Schule Lehrer sind besser!
Über den Berufsstand der Pädagogen wird dieser Tage viel Unsinn verbreitet
Wieder einmal ist in den vergangene Tagen ein Berufsstand ins öffentliche Interesse gerückt, zu dem jeder eine Meinung hat: die Lehrer. Am Sonntag machte die Fehlinformation die Runde, eine Studie habe gezeigt, dass ausgerechnet die schwachen Abiturienten den Lehrerberuf ergriffen.
Am Montag schlug Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) vor, dass Unternehmen Topmitarbeiter zum Unterricht in die Schulen schicken sollten – als käme es auf das pädagogische Können nicht so an. Beides wird derzeit in Zeitungen und in Fernsehsendungen noch mit ein paar Vorurteilen verquirlt, und fertig ist ein Zerrbild des Lehrerberufs.
Jeder aber, der genauer hinschaut, stellt fest: Lehrer sind nicht nur besser als ihr Ruf; ihr Ruf ist auch viel besser, als es Zeitungen und Fernsehsendungen vorgeben. Zwei Beispiele mögen das belegen: Erstens kann man die Studie über die angeblich schwachen Abiturienten, die Lehrer werden, auch ganz anders lesen, nämlich so: Die Gymnasiallehrer haben mindestens so gute Abiturnoten wie jene, die ein Diplom in der Tasche haben, und sogar bessere als die Magisterabsolventen!
Dass die Grund-, Haupt- und Realschullehrer schlechtere Abinoten vorweisen, ist nicht neu (die aktuell verbreiteten Daten stammen aus dem Jahr 1997!), aber auch nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass sie deutlich schlechter bezahlt werden.
Zweitens ist der Beruf des Lehrers in der Bevölkerung sehr angesehen. Zwei Drittel der Befragten äußerten erst kürzlich in einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der ZEIT, dass Lehrer eine gute oder sogar sehr gute Arbeit leisteten. Was will man mehr für einen Beruf, der derart im Rampenlicht steht?
Dass eine nicht richtig verstandene Studie und eine wenig durchdachte Äußerung einer Ministerin ein derartiges Medienecho auslösen, wirft eher ein schlechtes Licht auf einen anderen Berufsstand: den der Journalisten.
- Datum 26.02.2009 - 11:08 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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wenn man ihre forderungen liest, könnte man denken, sie haben die ganze diskussion nach pisa verpasst.
es geht nicht darum, möglichst viele fach-affen in die schulen zu bringen, sondern gut ausgebildete pädagogische fachkräfte, die den kindern und jugendlichen handlungs-, personal- und methodenkompetenz vermitteln (natürlich neben der sachkompetenz), wie es die rahmenlehrpläne vorschreiben.
dass dazu irgendwelche mathematiker und naturwissenschaftler auf dauer nicht in der lage sind, scheint deutlich frau s..
Phrasen haben zwar, wenn sie hin und her geschoben werden, SUGGESTIVE Wirkung, aber keinesfalls nur die, die ihrem verbalen Inhalt entspricht. Der PAID-AGOGOS war bei den alten Griechen der Kinderführer; Führer wird man dadurch, dass man vor anderen hergeht und sie führt. Vor wem, bitte schön, gehen deutsche Pädagogen her? Wen führen sie? Er möge sich melden!
Auch der Lehrer ist - abgeleitet von germ. LAISTI = DIE FÄHRTE - jemand, der im ErFAHRungmachen mit gutem, ja mitreißendem Beipiel auf einer wichtigen Fährte des Lebens vorausgeht. Wo, bitte schön, ist ein Lehrer zu sehen? Wenn ich als Ich-kann-Schule-Lehrer in die Du-musst-Schulen schaue, sehe ich nur Unterrichtsvollzugsbeamte, die den Lehrplan täglich vollziehen und darüber ihrem Dienstherrn den Lehrnachweis führen müssen.
Dass einzelne durch menschliche Qualitäten und Talent diese mittelalterlichen Vorgaben erträglicher gestalten, ändert nichts daran, dass auch die Schule das gerade Gegenteil von dem ist, was das Wort bedeutet. Selbst das Gymnasion - früher ein Ort, wo Nacktsport betrieben wurde - ist heute gerade im Gegenteil die Ursache dafür, dass man gar nicht mehr an die frische Luft kommt.
