Finanzkrise Dresdner Bank belastet Allianz schwer
Die Dresdner ist mittlerweile verkauft, doch noch immer leidet der Konzern unter der Finanztochter. Im vergangenen Jahr rutschte der Versicherer tief in die roten Zahlen
Die Krise an den Finanzmärkten hat Europas größten Versicherer Allianz im vergangenen Jahr schwer belastet. Der Münchener Konzern verbuchte 2008 einen Verlust von 2,44 Milliarden Euro. Es ist der zweite Jahresverlust in der 119-jährigen Geschichte des Instituts. Im Jahr zuvor hatte die Allianz noch einen Rekordgewinn von acht Milliarden erwirtschaftet.
Vor allem die Finanztochter Dresdner Bank, die mittlerweile an die Commerzbank verkauft wurde, belastete das Ergebnis. Ohne die Bank hätte die Allianz im vergangenen Jahr sogar einen leichten Gewinn gemacht. So aber muss sie die hohen Verluste schultern, die das Institut im vergangenen Jahr eingefahren hat: Rund 6,4 Milliarden Euro, davon rund drei Milliarden im vierten Quartal. Der Gewinneinbruch bei der Dresdner Bank geht zum größten Teil auf das Investmentbanking zurück. Im Privat- und Firmenkundengeschäft konnte die Bank noch einen operativen Gewinn erzielen, während die Investmentsparte tief in die roten Zahlen rutschte.
Auch auf das Versicherungsgeschäft der Allianz schlug die Wirtschafs- und Finanzkrise durch. Die Sparten Lebens- und Krankenversicherung verzeichneten rückläufige Ergebnisse. Den Löwenanteil des operativen Gewinns von 7,4 Milliarden Euro steuerte abermals die Schaden- und Unfallversicherung bei.
Einen Ausblick für das Krisenjahr 2009 wagt die Konzernspitze nicht. "Die schwierigen Bedingungen am Kapitalmarkt werden auch 2009 anhalten. Wir befinden uns im stärksten Wirtschaftsabschwung seit Jahrzehnten", erklärte Allianz-Chef Michael Diekmann am Donnerstag in München. "Zuverlässige Aussagen über Erträge im Jahr 2009 sind in diesem Umfeld nicht möglich." Für die Aktionäre hatte Diekmann keine guten Nachrichten: Die Dividende für das vergangene Jahr wird von 5,50 Euro im Vorjahr auf 3,50 Euro je Aktie gekappt.
Der Verkauf der Dresdner von der Allianz an die Commerzbank war im Januar vollzogen worden. Der Commerzbank blieb für das Gesamtjahr 2008 dank eines Steuereffekts und gestrichener Boni für die gesamte Belegschaft unter dem Strich gerade noch ein Mini-Gewinn von drei Millionen Euro. Der inzwischen vom Staat gestützte Dax-Konzern rechnet damit, dass ihn die Integration der angeschlagenen Dresdner Bank allein im laufenden Jahr mit rund zwei Milliarden Euro belasten wird.
- Datum 06.05.2009 - 15:25 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 3
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wenn man als "Versicherer" Monopoly spielt.
Das "lustige" ist ja, dass hier mit dem Geld der Kunden fröhlich herumspekuliert wurde, also mit all den Leuten, denen man vorher suggeriert hat, dass eine "Lebensversicherung" (was für ein Wort!) nie kaputt gehen kann.
Und noch lustiger, die Milliardengewinne der letzten jahre steckt man ein und die Verluste ... da kommt dann eine Mitteilung, dass die Auszahlungssumme leider nicht so hoch ist und gut ist.
Dinosaurier sterben langsam, aber sie sterben.
Letztes Jahr mit der ach so kranken Dresdener 8 Mrd Gewinn, dieses jHar über 6 Mrd Verlust. - Das hört sich aber eher so an als wären da Belsatungen, die eh in den Büchern stehen, mal eben auf die Dresdener weggebucht worden, um nicht ganz so blöd wie bspw die AIG in Amerika dazustehen.
Interessante Lektüre
http://egghat.blogspot.co...
Ich denke, da kommen noch interessante Zeiten auf die Versicherungskonzerne zu ...
Scheint wirklich so, als waere die Dresdner Bank die Bad Bank der Allianz.
Naja gut, inzwischen wurde sie ja an die Commerzbank verkauft, und fuer diese kommen wir gutmuetigen Steuerzahler auf. Es ist wirklich ironisch, dass der Staat inzwischen die einzige Institution ist, die fuer unsere Lebensversicherungen und Privatvorsorgen fuers Alter garantiert.
Nur eine einzige Frage: Inwieweit ist dieses Konzept der Privatvorsorge billiger als ein staatliches Rentensystem?
Lieber fuer eine demografische Entwicklung zahlen als fuer Casino-Zocker, sage ich da!
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