Wirtschaftskrise Mehr Kontrolle und mehr Regulierung

Europas G-20-Länder haben sich beim Gipfeltreffen in Berlin für eine lückenlose Finanzmarktaufsicht ausgesprochen. Ausgespart wurde dagegen die prekäre Lage einiger Staaten Osteuropas

Die europäischen Mitglieder der G20-Gruppe haben sich vor dem Welt-Finanzgipfel im April auf Vorschläge für eine lückenlose Aufsicht über die globalen Finanzmärkte verständigt. Ziel ist es, eine Wiederholung der Finanzkrise zu vermeiden.

"Wir haben heute nochmals unterstrichen, dass alle Finanzmärkte, -produkte und Marktteilnehmer lückenlos und unabhängig davon, wo sie ihren Sitz haben, einer angemessenen Aufsicht oder Regulierung unterstellt werden müssen", heißt es in der Abschlusserklärung des deutschen Vorsitzlandes zum Berliner EU/G20-Gipfel vom Sonntag. Das müsse auch für große private Kapitalsammelstellen gelten, einschließlich Hedgefonds, von denen potenziell eine Gefahr für die Stabilität des Welt-Finanzsystem ausgehen könnte. Auch Rating-Agenturen, die Risiken bewerten, sollten sich registrieren lassen müssen und einer Aufsicht unterliegen.

Anzeige

Die Umsetzung der 47 Vorschläge aus dem G20-Aktionsplan vom November soll nach dem Willen der Europäer vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und dem Forum für Finanzstabilität (FSF) überwacht werden. Beiden Institutionen schreiben die Europäer auch eine zentrale Rolle als Frühwarner bei Krisen zu. Der IWF soll auch eine wichtige Rolle bei der Hilfe für Mitgliedsländer spielen, die mit Finanzproblemen kämpfen. Die EU-Mitglieder der G20 unterstützten daher die Forderung, die Mittel des IWF für solche Zwecke zu verdoppeln.

Zur Harmonie an diesem trüben Tag in Berlin hatte beigetragen, dass die Gastgeber diesmal breit eingeladen hatten. Sarkozy hatte vor Washington ein ähnliches Treffen organisiert. Damals waren aber nur Frankreich, Großbritannien, Italien und Deutschland erschienen. Das erzeugte viel Unmut. Kleinere Länder fühlten sich übergangen - aber auch die Spanier, die unter den Top 10 der Industrienationen rangieren. Daraus hat Merkel gelernt - und kassierte allseits Lob.

Allerdings könnte auch der europäische Burgfriede in den nächsten Monaten Belastungen ausgesetzt werden. In Merkels Zusammenfassung der Ergebnisse lautete eine Überschrift: «Akute Krisenbewältigung darf nicht zu Wettbewerbsverzerrungen führen.» Rettungspläne für einzelne Industriezweige dürften «keine unangemessenen einseitigen Vorteile enthalten». Befragt, was das etwa für die Autobranche bedeute, verwies Merkel auf die EU-Kommission, die in Europa über den freien Wettbewerb wacht. Sie erinnerte aber vor allem an die USA und deren Programme. Das ist wohl der wahre Hintergrund der europäischen Warnung aus Berlin vor zu viel Marktabschottung und Subventionen. Erste Priorität haben dazu laut Abschlusserklärung die Verhandlungen über den Abbau von Handelshürden, die sogenannte Doha-Runde, doch noch zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen.

Ein Thema versuchten die großen Europäer zu umschiffen: Die Lage einiger osteuropäischer Länder und der dortigen Banken. Das Gerücht von Zahlungsschwierigkeiten geht um. Nur indirekt machten die Teilnehmer deutlich, dass sie das Problem alarmiert. Die Mittel für den Internationalen Währungsfonds (IWF), der als Feuerwehr im Krisenfall einspringen müsste, sollen verdoppelt werden.

Leser-Kommentare
  1. Die schon seit 2003 erhobenen Forderungen zu

    "Hoffnung Europa" scheinen eine Realisierungschance zu erhalten:

    http://www.sonnenseite.co...

    Nun bleibt abzuwarten und kritisch zu beobachten, wie konkret die Umsetzungen in der G - 20 Ebene sein werden. Die endgültig regulierende Ebene wäre dann die UNO-Weltinnenpolitik-Global-Governance-Ebene.

