Jamaikas Musikexport Jeder Hinterhof eine TanzhalleSeite 3/3
Nämlich ungefähr das: Durch Kingston wummern die breitschultrigen Beats aus den Tanzhallen. Der Schall eines Soundsystems endet erst dort, wo der Schall des nächsten beginnt. Je mehr die Basslautsprecher draufhaben, desto voller ist das Haus. Die tropische Wärme wirbelt nur dort, wo der Bass besonders rummst oder besonders ausgelassen getanzt wird.
Bald ist jeder zweite Hinterhof eine Tanzhalle, jedes Freundestrio ein Soundsystem. Andere tummeln sich dazwischen, verkaufen Snacks, lauwarme Getränke und Drogen. Tänzer und Höker tingeln von einem Ort zum anderen, verweilen, wenn der Rhythmus sie mitreißt, plaudern sich fest, wenn er es nicht wert ist, betanzt zu werden. Mit der Sorte Reggae, die zuerst den Weg über den Atlantik nahm, haben die düsteren, trägen Rhythmen und das mal hektische, mal schwerzungige Geplapper der Deejays wenig gemein.
Beth Lessers Buch ist eine aufschlussreiche Exkursion nach Jamaika. Die parallel erschienene Doppel-CD macht die hitzige Erfahrung besonders eindrucksvoll.
Beth Lesser: Dancehall – The Rise Of Jamaican Dancehall Culture, Soul Jazz Publishing, 216 Seiten – erhältlich für rund £ 25 inkl. Porto über die Website von Soul Jazz.
Dancehall – The Rise Of Jamaican Dancehall Culture, Soul Jazz Records/Indigo, 2 CD bzw. 4 LP – erhältlich in jedem guten Plattenladen.
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- Datum 25.02.2009 - 16:29 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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