Bankenkrise 13 Milliarden Euro für die HSH Nordbank

Schleswig-Holstein und Hamburg haben ein milliardenschweres Rettungspaket für die defizitäre Landesbank beschlossen. Das Geld soll aus einem Sonderfonds kommen

Der Betrieb der HSH Nordbank ist gesichert, ein möglicher Staatsbankrott Schleswig-Holsteins vorerst abgewendet: Die Bank bekommt frisches Geld von ihren Eigentümern. Die Landesregierungen aus Kiel und Hamburg haben am Dienstag Milliardenhilfen für das schwer angeschlagene Landesinstitut beschlossen. Das Paket beinhaltet die für das Überleben notwendige Kapitalspritze über drei Milliarden Euro und darüber hinaus eine Sicherheitsgarantie über zehn Milliarden.

Die Mittel werden von einem neuen Bankenrettungsfonds bereit gestellt. Diese sogenannte "Mini-Soffin" soll von den beiden Ländern noch gegründet werden.

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Damit leiten die beiden Landesregierungen die Schritte zur Rettung der HSH zunächst ohne Hilfe vom Bund ein. Allerdings halten sie sich die Option weiterer Hilfen durch den nationalen Banken-Rettungsfonds Soffin offen. Die Frankfurter Anstalt hatte der HSH bereits 30 Milliarden Euro Garantien für die Emission von Anleihen zur Verfügung gestellt und dafür eine Stärkung der Eigenkapitalbasis verlangt.

Vor der Verabschiedung des Rettungspakets, dem die Parlamente der Länder noch zustimmen müssen, hatten schleswig-holsteinische Politiker vor einem Staatsbankrott ihres Landes gewarnt. Der stellvertretende CDU-Parteivorsitzende Rasmus Vöge sagte der Bild-Zeitung, Schleswig-Holstein sei wegen der HSH Nordbank "quasi bankrott". Jetzt müsse es darum gehen, weiteren Schaden vom schleswig-holsteinischen Steuerzahler abzuwenden.

Auch der FDP-Fraktionsvorsitzende im Kieler Landtag, Wolfgang Kubicki, hatte erklärt, mit den Milliardenhilfen für die HSH übernehme sich Schleswig-Holstein. "Dem Land droht die politische Handlungsunfähigkeit. Das käme einem politischen Bankrott wie in Island gleich". Der FDP-Politiker erwartet, dass die HSH wesentlich mehr Eigenkapital fürs Überleben benötigt als bisher bekannt. Die drei Milliarden Euro reiche gerade aus, um das Geschäft in diesem Jahr am Laufen zu halten.

Die Landesbank fuhr 2008 wegen massiver Abschreibungen in Folge der Finanzkrise einen Verlust von 2,8 Milliarden Euro ein und stand damit kurz vor der Pleite. Das Institut soll nun zu einer Regionalbank schrumpfen. Personelle Konsequenzen zog Aufsichtsratschef Wolfgang Peiner. Er will im April nicht mehr für den Posten kandidieren und räumt damit Mitverantwortung für die finanziellen Probleme der HSH Nordbank ein.

 
Leser-Kommentare
    • QUOTE
    • 24.02.2009 um 14:04 Uhr
    1. Zitat:

    "Tony Parsons sagt, es säßen Leute im Gefängnis, die deutlich weniger Leid angerichtet hätten als die Chefs der Banken, die sich neulich im Fernsehen entschuldigten. Das sei ein sehr unbefriedigendes Schauspiel gewesen, sagt er, ohne echte Reue.

    "Ich weiß ja, dass es nichts an den Tatsachen ändern würde, wenn wir ihre Köpfe vor der Nationalbank aufspießen. Aber wir sollten es trotzdem tun. Vielleicht würden wir uns nachher besser fühlen."

    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,609019,00.html

    Vielleicht???
    Auf jeden Fall!!!!!!

    • Anonym
    • 24.02.2009 um 15:16 Uhr

    ich habe den überblick verloren, wieviel Geld ist bisher schon zu den Banken geflossen, ich meine, wir hatten da was vor dem Soffin unbekannte beträge von selbigem und jetzt noch mini Soffins auf Länderebene...
    hat jemand ne genaue Zahl???

  1. Da werden Menschen einfach wegen Übertretungen der Gesetze ins Gefängnis gesteckt.
    -Auch in S-H.-
    Da haben Menschen Milliarden veruntreut und sie werden ins Fernsehen
    eingeladen. Sie entschuldigen sich und was dann?
    Werden sie zur Rechenschaft gezogen?
    Wer steht für die Millirden ein?
    Der einfache Steuerzahler natürlich!
    Hurra, der wehrt sich doch nicht.
    Wo bleibt da der Zorn des Ministerpräsidenten?
    Aber warum sollte er zornig sein, er bekommt doch regelmäßig sein Geld!
    Da werden dann mal wieder einige kernige Sprüche losgelassen und dann zurück zur Routine.
    Es ist so furchtbar traurig.

    Raufbold

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