HRE-Verstaatlichung Ein Jäger wird gejagt

Christopher Flowers wird voraussichtlich der erste Großaktionär sein, der nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland enteignet wird. Wer ist er?

Die Bank Hypo Real Estate soll verstaatlicht werden - und ihr Großaktionär Christopher Flowers enteignet

Wer an Enteignung denkt, hat bittere Schicksale im Kopf: Entrechtete Bürger, die alles Eigentum verlieren, weil der Staat es ihnen nimmt. Auf Christopher Flowers passt das Bild nicht. Der amerikanische Investor wird zwar aller Voraussicht nach der erste Großaktionär sein, der in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg enteignet wird. In Wahrheit aber hat sich der Mann lange zuvor selbst um sein Geld gebracht.

Flowers hält seit dem Frühjahr des vergangenen Jahres rund ein Viertel der Anteile der Hypo Real Estate, jener Katastrophenbank, die der Staat mit Bürgschaften in Höhe von mehr als 100 Milliarden Euro am Laufen hält. Als der Investor, ein gelernter Mathematiker und Harvard-Absolvent, vor Monaten einstieg, stand der Kurs der Bank bei rund 22 Euro. Heute ist die Bank weniger als ein Zwanzigstel wert. Flowers hat seither 95 Prozent seines Einsatzes verloren, der Schätzungen zufolge bei rund einer Milliarde liegen soll.

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Mit anderen Worten: Flowers hat sich verzockt. Enteignet wird er jetzt womöglich nur, weil er seine Aktien dem Staat, der die Bank übernehmen und sanieren will, nicht zum Marktpreis verkaufen will, sondern zum rund dreifachen Preis. Der Amerikaner möchte, dass ihn der deutsche Staat für sein missglücktes Investment entschädigt. Das will in Berlin freilich niemand, auch Peer Steinbrück nicht. Deshalb greift die Bundesregierung zum hart klingenden Mittel der Enteignung.

Dem 51-jährigen Investor Flowers wird dabei eine Leidenschaft zum Verhängnis, die ihm in den letzten Jahren zu enormem Reichtum verholfen hat: die Wette auf marode Banken. Früh schon suchte er im Leben das Risiko. Mit 21 Jahren heuerte Flowers bei der Investmentbank Goldman Sachs an, und stieg dort schnell zum Partner auf. Als man ihn bei Goldman nicht weiter aufsteigen ließ, gründete er Anfang der Neunziger Jahre seine eigene Investment-Firma J.C. Flowers, heute nach eigenen Angaben der weltgrößte auf Banken spezialisierte Finanzinvestor.

Mit seiner Firma sammelte Flowers rund sechs Milliarden bei Banken auf der ganzen Welt ein. Er begann in sanierungsbedürftige Institute einzusteigen und auf deren Aufschwung zu wetten. Flowers galt als "gute Heuschrecke", als jemand, der mit langfristigen Zielen in Unternehmen einsteigt, um sie zu sanieren. Ganz glimpflich lief das für die Firmen jedoch nicht immer ab. Im Jahr 2000 übernahm er etwa die japanische Long Term Credit Bank, die damals in argen Schwierigkeiten steckte. Flowers sparte radikal, baute Schulden ab und brachte das Institut Jahre später mit Gewinn an die Börse.

Deutschland schien lange Zeit für seine Strategie ein idealer Markt zu sein. Viele Banken hierzulande waren Anfang des Jahrtausends ein Sanierungsfall. Seine ersten Versuche, bei Instituten einzusteigen, scheiterten jedoch: Sowohl bei der Deutschen Hypothekenbank und bei der AHBR unterlag er seinen Mitbietern. Interesse wurde ihm auch bei der Mittelstandsbank IKB und bei der Berliner Landesbank nachgesagt. Zum Zuge kam er jedoch erst bei der HSH Nordbank, die heute ebenso in Problemen steckt wie die Hypo Real Estate, sein zweites Investment in Deutschland.

