CSU Mit antieuropäischen Ressentiments auf Stimmenfang

Die CSU will im Europawahlkampf für Volksabstimmungen werben. Mit Liebe zur direkten Demokratie hat das wenig zu tun

Die Debatte schwelt bei den Christsozialen schon länger. Bei seinem Aschermittwochsauftritt in Passau gab Parteichef Horst Seehofer jetzt die klare Botschaft aus:  Die CSU will mit einem Plädoyer für Volksabstimmungen über EU-Fragen in die Europawahl am 7. Juni ziehen. Und um die Sache nicht allzu theoretisch klingen zu lassen, nannte er gleich noch ein Beispiel, das konservativen Herzen höher schlagen lassen dürfte: Auch über den EU-Beitritt der Türkei solle die Bevölkerung entscheiden.

Damit setzt sich Seehofer über Widerstand nicht nur in der Schwesterpartei CDU, sondern auch in der eigenen Partei hinweg. Mit Volksabstimmungen hätte es weder den Euro noch einen Beitritt zur Nato gegeben, hatte der frühere CSU-Chef Theo Waigel noch vor wenigen Wochen zu bedenken gegeben. Gerade die Debatte über den EU-Vertrag von Lissabon habe zudem gezeigt, wie leicht solche Plebiszite durch nationale Interessengruppen instrumentalisiert werden könnten, machten andere geltend. Abgestimmt werde am Ende über alles mögliche, nur nicht über das Thema, das auf dem Stimmzettel stehe.

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Auch von Seehofer war bisher nicht bekannt, dass er ein ausgesprochener Anhänger der direkten Demokratie gewesen wäre. Dass er nun zu diesem Mittel greift, zeigt daher vor allem, wie schwierig die Lage für die CSU in Bayern im Allgemeinen und für ihn im Besonderen ist.

Die Europawahl gilt für Seehofer als erster Bewährungstest. Nach dem verheerenden Landtagswahlergebnis im September muss er beweisen, dass er die Partei zumindest wieder in die Nähe der magischen 50-Prozent-Marke führen kann. Und nur so kann er auch sicherstellen, dass die CSU, die bei dieser Wahl alleine antritt, die bundesweit gerechnete Fünfprozenthürde überspringt, um weiter im Europaparlament  vertreten zu sein. Alles andere würde ihren bundespolitischen Anspruch weiter untergraben, wie viele in der Partei fürchten.

Doch die Aussichten für Seehofer, ein glanzvolles Ergebnis einzufahren, sind schlecht. In Umfragen liegt die CSU noch immer deutlich unter 50 Prozent, bei Europawahlen ist die Wahlbeteiligung in der Regel niedrig, und durch den Antritt der Freien Wähler könnten der CSU erneut Stimmen aus dem bürgerlichen Lager fehlen.

Leser-Kommentare
  1. Herr Seehofer. Immer fein das Rad der Geschicht zurück drehen. Mit Ihnen landen wir dann wieder im 13. Jahrhundert . Ich weis nur nicht wieso, denn die Obrigkeit hat doch ihre Sklaven schon.

  2. Klingt wie die Rezeptur der Schweizerischen Volkspartei SVP die ewig in's Heimatliche, vordergründig Demokratische vom Souverän kontrollierte Politische Geschehen bläst und in der praktischen Regierungstätigkeit meist für genau gegenteilige Gesetzte eintritt...

    Aber diese Methode Rhetorik anzuwenden muss denen erst mal jemand nachmachen was gar nicht so einfach ist...

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara

    • Daaje
    • 25.02.2009 um 19:05 Uhr

    Dass die Demokratie ihre Schwachpunkte hat, ist schon lange bekannt. Daher haben sich kluge Leute Gedanken gemacht, wie man den Problemen begegnen kann. Ein Vorschlag war die direkte Demokratie, bei der die Mehrheit in allen Fragen herrscht und gegebenenfalls mit Minderheiten nach Belieben und Stimmungslage umspringen darf. Das ist wohl nicht der goldene Weg.

