Wirtschaftskrise Alt-Europa lässt den Osten im StichSeite 2/2

Das Gefühl der Ohnmacht, des Ausgeliefertseins, ist in den östlichen und neuen EU-Staaten wohl am ehesten mit den Ängsten der Opel-Belegschaft in Bochum, Eisenach, Rüsselsheim vergleichbar, über deren Schicksal ganz weit weg, im fernen Detroit entschieden wird, wie beim antiken Gottesurteil. Die heimische Industrie, die heimischen Banken, der persönliche Kredit kommt in den neuen EU-Mitgliedsländern fast immer aus dem Westen. Was gestern als Segen empfangen wurde, wird nun als Fluch erlitten: Zumindest für die psychologische Seite der mitteleuropäischen Depression sollten die alten und großen EU-Staaten mehr Verständnis aufbringen und Fingerspitzengefühl zeigen.

Wer sich in solcher Lage nur selbst am nächsten ist, der wird bald erkennen, dass die Europäische Union dafür nicht gebaut ist. Der pure Egoismus zahlt sich unter ihrem Dach nicht aus, sondern kommt teuer zu stehen, weil fürs gemeinsame Wohlergehen, von Gemeinsinn nicht zu reden, selbst der Stärkste auf den Schwachen angewiesen ist.

Womit wir wieder bei der Frage sind, warum es im Kreis der 27 zwar eine ähnlich hohe Zahl von nationalen Rettungspaketen gibt, aber so gut wie keine europäische Strategie. Ist also mehr Europa nötig, oder ist womöglich weniger Europa denn eine starke nationale Aktion die richtige Antwort?

Derart prinzipiell konnte in der Vergangenheit gefragt werden. Da konnte mit einem gehörigen Schuss innerer Überzeugung für ein föderales oder lieber für ein Europa der Subsidiarität, für mehr Integration oder nur für mehr Kooperation gestritten werden. Spätestens im Angesicht dieser Krise kann sich die EU solchen Prinzipienstreit nicht länger leisten. Ein besseres Europa muss die Devise lauten. Und dazu gehören zuallererst ein geschärfter Blick und ein sensibler Sinn für die Nöte des Nachbarn.

 
Leser-Kommentare
    • TDU
    • 18.02.2009 um 17:34 Uhr

    Wenn Deutschland mit seiner Infrastruktur und seiner industriellen Tradition in der Erwirtschaftungs-Krise steckt, wie sollen diese Länder, die darüber nicht verfügen, in relativ kurzer Zeit das alles schaffen.

    Interessant ist, dass in der Zeit mal zu lesen stand, dass die meisten neuen Mitarbeiter der EU aus diesen Ländern kommen und sogar bevorzugt werden.

    Die Alt Europäer lassen überhaupt keinen im Stich. Die Alt-Länder leiden mittlerweile an den gleichen Problemen, zuviel Bürokratie, Gängelung und zu wenig Erwirtschaften. Und denen stehen sie mangels Erfahrung genauso hilflos gegenüber wie die Neu-Europäer ihren neuen Anforderungen. Die Lösung kann doch wohl nicht darin liegen, dass alle gleich arm werden. Damit ist gar keinem geholfen. Sonst haben die Skeptiker recht, die gegen die Beitritte waren mit dem Argument, dass die Schwachen die Starken anstecken und nicht das Umgekerte gilt.

  1. Na klar versinken die neuen Wirtschafts"freunde" nun im Sumpf aus Korruption (ein übel welches positive wie negative Aspekte jeder Gesellschaft wie zäher Schleim überzieht), Gier, Macht, Ausverkauf...

    Es war vor allem der Oppositions- und Gedankenlose Ausverkauf der bestehenden Infrastruktur welche diese Länder vor 20 jahren noch hatten. Diese hätten als Fundament für starke Binnenmärkte ausgebaut werden können. Doch dann kam die EU, dann kamen die Betrittswünsche (alls die Füllhörner noch voll waren) und alles wurde auf die Neoliberalen Wirtschafts und demzufolge auch Gesellschaftsregeln umgebaut...

