Beziehungsdrama Vierköpfige Familie tot in Wohnung gefunden
Familiendrama in Bad Bramstedt: In einer Wohnung hat die Polizei die Leichen eines Ehepaars, von Tochter und Sohn entdeckt. Laut Ermittlern ist der Täter unter den Toten
Die vier Opfer von Bad Bramstedt, rund 50 Kilometer nördlich von Hamburg, wurden am Donnerstagabend in ihrer Wohnung aufgefunden. Möglicherweise sind der 38-jährige Vater, die 33 Jahre alte Mutter und die beiden Kinder schon vor einigen Tagen gestorben. Die Beamten waren zu der Wohnung der Familie gefahren, weil diese als vermisst gemeldet worden war. "Mehrere Menschen aus ihrem Umfeld haben sich gewundert, dass sie seit Dienstag nichts von der Familie gehört hatten", berichtete die Kieler Staatsanwaltschaft.
Am Freitag sicherten die Ermittler in der Erdgeschosswohnung des Mehrfamilienhauses noch Spuren, die Leichen wurden in der Kieler Rechtsmedizin obduziert, um die genaue Todesursache zu klären. Wann das Ergebnis vorliegt, war unklar. Es gab keine Angaben darüber, ob ein Abschiedsbrief gefunden wurde und wie die Eltern, die zwölf Jahre alte Tochter und der elfjährige Sohn zu Tode kamen.
Über mögliche Hintergründe der Bluttat schwiegen sich die Ermittler aus. Es sei allerdings eindeutig, dass der Täter unter den Opfern ist; weitere Menschen waren nicht an dem Verbrechen beteiligt.
Das Familiendrama in Bad Bramstedt ereignete sich nur wenige Tage nach einem ähnlichen Vorfall in Harrislee, ebenfalls in Schleswig-Holstein. Der mutmaßliche Täter, der am Montag seine Frau und seine siebenjährige Tochter getötet haben soll, wurde in Berlin gefasst. Der 37-Jährige wurde verletzt in einem Berliner Hotel festgenommen.
Dabei kam der Polizei "Kommissar Zufall" zu Hilfe: Die Berliner Beamten waren routinemäßig einem Rettungswagen gefolgt, der zu dem Hotel gerufen worden war. Beim Feststellen der Personalien des Verletzten bemerkten die Polizisten dann, das dieser zur Fahndung ausgeschrieben war. Der Mann hatte Schnitt- und Stichwunden an Hals und Körper und wurde von einem Notarzt versorgt. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht, Lebensgefahr bestand nicht.
Zuvor hatte der Mann in einer E-Mail seine Tat gestanden. Gleichzeitig kündigte er seinen Selbstmord an. Sobald es sein Gesundheitszustahnd zulässt, "wird er dem Haftrichter vorgeführt", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt in Flensburg, Rüdiger Meienburg.
- Datum 20.02.2009 - 18:38 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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