    Der Autor dieses Artikels scheint ein anderes Demokratie-Verständnis zu haben: Er sieht ein, dass in "der Bevölkerung [ist] der Unmut über die als fernes Bürokratiemonster erlebte Union gewaltig" ist. Nur soll die Bevölkerung zu diesem Thema, dass ihr wohl sehr am Herzen liegt, gefälligst nichts beizutragen haben. Die Aufgabe der Bevölkerung ist es, einer Regierung zur Stimmenmehrheit zu verhelfen, und die Aufgabe der gegebenen Regierung ist es, unabhängig von dem Wählerwillen den Ausbau der EU voranzutreiben.

    Dass die Bevölkerung nicht jeden menschenrechtswidrigen Unfug beschließen darf, nur weil gerade die Stimmung danach ist, sehe ich ein; Doch hier scheint der Fall anders gelagert: Die EU ist offenbar auch zu wichtig, als dass hier der Wählerwille respektiert werden dürfte. Das Signal ist klar: Wenn das Thema wichtig ist, müssen Wähler, Volksbegehren und Volksentscheide ignoriert oder vermieden werden - mitentscheiden dürfte er, wenn es wirklich nicht wichtig ist, ob man A oder B macht. Oder wie es Kissinger damals in Bezug auf Chile (sinngem.) ausdrückte: "Wir können nicht zulassen, dass ein Land kommunistisch wird, nur weil sein Volk unverantwortlich wählt."

    Demokratie reicht eben nur so weit, wie die Bevölkerung die richtigen Entscheidungen trifft. Wenn sie das Falsche will, so ist die politische Willensbildung fehlgeschlagen, und man muss versuchen, die Leute via Talk-Show umzustimmen. Wenn alle Stricke reißen, muss man "unpopuläre Entscheidungen treffen", "Führungsstärke beweisen" und "sich gegen die Volksverführer durchsetzen" - so stünde es dann wohl in den Medien.

    Da ich diesen Kommentar mit etwas zu viel Adrinerlin im Blut geschrieben habe, möchte ich mich für allen überbordenden Zynismus präventiv entschuldigen; doch wenn wir die platonische "Philosophendiktatur" für eine gute Sache halten, dann möge man sie offen und ehrlich errichten und sie nicht irreführender Weise als "Demokratie" bezeichnen.

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    Hallo Daaje,

    Ihr Beitrag hat mir sehr gut gefallen. Das mit der Demokratie ist in der Tat eine schwierige Sache. Jeder hat so seine Vorstellungen. Ich für meinen Teil habe alledings immer öfter das Gefühl, dass ich kein Aktivposten der Demokratie mehr bin und genau das Gegenteil von dem bekomme, was ich will. Es spielt auch keine Rolle mehr, wen ich wähle. Ich tröste mich deshalb mit dem Gedanken, dass ich wohl eine Minderheitenmeinung zu fast allen anstehenden Themen habe. In einer Demokratie hat aber die Mehrheit das Sagen. Das muss ich akzeptieren - oder auswandern.

    Meine Mutter kommt übrigens aus einem kommunistischen Staat. Sie ärgert sich öfter über politische Dinge und sagt oft: "Wie damals bei den Kommunisten". Das tröstet mich dann immer, denn ich sage mir: Ein kompletter Linksruck in Deutschland, der sowieso nicht denkbar ist, würde auch nichts ändern. Bundesadler oder Hammer & Sichel? Scheint alles früher oder später auf das Gleiche hinauszulaufen.

    Vielleicht sollten wir Bürger einfach die Macht der Volksvertreter, Politiker und Eurokraten durch entsprechende Wahlentscheidungen zeitlich begrenzen. Wir sollten niemandem mehr erlauben, länger als 1 oder 2 Legislaturperioden aktiv zu sein. Nach meinem Verständnis ist Demokratie immer Macht auf Zeit. Sonst drohen Vetternwirtschaft, programmatische und personelle Verschleißerscheinungen, die Macht der Lobbyisten und die Arroganz der Macht. So wird automatisch die Distanz zum Volk immer größer. Menschen werden zu Ameisen, die gar nicht mehr wahrgenommen und deshalb schnell achtlos zertreten oder via Talk-Shows mürbe gequatscht, manipuliert oder desillusioniert werden. Macht doch nichts, wenn eine Ameise ex geht, es gibt ja genug davon. Und dass Ameisen über so wichtige Dinge wie die EU (= ein Binnenmarkt mit über 500 Millionen Ameisen, pardon Bürgern) entscheiden, geht ja wohl wirklich nicht. Bin ich jetzt auch zynisch? Warum auch nicht, in einer Demokratie darf schließlich jeder alles sagen: Es hört ja eh keiner mehr zu!