    Was wurde da nicht alles im Namen der EU Liberalisierungs- und Wettbewerbsregeln verkauft... Industrien, Gesundheitswesen, Transport, Banken, Bildungssysteme... nun stehen diese Länder mit nicht's da. Nicht's bedeutet in diesem Kontext, das alles was irgendwie Profite abwerfen könnte unter Ausländischer Kontrolle ist...

    Diese Länder haben nur noch vernachlässigbare eigene Einkommensquellen. Die Profite aus den Ausverkauften Industrien werden laufend Steuerbefreit (Nokia) an die Stammsitze der Mutterkonzerne überwiesen...

    Auch das ein Raub an Ländern, an Gesellschaften, an Menschen... da helfen auch die EU Subventionen nicht mehr viel...

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara

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    • Chali
    • 19.02.2009 um 7:20 Uhr

    Na klar versinken die neuen Wirtschafts"freunde" nun im Sumpf aus Korruption (ein übel welches positive wie negative Aspekte jeder Gesellschaft wie zäher Schleim überzieht), Gier, Macht, Ausverkauf...

    Warum auch sollte es denen besser gehen als uns?

    eben anschmieren lassen: das goldene Schaufenster des Westens war halt nur ein Schaufenster. Dahinter hockte der gierige Kapitalist und freute sich auf die Doofen.

    • Chali
    • 19.02.2009 um 7:20 Uhr

    Na klar versinken die neuen Wirtschafts"freunde" nun im Sumpf aus Korruption (ein übel welches positive wie negative Aspekte jeder Gesellschaft wie zäher Schleim überzieht), Gier, Macht, Ausverkauf...

    Warum auch sollte es denen besser gehen als uns?

    eben anschmieren lassen: das goldene Schaufenster des Westens war halt nur ein Schaufenster. Dahinter hockte der gierige Kapitalist und freute sich auf die Doofen.

  2. 3. Ungarn

    Da ich in Ungarn lebe und auch der Sprache mächtig bin, erlebe ich hautnah wie sich diese Krise auf Ungarn auswirkt. Der vorherige Kommentator hat recht, wenn er sagt, daß alles was " privatisiert " werden konnte, nämlich die lukrativsten Betriebe, die sogenannten Sahnestücke verscherbelt wurden, gegen den Willen des Volkes. Warnende Stimmen wurden nicht beachtet oder durch böse Tricks zum Schweigen gebracht. Dabei haben sich die Akteure schamlos bereichert, indem sie " Provisionen " in Millionenhöhe kassierten, oder unter dem Tisch die Hand aufhielten, Beispiele sind die Privatisierung der ungarischen Fluglinie Malev, des ungarischen Flugplatzes Ferihegy, der ungarischen Güterbahn usw. . Es ließe sich endlos fortsetzen. Jetzt ist der Kaiser nackt, aber glaubt noch in Seide gekleidet zu sein. Jedenfalls versucht Herr Gyurcsany das den Leuten glauben zu machen. Aber immer mehr sehen die Realität. Das Hauptproblem ist, daß man hier keinem Politiker der etablierten Parteien vertrauen kann, wie übrigens anderorts auch.

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    In diesem Zusammenhang sollte noch erwähnt werden, das besagter im übrigen "sozialistischer" Ministerpräsident Gyurcsány in den ´90er Jahren eben durch besagte Privatisationen zu einem der reichsten Männer Ungarns wurde, indem er eine Altus genannte Firma mit Sitz in Belgien gründete, über die er - alte Seilschaften aus seinen Zeiten als Vorsitzender des kommunistischen Jugendverbandes in der Vorwendezeit nutzend - ungarische Staatsbetriebe sehr billig aufgekauft und für viel Geld an westliche Investoren wieder verkauft hat.

