es in den vergangenen zehn Minuten einigermaßen, die Gegner vom Tor wegzuhalten. Aber die Petersburger sind die schnellere und genauere Mannschaft. Und sie sind auf ein drittes Tor aus. Boka wird für Khedira eingewechselt, Zenit spielt noch mit der ersten Elf. Nein, jetzt kommt Stürmer Tekke für Syrianow.
Auf den Latten liegt Schnee, etwa acht Zentimeter, eben schüttelte der Ball ein paar Flocken herunter. "Schneemann Lehmann", sagt der Reporter. Wetten, dass wir in irgendeiner Bilderstrecke (von RP Online oder so) ein Bild dieser Szene mit der Unterschrift finden: "Herr Lehmanns Gespür für Schnee"?! Auch mit Über-den/auf-dem-Zenit-Wortspielen in Agenturmeldungen und Lokalzeitungen ist natürlich wieder zu rechnen.
77' Marica geht, Nachwuchsstürmer Schieber kommt.
82' Saustark, Lehmann! Gibt den Libero zehn Meter außerhalb des Strafraums.
89' Gute, überraschende Ausgleichschance für Gomez. Im Strafraum schickt er seinen Gegenspieler ins Leere, doch Malafejev hält mit dem Knie.
92' Timoschtschuk bewirbt sich um die van-Bommel-Nachfolge bei seinem neuen Arbeitgeber: Mordssense gegen Hilbert. Ist mit Gelb gut bedient, aber fürs Rückspiel gesperrt.
Endstand 2:1 Gutes Spiel auf schlechtem Spielfeld, viele Szenen in beiden Strafräumen. Das Ergebnis entspricht gerechterweise den Spielanteilen. Teilweise sehr hartes und unfaires Spiel, auch abseits des Geschehens. Kaum zu glauben, dass am Ende noch 22 Spieler vom Feld gingen. Es scheint ein gutes Resultat für die Auswärtsmannschaft zu sein, doch wenn ich mir die Konterstärke der Petersburger so anschaue, geht der VfB als Außenseiter ins Rückspiel, in dem allerdings der ebenso kernige wie feine Kapitän Timoschtschuk fehlen wird. Auf Stuttgarter Seite war Gomez überragend, versetzte die russische Abwehr in Schrecken.
Jetzt gleich weiter mit Werder gegen Milan. Uefa-Cup 1/16-Final at its best.
- Datum 10.03.2009 - 17:57 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:









Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren