Minderheiten in Iran "Das Internet macht die Mullahs nervös"
Sieben Angehörige einer religiösen Minderheit in Iran sind wegen Spionage für Israel angeklagt. Die Mullahs wehren sich damit gegen Machtverlust, sagt der Bahai Ingo Hofmann

© Atta Kenare/AFP/Getty Images
Die mutmaßlichen Spione sind im Evin Gefängnis inhaftiert, in dem traditionell politische Insassen in Iran einsitzen. Auch die EU setzt sich für ihre Freilassung ein
ZEIT ONLINE: Sieben hochrangige Mitglieder der Bahai-Religion wurden bereits im Sommer 2008 inhaftiert, jetzt beginnt der Prozess. Was genau wird den Angeklagten vorgeworfen?
Ingo Hofmann: Es geht um Spionage für Israel, Beleidigung religiöser Gefühle und Propaganda gegen die islamische Republik. Alle drei Anklagepunkt sind absurd. Die Anklage auf Spionage stützt sich beispielsweise darauf, dass die inhaftierten Bahai in Kontakt waren mit dem religiösen Zentrum der Bahai, das in Israel ist. Das hat nichts mit dem Staat Israel zu tun oder mit den Interessen Israels, sondern ist einfach ein historisches Faktum. Der Spionagevorwurf hat Tradition in Iran: Wir waren zuerst Spione Russlands, dann Englands, dann Amerikas und jetzt sind wir Spione für Israel. Dahinter steckt das Befremden der konservativen Mullahs gegenüber dem modernen Gedanken, die die Bahai-Religion lehrt. In deren Augen müssen die Bahai deswegen einfach westlich unterwandert sein.
ZEIT ONLINE: Im Oktober 2008 meldete eine iranische Zeitung, dass die Inhaftierten bereits gestanden hätten, einen Spionagering für Israel aufgebaut zu haben.
Hofmann: Das haben sie zu keinem Zeitpunkt gestanden. Sie haben lediglich festgestellt: Natürlich stimmt es, dass wir in Kontakt mit dem Weltzentrum in Haifa stehen. Schließlich sind die sieben Angeklagten die höchstrangigen Bahai Irans.
ZEIT ONLINE: Laut UN-Berichten werden die Bahai in Iran aus Schulen und Universitäten verwiesen, grundlos verhaftet, und auch ihr Besitz wird willkürlich beschlagnahmt. Was haben die iranischen Behörden denn gegen die Bahai?
Hofmann: Nach der vorherrschenden islamischen Interpretation ist Mohammed der letzte Prophet Gottes. Nun lässt sich nicht leugnen, dass Bahaullah, unser Religionsstifter, sich im 19. Jahrhundert erhoben hat. Wir glauben, dass Religion grundsätzlich in die Zukunft hinein offen ist, es wird nie eine letzte Religion geben.
ZEIT ONLINE: Wieso wird dann in einem religiösen Konflikt der Spionagevorwurf bemüht?
Hofmann: Die konservativen Instanzen Irans wollen eine Diskussion über die Inhalte der Bahai-Religion vermeiden. Wir glauben beispielsweise an die Gleichwertigkeit von Mann und Frau, an den Wert von Bildung und gewaltloser Erziehung. Es gibt zurzeit eine positivere Aufnahme der Bahai-Religion in Iran, weil durch das Internet unsere Schriften zum ersten Mal seit 150 Jahren öffentlich zugänglich sind. Mit diesen Inhalten will man sich aber nicht auseinandersetzen, deswegen lautet die Anklage auf Propaganda und Spionage.
- Datum 08.05.2009 - 14:17 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, jaf
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Das gleiche Spiel wie in allen anderen Religionen: Alte Säcke, die die Religion als Vehikel für Ihren Machtanspruch mißbrauchen und das alles im Namen der jeweiligen "Gottheit"
Zetti
Alte Säcke? Diese Analyse von Zetti ist doch wohl etwas zu schlicht! Die Führer der Bahai sind ja auch "alte Säcke"...
Und die gefährlichsten Exekutoren sind die jungen Fanatiker die sich Testosteron-getrieben in den Djihad stürzen wollen.
Bahai ist leider noch zu unbekannt, was Sie darüber schreiben klingt sehr vielversprechend denn wenn man schon nicht ohne Religion auskommt muss es in einer globalen Welt die auf Kooperation angewiesen ist eine offene und tolerante sein. Neben dem Buddhismus scheint es also noch etwas zu geben...
Alte Säcke? Diese Analyse von Zetti ist doch wohl etwas zu schlicht! Die Führer der Bahai sind ja auch "alte Säcke"...
Und die gefährlichsten Exekutoren sind die jungen Fanatiker die sich Testosteron-getrieben in den Djihad stürzen wollen.
Bahai ist leider noch zu unbekannt, was Sie darüber schreiben klingt sehr vielversprechend denn wenn man schon nicht ohne Religion auskommt muss es in einer globalen Welt die auf Kooperation angewiesen ist eine offene und tolerante sein. Neben dem Buddhismus scheint es also noch etwas zu geben...
Alte Säcke? Diese Analyse von Zetti ist doch wohl etwas zu schlicht! Die Führer der Bahai sind ja auch "alte Säcke"...
Und die gefährlichsten Exekutoren sind die jungen Fanatiker die sich Testosteron-getrieben in den Djihad stürzen wollen.
Bahai ist leider noch zu unbekannt, was Sie darüber schreiben klingt sehr vielversprechend denn wenn man schon nicht ohne Religion auskommt muss es in einer globalen Welt die auf Kooperation angewiesen ist eine offene und tolerante sein. Neben dem Buddhismus scheint es also noch etwas zu geben...
Die Mullahs (nicht alle, aber die meisten) sind ein konservatives Volk, die in einer Zwickmühle stecken. Denn wenn man in der heutigen Zeit Schritthalten will ist die Nutzung eines PCs unausweichlich. Sie begreifen langsam, dass man sich nicht abschotten kann. Was gibt es praktischeres erschwinglich Informationen zu speichern und sie zu erlangen. Das Internet kann man mit der Übersetzung der Bibel durch Martin Luther vergleichen oder der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg. Das Internet informiert. Informierte Menschen sind mündiger und diese lassen sich nicht so schnell ins „ Bockshorn jagen“. Das Internet ermöglicht den Menschen sich mit anderen Kulturen und Menschen auseinander zu setzen, ohne dass Fäuste Fliegen. Die Diktatoren haben allen Grund Angst zu haben ihre macht zu verlieren. Entweder werden diese Moderater oder Geschichte. Ich persönlich bin zuversichtlich. In 50 oder 60 Jahren ist die Religion oder Hautfarbe uninteressant.
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