Russlands neue Liga Imperialismus auf dem Eis
Moskau demonstriert Stärke: mit neuen Waffensystemen, seiner Rohstoffpolitik - und mittels des Sports. Bald soll die russische Eishockeyliga nach Europa vordringen.

© ALEXEY PANOV/AFP/Getty Images
Ein Freund des Sports: Russlands Präsident Wladimir Putin mit einem russischen Eishockey-Jugendteam
Eines wird in jedem Gespräch mit Funktionären, Politikern und professionellen Beobachtern klar, wenn man sie nach der Bedeutung des Sports für das neue Russland fragt: Sport ist in Russland Außenpolitik. Das liegt einerseits am noch immer wichtigsten russischen Machthaber, an Ministerpräsident Wladimir Putin, der ein wirklich guter Judokämpfer, ein begeisterter Reiter, Skiläufer, neuerdings auch Taucher, und damit Vorbild für eine ganze Nation, ist. Andererseits an den strategischen Zielen des Kremls, Russland wieder zu einer echten Supermacht werden zu lassen. Da passt es gut zusammen, dass Alexander Medwedew, der Exportchef des nach Europa strebenden Erdgasmonopolisten Gazprom gleichzeitig Präsident der neu gegründeten Kontinentalen Hockey Liga (KHL) ist, ein Zusammenschluss von zurzeit 24 Klubs aus Russland und den drei ehemaligen sowjetischen Teilrepubliken Kazachstan, Lettland und Weißrussland.
Mittelfristig soll die KHL auch nach Europa vordringen. “Wir planen, dass Länder wie Schweden, Finnland, Tschechien, Deutschland, die Schweiz, Slowakei und Österreich mit je einer Mannschaft vertreten sein werden”, sagte Medwedew bei der Präsentation der neuen KHL vor einem halben Jahr im Büro der Liga im Moskauer Stadtzentrum. Dort arbeiten inzwischen 70 Leute an einem großen Ziel, das Geschäftsführer Wladimir Schalujew so beschreibt: “Wenn ich mir nicht sicher wäre, dass wir in fünf Jahren auf dem Niveau sind, ernsthafte Konkurrenten zur NHL zu sein, dann würde ich hier nicht in diesem Büro arbeiten.”
Wie zur Betonung dieser Kampfansage steht neben seinem Schreibtisch der meterhohe, glänzende Jurij-Gagarin-Pokal mit dem Konterfei des sowjetischen Kosmonauten, der im Kalten Krieg das erste Wettrennen mit den US-Amerikanern gewonnen hat – er war als erster Mann im All. Nun ist dieser Pokal die Trophäe der KHL.
Während die NHL europäische Großstädte wie Prag und Berlin in diesem Winter mit allerlei Werbeaktionen und All-Star-Spielen überzog, um den stagnierenden Heimmarkt zu erweitern, gehen die Russen noch einen Schritt weiter: Im Frühjahr werde der Präsident der KHL mit den Verantwortlichen der Eisbären Berlin eine “Vereinbarung treffen”, kündigt der Geschäftsführer Schalujew an. Ohnehin reist Medwedew regelmäßig nach Berlin, wo sein Unternehmen mit dem Ableger “Gazprom Germania” in der Stadtmitte sitzt. Nicht weit von der O2-Arena entfernt, der neuen Spielstätte der Eisbären, wo Eishockey seit dem vergangenen Sommer zum Publikumsschlager geworden ist. Zur erstmaligen Bespielung der neuen Eisfläche trat auch eine private Werksmannschaft von Gazprom in Berlin an: unter der Führung ihres Mannschaftskapitäns Medwedew.
Der Manager der Eisbären, John Lee weiß um die Avancen aus Moskau. Schließlich ist sein Klub der Einzige in der Deutschen Eishockey Liga (DEL), der auch von Gazprom gesponsort wird. An eine kurzfristige Zusammenarbeit mit der KHL glaubt er allerdings nicht, da es auch andere Planspiele für eine nordeuropäische Liga gibt, und die Finanzkrise insgesamt die Investitionsmöglichkeiten hemmt. Aber ausschließen will Lee nicht, dass Berlin künftig gegen Nowosibirsk, Omsk oder Spartak Moskau spielt: “Es ist unsere Struktur, die neue Halle. Die Möglichkeiten, die wir hier haben, in der großen Stadt, etwas zu bewegen. Ich glaube, das ist von sehr großem Interesse für die KHL”. Tatsächlich verfügt die KHL über riesige Personaletats, aber die Infrastruktur ist schwach, die Hallen alt, und der Zuschauerzuspruch mau. Zum Lokalderby zwischen ZSKA und Lokomotive Moskau kommen etwa 3000 Zuschauer.