Beide Geschäfte brachten Flowers kein Glück. Wie lange der Investor, dessen Privatvermögen auf zwei Milliarden Dollar geschätzt wird, seine immensen Verluste aussitzen kann, weiß niemand. Gerüchtehalber sollen seine Geldgeber bereits nervös werden. Noch vor Jahren bezeichnete das Wall Street Journal Flowers einmal als "Jedi-Meister" der Finanzen, in Anspielung an die Trilogie Star Wars. Doch den Nimbus des geschickten Taktikers hat der Investor mittlerweile verloren.

 
Leser-Kommentare
    • Chali
    • 20.02.2009 um 11:13 Uhr

    Wer an Enteignung denkt, hat bittere Schicksale im Kopf: Entrechtete Bürger, die alles Eigentum verlieren, weil der Staat es ihnen nimmt.

    Wenigstens da haben wir ja reichlich Beispiele:
    Versuchen Sie mal, Wohngeld zu beantragen oder gar HartzIV!

  1. Wie sich die zeitlichen Horizonte doch verschieben... Galt Langfristig einst mal für mehrere + 10 Jahre so ist die Definition heute bereits auf einige Jahre geschrumpft... Man muss sich also schon glücklich schätzen wenn die Investoren ihre Beteiilgungen nicht schon nach einem Jahr abstossen...

    Wie gesagt, etliche Unternehmen und auch Staaten wie Kommunen als auch Unternehmen haben heute etliche Probleme weil die Finanzierung und Profiterwartungen auf einige Monate gekürzt wurden...

    Die LLoyds Versicherungen bilanzierten einst alle 5 Jahre, doch das war den gierigen Investoren natürlich viel zu kurz. Moderne Unternehmen sollten es sich nicht nehmen lassen ihre Bilanzen wieder auf längere Zeiträume als die 3 Monate die heute üblich sind abzuschliessen... Mehr als 1 Jahr darf es durchaus sein. Das würde auch den hektischen und nur auf Kursschwankungen basierten Börsenhandel die Dynamik nehmen...

    Langfristige Planung kann dann auch stärkere Absatz- Umsatz- und Profitschwankungen aushalten ohne das gleich wieder Kredite aufgenommen werden müssen. Zudem sollte zwingend wieder eine Aktionärskultur verbreitet werden welche ebenfalls in längeren als den heute üblichen Zeiträumen denken und handeln kann...

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara

  2. Man will also die Aktien zum aktuellen Marktpreis enteignen und der Author des Artikels findet das auch noch richtig weil "das Geld schon lange vorher verzockt wurde"?

    Es ist sein gutes Recht die Aktien zu behalten, und auch die Vorderung nach einem dreifachen Kurs ist absolut gerechtfertigt, denn der aktuelle Aktienkurs spiegelt doch nicht den eigentlichen Wert des Unternehmens wieder! Die 25% sind vielleicht in einigen Jahren wieder viel mehr wert.

    Ich verstehe einfach nicht wie soetwas wirklich rechtens in unserem Staatssystem ablaufen kann, und dann auch noch von Gerechtigkeit gesprochen wird?! Oder kann mir das jemand erklären?

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    • hanni5
    • 20.02.2009 um 12:00 Uhr

    ...ich kenne die genauen zahlen nicht...aber so lange herr flowers nicht selber die benötigten 100mrd zur rettung aufbringen kann ist die enteignung meines erachtens gerechtfertigt. ansonsten wäre hre bankrot und der aktuelle marktwert würde sich noch niedriger realisieren. oder?

    • QUOTE
    • 20.02.2009 um 12:31 Uhr

    'Die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" berichtet in ihrer Freitagsausgabe von – teilweise hochspekulativen - Geschäften in Höhe von knapp 600 Milliarden Euro, die nicht in der Bilanz auftauchten. Das wäre mehr als die offizielle Bilanzsumme, die bei 400 Milliarden liegt. Zusammen würde sich folglich ein Betrag von knapp einer Billion Euro ergeben, die der angeschlagene Immobilienfinanzierer laufend mit neuen Krediten refinanzieren müssen.
    ...
    "Es ist mehr als klar, dass das ganze Unternehmen keine drei Euro mehr wert ist, geschweige denn drei Euro je Aktie, die Flowers verlangt", meinte ein Händler am Freitag.'