    "Das Dumme bei Wahlen ist immer, das man vorher nie genau weiß, was hinterher herauskommt." J.W.Dshugashwili (gen. Stalin)

    Das hat Demokratie nun mal so an sich, daß das Volk seinen eigenen Willen haben kann, selbst wenn die Vorschläge der Politiker noch so gut (gemeint) sein sollten. Die mögen sicher besser informiert sein als der einfache Mann auf der Straße, weil sie sich von Amts wegen mit der Thematik zu beschäftigen haben, über die entsprechenden Quellen verfügen und auch dafür bezahlt werden. Die Schlüsse aber, die sie daraus ziehen, sind aber oftmals weder weise, noch sind sie im Interesse des Volkes. Gerade eben erleben wir das anhand der wirtschaftlichen und finanziellen Krise, die von eben diesen Weisen an der Spitze der Politik angeblich weder voraussehbar noch verhinderbar war.

    "Das Volk weiß wenig, fühlt aber oftmals falsch." Kurt Tucholsky

    • keox
    • 25.02.2009 um 23:40 Uhr

    sich zu entschuldigen.

    Hallo Daaje,

    Ihr Beitrag hat mir sehr gut gefallen. Das mit der Demokratie ist in der Tat eine schwierige Sache. Jeder hat so seine Vorstellungen. Ich für meinen Teil habe alledings immer öfter das Gefühl, dass ich kein Aktivposten der Demokratie mehr bin und genau das Gegenteil von dem bekomme, was ich will. Es spielt auch keine Rolle mehr, wen ich wähle. Ich tröste mich deshalb mit dem Gedanken, dass ich wohl eine Minderheitenmeinung zu fast allen anstehenden Themen habe. In einer Demokratie hat aber die Mehrheit das Sagen. Das muss ich akzeptieren - oder auswandern.

    Meine Mutter kommt übrigens aus einem kommunistischen Staat. Sie ärgert sich öfter über politische Dinge und sagt oft: "Wie damals bei den Kommunisten". Das tröstet mich dann immer, denn ich sage mir: Ein kompletter Linksruck in Deutschland, der sowieso nicht denkbar ist, würde auch nichts ändern. Bundesadler oder Hammer & Sichel? Scheint alles früher oder später auf das Gleiche hinauszulaufen.

    Vielleicht sollten wir Bürger einfach die Macht der Volksvertreter, Politiker und Eurokraten durch entsprechende Wahlentscheidungen zeitlich begrenzen. Wir sollten niemandem mehr erlauben, länger als 1 oder 2 Legislaturperioden aktiv zu sein. Nach meinem Verständnis ist Demokratie immer Macht auf Zeit. Sonst drohen Vetternwirtschaft, programmatische und personelle Verschleißerscheinungen, die Macht der Lobbyisten und die Arroganz der Macht. So wird automatisch die Distanz zum Volk immer größer. Menschen werden zu Ameisen, die gar nicht mehr wahrgenommen und deshalb schnell achtlos zertreten oder via Talk-Shows mürbe gequatscht, manipuliert oder desillusioniert werden. Macht doch nichts, wenn eine Ameise ex geht, es gibt ja genug davon. Und dass Ameisen über so wichtige Dinge wie die EU (= ein Binnenmarkt mit über 500 Millionen Ameisen, pardon Bürgern) entscheiden, geht ja wohl wirklich nicht. Bin ich jetzt auch zynisch? Warum auch nicht, in einer Demokratie darf schließlich jeder alles sagen: Es hört ja eh keiner mehr zu!

