Bundesrat Länder wollen Reform der Kfz-Steuer blockieren
Die Länder verlangen Änderungen bei der Reform der Kfz-Steuer. Für das Konjunkturpaket zeichnet sich im Bundesrat dagegen eine Mehrheit ab

© JOHN MACDOUGALL/AFP/Getty Images
Am Freitag steht das Konjunkturprogramm im Bundesrat zur Abstimmung
Bei einer Abstimmung im Finanzausschuss des Bundesrates am Donnerstag lehnten nur zwei der 16 Länder das 50- Milliarden-schwere Programm zur Stützung der Wirtschaft, das vergangenen Woche bereits den Bundestag passierte, ab. Zwar ist das Votum der Finanzminister für das Verhalten der Ministerpräsidenten nicht bindend. Dennoch kann nun wohl als gesichert gelten, dass der Bundesrat das größte Konjunkturprogramm der Nachkriegsgeschichte am Freitag verabschieden wird.
Bis zuletzt hatten die FDP-Mitglieder in den Landesregierungen über zusätzliche Steuererleichterungen verhandelt. Um den schwarz-gelben Regierungen die Zustimmung zu erleichtern, war in den vergangenen Tagen ein Entschließungsantrag erarbeitet worden, in dem die Forderungen der FDP als Empfehlung zusammengefasst werden. Dieser hat aber nur appellatorischen Charakter.
Nicht passieren lassen wollen die Finanzminister der Länder dagegen die Reform der Kfz-Steuer, die in Zusammenhang mit dem Konjunkturpaket verabschiedet werden soll. Diese sollte von einer den Ländern zustehenden Steuer in eine Bundessteuer verwandelt werden. Die Länder beklagen allerdings, dass sie keine ausreichende Kompensation erhielten. Insgesamt fehlten ihnen künftig etwa 200 Millionen Euro pro Jahr. Mit diesem Gesetz wird sich deswegen voraussichtlich der Vermittlungsausschuss befassen müssen.
Kritik gab es aber auch an der Regelung im Konjunkturpaket, dass Länder und Kommunen nur dann Geld für Investitionen erhalten sollen, wenn sie ihre eigenen Ausgaben nicht zurückfahren. Diese müssen genauso hoch ausfallen wie im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Nach Ansicht der Bundesregierung wird nur so sichergestellt, dass das Konjunkturpaket tatsächlich einen zusätzlichen Wachstumsimpuls auslöst.
Nach Ansicht der Länder ist dies jedoch weder leistbar noch sinnvoll. Der Finanzausschuss nahm deshalb einen Entschließungsantrag an, in dem entsprechende Änderungen gefordert werden.
Neben steuerlichen Entlastungen und Abgabensenkungen sieht das Konjunkturpaket öffentliche Investitionen von 17,3 Milliarden Euro vor. Diese sollen in den kommenden zwei Jahren in Hochschulen, Krankenhäuser und Schulen sowie in den Städtebau und Verkehr investiert werden.
- Datum 19.02.2009 - 17:11 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Keiner sagt, dass die neue Besteuerung eine Verschlechterung gegenüber der alten Besteuerung ist.
Bisher wurde CO2 über den Spritverbrauch besteuert. Das ist die gerechteste CO2-Steuer, die es gibt. Es geht nicht um einen getürkten Normverbrauch, sondern um den echten Verbrauch, der sogar noch vom eigenen Fahrverhalten abhängt. Weiterhin gehen die gefahrenen Kilometer ein. Wer seine Brötchen mit dem Auto statt zu Fuß holt, zahlt CO2-Steuer.
Die KFZ-Steuer besteuerte bisher die anderen Schadstoffe, wie CO, NOx, HC und Partikel. Die sind nicht über den Verbrauch zu besteuern, weil dieser Schadstoffausstoss maßgeblich von der Abgasanlage abhängt.
Zukünftig wird CO2 über den Spritverbrauch und die KFZ-Steuer besteuert und CO, NOx, HC und Partikel nicht mehr. Warum das eine Verbesserung sein soll, kann niemand erklären.
Weil die neue Steuer so unbrauchbar ist, wird sie auch nur auf Neuwagen angewandt. Sonst wären die größten Gewinner die Fahrzeuge mit der niedrigsten Euro-Norm. Viele, die bereits heute ein ökologisches Fahrzeug fahren, fragen sich natürlich, warum sie nicht in die Vergünstigung der neuen Steuer kommen.
Das Gesetz ist so sehr in der Eile entstanden, dass es mich nicht wundern würde, wenn es vom BVG wieder gekippt würde. Immerhin kann es sein, dass 2 Leute denselben Wagen kaufen. Der eine wird genau vor dem Stichtag und der andere genau nach dem Stichtag zugelassen. Der eine zahlt viel mehr Steuer als der andere. Das kann nicht gerecht sein.
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