Bundeswehr Hilfe für traumatisierte Soldaten

Der Bundestag hat heute über Beratungsangebote für Soldaten beraten, die nach Auslands- und Kriseneinsätzen unter psychischen Problemen leiden

Verletzte Soldaten werden nach Deutschland evakuiert

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Die Fraktionen von Union, SPD, FDP und Grünen wollen erreichen, dass die Betreuung der Bundeswehrangehörigen bei posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) gestärkt und weiterentwickelt wird.

Die mittel- und langfristigen Folgen einer solchen Störung sind «oftmals Depressionen, Gereiztheit, Verschlossenheit oder auch Suchtprobleme. Je nach Ausmaß der Beschwerden kann dies auch bis zur Dienstunfähigkeit führen», heißt es im Bundestagsantrag. Mit einem Mix an internen und externen Behandlungsmöglichkeiten habe die Bundeswehr bisher zwar bereits gute Erfahrungen gemacht. Angesichts «steigender Fallzahlen und absehbarer zukünftiger Einsatzszenarien» müssten aber weitere Behandlungsmöglichkeiten geschaffen werden - darunter Anlaufstellen, an die man sich auch anonym und telefonisch wenden kann.

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Für die Einrichtung eines Forschungszentrums für traumatisierte Heimkehrer macht sich de r Psychologe und Oberfeldarzt Peter Zimmermann vom Bundeswehrkrankenhaus Berlin stark. «Die Betroffenen haben Schwierigkeiten, sich in ihr soziales Umfeld einzugliedern, sind reizbar und leiden unter den Erinnerungen, die ständig in ihnen hochkommen», sagte Zimmermann der «Frankfurter Rundschau». «Traumatisierte stehen unter Dauerspannung, sie brauchen ihre ganze Kraft, um die Erinnerungen zu unterdrücken.»

Der Vorsitzende des Bundeswehr-Verbandes, Ulrich Kirsch forderte erneut eine anonyme Telefon-Hotline für Betroffene. «Und wir verlangen ein Traumazentrum, in dem nicht nur behandelt wird, sondern auch geforscht wird», sagte der Oberstleutnant am Donnerstag im RBB-Inforadio. Gleichzeitig mahnte er, auch finanziell die Verantwortung für die Versorgung der Soldaten zu übernehmen: «Ein Land, das Soldaten in Einsätze wie nach Afghanistan schickt, darf aufs Geld hinterher nicht schauen, wenn es um die Behandlung der Verwundung an der Seele der Soldaten geht.»

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe (SPD), bemängelte, dass die Hilfen für traumatisierte Soldaten zu zögerlich auf den Weg gebracht worden seien . «Wer es einmal zu tun hatte mit diesen Soldaten, weiß, (...) dass hier ganz schnelle Hilfe gefordert ist», sagte er im Deutschlandfunk. Robbe gab zu bedenken, dass der Gang zum Psychiater nach wie vor stigmatisiert sei. «Das muss sich ändern, insbesondere in der Bundeswehr.»

Die Zahl traumatisierter Bundeswehrsoldaten hat sich nach Angaben des Verteidigungsministeriums binnen zwei Jahren vervierfacht. Nach Angaben von Minister Franz Josef Jung (CDU) leiden «knapp über zwei Prozent» der Afghanistan-Heimkehrer unter einem Trauma.

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