    Hoffen wir das Beste, für unsere Zukunft! An weiteren globalen Steuerungsnotwendigkeiten fehlt es ja leider nicht !

  2. Zwang und Norm sind nicht immer dasselbe. Leider überwiegt in allem, was hier steht, das Soll. Treffen zitiert:

    "Wir haben heute nochmals unterstrichen, dass alle Finanzmärkte, -produkte und Marktteilnehmer lückenlos und unabhängig davon, wo sie ihren Sitz haben, einer angemessenen Aufsicht oder Regulierung unterstellt werden müssen"

    Aufsicht oder Regulierung? Wenn das ein ausschließendes Oder ist, dann zähle ich im Kopf bis drei und weiß, worauf die Wahl fallen wird. Man tut gerade so, als bestünde zwischen Aufsicht und Regulierung kein himmelweiter Unterschied. Dann kann man am Ende besser die Aufsichtsregelung als Beinahe-Regulierung verkaufen. Arme, arme reiche Länder.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    In der Tat: Die im Jahre 2 000 "normativ versprochenen" Millennium-Ziele harren bis heute ihrer Umsetzung ! An "Aufsichtsräten" in Hunderten von Banken und Versicherungen hat es nun wirklich nicht gemangelt ! Über die spricht zur Zeit kaum jemand: Oh wie leise sind sie geworden.

    Auf jeden Fall ist Ihre Wachsamkeit völlig berechtigt:

    Nicht einlullen lassen und dann so weiter machen wie bisher!
    Auf die konkrete Umsetzung wird es ankommen !

    In der Tat: Die im Jahre 2 000 "normativ versprochenen" Millennium-Ziele harren bis heute ihrer Umsetzung ! An "Aufsichtsräten" in Hunderten von Banken und Versicherungen hat es nun wirklich nicht gemangelt ! Über die spricht zur Zeit kaum jemand: Oh wie leise sind sie geworden.

    Auf jeden Fall ist Ihre Wachsamkeit völlig berechtigt:

    Nicht einlullen lassen und dann so weiter machen wie bisher!
    Auf die konkrete Umsetzung wird es ankommen !

  3. In der Tat: Die im Jahre 2 000 "normativ versprochenen" Millennium-Ziele harren bis heute ihrer Umsetzung ! An "Aufsichtsräten" in Hunderten von Banken und Versicherungen hat es nun wirklich nicht gemangelt ! Über die spricht zur Zeit kaum jemand: Oh wie leise sind sie geworden.

    Auf jeden Fall ist Ihre Wachsamkeit völlig berechtigt:

    Nicht einlullen lassen und dann so weiter machen wie bisher!
    Auf die konkrete Umsetzung wird es ankommen !

    Antwort auf "Sollen und Müssen"
  4. Schließlich gabs früher noch nie Krisen und das ist die erste.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sarkasmus und Zynismus - welches haben Sie sich da angezogen?

    bei einem Feuer hunderte Näherinnen verbrannten, Anfang des 20. Jahrhunderts, da haben die amerikanischen Kommunisten in Washington den armen, stets als Opfer auftretenden Industriellen und Wohnungsbauern Brandschutzregeln auferlegt - z.B. die bekannten Feuertreppen. Verabscheuungswürdig, oder...

    Ausserdem, wie heisst es doch: Wer einen Sumpf austrocknen will, darf nicht die Frösche fragen. Der globale Finanzsupf ist aber viel mehr auf Betreiben der Frösche überhaupt erst geflutet worden. Klingt für mich entweder superdämlich, oder die politischen Sumpfbiber im Angesicht ihres Götzen, dem anglo-amerikanischen Bakensystem haben nach dem Motto "Menschenverstand gegen Bargeld" gehandelt. In jedem Falle sind Regeln, besonders dann, wenn sie ausnahmslos und für alle gelten*, hilfreich.

    *Okay, das ist ein bisschen utopisch.

