Justiz Deutschland, einig Doping-LandSeite 2/2

"Es gibt Tendenzen, die deutsche Sportgeschichte zu spalten: in eine Zeit vor und eine Zeit nach der Wende. Aber das ist falsch", sagt Sporthistoriker Spitzer. Goldmann sei ein aktuelles Problem. "Der deutsche Sport muss sich vergewissern, wo er steht. Jetzt, im Februar 2009. Und nicht den Fall Goldmann in tausend Kommissionen abklopfen." Es sei bemerkenswert, dass sich niemand frage, wo "all die anderen Goldmänner" stecken.

 
Leser-Kommentare
    • Chaled
    • 21.02.2009 um 12:31 Uhr

    Bis 1989 und danach auch wurde und wird intensiv an Dopingmitteln gearbeitet. Das beinhaltet (in dieser Reihenfolge) die Suche nach absolut körperverträglichen Mitteln, Nachweis der Mittel, die Suche nach neuen Mitteln und die Leistungssteigerung bekannter Mittel. Nach einer vorsichtigen Schätzung waren wir 1989 dem medizinischen Team der DDR ca. 20 Jahre voraus. Das war die Zeit in der sogar amerikanische Militärs kamen und staunten wie wir mit so wenig Mittel (ihr Etat für Dopingforschung muß gigantisch sein) so hervorragende Ergebnisse erzielen konnten. Ich kann nicht für die Jahre nach 1997 sprechen, aber davor wurden regelmäßig deutsche Sportler, unter strenger medizinischer Aufsicht, gedopt um die Leistungsfähigkeit der Mittel und deren Nachweis zu testen. Die Tests waren unglaublich erfolgreich und nicht vergleichbar mit der Forschung und den Fällen aus der DDR die wohl eher auf dem Stand von 1970 waren. Ein Informationstransfer der uns in Forschung und Entwicklung weitergebracht hätte, fand nicht statt. Vielmehr wurden bekannte Eigenschaften von Mitteln, historische von uns vermutetet Doping-Ereignisse und deren Folgen lediglich bestätigt.
    Durch die Bank gilt, doping ist lebensgefährlich, verboten und alle mir bekannten (medizinischen) Spezialisten haben das Doping (auch in sehr privaten Gesprächen) zur Steigerung der sportlichen Leistung radikal abgelehnt. (Bei der militärischen Nutzung war die Meinung nicht so eindeutig.) Ich gehe deshalb davon aus, daß medizinische Laien (auch wenn sie Ärzte sind) aus Geldgier dopen. Sie nutzen oft veraltet Mittel in großen Dosen, bar jeder Kenntnis der Auswirkungen die nicht direkt mit der Leistungssteigerung zu tun haben. Dadurch kommen die vielen Unfälle (viel wird verschwiegen) zustande. Ein medizinisches Pflichtkolloquium bzw. Seminar für alle Leistungssportler in dem explizit die Gefahren des Doppings, wie es wirkt, wie es schädigt (aktuell und im späteren Alter), wie man es nachweist usw. besprochen werden wäre hilfreich.

  1. es ist nett anzusehen, wie deutsche medien vom doping-sumpf im eigenen land ablenken und mit dem finger auf österreichs biathleten zeigen. (welcher volliditot glaubt heute noch, dass doping ein nationales problem ist?)

  2. Wieder und wieder stehen Trainer der ehemaligen DDR vor Gericht und immer dann, wenn deren Athleten für den ehemaligen "Klassenfeind" die Medaillen holen.
    Wann hört diese "Hexenjagd" endlich auf? Den Doping-Sumpf gab und gibt es seit je her in beiden Teilen Deutschlands. In der DDR war es das Staatsdoping und in der Bundesrepublik ist es der "Leistungsdruck" der nicht nur Sportler, sondern sogar ein ganzes Volk immer häufiger zur "Pille" greifen lässt.
    Wer dopt, der dopt nicht aus Unkenntnis, sondern mit dem Vorsatz besser zu sein als sein Gegenüber. Das war vor der Wende so und das ist es heute noch.
    Ob der Athlet nun ehemals in der DDR oder in der BRD seine sportliche Laufbahn absolvierte, das ist völlig egal. Leistungsdruck gibt es in jeder Gesellschaft und in jeder Gesellschaft gibt es Menschen, die für ihren persönlichen Vorteil alles unternehmen, ihre Ziele zu erreichen. Hierbei ist es wie schon gesagt egal, ob es sich um sportliche oder berufliche Erfolge handelt. Jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich und informiert genug, die Folgen seines Handelns zu erkennen.
    Nun sollte Einer sagen, dass in der DDR die Kinder im Kinder- und Jugendsport dies nicht einschätzen konnten. Das ist insoweit richtig. Aber was ist mit den Eltern? Die Kinder trifft keine Schuld, aber deren Erziehungsberechtigte. Sehen Sie sich das Klientel der Eltern an, deren Kinder eine leistungssportliche Laufbahn in der DDR absolvierten. Diese Eltern besaßen einen hohen Bildungsstand und die wussten genau, was sie ihren Kindern abverlangten. Es ging hier durchaus nicht immer um den Sieg des Sozialismus, sondern um die Eigenheime, PKW's und um andere Sachleistungen. Im Westen ging es nur um Eines: Das Geld. Mit diesem Geld konnten sich die Athleten das alles leisten, was sich ein DDR-Sportler eben nicht durch Geld erkaufen konnte, die Reisefreiheit inbegriffen.

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