Also: Wann werden die Medien, die Politiker, die Organisatoren, Theoretiker und Praktiker damit aufhören, immer das verkehrte Problem zu lösen?
Ich grüße freundlich.
Franz Josef Neffe
Das der Schulerfolg der Schüler in Deutschland in höchstem Maße mit dem Bildungsnieveau ihrer Eltern korreliert hat einen einfachen Grund. Die Eltern und nicht Schule und Lehrer vermitteln ihren Kindern das notwendige Wissen.
In meine Bekanntenkreis gibt es eine Vielzahl Lehrer. Motivation gleich null, zynisch, desillusioniert.
Enagement zeigen diese dann nachmittags und abends im Zweitjob bei der Volkshochschule, bei Vereinen oder in der Politik.
Da sich diesbezüglich in absehbarer Zeit nicht ändern wird, ich Kinder in der zweiten, vierten und elften Klasse habe werde ich nicht umhin können mir nach Jahren jetzt auch noch die Integralrechnung wieder vergegenwärtigen zu müssen.
Tut mir leid, Herr Dollarslider, aber ich kenne nun wirklich NIEMANDEN, der die Integralrechnung von den Eltern gelernt hat. Kluge Kinder schaffen es offensichtlich, sowas in der Schule zu lernen.
Sorry, das musste jetzt einfach sein
aj
Sehr geehrte(r) Herr(Frau) Dollarslider,
ich stimme Ihnen zu, wenn Sie sagen, das der Schulerfolg stark mit dem Bildungsniveau der Eltern korreliert. Vielleicht liegt dies an genetischen Vorbedingungen oder am besseren Bildungs- bzw. Erziehungsangebot in eben diesen Familien. Vielleicht ist dieser Sachverhalt auch nicht erstrebenswert und sollte durch eine staatliche Organisation nivelliert werden.
Auf keinen Fall aber entbindet dieser Sachverhalt die Eltern von ihrer Erziehungspflicht. Kleinkinder, Kinder und Jugendliche müssen auf ein zufriedenstellendes Leben in der Gesellschaft vorbereitet werden, d.h. sie müssen lernen leistungsbereit zu agieren, Frustrationen hinzunehmen, immer komplexere Situationen/Problemstellungen aufzufassen, um sie entsprechend bearbeiten/lösen zu können.
Auf dem Weg dahin kann die Schule helfen - allerdings nur dann, wenn die Kinder auf dieses System (30 Schüler und 1 Lehrer) vorbereitet sind und dabei begleitet werden.
Eben das ist vor allem auch Ihre Aufgabe. In der Schule kann ein Erzieher/Lehrer sich nur begrenzt um eines von 30 und mehr Kindern bemühen. Er ist deshalb schon gut damit beschäftig, Wissen an Wissbegierige zu vermitteln und die restlichen von Störungen abzuhalten.
Kinder müssen zu einem Teil eben auch selbst wollen und dieses Wollen können Sie stark beeinflusse indem Sie sich interessieren (Sie müssen deshalb nicht die Integralrechnung verstehen - es reicht, wenn Sie nachfragen (Was habt ihr heute gelernt? Verstehst du alles?...) und Empfehlungen abgeben (Frag doch mal den Lehrer, wenn du etwas nicht verstehst. Wer ist denn gut in Mathe, so dass du ihn fragen könntest?).
Kinder lernen nicht für sich selbst oder weil sie mit Weitsicht die Notwendigkeit erfassen. Sie lernen für Vorbilder um Anerkennung zu bekommen (bzw. ihnen zu gefallen). Geeignete Vorbilder sind nahe Bezugspersonen, da eine direkte Rückkopplung durch Anerkennung häufig stattfinden kann. Das Betreuungsverhältnis (1 zu 1 bzw. 2 zu 1) ist bei Ihnen daheim einfach besser. Wenn man also von außen Einfluss auf eine Persönlichkeit nehmen kann, haben Sie die wesentlich erfolgversprechendere Ausgangssituation.
Wenn Sie also Ihre Hausaufgaben bei ihren Kindern gut erledigt haben (ihre Kinder also wissbegierig und offen auf scheinbar unwesentliche Inhalte wie die Integralrechnung zugehen), bin ich sicher, die Schule kann den Rest schon meistern.
Mit freundlichsten Grüßen,
Stefan Gasior.
Tut mir leid, Herr Dollarslider, aber ich kenne nun wirklich NIEMANDEN, der die Integralrechnung von den Eltern gelernt hat. Kluge Kinder schaffen es offensichtlich, sowas in der Schule zu lernen.