    _________________________________________________
    In diesem Wahljahr werde ich mich für keine Partei
    aussprechen und zu keinem Parteiprogramm. Aber ich
    werde nicht aufhören, zu sagen, dass diese Krise eine
    ideologische Heimat hat: die FDP.…
    ______

    Sarkasmus und Zynismus - welches haben Sie sich da angezogen?

    bei einem Feuer hunderte Näherinnen verbrannten, Anfang des 20. Jahrhunderts, da haben die amerikanischen Kommunisten in Washington den armen, stets als Opfer auftretenden Industriellen und Wohnungsbauern Brandschutzregeln auferlegt - z.B. die bekannten Feuertreppen. Verabscheuungswürdig, oder...

    Ausserdem, wie heisst es doch: Wer einen Sumpf austrocknen will, darf nicht die Frösche fragen. Der globale Finanzsupf ist aber viel mehr auf Betreiben der Frösche überhaupt erst geflutet worden. Klingt für mich entweder superdämlich, oder die politischen Sumpfbiber im Angesicht ihres Götzen, dem anglo-amerikanischen Bakensystem haben nach dem Motto "Menschenverstand gegen Bargeld" gehandelt. In jedem Falle sind Regeln, besonders dann, wenn sie ausnahmslos und für alle gelten*, hilfreich.

    *Okay, das ist ein bisschen utopisch.

    _________________________________________________
    In diesem Wahljahr werde ich mich für keine Partei
    aussprechen und zu keinem Parteiprogramm. Aber ich
    werde nicht aufhören, zu sagen, dass diese Krise eine
    ideologische Heimat hat: die FDP.…
    ______

    • bediko
    • 22.02.2009 um 17:10 Uhr

    Hat schon mal einer der hochnäsigen Angelsachsen "sorry" gesagt, mea culpa, mea maxima culpa? Immerhin wurden sie wohl wiederholt auf das Minenfeld aufmerksam gemacht, wenn es stimmt, sogar von uns Angie während des G8-Gipfeltreffens? Aber damals hieß es wohl, ihr blöden Deutschen mit eurer Angst.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Aha, da ist er wieder, der altbekannte Reflex, die Ursachen allen Übels dieser Welt jenseits das Atlantik zu suchen. Nein, mein Herr, den hiesigen Schlamassel haben wir mit deutscher Gründlichkeit selbst angerichtet! Hätten sich unsere Finanzinstitute, allen voran die HRE / Depfa und diverse Landesbanken (!) aus purer Profitgier nicht mit den toxischen Derivaten vollgesogen, die nun wie Atommüll in ihren Kellern schlummern, wären wir jetzt nicht in dieser fatalen Lage, in der vor allem das Vertrauen fehlt, das für die Kreditvergabe nun einmal unerlässlich ist. Immer schön vor der eigenen Tür kehren!

    Aha, da ist er wieder, der altbekannte Reflex, die Ursachen allen Übels dieser Welt jenseits das Atlantik zu suchen. Nein, mein Herr, den hiesigen Schlamassel haben wir mit deutscher Gründlichkeit selbst angerichtet! Hätten sich unsere Finanzinstitute, allen voran die HRE / Depfa und diverse Landesbanken (!) aus purer Profitgier nicht mit den toxischen Derivaten vollgesogen, die nun wie Atommüll in ihren Kellern schlummern, wären wir jetzt nicht in dieser fatalen Lage, in der vor allem das Vertrauen fehlt, das für die Kreditvergabe nun einmal unerlässlich ist. Immer schön vor der eigenen Tür kehren!

    • gw-hh
    • 22.02.2009 um 17:41 Uhr

    In den vergangenen Monaten hatten wir reichlich Gelegenheit zu erfahren, was es bedeutet, wenn auf Konferenzen und anderen öffentlichen Gelegeheiten markige Worte geschwungen werden: wir können ziemlich sicher sein, dass NICHTS dergleichen geschehen wird: keine Regulierung, keine Schließung der Steueroasen, kein Durchgreifen.

    Stattdessen wird man weiterhin die Politik fortsetzen, Diejenigen, die uns die Katastrophe ingebrockt haben, zu belohnen, ihnen das Desaster auf Kosten des Steuerzahlers zu versüssen, Bankern und anderen Versagern der Finanzindustrie jeden Wunsch von den Lippen abzulesen, sie auf Rosen zu betten, wie bereits mit dem Bankenrettungspaket.
    Und, damit es keinen Ärger gibt, wird man gleichzeitig öffentlich über die, die man in Watte bettet, herziehen, ihre Gier anprangern usw..