    HRE-Bilanz außer Kontrolle

    Mit anderen Worten: wenn die Bundesrepublik Deutschland diesen Laden übernimmt, stehen wir als Bürger für Risiken von 2.000.000.000.000 D-Mark gerade.

    2 000 Milliarden, 2 Millionen Millionen. 25.000 D-Mark pro Kopf der Bevölkerung, vom Kleinkind bis zum Greis, vom H4-Empfänger bis zum Millionär.

    Noch Fragen?

    Ach ja, eine habe ich selber noch: Kann mir jemand erklären, wie in einem Wirtschaftsraum wie der Europäischen Union, in dem die ZULÄSSIGE KRÜMMUNG EINER SALATGURKE GESETZLICH GEREGELT IST UND PER KONTROLLEN DURCHGESETZT WIRD, eine Bank AUSSERHALB IHRER BILANZ Risiken von 600.000 Millionen Euro eingehen kann, ohne daß eine Aufsichtsbehörde etwas merkt?

    Von Gerechtigkeit kann man hier wirklich kaum sprechen. Ich vordere, den Geldsack ohne Entschädigung zu enteignen. So eine Zockerei muß man nicht auch noch vördern!

    1. JC Flowers kann seine Aktien gerne behalten, aber bei dem momentanen Finanzierungsbedarf sind sie genau 0,0€ wert. Denn außer dem dt. Staat gibt es niemanden, der (verrückt genug ist und) in die Bresche springen kann und will.

    2. Der Aktienpreis, der, wenigsten teilweise als Spiegel des realen Angebots bzw. der Nachfrage den tatsächlichen Wert wiedergibt, ist durch die Spekulation auf den Einstieg des dt. Staates eher noch zu hoch.

    3. Ich halte es schon für fast verwegen, die Begriffe Gerechtigkeit und Bank in einem Atemzug zu verwenden. Man kann tatsächlich von einer krassen Verletzung von Gerechtigkeitsprinzipien sprechen, aber genau in umgekehrter Hinsicht. Legt man die üblichen Kriterien der Gerechtigkeit, von Gleichheit bis hin zur Bedürftigkeit, zugrunde, so kommt man zum Ergebnis, dass die Unterstützungen und anderen Maßnahmen, von denen die Banken profitiert haben, nach keinem dieser Kriterien als gerecht bezeichnet werden können. Die einzige Rechtfertigung ist und bleibt die scheinbare Notwendigkeit und ob dieses schwache Argument mittel- und langfristig ausreicht, um das horrende Risiko zu rechtfertigen, wird nur die Zeit zeigen.

    Auch wenn im Moment keine bessere Alternative, als die Unterstützung von Instituten der Finanzbranche durch den Staat, greifbar zu sein scheint, halte den Versuch, Marktprinzipien auf längere Dauer außer Kraft setzen zu wollen für extrem schädlich und riskant. Die leitenden Angestellten und Manager der Finanzinstitute haben, und daran gibt es nicht den leisesten Zweifel, über längere Zeit jede ökonomische Rationalität aber auch Seriosität und Professionalität vermissen lassen. Daher gibt es für mich nur eine Antwort auf dieses Verhalten: ein sang- und klangloses Verschwinden der betroffenen Institute vom Markt. Ein Dissens zwischen JC Flowers und der Bundesregierung oder ein, aus meiner Sicht unvermeidlicher, Konkurs von AIG sind erste Schritte in diese Richtung.

    Unser Leben ist das, was unsere Gedanken aus ihm machen. (M. Aurel)

    • hanni5
    • 20.02.2009 um 12:00 Uhr

    ...ich kenne die genauen zahlen nicht...aber so lange herr flowers nicht selber die benötigten 100mrd zur rettung aufbringen kann ist die enteignung meines erachtens gerechtfertigt. ansonsten wäre hre bankrot und der aktuelle marktwert würde sich noch niedriger realisieren. oder?

