Zulieferer-Krise Trennung von Schaeffler und Conti im Gespräch

Zurück auf Los: Die Kreditgeber der Schaeffler-Gruppe erwägen, den Conti-Kauf rückgängig zu machen. Familie Schaeffler würde dadurch weitgehend entmachtet

Sämtliche Continental-Aktien, die derzeit bei Schaeffler liegen, könnten die Kredit gebenden Institute übernehmen, berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung am Montag. Auch mit Blick auf die Politik und die Diskussion über mögliche staatliche Hilfen für Schaeffler sei es wichtig, die Betrachtung von Schaeffler und Continental wieder zu trennen, zitierte die Zeitung nicht genannte Quellen.

Einer solchen Trennung müsse allerdings eine Kapitalerhöhung bei Continental folgen, hieß es. Das drücke den Anteil, der sich in den Händen der Banken befinde, dann möglicherweise wieder unter 50 Prozent. Auch das Handelsblatt berichtete am Montag über Überlegungen, die Schaeffler-Beteiligung an Conti durch eine Kapitalerhöhung zu verwässern.

Anzeige

Die Familie droht demnach die Kontrolle über den Konzern fast vollständig zu verlieren. Die Gläubigerbanken gingen inzwischen fest davon aus, die Kredite in Eigenkapital zu wandeln, hieß es in der Zeitung unter Berufung auf Finanzkreise. Für die Schaefflers werde bestenfalls noch ein Anteil von etwa zehn Prozent bleiben.

Die seit der Conti-Übernahme mit etwa sechs Milliarden Euro verschuldete Unternehmensgruppe Schaeffler kämpft um ihr Überleben und hat um staatliche Hilfe gebeten. Bisher hat das Unternehmen aus Herzogenaurach aber keinen Rettungsplan vorgelegt, wie es die Bundesregierung verlangt hatte. Die Schaeffler-Leitung vereinbarte lediglich eine enge Zusammenarbeit mit der IG Metall mit dem Ziel, den etwa 70.000 Mitarbeitern der Gruppe Mitbestimmungsrechte am Unternehmen einzuräumen.

Die zitierten Kreise gehen davon aus, dass Continental trotz seiner hohen Schuldenlast, die durch die Übernahme des Autozulieferers VDO im Jahr 2007 entstanden ist, allein in der Lage wäre, die Schulden abzutragen.

Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff machte sich offen dafür stark, die Continental AG aus der angeschlagenen Unternehmensgruppe herauszulösen. "Wir wollen die Conti aus dem Strudel heraushalten", sagte der CDU-Politiker der  Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.

Leser-Kommentare
    • Anonym
    • 02.03.2009 um 11:38 Uhr

    Wenn man so liest, wie heute über die Familie Schäffler hergefallen wird, und gleichzeitig betrachtet, wer hier als stiller Retter auftritt, der kommt nicht umhin irritiert zu bemerken, dass ausgerechnet die Banken, die das Desaster ausgelöst und in einigen Fällen verschuldet haben, hier als selbst sanierende Gewinner hervorgehen.
    Und das nur, weil Frau Schäffler so schön in das Bild vom gierigen Kapitalisten paßt, wenn man mal die Ansichten derer außen vor lässt, die mit der Familie Schäffler auch schon vorher zu tun hatten.
    Wenn das kein toller Propagandasieg ist....

    Das stellt schlicht die Realitäten auf den Kopf und das nur, weil bei den Banken keiner persönlich haften muss!

    Das ist doch was faul im Staate Dänemark.

    Berthold Grabe

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sie haben vollkommen Recht, auf die Rolle der Banken in diesem Falle hinzuweisen : das waere mal ein interessanter Artikel, der diesen Akt mal genau beleuchtet !
    Deshalb wuerde ich aber nicht gleich die Frau Schaeffler selig sprechen, denn die Uebernahme (oder sollten wir jetzt besser vom Uebernahmeversuch sprechen?) hat ja wohl sie gewollt (allerdings waere sie gut beraten, ihre Berater zu ueberpruefen!).

    Sie haben vollkommen Recht, auf die Rolle der Banken in diesem Falle hinzuweisen : das waere mal ein interessanter Artikel, der diesen Akt mal genau beleuchtet !
    Deshalb wuerde ich aber nicht gleich die Frau Schaeffler selig sprechen, denn die Uebernahme (oder sollten wir jetzt besser vom Uebernahmeversuch sprechen?) hat ja wohl sie gewollt (allerdings waere sie gut beraten, ihre Berater zu ueberpruefen!).