    Herr Steinbrück hätte z.b. längst den Banken untersagen können, Geschäfte in Steueroasen zu betreiben, bei denen Hunderte Milliarden verbrannt wurden und werden, die der Steuerzahler ersetzen muss.
    Das tut er nicht, weil er dadurch die Hoffnung auf ein Aufsichtsratsmandat beim Institut des Herrn Ackermann ruinieren würde - man will ja wissen, wo man nach dem Ende der politischen Karriere sein Auskommen findet.

    Der Bürger und Steuerzahler ist verraten und verkauft: demnächst wird er von Herrn Steinbrück die +- 1 Billion Euro Schulden der Hypo Real Estate aufgebrummt bekommen - durch "Enteignung" derselben.

    Der Modus dieser "Politik" ist doch längst eintrainiert: das kannten wir doch schon vom sogenannten "Klimaschutz" unserer "Klimakanzlerin": herauskam nicht nur eine Nullnummer. Vielmehr werden die CO2-Emissionen noch intensiviert durch den Bau von schmutzigen Kohlekraftwerken, die Autoindustrie und ihre Spritfresserproduktion werden verhätschelt.

    Damit das alles geht, hart man eine Super-PR und beste Propagandaunterstützung durch die Medien, denen es nach wie vor gelingt, die Abgründe zwischen rhetorischen Ansagen und der ihnen völlig entgegengesetzten Politik zu übertünchen.

    Der Bürger selbst ist natürlich nicht ganz unschuldig an der Misere: er wird allerdings aufs Härteste getroffen durch die Entwertung seiner Renten, Pensionen, Sozialleistungen, Löhne usw.. Eine massive Strafe für seine Nachlässigkeit.
    Wie sagte schon Plato: "wer sich um die Politik nicht kümmert, wird für seine Nachlässigkeit damit bestraft, dass er von Gaunern regiert wird."

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sie haben Recht, ganz fürchterlich Recht.
    Ich wünsche aus vollem Herzen, Ihnen widersprechen zu können.
    Aber es ist genao so, wie sie es beschreiben. Niemals sollte man vergessen, wer das Geld, dass jetzt so großzügig verteilt wird, erarbeitet hat.
    Nicht vergessen sollte man auch, wem man wieviel fort genommen hat in den letzten Jahren
    Die Steuererleichterungen bei Überstunden oder der Nachtarbeit usw. usw.
    Was davon kam in unseren Schulen, Universitäten usw. an?

    Gotte sei Dank dafür, dass wir, Verbraucher, nun andere Autos nachfragen. Gott sei Dank, dass wir uns bei Versprechungen für mehr Rendite nach dem Risiko erkündigen. Die Krise hat unsere Welt auch positiv verändert. Sie hat gezeigt wie schnell Vermögen in Form vom Kapital verschwinden kann. Sie hat gezeigt, dass wenn irgendjemand schöne und teure Anzüge trägt und sich schön und flüssig artikulieren kann, heißt es noch lange nicht, dass er (oder sie) viel Ahnung hat!
    Die Dimensionen der Krise haben eine neue Welt geschaffen, in der die Amis nicht die einzigen Sheriffs mehr in der Stadt.
    Unsere neue Aufgabe als Verbraucher ist durch unsere Kaufkraft klarer geworden. Wir geben unser Geld nur in Fällen aus, in denen wir die Produkte verstehen und mit den Unternehmen identifizieren können.

    Sie haben Recht, ganz fürchterlich Recht.
    Ich wünsche aus vollem Herzen, Ihnen widersprechen zu können.
    Aber es ist genao so, wie sie es beschreiben. Niemals sollte man vergessen, wer das Geld, dass jetzt so großzügig verteilt wird, erarbeitet hat.
    Nicht vergessen sollte man auch, wem man wieviel fort genommen hat in den letzten Jahren
    Die Steuererleichterungen bei Überstunden oder der Nachtarbeit usw. usw.
    Was davon kam in unseren Schulen, Universitäten usw. an?