    • QUOTE
    • 20.02.2009 um 12:31 Uhr

    'Die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" berichtet in ihrer Freitagsausgabe von – teilweise hochspekulativen - Geschäften in Höhe von knapp 600 Milliarden Euro, die nicht in der Bilanz auftauchten. Das wäre mehr als die offizielle Bilanzsumme, die bei 400 Milliarden liegt. Zusammen würde sich folglich ein Betrag von knapp einer Billion Euro ergeben, die der angeschlagene Immobilienfinanzierer laufend mit neuen Krediten refinanzieren müssen.
    ...
    "Es ist mehr als klar, dass das ganze Unternehmen keine drei Euro mehr wert ist, geschweige denn drei Euro je Aktie, die Flowers verlangt", meinte ein Händler am Freitag.'


    HRE-Bilanz außer Kontrolle

    Mit anderen Worten: wenn die Bundesrepublik Deutschland diesen Laden übernimmt, stehen wir als Bürger für Risiken von 2.000.000.000.000 D-Mark gerade.

    2 000 Milliarden, 2 Millionen Millionen. 25.000 D-Mark pro Kopf der Bevölkerung, vom Kleinkind bis zum Greis, vom H4-Empfänger bis zum Millionär.

    Noch Fragen?

    Ach ja, eine habe ich selber noch: Kann mir jemand erklären, wie in einem Wirtschaftsraum wie der Europäischen Union, in dem die ZULÄSSIGE KRÜMMUNG EINER SALATGURKE GESETZLICH GEREGELT IST UND PER KONTROLLEN DURCHGESETZT WIRD, eine Bank AUSSERHALB IHRER BILANZ Risiken von 600.000 Millionen Euro eingehen kann, ohne daß eine Aufsichtsbehörde etwas merkt?

    Von Gerechtigkeit kann man hier wirklich kaum sprechen. Ich vordere, den Geldsack ohne Entschädigung zu enteignen. So eine Zockerei muß man nicht auch noch vördern!

    1. JC Flowers kann seine Aktien gerne behalten, aber bei dem momentanen Finanzierungsbedarf sind sie genau 0,0€ wert. Denn außer dem dt. Staat gibt es niemanden, der (verrückt genug ist und) in die Bresche springen kann und will.

    2. Der Aktienpreis, der, wenigsten teilweise als Spiegel des realen Angebots bzw. der Nachfrage den tatsächlichen Wert wiedergibt, ist durch die Spekulation auf den Einstieg des dt. Staates eher noch zu hoch.

    3. Ich halte es schon für fast verwegen, die Begriffe Gerechtigkeit und Bank in einem Atemzug zu verwenden. Man kann tatsächlich von einer krassen Verletzung von Gerechtigkeitsprinzipien sprechen, aber genau in umgekehrter Hinsicht. Legt man die üblichen Kriterien der Gerechtigkeit, von Gleichheit bis hin zur Bedürftigkeit, zugrunde, so kommt man zum Ergebnis, dass die Unterstützungen und anderen Maßnahmen, von denen die Banken profitiert haben, nach keinem dieser Kriterien als gerecht bezeichnet werden können. Die einzige Rechtfertigung ist und bleibt die scheinbare Notwendigkeit und ob dieses schwache Argument mittel- und langfristig ausreicht, um das horrende Risiko zu rechtfertigen, wird nur die Zeit zeigen.

    Auch wenn im Moment keine bessere Alternative, als die Unterstützung von Instituten der Finanzbranche durch den Staat, greifbar zu sein scheint, halte den Versuch, Marktprinzipien auf längere Dauer außer Kraft setzen zu wollen für extrem schädlich und riskant. Die leitenden Angestellten und Manager der Finanzinstitute haben, und daran gibt es nicht den leisesten Zweifel, über längere Zeit jede ökonomische Rationalität aber auch Seriosität und Professionalität vermissen lassen. Daher gibt es für mich nur eine Antwort auf dieses Verhalten: ein sang- und klangloses Verschwinden der betroffenen Institute vom Markt. Ein Dissens zwischen JC Flowers und der Bundesregierung oder ein, aus meiner Sicht unvermeidlicher, Konkurs von AIG sind erste Schritte in diese Richtung.