- Datum 20.02.2009 - 15:52 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Interessen abgewandtes Denken, dass es jedem frei denkenden und fühlenden Menschen spei übel wird. Schwedische, sich klar vom Doping distanzierende Athleten erhalten Morddrohungen von russischen "Kollegen", Gas wird als Knüppel gegen West Europa eingesetzt, missliebige Journalisten werden kaltblütig ermordet, und und und... Putin und "sein" Russland passen nicht in diese Welt. Doch Egomanen von seinem Schlage, die ein Leid geprüftes Volk knebeln, wird das vermutlich noch einige Zeit wenig stören. Wenn Putin seine Großmachtansprüche ja nur über den Sport zu definieren versuchte wäre ja schon viel gewonnen.
jedem frei denkenden und fühlenden Menschen spei übel wird.
muss ihrer auffassung nach jeder frei denkender und fühlender mensch zu der gleichen position kommen wie sie?
wenn frei denken und fühlen nämlich lediglich die freiheit mit sich zieht, den x-fach durchgekauten schmarrn einer hoffnungslos im kalten krieg steckengebliebenen russlandberichterstattung schwallartig zu reproduzieren, dann sind wir dem totalitarismus ziemlich nahe.
vielleicht sogar näher, als sie das mit ihrer schrägen weltsicht so denken.
jedem frei denkenden und fühlenden Menschen spei übel wird.
muss ihrer auffassung nach jeder frei denkender und fühlender mensch zu der gleichen position kommen wie sie?
wenn frei denken und fühlen nämlich lediglich die freiheit mit sich zieht, den x-fach durchgekauten schmarrn einer hoffnungslos im kalten krieg steckengebliebenen russlandberichterstattung schwallartig zu reproduzieren, dann sind wir dem totalitarismus ziemlich nahe.
vielleicht sogar näher, als sie das mit ihrer schrägen weltsicht so denken.
jedem frei denkenden und fühlenden Menschen spei übel wird.
muss ihrer auffassung nach jeder frei denkender und fühlender mensch zu der gleichen position kommen wie sie?
wenn frei denken und fühlen nämlich lediglich die freiheit mit sich zieht, den x-fach durchgekauten schmarrn einer hoffnungslos im kalten krieg steckengebliebenen russlandberichterstattung schwallartig zu reproduzieren, dann sind wir dem totalitarismus ziemlich nahe.
vielleicht sogar näher, als sie das mit ihrer schrägen weltsicht so denken.
kommen, das wäre ja öde und fad! Ihr Totalitarismus-Vorwurf gegen das Prinzip einer freien und kritischen Meinungsäußerung ist haltlos und scheint letztendlich nur sehr pauschal das zu spiegeln, was interessierte russische Kreise, wie der Fall Politkowskaja zeigt, darunter verstehen.
kommen, das wäre ja öde und fad! Ihr Totalitarismus-Vorwurf gegen das Prinzip einer freien und kritischen Meinungsäußerung ist haltlos und scheint letztendlich nur sehr pauschal das zu spiegeln, was interessierte russische Kreise, wie der Fall Politkowskaja zeigt, darunter verstehen.
kommen, das wäre ja öde und fad! Ihr Totalitarismus-Vorwurf gegen das Prinzip einer freien und kritischen Meinungsäußerung ist haltlos und scheint letztendlich nur sehr pauschal das zu spiegeln, was interessierte russische Kreise, wie der Fall Politkowskaja zeigt, darunter verstehen.
Wie dümmlich muß die Berichterstattung eigentlich noch werden, wenn es um Rußland geht? Allmählich geht diese bei unseren ach so seriösen Journalisten in einen wahren Paroxysmus über, in dem kein Vorwurf und keine Diffamierung absurd genug ist, zitiert zu werden, wenn es sich nur gegen Putin und Medwedjew verwenden lassen kann, selbst wenn sich die Aussagen in ihrem Inhalt diametral gegenüberstehen.
Vielleicht sollte der eine oder andere Auftragsschreiber mal an seinem ideologischen Kompaß klopfen. Der Kalte Krieg ist vorbei, die Konfrontationsstrategie von Bush junior und seinen Pentagon-Strategen aus der Steinzeit auch, wir haben jetzt einen neuen Präsidenten im Weißen Haus.
Wie dümmlich muß die Berichterstattung eigentlich noch werden, wenn es um Rußland geht? Allmählich geht diese bei unseren ach so seriösen Journalisten in einen wahren Paroxysmus über, in dem kein Vorwurf und keine Diffamierung absurd genug ist, zitiert zu werden, wenn es sich nur gegen Putin und Medwedjew verwenden lassen kann, selbst wenn sich die Aussagen in ihrem Inhalt diametral gegenüberstehen.
Vielleicht sollte der eine oder andere Auftragsschreiber mal an seinem ideologischen Kompaß klopfen. Der Kalte Krieg ist vorbei, die Konfrontationsstrategie von Bush junior und seinen Pentagon-Strategen aus der Steinzeit auch, wir haben jetzt einen neuen Präsidenten im Weißen Haus.
Wie dümmlich muß die Berichterstattung eigentlich noch werden, wenn es um Rußland geht? Allmählich geht diese bei unseren ach so seriösen Journalisten in einen wahren Paroxysmus über, in dem kein Vorwurf und keine Diffamierung absurd genug ist, zitiert zu werden, wenn es sich nur gegen Putin und Medwedjew verwenden lassen kann, selbst wenn sich die Aussagen in ihrem Inhalt diametral gegenüberstehen.