Sorry, das musste jetzt einfach sein
aj
Sehr geehrte(r) Herr(Frau) Dollarslider,
ich stimme Ihnen zu, wenn Sie sagen, das der Schulerfolg stark mit dem Bildungsniveau der Eltern korreliert. Vielleicht liegt dies an genetischen Vorbedingungen oder am besseren Bildungs- bzw. Erziehungsangebot in eben diesen Familien. Vielleicht ist dieser Sachverhalt auch nicht erstrebenswert und sollte durch eine staatliche Organisation nivelliert werden.
Auf keinen Fall aber entbindet dieser Sachverhalt die Eltern von ihrer Erziehungspflicht. Kleinkinder, Kinder und Jugendliche müssen auf ein zufriedenstellendes Leben in der Gesellschaft vorbereitet werden, d.h. sie müssen lernen leistungsbereit zu agieren, Frustrationen hinzunehmen, immer komplexere Situationen/Problemstellungen aufzufassen, um sie entsprechend bearbeiten/lösen zu können.
Auf dem Weg dahin kann die Schule helfen - allerdings nur dann, wenn die Kinder auf dieses System (30 Schüler und 1 Lehrer) vorbereitet sind und dabei begleitet werden.
Eben das ist vor allem auch Ihre Aufgabe. In der Schule kann ein Erzieher/Lehrer sich nur begrenzt um eines von 30 und mehr Kindern bemühen. Er ist deshalb schon gut damit beschäftig, Wissen an Wissbegierige zu vermitteln und die restlichen von Störungen abzuhalten.
Kinder müssen zu einem Teil eben auch selbst wollen und dieses Wollen können Sie stark beeinflusse indem Sie sich interessieren (Sie müssen deshalb nicht die Integralrechnung verstehen - es reicht, wenn Sie nachfragen (Was habt ihr heute gelernt? Verstehst du alles?...) und Empfehlungen abgeben (Frag doch mal den Lehrer, wenn du etwas nicht verstehst. Wer ist denn gut in Mathe, so dass du ihn fragen könntest?).
Kinder lernen nicht für sich selbst oder weil sie mit Weitsicht die Notwendigkeit erfassen. Sie lernen für Vorbilder um Anerkennung zu bekommen (bzw. ihnen zu gefallen). Geeignete Vorbilder sind nahe Bezugspersonen, da eine direkte Rückkopplung durch Anerkennung häufig stattfinden kann. Das Betreuungsverhältnis (1 zu 1 bzw. 2 zu 1) ist bei Ihnen daheim einfach besser. Wenn man also von außen Einfluss auf eine Persönlichkeit nehmen kann, haben Sie die wesentlich erfolgversprechendere Ausgangssituation.
Wenn Sie also Ihre Hausaufgaben bei ihren Kindern gut erledigt haben (ihre Kinder also wissbegierig und offen auf scheinbar unwesentliche Inhalte wie die Integralrechnung zugehen), bin ich sicher, die Schule kann den Rest schon meistern.
Mit freundlichsten Grüßen,
Stefan Gasior.
Tut mir leid, Herr Dollarslider, aber ich kenne nun wirklich NIEMANDEN, der die Integralrechnung von den Eltern gelernt hat. Kluge Kinder schaffen es offensichtlich, sowas in der Schule zu lernen.
Sorry, das musste jetzt einfach sein
aj
Schüler die Integralrechnung können haben :
Eltern die Mathematik verstehen.
Eltern die Nachhilfe organisieren und bezahlen können.
Schulen in denen diese Nachhilfe schon selbst organisiert wird.
Mathematische Begabung.
Gute Lehrer.
Sowohl an höheren Bildungsanstalten genannt Universitäten oder Fachhochschulen wie auch in Betrieben werden von jenen Unwissenden Mathematik aber auch andere Inhalte vermittelt. Teils ohne pädagogische Schulung, teils mit Ausbildereignungsprüfung.
Lehrer haben die erforderlichen Scheine aber sie haben nicht notwendigerweise die notwendigen Kenntnisse oder gar die Begabung.
Abiturnoten sind auch nicht aussagefähig über die Eignung oder den späteren Erfolg, gerade sehr gute Schüler sind häufig sehr schlechte Lehrer weil sie sich eben nicht vorstellen können, dass jemand bestimmte Zusammenhänge eben nicht sieht oder versteht.