    Es sollte einen daher auch nicht weiter verwundern, dass die aktuelle Regierung Gyurcsány auch Schwierigkeiten hat, der EU darüber Rechenschaft abzulegen, was genau mit dem Geld aus der ersten Hilfszahlung der EU aufgrund der Wirtschaftskrise genau geschehen ist und daher auch damit rechnen muss, die zweite Hilfszahlung nicht zu bekommen.

    Die Krise in Ungarn ist zu größten Teilen hausgemacht. Während unter anderer Regierung Ungarn das wirtschaftlich aufstrebendste EU-Beitrittsmusterland war, setzt die sozalistische MSZP die Arbeit ihrer kommunistischen Vorwendevorgängerin MSZMP nahtlos fort und führt das Land in den wirtschaftlichen Untergang, während sie sich selbst an landeigenen und EU-Geldern bereichert.

    Leider bestätigt sich immer mehr meine Meinung, dass die damalige Beitrittsrunde (Ungarn, Tschechien etc. ) mit Ausnahme Sloweniens ein großer politischer Fehler war, der fast ausnahmslos geopolitische Gründe hatte.

    In diesem Zusammenhang sollte noch erwähnt werden, das besagter im übrigen "sozialistischer" Ministerpräsident Gyurcsány in den ´90er Jahren eben durch besagte Privatisationen zu einem der reichsten Männer Ungarns wurde, indem er eine Altus genannte Firma mit Sitz in Belgien gründete, über die er - alte Seilschaften aus seinen Zeiten als Vorsitzender des kommunistischen Jugendverbandes in der Vorwendezeit nutzend - ungarische Staatsbetriebe sehr billig aufgekauft und für viel Geld an westliche Investoren wieder verkauft hat.

    Es sollte einen daher auch nicht weiter verwundern, dass die aktuelle Regierung Gyurcsány auch Schwierigkeiten hat, der EU darüber Rechenschaft abzulegen, was genau mit dem Geld aus der ersten Hilfszahlung der EU aufgrund der Wirtschaftskrise genau geschehen ist und daher auch damit rechnen muss, die zweite Hilfszahlung nicht zu bekommen.

    Die Krise in Ungarn ist zu größten Teilen hausgemacht. Während unter anderer Regierung Ungarn das wirtschaftlich aufstrebendste EU-Beitrittsmusterland war, setzt die sozalistische MSZP die Arbeit ihrer kommunistischen Vorwendevorgängerin MSZMP nahtlos fort und führt das Land in den wirtschaftlichen Untergang, während sie sich selbst an landeigenen und EU-Geldern bereichert.

    Leider bestätigt sich immer mehr meine Meinung, dass die damalige Beitrittsrunde (Ungarn, Tschechien etc. ) mit Ausnahme Sloweniens ein großer politischer Fehler war, der fast ausnahmslos geopolitische Gründe hatte.

  3. In diesem Zusammenhang sollte noch erwähnt werden, das besagter im übrigen "sozialistischer" Ministerpräsident Gyurcsány in den ´90er Jahren eben durch besagte Privatisationen zu einem der reichsten Männer Ungarns wurde, indem er eine Altus genannte Firma mit Sitz in Belgien gründete, über die er - alte Seilschaften aus seinen Zeiten als Vorsitzender des kommunistischen Jugendverbandes in der Vorwendezeit nutzend - ungarische Staatsbetriebe sehr billig aufgekauft und für viel Geld an westliche Investoren wieder verkauft hat.

    Es sollte einen daher auch nicht weiter verwundern, dass die aktuelle Regierung Gyurcsány auch Schwierigkeiten hat, der EU darüber Rechenschaft abzulegen, was genau mit dem Geld aus der ersten Hilfszahlung der EU aufgrund der Wirtschaftskrise genau geschehen ist und daher auch damit rechnen muss, die zweite Hilfszahlung nicht zu bekommen.

    Die Krise in Ungarn ist zu größten Teilen hausgemacht. Während unter anderer Regierung Ungarn das wirtschaftlich aufstrebendste EU-Beitrittsmusterland war, setzt die sozalistische MSZP die Arbeit ihrer kommunistischen Vorwendevorgängerin MSZMP nahtlos fort und führt das Land in den wirtschaftlichen Untergang, während sie sich selbst an landeigenen und EU-Geldern bereichert.