    Unser Leben ist das, was unsere Gedanken aus ihm machen. (M. Aurel)

  3. Hätte der Staat nicht schon Milliarden an Sicherheiten gegeben und Geld zugeschossen, wären die Aktien schon nichts mehr als Klopapier. Insofern braucht sich Mr. Flowers nicht beschweren.

  4. Flowers hat sich durch seine Investition selbst enteignet. Ohne die Staatsgarantien für die HRE würde er keinen Cent mehr für seinen Anteil erhalten. Nur weil er einen größeren Verlust erleidet als andere Aktionäre will er jetzt mehr Geld? Und wird dabei noch propagandistisch unterstützt durch das Lamento aus CDUFDP: Sozialismus = Enteignung = Untergang des Abendlandes.

    • hanni5
    • 20.02.2009 um 12:00 Uhr

    ...ich kenne die genauen zahlen nicht...aber so lange herr flowers nicht selber die benötigten 100mrd zur rettung aufbringen kann ist die enteignung meines erachtens gerechtfertigt. ansonsten wäre hre bankrot und der aktuelle marktwert würde sich noch niedriger realisieren. oder?

  5. ... ist sowieso das falsche Wort, wenn er noch den Marktpreis bezahlt bekommt.

    GG Artikel 14 Absatz 3
    "Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen."

    Wobei "gerechte Abwägung" wie üblich schwammig ist, ich meine ein Spekulant der sich verzockt hat, muss überhaupt keine Entschädigung erhalten, die HRE lebt ja nur noch deshalb, weil wir sie mit unseren Steuergeldern gerettet haben. Er sollte also froh sein, dass unsere Politiker nicht so genau im GG nachlesen.

    Ehrlich gesagt, ist die Debatte ohnehin verlogen. In der BRD werden ständig kleine Leute "enteignet" etwa weil sie ihr Häuschen unglücklicherweise auf einem der Kohle-Flößze haben, wo gerade irgendein Konzern abbauen möchte. Auch der sogenannte Squeeze-Out, der Großaktionären erlaubt, Kleinaktionäre beim niedrigsten Preis rauszuwerfen, stellt in diesem Sinne eine Enteignung dar, aber dort ist es für CDUFDP scheinbar OK, das Kapital darf schliesslich machen was es will. Man erinnere sich etwa an den Massenbetrug der Telekom mit T-Online und den angeblichen "Volksaktien". War da ein gequälter Aufschrei aus dem Lager der Neoliberalen zu hören? Ich kann mich nicht erinnern.

    • QUOTE
    • 20.02.2009 um 12:31 Uhr

    'Die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" berichtet in ihrer Freitagsausgabe von – teilweise hochspekulativen - Geschäften in Höhe von knapp 600 Milliarden Euro, die nicht in der Bilanz auftauchten. Das wäre mehr als die offizielle Bilanzsumme, die bei 400 Milliarden liegt. Zusammen würde sich folglich ein Betrag von knapp einer Billion Euro ergeben, die der angeschlagene Immobilienfinanzierer laufend mit neuen Krediten refinanzieren müssen.
    ...
    "Es ist mehr als klar, dass das ganze Unternehmen keine drei Euro mehr wert ist, geschweige denn drei Euro je Aktie, die Flowers verlangt", meinte ein Händler am Freitag.'


    HRE-Bilanz außer Kontrolle

    Mit anderen Worten: wenn die Bundesrepublik Deutschland diesen Laden übernimmt, stehen wir als Bürger für Risiken von 2.000.000.000.000 D-Mark gerade.

    2 000 Milliarden, 2 Millionen Millionen. 25.000 D-Mark pro Kopf der Bevölkerung, vom Kleinkind bis zum Greis, vom H4-Empfänger bis zum Millionär.

    Noch Fragen?

    Ach ja, eine habe ich selber noch: Kann mir jemand erklären, wie in einem Wirtschaftsraum wie der Europäischen Union, in dem die ZULÄSSIGE KRÜMMUNG EINER SALATGURKE GESETZLICH GEREGELT IST UND PER KONTROLLEN DURCHGESETZT WIRD, eine Bank AUSSERHALB IHRER BILANZ Risiken von 600.000 Millionen Euro eingehen kann, ohne daß eine Aufsichtsbehörde etwas merkt?

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