    Gotte sei Dank dafür, dass wir, Verbraucher, nun andere Autos nachfragen. Gott sei Dank, dass wir uns bei Versprechungen für mehr Rendite nach dem Risiko erkündigen. Die Krise hat unsere Welt auch positiv verändert. Sie hat gezeigt wie schnell Vermögen in Form vom Kapital verschwinden kann. Sie hat gezeigt, dass wenn irgendjemand schöne und teure Anzüge trägt und sich schön und flüssig artikulieren kann, heißt es noch lange nicht, dass er (oder sie) viel Ahnung hat!
    Die Dimensionen der Krise haben eine neue Welt geschaffen, in der die Amis nicht die einzigen Sheriffs mehr in der Stadt.
    Unsere neue Aufgabe als Verbraucher ist durch unsere Kaufkraft klarer geworden. Wir geben unser Geld nur in Fällen aus, in denen wir die Produkte verstehen und mit den Unternehmen identifizieren können.

  5. Sarkasmus und Zynismus - welches haben Sie sich da angezogen?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wer die spontanen Affekte, die das Wort "Neoliberalismus" hervorruft, mal genauer untersucht, der kann sich eigentlich nur die Augen reiben. Ich bin weder neoliberal noch neokonservativ noch neosozialistisch, ich gestatte mir meine eigene Meinung.

    Aber klar, die Regierungen dieser Welt werden's schon richten. Moment mal - die Regierungen? Welche Regierungen?

    Etwa die, die durch die sagenhafte Aufblähung der globalen Geldmenge diese Krise erst ermöglichten? Etwa das sozialistische Zentralkomitee der USA (das aus FED und Finanzministerium besteht), das auf die Krise mit genau den Mitteln zu antworten gedenkt, die schon früher nicht halfen? Etwa die Zentralbank, die sich durch politisch motivierte Bilanzverlängerung selbst de facto enteignete (EK-Quote der FED aktuell: etwa 1,5%)?

    Na klar, die haben mein vollstes Vertrauen! Der Staat kann's richten!

    Wenn in geschätzten drei Jahren durch quantitative easing und deficit spending die Inflation ein für uns nicht mehr erträgliches Ausmaß erreicht haben wird, dann bin ich übrigens längst weg - entweder in einer Blockhütte am Nordkap oder in einem beschaulichen Bungalow auf Tristan da Cunha, jedenfalls soweit weg von euch, daß mich eure Hungerrevolten nicht erreichen.

    Welcome to Simbabwe!

    Wer die spontanen Affekte, die das Wort "Neoliberalismus" hervorruft, mal genauer untersucht, der kann sich eigentlich nur die Augen reiben. Ich bin weder neoliberal noch neokonservativ noch neosozialistisch, ich gestatte mir meine eigene Meinung.

    Aber klar, die Regierungen dieser Welt werden's schon richten. Moment mal - die Regierungen? Welche Regierungen?

    Etwa die, die durch die sagenhafte Aufblähung der globalen Geldmenge diese Krise erst ermöglichten? Etwa das sozialistische Zentralkomitee der USA (das aus FED und Finanzministerium besteht), das auf die Krise mit genau den Mitteln zu antworten gedenkt, die schon früher nicht halfen? Etwa die Zentralbank, die sich durch politisch motivierte Bilanzverlängerung selbst de facto enteignete (EK-Quote der FED aktuell: etwa 1,5%)?

    Na klar, die haben mein vollstes Vertrauen! Der Staat kann's richten!

    Wenn in geschätzten drei Jahren durch quantitative easing und deficit spending die Inflation ein für uns nicht mehr erträgliches Ausmaß erreicht haben wird, dann bin ich übrigens längst weg - entweder in einer Blockhütte am Nordkap oder in einem beschaulichen Bungalow auf Tristan da Cunha, jedenfalls soweit weg von euch, daß mich eure Hungerrevolten nicht erreichen.

    Welcome to Simbabwe!

  6. Wer die spontanen Affekte, die das Wort "Neoliberalismus" hervorruft, mal genauer untersucht, der kann sich eigentlich nur die Augen reiben. Ich bin weder neoliberal noch neokonservativ noch neosozialistisch, ich gestatte mir meine eigene Meinung.

    Aber klar, die Regierungen dieser Welt werden's schon richten. Moment mal - die Regierungen? Welche Regierungen?