    "Das Dumme bei Wahlen ist immer, das man vorher nie genau weiß, was hinterher herauskommt." J.W.Dshugashwili (gen. Stalin)

    Das hat Demokratie nun mal so an sich, daß das Volk seinen eigenen Willen haben kann, selbst wenn die Vorschläge der Politiker noch so gut (gemeint) sein sollten. Die mögen sicher besser informiert sein als der einfache Mann auf der Straße, weil sie sich von Amts wegen mit der Thematik zu beschäftigen haben, über die entsprechenden Quellen verfügen und auch dafür bezahlt werden. Die Schlüsse aber, die sie daraus ziehen, sind aber oftmals weder weise, noch sind sie im Interesse des Volkes. Gerade eben erleben wir das anhand der wirtschaftlichen und finanziellen Krise, die von eben diesen Weisen an der Spitze der Politik angeblich weder voraussehbar noch verhinderbar war.

    "Das Volk weiß wenig, fühlt aber oftmals falsch." Kurt Tucholsky

    • keox
    • 25.02.2009 um 23:40 Uhr

    sich zu entschuldigen.

  3. Ganz so einfach kann man es sich nicht machen.

    Daß der Vorschlag direkter Demokratie gegenwärtig in Deutschland geringe Chancen hat, ist doch kein Grund, ihn nicht zu äußern. Wenn man allen Vorschlägen nur unterstellt, sie seien Wahlkampftricks und nicht ernst gemeint, erzieht man die Öffentlichkeit zu Zynismus und Verachtung der Politik und ihrer Akteure.

    Warum die CSU nicht "über das bayerische Schulsystem abstimmen lassen" will? - Vorläufig hat sie ja eine Mehrheit im Landtag; aber niemand ist daran gehindert, für eine Volksabstimmung über eine Schulreform Unterschriften zu sammeln. Aber warum erwartet K. Schuler diese Initiative von der CSU, anstatt sie selbst anzustoßen?

    Ob Volksabstimmungen über europapolitische Themen immer nur von der nationalen Politik überlagert werden und nicht (was ein viel größeres Problem ist) eine echte Unzufriedenheit mit der EU, wie sie konkret besteht, ausdrücken, ist nicht so eindeutig zu sagen. Nur zum Beispiel: Wenn man anstrebt, daß sich die Bürger der EU mit ihr identifizieren, kann man ja nicht darüber hinweggehen, wo sie die "Grenzen Europas" gezogen sehen wollen. Und in Frankreich wurde nicht nur der Verfassungsvertrag (2005) abgelehnt, sondern auch der Maastrichter Vertrag erhielt 1992 fast 50% Gegenstimmen - das spricht eher dagegen, diese Ergebnisse als zufällig anzusehen.

  4. Warum nur fordert Herr Seehofer nicht eine Direktwahl der Ministerpräsidenten?
    Der Demokratie würde das viel besser bekommen, wenn wir einen direkt gewählten Senat hätten. Dann würden die Bürger auch den Ministerpräsidenten bekommen, den SIE gewählt haben den und nicht der Partei-Proporz bestimmt hat.

    • iDog
    • 25.02.2009 um 19:33 Uhr

    darueber sollte die bevoelkerung entscheiden und zwar jede die betroffen ist. volksentscheid ist gut, die CSU hat hier recht, obwohl sie sonst selten gute ideen hat. aber man sollte zu den brisanten und wichtigen fragen abstimmen und nicht zu fragen die im moment gar nicht zur debatte stehen. ob ein land der eu betritt. sollte bei vernuenftiger verfassung natuerlich hinterher auch das volk, die voelker entscheiden und nicht irgendwelche schreibtischtaeter, aber erstmal brauchen wir eine demokratische grundlage fuer die eu - von der sind wir sehr weit entfernt , und wenn die lissabon vertraege ohne die entsprechenden voten letztendlich ratifizert werden sollten von schreibtischtaetern, dann werden es nicht nur auch diese sein , die hinterher bestimmen wer der eu beitritt, sondern das volk wird an sich gar nichts mehr zu melden haben , denn die lissabon vertraege sind undemokratisches neokonservatives regelwerk. tuen sie sich den gefallen und lesen es ganz durch - von vorne bis hinten. erst dann werden sie verstehen was ich hier sage: die lissabon vertraege legalisieren eine industrie diktatur, welche lokale scheindemokratieen als kasperletheater auffuehren laesst - natuerlich auf kosten der sogenannten "waehler". die komplette version der lissabon vertraege kann man auf der internet site der EU runterladen. passen sie auf , dass sie die neuste version erwischen. und viel spass beim lesen.