    Leider bestätigt sich immer mehr meine Meinung, dass die damalige Beitrittsrunde (Ungarn, Tschechien etc. ) mit Ausnahme Sloweniens ein großer politischer Fehler war, der fast ausnahmslos geopolitische Gründe hatte.

    Antwort auf "Ungarn"
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    Danke Diabolos, ich wollte nur nicht zu konkret werden. Es stimmt, der jetzige Ministerpräsident war in der Vorwendezeit Sekretär des Jugendverbandes KIS und nachdem er die Gelder dieser Jugendorganisation in die Schweiz transferiert hatte ging er ein paar Jahre auf Tauchstation, baute aber im Untergrund am Netzwerk, um neu aufzuerstehen. Die Gelder wurden zurücktransferiert, aber in die eigene Tasche. Das war der Grundstock für sein heutiges Imperium. Er gründete Firmen in Slowenien, Bulgarien, Kroatien, Rumänien usw.. So funktionierte die Geldwäsche der Provisionen und der schwarzen Gelder. Aber den Komissaren in Brüssel war dieser Politiker grade recht, da ein Versagen im Sinne der EU für ihn katastrophale Folgen hätte. So funktioniert das Geschäft und die ganze EU.

    Danke Diabolos, ich wollte nur nicht zu konkret werden. Es stimmt, der jetzige Ministerpräsident war in der Vorwendezeit Sekretär des Jugendverbandes KIS und nachdem er die Gelder dieser Jugendorganisation in die Schweiz transferiert hatte ging er ein paar Jahre auf Tauchstation, baute aber im Untergrund am Netzwerk, um neu aufzuerstehen. Die Gelder wurden zurücktransferiert, aber in die eigene Tasche. Das war der Grundstock für sein heutiges Imperium. Er gründete Firmen in Slowenien, Bulgarien, Kroatien, Rumänien usw.. So funktionierte die Geldwäsche der Provisionen und der schwarzen Gelder. Aber den Komissaren in Brüssel war dieser Politiker grade recht, da ein Versagen im Sinne der EU für ihn katastrophale Folgen hätte. So funktioniert das Geschäft und die ganze EU.

    • Anonym
    • 18.02.2009 um 21:11 Uhr

    Muss man erst einmal schaffen. "Anderen geht es schlecht, daran sind die SCHULD denen es weniger schlecht geht" ("Schuld", eh ein ganz wichtiges Motiv in Deutschland egal bei welchem Thema). Die letzten Jahre über ging es immer andersrum. Spanien, Irland, Großbritannien, Osteuropa haben geboomt und auch kräftig Leute aus Deutschland abgeworben und die Bundesrepublik gab man schon "verloren" zwischen Politikfrust und "Auswanderer-Dokus" im TV. Nun stürzen diese angeblichen Musterstaaten ob ihrer Substanzlosigkeit ins Bodenlose und das ach so angestaubte alte Europa mit Deutschland und Frankreich im Kern steht auf einmal wieder ziemlich gut da weil es dort noch eine große industrielle Basis gibt und nicht alles dahinschmolz im Liberalisierungswahn. Selbst wenn die Briten es jetzt wollten, sie könnten gar kein wettbewerbsfähiges Automobil mehr bauen ohne ausländisches Know-How. So ist es in vielen Industriesektoren. Das sind hausgemachte Fehler, ähnlich ist es in Osteuropa. Ich bin immer wieder überrascht wie wohlwollend und naiv gerade diese Länder betrachtet werden. In Ungarn hat man zB mit dem Feuer gespielt und ähnlich wie die Investmentbanken an der Wall Street spekuliert - und dabei das ganze Land riskiert, verloren. Es kann nicht immer darauf hinauslaufen dass jene die sich nicht wie der letzte Hirsch verhalten, um Ross und Reiter zu nennen, dadurch bestraft werden indem sie den anderen der alles aufs Spiel gesetzt hat auch noch aus dem Matsch ziehen müssen. Ich bin leid das immer wieder in der Zeitung lesen zu müssen in verschiedenster Form. In Osteuropa wird nicht die Anarchie oder die Steinzeit ausbrechen, aber sie werden es einfach schwerer haben - Arbeitsplätze aus Westeuropa mit niedrigen Löhnen abzuwerben wird nicht mehr ausreichend sein in einer Produktionskrise. Nun ist Politik mit Format gefragt, dies kann auch Westeuropa diesen Ländern nicht abnehmen - nicht mal mit dem Scheckbuch. Ein Scheckbuch was bei uns ebenso leer ist. Hier kommt dann die Hybris ins Spiel. Was glauben manche Leute eigentlich wo wir hier sind? Große Teile der Bundesrepublik sind bereits hinter manches osteuropäische Land abgestürzt und das Gefälle zwischen dem reichen Süden und dem immer ärmeren, immer trostloseren, immer stärker schrumpfenden Norden vergrößtert sich zusehends. Gäbe es heute noch einen norddeutschen Bund oder dergleichen, er wäre wirtschaftliches Notstandsgebiet und Ziel 1 Fördergebiet der EU. Und der Süden nagt hart daran Norddeutschland fiskalisch durchzufüttern, die Ansprüche an öffentliche Daseinsvorsorge, staatliche Transfers sind im Norden die gleichen wie im Süden auch wenn im Norden gar nicht das entspechende Steueraufkommen generiert werden kann.

