Automobilkrise Opel - erfolgreich, aber moribund

Der US-Autobauer GM hat den Abbau von weltweit 47.000 Stellen und Werksschließungen angekündigt. Was bedeutet das für die deutschen Opel-Standorte?

An den vier deutschen Opel-Standorten Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach geht die Angst um. General Motors (GM) hat angekündigt, 26.000 Arbeitsplätze außerhalb der USA streichen zu wollen. Fast genauso viele Mitarbeiter zählt Opel in seinen deutschen Werken. Wie viele Opelaner betroffen sein könnten, ist aber völlig offen. GM machte bei der Vorlage des Sanierungskonzepts am Dienstag keine konkreten Angaben zur Zukunft des Standorts Deutschlands.

Allein im Stammwerk Rüsselsheim arbeiten aktuell rund 15.500 Menschen, davon etwa 5500 im internationalen Entwicklungszentrum, der Denkfabrik des Autobauers, die auch für den Mutterkonzern wichtige Innovationen und Anregungen liefert. Darauf kann GM eigentlich nicht verzichten, wenn der Konzern seine veraltete, ineffiziente Modellpalette modernisieren will. Zum ersten Mal hat das Management des Autokonzerns am Mittwoch öffentlich auch über einen Einstieg Dritter bei Opel nachgedacht.

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Wer dieser Dritte sein könnte, ist aber ebenfalls unklar. Investoren aus der angeschlagenen Autoindustrie sind nicht in Sicht. Auch Exoten wie der Bonner Solartechnikkonzern Solarworld winken inzwischen ab. Solarworld hatte im November eine Übernahme von Opel angeboten.

GM selbst scheint vor allem an staatliche Beteiligungen und die entsprechenden "finanziellen Rahmenbedingungen" zu denken. Der Konzern hat erklärt, dass er bei seinem Umbau auf die Hilfe von Regierungen ausländischer Standorte setze. Darüber diskutiert GM nach eigener Auskunft auch mit der Bundesregierung. Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) kam dem US-Konzern entgegen, als er sagte, die Bundesregierung und die Regierungen der Bundesländer mit Opel-Standorten seien auf einem gemeinsamen Weg und "bereit, das Notwendige zu tun, um Opel stabil zu erhalten". Diskutiert wurde zuletzt auch ein direkter Einstieg von Bundesländern.

Was würde aus Opel, wenn sich keine Partner finden oder GM pleitegeht?

Allein wäre Opel nicht überlebensfähig, obwohl die Marke wertvoll und die Modellpalette überwiegend erfolgreich ist. Der Betriebsrat favorisiert die Umwandlung der GmbH in eine Aktiengesellschaft, die zum Teil an die Börse gebracht werden könnte. Dabei denken die Arbeitnehmer wohl an das Vorbild VW. Neben privaten Aktionären könnten die Bundesländer mit Opel-Werken am Autobauer beteiligt werden und über ein "Opel-Gesetz" entsprechende Vetorechte bei Standortentscheidungen erhalten. Bei der EU-Komission hätte diese Konstruktion allerdings keine Chance.

Würde GM nach dem US-Insolvenzparagrafen Chapter 11 Konkurs anmelden, kämen auf Opel Milliardenbelastungen zu, die das Unternehmen alleine nicht bewältigen könnte. So schuldet GM Opel angeblich mehrere Milliarden, weil die deutschen Entwickler Leistungen für die Detroiter Zentrale erbracht haben, die noch nicht bezahlt wurden.

Leser-Kommentare
    • Hugo_P
    • 19.02.2009 um 16:47 Uhr
    1. Zitat:

    Doch alle GM-Aktien zusammen sind derzeit nur noch 1,33 Milliarden Dollar wert.

    Warum kaufen "wir" dann nicht gleich GM???

    Opel war/ist seit der durchaus sinnvollen (wirtschaftlich gesehen blabla) Übernahme '29 (oder so) Übernahme irgendwoher das getretene Arbeitspferd von GM.

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    • ADoria
    • 19.02.2009 um 21:33 Uhr

    der Gaul lief solange im Göppel, solange Wasser gefördert wurde. Jetzt, wo er selber trinken muss, entzieht man ihm den Wassertrog.
    Aber GM würde ich nicht mit der Kohlenzange anfassen. Da zahlen Sie dem Junktim aus Gewerkschaftsbossen und Firmenlenkern ohne Führerschein noch die Pension.

    • ADoria
    • 19.02.2009 um 21:33 Uhr

    der Gaul lief solange im Göppel, solange Wasser gefördert wurde. Jetzt, wo er selber trinken muss, entzieht man ihm den Wassertrog.
    Aber GM würde ich nicht mit der Kohlenzange anfassen. Da zahlen Sie dem Junktim aus Gewerkschaftsbossen und Firmenlenkern ohne Führerschein noch die Pension.

    • ADoria
    • 19.02.2009 um 21:33 Uhr

    der Gaul lief solange im Göppel, solange Wasser gefördert wurde. Jetzt, wo er selber trinken muss, entzieht man ihm den Wassertrog.
    Aber GM würde ich nicht mit der Kohlenzange anfassen. Da zahlen Sie dem Junktim aus Gewerkschaftsbossen und Firmenlenkern ohne Führerschein noch die Pension.

    Antwort auf "Zitat:"
  1. ... und hat seit 20 Jahren kontinuierlich Marktanteile verloren. Dafür verantwortlich sind GM- und Opel-Manager jenseits und diesseits des Atlantiks, die mit einer abgrundtief schlechten Modellpolitik das Unternehmen in die Krise geführt haben - völlig unabhängig von der Weltwirtschaftskrise, die Opels Probleme nicht ausgelöst sondern nur radikal verstärkt hat. Man muss sich einmal vor Augen führen, dass Opel noch in den 80er Jahren mit 4 Modellen (Corsa, Kadett, Vectra, Omega) im vorderen Bereich der deutschen Top 10 vertreten und damit erfolgreicher als jeder andere Autohersteller war. Unfähige Manager - auch in Rüsselsheim - haben es in der Folge aber geschafft mit Design-(und teilweise Qualitäts-)Flops und unsinnigen Umbenennungen einstige Erfolgsbaureihen gegen die Wand zu fahren (Senator, Omega, Vectra). Der aktuelle Astra mit seinem klumpig-grobschlächtigen Outfit ist schon seit Jahren ein Ladenhüter und verkauft sich schlechter als alle seine Vorgänger (die, soweit sie Astra hießen, ebenfalls keine Schönheiten sondern ausgeprägte Langweiler waren). Der Antara ist ebenfalls eine Verkaufsbremse. Man soll mich nicht falsch verstehen - ich mag Opel und wünsche der Firma, dass sie überlebt - aber die Schuld für die aktuelle Misere ausschließlich in Detroit zu suchen, ist falsch und lenkt nur von den eigenen Fehlern ab. Wieviele deutsche Autofahrer-/käufer würden wohl auf die Frage "Welcher Autohersteller baut Ihrer Ansicht nach die schönsten Fahrzeuge?" mit "Opel" antworten würden. Wären es 1 % oder noch nicht einmal so viele? Wie riesig ist das Potenzial, das Opel nun schon seit ca. 25 Jahren brach liegen lässt, da es gibt keinen nachhaltigeren Lockeffekt als ein gefälliges Fahrzeugäußeres gibt. Also Opel, baut nicht nur bezahlbare, sparsame und inzwischen auch wieder zuverlässige, sondern vor allem auch schöne Autos - der Insigna ist ein Schritt in die richtige Richtung -, dann und nur dann habt ihr eine Chance auf eine erfolgreiche Zukunft.

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