  5. Wenn Seehofers Trick, sich mittels der völlig berechtigten, wenn auch sicher nicht aufrichtigen Forderung nach "mehr Demokratie" beim Wahlvolk einzuschmeicheln, nur das Ergebnis hat, diese Forderung in der Breite zu verankern, dann hat er uns einen größeren Dienst erwiesen als all jene, die jede Kritik an der unbestritten undemokratischen EU als "antieuropäische Ressentiments" verunglimpfen, oder die dümmlich die Staatspropaganda nachplappern, nach der wir bereits das beste aller Systeme haben.

    Solange "Demokratie" einen guten Klang hat, wird kein politisch ambitionierter Mensch darauf verzichten, sich selbst einen "Demokraten" zu nennen. Daher muß man ihn an seinen Taten messen. Vorschußvertrauen (in Form von Wählerstimmen) hat die CSU sicher nicht verdient.

    • Crest
    • 25.02.2009 um 19:45 Uhr

    einen Beitritt zur Nato gegeben.

    Und das wäre dann der Untergang des Abendlandes gewesen?

    Gewisse Risiken hätte es nicht gegeben (die Berlinkrise z.B.), dafür womöglich andere Krisen. Die Geschichte wäre einfach anders verlaufen.

    Um Missverständnissen vozubeugen: Natürlich freue ich mich, dass wir in Westdeutschland auf Grund der NATO nicht die Segnungen des Sozialismus goutieren mussten. Aber es ist wie bei einem Heranwachsenden: zuviel Zwangsbeglückung versteift. Es sind die eigenen Erfahrungen, aus denen man lernt - meistens. Das beginnt mit dem Zähneputzen - oder dem Verzicht auf selbiges.

    Kurz, solange nicht Fremd- oder Selbstgefährdung vorliegt, sollte man analog unserem obigen Heranwachsenden einem volljährigen Bürger mit Wahlrecht zugestehen, per Referendum über ihn betreffende Gesetze - und da ist die europäische Verfassung als erste zu nennen - mitzubeschließen.

    Und wenn das Volk ablehnt? Dann war es bitteschön die Entscheidung des Volkes. (Ich kann mich noch sehr gut an die Trennung der damaligen Tschechoslowakei erinnern, als die Slowenen ihren eigenen Staat haben wollten. Die "Experten" hielten das für ein wirtschaftliches Harakiri. Das slowenische Volk hat es anscheinend doch besser gewusst.)

    Und nun zu Seehofer. Um es mit etwas Ironie zu würzen: einen Gebrauchtwagen würde ich von ihm nicht kaufen. Aber seinen Vorschlag würde ich trotzdem unterstützen, selbst wenn er ihn aus "niederen Beweggründen" gemacht haben sollte.

    Vielleicht würde Seehofer es später sogar bedauern, dass er Geister rief, die er nicht mehr in die Flasche zurückbrächte. Ich kann mir aber vorstellen, dass der Druck in jener "Flasche" über kurz oder lang sowieso bis zum Bersten ansteigt. Es ist ja nicht nur die Entmündigung in Fragen der EU, der man immer weniger folgen mag. (Das beginnt ja schon - nebenbei bemerkt - bei den vorab bestimmten Abgeordneten per Liste.)

    Lassen Sie uns also Seehofer mögen oder nicht mögen. Nutzen wir einfach seinen Schwung - wie ein Judoka - für unsere Zwecke.

    Herzlichst Crest

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    • spacko
    • 25.02.2009 um 22:26 Uhr

    ... ist ein wenig abseits des Themas, aber ich krieg' immer Zahnschmerzen, wenn jemand die Slowakei mit Slowenien verwechselt.

    • spacko
    • 25.02.2009 um 22:26 Uhr

    ... ist ein wenig abseits des Themas, aber ich krieg' immer Zahnschmerzen, wenn jemand die Slowakei mit Slowenien verwechselt.

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