    Um es auf den Punkt zu bringen, die Verhältnisse sind äußerst angespannt und wir helfen auch unseren östlichen Nachbarn nicht wenn wir uns gänzlich überfordern und dann in noch größere Probleme geraten - was dann auch unseren Nachbarländern schadet, schließlich sind wir ein wichtiger Handelspartner.

    Je mehr ich drüber nachdenke je weniger versteh ich den Artikel.

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    Ich möchte hier mit einem Zitat von Goethe "einsteigen".

    Auf der einen Seite kann ich die Klagen der betroffenen Länder schon verstehen, da diese Krise die "Überlebensfähigkeit" dieser Länder zeigt. Jedoch muß auch klar dargestellt werden, daß in diese Länder sehr viel Geld von den Steuerzahlern der Geberländer schon hingeflossen ist. Dieses Geld konnte unter anderem dafür genutzt werden, Firmen aus den Geberländern abzuwerben. Im Klartext heißt das, daß die Arbeitnehmer zum Beispiel in Deutschland Steuern gezahlt haben, damit sie ihre Arbeitsplätze verlieren und in den östlichen Ländern weniger Personen die gleichen Produkte herstellen. Nun sollen die ehemaligen Arbeitnehmer aus den Geberländern, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, wiederum "mehr Steuern" zahlen, damit die östlichen EU-Länder unter die Arme gegriffen werden kann.

    Hier wäre ein langfristigere Planung nicht nur in den östlichen EU-Länder von Nöten gewesen, sondern auch die EU für eine längerfristige Entwicklung dieser EU-Länder gefragt gewesen.

    Ich möchte hier mit einem Zitat von Goethe "einsteigen".

    Auf der einen Seite kann ich die Klagen der betroffenen Länder schon verstehen, da diese Krise die "Überlebensfähigkeit" dieser Länder zeigt. Jedoch muß auch klar dargestellt werden, daß in diese Länder sehr viel Geld von den Steuerzahlern der Geberländer schon hingeflossen ist. Dieses Geld konnte unter anderem dafür genutzt werden, Firmen aus den Geberländern abzuwerben. Im Klartext heißt das, daß die Arbeitnehmer zum Beispiel in Deutschland Steuern gezahlt haben, damit sie ihre Arbeitsplätze verlieren und in den östlichen Ländern weniger Personen die gleichen Produkte herstellen. Nun sollen die ehemaligen Arbeitnehmer aus den Geberländern, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, wiederum "mehr Steuern" zahlen, damit die östlichen EU-Länder unter die Arme gegriffen werden kann.

