Rechts frisst links: Dass Neonazis sich zunehmend einer Symbolik bedienen, die aus der linken Szene stammt, ist bekannt. Auf den ersten Blick sind Anhänger der gegensätzlichen Lager oft kaum auseinanderzuhalten. Kleidung, Frisur, Accessoires, ja, sogar ihre Sprüche gleichen sich. Längst hören sie auch ähnliche Musik. Allein wer auf die Texte achtet, erkennt den feinen Unterschied.

Hardcore ist eine Musikrichtung, die sich aus dem linken Punk entwickelt hat. Wie der Name schon sagt, geht es da hart und schnell zur Sache. Ein Assoziationsraum, den auch Neonazis gern besetzen.

Wie die taz berichtet, hat sich jetzt der Rechtsradikale Timo Schubert den Namen im Deutschen Markenregister sichern lassen. Er spielt Schlagzeug in der Nazi-Rockband Agitator und vertreibt über das Internet rechte Kleidung und Accessoires. Schubert darf nun Hemden, Becher, Schlagstöcke exklusiv mit dem Schriftzug "Hardcore" bedrucken und alle anderen Nutzer des von ihm urheberrechtlich geschützten Begriffs verklagen.

Freilich regt sich Widerstand auf der linken Seite. Plattenfirmen, Musiker und Journalisten wollen gegen die Markeneintragung klagen. Sie sehen in ihr einen konkreten Versuch, die linke Musikszene zu schädigen. Außerdem ließe sich durch die Sicherung des Namens viel Geld verdienen.

Aber es wird eng: Die Widerspruchsfrist läuft in wenigen Wochen ab. Fraglich ist außerdem, ob die Behörden ein "absolutes Schutzhindernis" für den Begriff geltend machen. Denn nur so bliebe Hardcore weiterhin ein freier Musikstil.