Das System Schule leidet nicht darunter, dass es keine guten Lehrer gibt, denn die gibt es, sondern darunter, dass die schlechten Lehrer nicht entfernt werden können.
sondern die Bildungsbürokratie.
Lehrer müssen Lehrplänen folgen, die zentral vorgegeben sind. Im Rahmen von "Effizienzverbesserungen", Unterrichtsausfällen, Kosteneinsparungen, Schulzeitverkürzungen bleibt Ihnen aber immer weniger Zeit, Wissenslücken die strukturell, individuell oder sozial bedingt sind auszugleichen.
Das fällt insbesondere an weiterführenden Schulen auf, an denen kaum Rücksicht genommen werden kann, wenn die Grundschulen nicht alle Voraussetzungen laut Lehrplan nachhaltig erfüllen. Dabei wird es eher selten sein, dass die Lehrpläne nicht eingehalten werden, doch ob das Wissen nachhaltig verankert wurde, alle später vorausgesetzten Details auch tatsächlich ausreichend vermittelt wurden, das darf bezweifelt werden.
Konkret habe ich das erlebt bei den Kommaregeln, sie sind in der Grundschule nicht gelehrt worden. Keine Ahnung warum. Sie werden allerdings später an der weiterführenden Schule vorausgesetzt und können wegen der verengten Lehrpläne (G8) nicht mehr behandelt werden.
Berthold Grabe
Auf das mittlerweile größte Problem wird meines Erachtens viel zu wenig Augenmerk gerichtet, neben den Pädagogikfunktionären sind es vor allem die Schulbuchentwickler.
Schauen Sie es sich einmal an, Lehrbücher der Grundschulen werden zunehmend so gestaltet, dass sie nur mehr bunte Erlebnisbände sind.
Üben wird externalisiert, dafür werden andere Werke empfohlen, die die Lehrbuchentwickler rein zufällig zum freiwilligen Kauf auch im Programm haben. Hierein wird das Üben von Kommaregeln, des Lesens, des Zehnerübergangs oder des 1x1 gelegt. Wenn nur ca. 1/3 der Eltern diese Zusatzwerke kaufen, deren Inhalte platz- und geldsparend aus den Schulbüchern - die der Lehrmittelfreiheit unterliegen - entfernt wurden, haben die Lehrmittelverlage einen guten Schnitt gemacht. Schlichtes Üben hat heute in der Grundschule keinen Platz mehr, ist aber notwendig. Erlebnis ohne Festigung bleibt fruchtlos.
Das ganze wird sekundiert von Pädagogikfunktionären und Bildungsjournalisten, die rein zufällig von ebendiesen Bildungsverlagen finanziert werden und permanent das Hohe Lied des individuellen und selbstgesteuerten Lernens singen - auch und gerade hier in der ZEIT. Nur durch dauernden Verweis auf die angeblich so große Individualität der Schüler, die Ihnen mittlerweile jeder Grundschullehrer predigt, als ob es hier keine Gauss-Verteilung gäbe, gelingt es, die Misere zu kaschieren. Kinder, deren Eltern dies nicht durchschauen, und denen Zeit und/oder Geld fehlt, ausgleichend tätig zu werden sind arm dran. Die Ergebnisse erleben Sie selbst in der Schule, man kann es in den internationalen Bildungsstudien ablesen und unschwer Deutschlands Rang als Industrienation in zwanzig Jahren extrapolieren.
Auf das mittlerweile größte Problem wird meines Erachtens viel zu wenig Augenmerk gerichtet, neben den Pädagogikfunktionären sind es vor allem die Schulbuchentwickler.
Schauen Sie es sich einmal an, Lehrbücher der Grundschulen werden zunehmend so gestaltet, dass sie nur mehr bunte Erlebnisbände sind.
Üben wird externalisiert, dafür werden andere Werke empfohlen, die die Lehrbuchentwickler rein zufällig zum freiwilligen Kauf auch im Programm haben. Hierein wird das Üben von Kommaregeln, des Lesens, des Zehnerübergangs oder des 1x1 gelegt. Wenn nur ca. 1/3 der Eltern diese Zusatzwerke kaufen, deren Inhalte platz- und geldsparend aus den Schulbüchern - die der Lehrmittelfreiheit unterliegen - entfernt wurden, haben die Lehrmittelverlage einen guten Schnitt gemacht. Schlichtes Üben hat heute in der Grundschule keinen Platz mehr, ist aber notwendig. Erlebnis ohne Festigung bleibt fruchtlos.