Vielleicht sollte der eine oder andere Auftragsschreiber mal an seinem ideologischen Kompaß klopfen. Der Kalte Krieg ist vorbei, die Konfrontationsstrategie von Bush junior und seinen Pentagon-Strategen aus der Steinzeit auch, wir haben jetzt einen neuen Präsidenten im Weißen Haus.
Kommentar Nr. 5 ist meine Antwort.
Kommentar Nr. 5 ist meine Antwort.
Ich vertrete hier keine interessierten Kreise, sondern möchte lediglich meine Meinung äußern. Wie ich Ihnen schon an anderer Stelle zu erklären versuchte, verstehe ich unter Freiheit, vor allem auch die des anders denkenden.
Natürlich verfüge ich, wie wohl die meisten Menschen, in erster Linie über den Medien entlehnte Informationen über Russland, Putin und die russische Politik. Sie scheinen da bessere Quellen zu haben, ohne leider konkret zu werden. Welche Diffamierungen meinen Sie denn und durch welche Fakten können Sie Ihre Sicht belegen?
Dass Sie und Ihre amerikanischen Landsleute einen neuen Präsidenten gewählt haben freut mich ehrlich, denn Bush Junior war meiner Meinung nach mindestens so gefährlich wie Putin.
@Natürlich verfüge ich, wie wohl die meisten Menschen, in erster Linie über den Medien entlehnte Informationen über Russland, Putin und die russische Politik.
Genau liegt das Problem. Wenn die Medien unisono die Meinungen vertreten wie Sie, ohne diese durch Fakten abstützen zu können, dann reproduzieren Sie und auch die Medien lediglich immer wieder die eigenen Vorurteile und Ressentiments gegen Rußland.
@Sie scheinen da bessere Quellen zu haben, ohne leider konkret zu werden.
Ich habe allerdings bessere Quellen, die sich auf persönliche Bekanntschaften, Besuche des Landes sowie Studien von Berichterstattern und Analysten stützen, die nicht im Mainstream mitschwimmen müssen. Peter Scholl-Latour kann ich da nur wärmstens empfehlen, dem man weder Vorurteile und Ressentiments gegen Rußland noch sonderliche Sympathien für das Land nachsagen kann. Außerdem bin ich in der DDR aufgewachsen und kenne daher Kultur und Geschichte sowie die Mentalität Rußlands doch ein wenig besser.
Aber genau genommen wäre all das nicht nötig, sondern es genügt, wenn man einmal vorurteilsfrei und kritisch die Berichte unserer Mainstreampresse selbst betrachtet. Verfolgen Sie einmal, wenn Sie können, den Verlauf der Berichterstattung über den Georgienkonflikt. Das könnte einige sehr interessante Aufschlüsse über den Stil und vor allem die Formulierungen geben.
@Natürlich verfüge ich, wie wohl die meisten Menschen, in erster Linie über den Medien entlehnte Informationen über Russland, Putin und die russische Politik.
Genau liegt das Problem. Wenn die Medien unisono die Meinungen vertreten wie Sie, ohne diese durch Fakten abstützen zu können, dann reproduzieren Sie und auch die Medien lediglich immer wieder die eigenen Vorurteile und Ressentiments gegen Rußland.
@Sie scheinen da bessere Quellen zu haben, ohne leider konkret zu werden.
Ich habe allerdings bessere Quellen, die sich auf persönliche Bekanntschaften, Besuche des Landes sowie Studien von Berichterstattern und Analysten stützen, die nicht im Mainstream mitschwimmen müssen. Peter Scholl-Latour kann ich da nur wärmstens empfehlen, dem man weder Vorurteile und Ressentiments gegen Rußland noch sonderliche Sympathien für das Land nachsagen kann. Außerdem bin ich in der DDR aufgewachsen und kenne daher Kultur und Geschichte sowie die Mentalität Rußlands doch ein wenig besser.
Aber genau genommen wäre all das nicht nötig, sondern es genügt, wenn man einmal vorurteilsfrei und kritisch die Berichte unserer Mainstreampresse selbst betrachtet. Verfolgen Sie einmal, wenn Sie können, den Verlauf der Berichterstattung über den Georgienkonflikt. Das könnte einige sehr interessante Aufschlüsse über den Stil und vor allem die Formulierungen geben.
Kommentar Nr. 5 ist meine Antwort.
Lokomotive ist nicht aus Moskau sondern aus Jaroslavl, und das sind immerhin 282 km :) dies spiegelt das ganze Unwissen über Russland!
"...Jurij-Gagarin-Pokal mit dem Konterfei des sowjetischen Kosmonauten, der im Kalten Krieg das erste Wettrennen mit den US-Amerikanern gewonnen hat – er war als erster Mann im All..."
Das "erste Wettrennen" ist inhaltlich sehr streitbar
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