    Etwa die, die durch die sagenhafte Aufblähung der globalen Geldmenge diese Krise erst ermöglichten? Etwa das sozialistische Zentralkomitee der USA (das aus FED und Finanzministerium besteht), das auf die Krise mit genau den Mitteln zu antworten gedenkt, die schon früher nicht halfen? Etwa die Zentralbank, die sich durch politisch motivierte Bilanzverlängerung selbst de facto enteignete (EK-Quote der FED aktuell: etwa 1,5%)?

    Na klar, die haben mein vollstes Vertrauen! Der Staat kann's richten!

    Wenn in geschätzten drei Jahren durch quantitative easing und deficit spending die Inflation ein für uns nicht mehr erträgliches Ausmaß erreicht haben wird, dann bin ich übrigens längst weg - entweder in einer Blockhütte am Nordkap oder in einem beschaulichen Bungalow auf Tristan da Cunha, jedenfalls soweit weg von euch, daß mich eure Hungerrevolten nicht erreichen.

    Welcome to Simbabwe!

    Antwort auf "Zwei Paar Schuhe"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Lieber Viscount,

    Ich selbst kann nicht entscheiden ob die FED, bzw. der böse Grünspan die Krise zu verantworten hat, dazu bin ich ökonomisch zu ungebildet und ich habe zu viele verschiedene Erklärungen gehört, die sich teilweise oder völlig widersprechen.

    Ich möchte deshalb nicht selbst auf Ihren Kommentar antworten, jedoch auf einen Artikel von Thomas Fricke und eine Artikel von Heiner Flassbeck verweisen, die gegen diese Auffassung argumentieren. Ich weiss, das sind beides Keynsianer, der Flassbeck noch dazu ein ganz böser, weil unter Lafontaine im Finanzministerium. Trotzdem würde mich interessieren was Sie denen beiden antworten würden.

    Flassbeck z.B. schreibt:
    Wenn der Vorwurf an die amerikanische Geldpolitik irgendeine Berechtigung hätte, müsste Japan nach zehn Jahren Niedrigstzinsen – immerhin verlangte die japanische Zentralbank von 2002 bis 2005 einen Zinssatz von fast Null Prozent und steht auch heute mit ihren gerade mal 0,3 Prozent nicht eben als geldpolitischer Hardliner da – ein im Ausland hochverschuldetes, von gewaltiger Spekulation und von Inflation gebeuteltes Land sein. Stattdessen wetteifert
    Japan seit Jahren mit Deutschland und China um den Titel des Exportweltmeisters und taumelt weiter am Abgrund der Deflation.

    Beste Grüße,
    Jürgen

    Staunen und Wundern

    Lieber Viscount,

    Ich selbst kann nicht entscheiden ob die FED, bzw. der böse Grünspan die Krise zu verantworten hat, dazu bin ich ökonomisch zu ungebildet und ich habe zu viele verschiedene Erklärungen gehört, die sich teilweise oder völlig widersprechen.

    Ich möchte deshalb nicht selbst auf Ihren Kommentar antworten, jedoch auf einen Artikel von Thomas Fricke und eine Artikel von Heiner Flassbeck verweisen, die gegen diese Auffassung argumentieren. Ich weiss, das sind beides Keynsianer, der Flassbeck noch dazu ein ganz böser, weil unter Lafontaine im Finanzministerium. Trotzdem würde mich interessieren was Sie denen beiden antworten würden.

    Flassbeck z.B. schreibt:
    Wenn der Vorwurf an die amerikanische Geldpolitik irgendeine Berechtigung hätte, müsste Japan nach zehn Jahren Niedrigstzinsen – immerhin verlangte die japanische Zentralbank von 2002 bis 2005 einen Zinssatz von fast Null Prozent und steht auch heute mit ihren gerade mal 0,3 Prozent nicht eben als geldpolitischer Hardliner da – ein im Ausland hochverschuldetes, von gewaltiger Spekulation und von Inflation gebeuteltes Land sein. Stattdessen wetteifert
    Japan seit Jahren mit Deutschland und China um den Titel des Exportweltmeisters und taumelt weiter am Abgrund der Deflation.

    Beste Grüße,
    Jürgen

    Staunen und Wundern

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service