Börse Dax fällt wieder unter die 4000-Punkte-Marke

Deutscher Aktienindex im Sog der Krise: Die Kurse in Frankfurt fielen auf den niedrigsten Stand seit Herbst 2004. Grund ist auch die miese Stimmung in den Unternehmen

Die drastischen Kursverluste an der Wall Street und der enttäuschende Ifo-Geschäftsklimaindex  haben den Dax am Dienstag auf den tiefsten Stand seit September 2004 gedrückt. Der deutsche Aktienindex verlor nach seinem knapp zweiprozentigen Vortagesminus weitere 2,6 Prozent auf 3834 Punkte. Händler befürchten, dass der Leitindex in den nächsten Handelstagen bis auf 3600 Punkte fallen könnte.

"Die deutschen Anleger haben ordentlich daran zu knabbern, dass der Dow Jones-Index gestern auf den tiefsten Stand seit 1997 gefallen ist", sagte ein Börsianer. "Jetzt heißt es abwarten, wann sich die Amerikaner wieder trauen, ihre eigenen Aktien zu kaufen." Die Enttäuschung über den Ifo-Index habe dann weitere Verkäufe ausgelöst. "Die Abweichung ist allerdings nicht allzu dramatisch", betonte er.

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Ein anderer Händler blickte trotz der aktuellen Kursverluste optimistisch in die Zukunft: "Viele hatten nur darauf gewartet, dass der Dax unter die Marke von 4000 Punkten fällt. Jetzt werden einige Anleger noch mal ein paar Aktien aus dem Depot werfen. Dann dauert es nicht mehr lange, bis die ersten Schnäppchenjäger mit ihren Käufen beginnen."

Unter starkem Verkaufsdruck standen die Versicherer, die unter anderem von den Spekulationen um einen drohenden Rekord-Verlust des US-Konkurrenten AIG belastet wurden. Einer mit der Angelegenheit vertrauten Person zufolge ist bei dem Versicherer ein Quartalsverlust von 60 Milliarden Dollar aufgelaufen.

Die Aktien der Allianz rutschten um 6,7 Prozent auf 47,93 Euro ab. Noch vor dem Versicherungskonzern auf den ersten beiden Plätzen der Dax-Verliererliste lagen BMW und Daimler. Zuvor hatten sich die Analysten von JP Morgan und Morgan Stanley kritisch zu BMW geäußert: Morgan Stanley riet zudem, Investoren sollten mit einem Kauf der Aktie lieber abwarten, bis sie deutlich unter 10 Euro notiere. BMW-Aktien fielen darauf um 7,8 Prozent auf 18,58 Euro. In ihrem Sog verloren Daimler 7,1 Prozent auf 17,95 Euro.

Schwache Vorgaben der Wall Street und anhaltende Sorgen über den Zustand des Weltfinanzsystems haben auch an den Börsen in Asien auf breiter Front  Verluste verursacht. Vor allem Bankenwerte zogen den Tokioter Nikkei-Index nach unten. Zeitweise notierte er mit 7155 Zählern – so tief wie zuletzt im Oktober 1982 – und schloss 1,46 Prozent im Minus auf 7268 Punkten. Auch die Märkte in Taiwan, Singapur, Südkorea, Hongkong und in Shanghai verzeichneten zum Teil Verluste von mehr als drei Prozent.

Sorgen bereitete den Anlegern vor allem das Geschehen in den USA und die Unsicherheit über die weiteren Schritte der dortigen Regierung zur Krisenbewältigung. Viele Aktienhändler bezweifeln, ob die Maßnahmen von Präsident Barack Obama zur Stabilisierung des kriselnden Banken- und Kreditsektors ausreichen. "Das Problem betrifft dabei nicht nur eine Bank oder ein Land", sagte ein Analyst. "Angesichts der anhaltenden Verluste an den Börsenplätzen in den USA und in Europa verlieren die Investoren ihr Vertrauen."

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