  1. Sie haben vollkommen Recht, auf die Rolle der Banken in diesem Falle hinzuweisen : das waere mal ein interessanter Artikel, der diesen Akt mal genau beleuchtet !
    Deshalb wuerde ich aber nicht gleich die Frau Schaeffler selig sprechen, denn die Uebernahme (oder sollten wir jetzt besser vom Uebernahmeversuch sprechen?) hat ja wohl sie gewollt (allerdings waere sie gut beraten, ihre Berater zu ueberpruefen!).

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Anonym
    • 02.03.2009 um 16:12 Uhr

    Der Übernahmeversuch wäre ohne die Finanzkrise unproblematisch geblieben.
    Es hat aber deshalb schon vorher Aufregung gegeben, weil Frau Schäffler damit in das Jagdrevier anderer eingedrungen ist.

    Ein schlimmer faux pas in Standesdeutschland.

    Berthold Grabe

    • Anonym
    • 02.03.2009 um 16:12 Uhr

    Der Übernahmeversuch wäre ohne die Finanzkrise unproblematisch geblieben.
    Es hat aber deshalb schon vorher Aufregung gegeben, weil Frau Schäffler damit in das Jagdrevier anderer eingedrungen ist.

    Ein schlimmer faux pas in Standesdeutschland.

    Berthold Grabe

  2. hüstel, hüstel, was ist denn das für ein Deutsch????
    "immer unvorstellbarer"
    Mich dünkt, dieses Akjektiv ist nicht steigerungsfähig.
    Und das in der Tante Zeit!
    Kopfschüttel
    Grwilli

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sehr geehrter grwilli,
    vielen Dank für Ihren Hinweis, wir haben die Stelle korrigiert und in "immer unwahrscheinlicher" geändert.
    Mit freundlichen Grüßen,

    Johannes Kuhn, Redaktion ZEIT ONLINE

    Sehr geehrter grwilli,
    vielen Dank für Ihren Hinweis, wir haben die Stelle korrigiert und in "immer unwahrscheinlicher" geändert.
    Mit freundlichen Grüßen,

    Johannes Kuhn, Redaktion ZEIT ONLINE

    • Chali
    • 02.03.2009 um 14:18 Uhr
  3. Sehr geehrter grwilli,
    vielen Dank für Ihren Hinweis, wir haben die Stelle korrigiert und in "immer unwahrscheinlicher" geändert.
    Mit freundlichen Grüßen,

    Johannes Kuhn, Redaktion ZEIT ONLINE

    Antwort auf "Liebe Redaktion"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Chali
    • 02.03.2009 um 14:46 Uhr

    Es wird immer unwahrscheinlicher und unwahrscheinlicher, bis es unwahrscheinlichst ist?

    Na ja, es gibt eine Wahrscheinlichkeit; eine Zahl zwischen 1 und 0, und die kann kleiner werden ...

    • Chali
    • 02.03.2009 um 14:46 Uhr

    Es wird immer unwahrscheinlicher und unwahrscheinlicher, bis es unwahrscheinlichst ist?

    Na ja, es gibt eine Wahrscheinlichkeit; eine Zahl zwischen 1 und 0, und die kann kleiner werden ...

    • Chali
    • 02.03.2009 um 14:46 Uhr

    Es wird immer unwahrscheinlicher und unwahrscheinlicher, bis es unwahrscheinlichst ist?

    Na ja, es gibt eine Wahrscheinlichkeit; eine Zahl zwischen 1 und 0, und die kann kleiner werden ...

    Antwort auf "Danke für den Hinweis"
    • Anonym
    • 02.03.2009 um 16:12 Uhr
    7. Warum?

    Der Übernahmeversuch wäre ohne die Finanzkrise unproblematisch geblieben.
    Es hat aber deshalb schon vorher Aufregung gegeben, weil Frau Schäffler damit in das Jagdrevier anderer eingedrungen ist.

    Ein schlimmer faux pas in Standesdeutschland.

    Berthold Grabe

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Also gut, "Die seit der Conti-Übernahme mit etwa sechs Milliarden Euro verschuldete Unternehmensgruppe Schaeffler " haette ohne Krise keine Probleme mit der Uebernahme gehabt!
    War ja solide finanziert, die Banken haben ja Aktien dafuer bekommen!

    Also gut, "Die seit der Conti-Übernahme mit etwa sechs Milliarden Euro verschuldete Unternehmensgruppe Schaeffler " haette ohne Krise keine Probleme mit der Uebernahme gehabt!
    War ja solide finanziert, die Banken haben ja Aktien dafuer bekommen!

  4. Also gut, "Die seit der Conti-Übernahme mit etwa sechs Milliarden Euro verschuldete Unternehmensgruppe Schaeffler " haette ohne Krise keine Probleme mit der Uebernahme gehabt!
    War ja solide finanziert, die Banken haben ja Aktien dafuer bekommen!

    Antwort auf "Warum?"

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service