    Hier wäre ein langfristigere Planung nicht nur in den östlichen EU-Länder von Nöten gewesen, sondern auch die EU für eine längerfristige Entwicklung dieser EU-Länder gefragt gewesen.

    • self22
    • 18.02.2009 um 21:29 Uhr

    Wer sich in solcher Lage nur selbst am nächsten ist, der wird bald erkennen, dass die Europäische Union dafür nicht gebaut ist. Der pure Egoismus zahlt sich unter ihrem Dach nicht aus, sondern kommt teuer zu stehen, weil fürs gemeinsame Wohlergehen, von Gemeinsinn nicht zu reden, selbst der Stärkste auf den Schwachen angewiesen ist.

    Da hätte man aber schon viel früher aufräumen müssen.
    Ich erinnere:

    - Irlands EU-Abgaben auf Armer-Agrarstaat-Niveau
    - Englands EU-Rabatt aus Meggie's Zeiten
    - Frankreichs horrende Agrarsubventionen aus dem EU-Haushalt

    Aber Germany zahlt ja alles, keine Diskussion bitte. Des Friedens willen.

    Aber wir können ja auch Osteuropa noch bezahlen. Uns geht es ja soooo
    blendend, da wir ja die ganze osteuropäische Infrastruktur jetzt haben. Nur habe zumindest ich nichts davon bemerkt, sondern habe auch eher das Gefühl, dass es richtig dolle bergab geht.

    Wer hat denn nun eigentlich den großen Reibach gemacht, Herr Vannahme. Fragen Sie doch mal die, ob sie etwas für Osteuropa machen können. Vorausgesetzt natürlich, Sie haben eine Ahnung, wo das alles gelandet sein soll.

  4. Danke Diabolos, ich wollte nur nicht zu konkret werden. Es stimmt, der jetzige Ministerpräsident war in der Vorwendezeit Sekretär des Jugendverbandes KIS und nachdem er die Gelder dieser Jugendorganisation in die Schweiz transferiert hatte ging er ein paar Jahre auf Tauchstation, baute aber im Untergrund am Netzwerk, um neu aufzuerstehen. Die Gelder wurden zurücktransferiert, aber in die eigene Tasche. Das war der Grundstock für sein heutiges Imperium. Er gründete Firmen in Slowenien, Bulgarien, Kroatien, Rumänien usw.. So funktionierte die Geldwäsche der Provisionen und der schwarzen Gelder. Aber den Komissaren in Brüssel war dieser Politiker grade recht, da ein Versagen im Sinne der EU für ihn katastrophale Folgen hätte. So funktioniert das Geschäft und die ganze EU.

    Antwort auf "Ergänzung"
  5. aber der Zauberei ist auch das sogenannte "alte" Europa nicht mächtig.
    Außerdem darf bei dieser Gelegenheit einmal daran erinnert werden, dass einige dieser Länder partout schon gar keine Gelegenheit ausgelassen haben, um der Europäischen Union immer so heftig wie möglich vors Schienbein zu treten. Ich denke da zum Beispiel an die Herren Kaczinsky, den Herrn Klaus, das irische "No" zu einem vernünftig strukturierten Europa und ähnliche Nettigkeiten mehr. Dass das die EU nicht gerade anspornt, sich weiter als notwendig aus dem Fenster zu legen, kann ich durchaus nachvollziehen. Gemeinsamkeiten können letztendlich nicht immer nur betont werden, wenn man auf Hilfe angewiesen ist.
    Trotzdem ist es natürlich notwendig, das ganze Europa heil über die Krise zu bringen, in der Hoffnung, dass die dortigen Regierungen in der nächsten Runde etwas deutlicher machen, dass ihnen an Europa etwas mehr liegt, als nur abzuzocken! Dieser Kontinent kann nur bestehen, wenn er zumindest halbwegs einig agiert!

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