Das ganze wird sekundiert von Pädagogikfunktionären und Bildungsjournalisten, die rein zufällig von ebendiesen Bildungsverlagen finanziert werden und permanent das Hohe Lied des individuellen und selbstgesteuerten Lernens singen - auch und gerade hier in der ZEIT. Nur durch dauernden Verweis auf die angeblich so große Individualität der Schüler, die Ihnen mittlerweile jeder Grundschullehrer predigt, als ob es hier keine Gauss-Verteilung gäbe, gelingt es, die Misere zu kaschieren. Kinder, deren Eltern dies nicht durchschauen, und denen Zeit und/oder Geld fehlt, ausgleichend tätig zu werden sind arm dran. Die Ergebnisse erleben Sie selbst in der Schule, man kann es in den internationalen Bildungsstudien ablesen und unschwer Deutschlands Rang als Industrienation in zwanzig Jahren extrapolieren.
Sehr geehrte(r) Herr(Frau) Dollarslider,
ich stimme Ihnen zu, wenn Sie sagen, das der Schulerfolg stark mit dem Bildungsniveau der Eltern korreliert. Vielleicht liegt dies an genetischen Vorbedingungen oder am besseren Bildungs- bzw. Erziehungsangebot in eben diesen Familien. Vielleicht ist dieser Sachverhalt auch nicht erstrebenswert und sollte durch eine staatliche Organisation nivelliert werden.
Auf keinen Fall aber entbindet dieser Sachverhalt die Eltern von ihrer Erziehungspflicht. Kleinkinder, Kinder und Jugendliche müssen auf ein zufriedenstellendes Leben in der Gesellschaft vorbereitet werden, d.h. sie müssen lernen leistungsbereit zu agieren, Frustrationen hinzunehmen, immer komplexere Situationen/Problemstellungen aufzufassen, um sie entsprechend bearbeiten/lösen zu können.
Auf dem Weg dahin kann die Schule helfen - allerdings nur dann, wenn die Kinder auf dieses System (30 Schüler und 1 Lehrer) vorbereitet sind und dabei begleitet werden.
Eben das ist vor allem auch Ihre Aufgabe. In der Schule kann ein Erzieher/Lehrer sich nur begrenzt um eines von 30 und mehr Kindern bemühen. Er ist deshalb schon gut damit beschäftig, Wissen an Wissbegierige zu vermitteln und die restlichen von Störungen abzuhalten.
Kinder müssen zu einem Teil eben auch selbst wollen und dieses Wollen können Sie stark beeinflusse indem Sie sich interessieren (Sie müssen deshalb nicht die Integralrechnung verstehen - es reicht, wenn Sie nachfragen (Was habt ihr heute gelernt? Verstehst du alles?...) und Empfehlungen abgeben (Frag doch mal den Lehrer, wenn du etwas nicht verstehst. Wer ist denn gut in Mathe, so dass du ihn fragen könntest?).
Kinder lernen nicht für sich selbst oder weil sie mit Weitsicht die Notwendigkeit erfassen. Sie lernen für Vorbilder um Anerkennung zu bekommen (bzw. ihnen zu gefallen). Geeignete Vorbilder sind nahe Bezugspersonen, da eine direkte Rückkopplung durch Anerkennung häufig stattfinden kann. Das Betreuungsverhältnis (1 zu 1 bzw. 2 zu 1) ist bei Ihnen daheim einfach besser. Wenn man also von außen Einfluss auf eine Persönlichkeit nehmen kann, haben Sie die wesentlich erfolgversprechendere Ausgangssituation.
Wenn Sie also Ihre Hausaufgaben bei ihren Kindern gut erledigt haben (ihre Kinder also wissbegierig und offen auf scheinbar unwesentliche Inhalte wie die Integralrechnung zugehen), bin ich sicher, die Schule kann den Rest schon meistern.
Mit freundlichsten Grüßen,
Stefan Gasior.
Ich kann ihnen Herr Gasior hier voll zustimmen. Lernen geht nur über die Bereitschaft "Lernen zu wollen".
Nicht schimpfen liebe Leute, helfen zu Motivieren!
Nur dass Lehrer eben nicht in einer idealen Welt unterrichten, sondern in der realen. Tolle, aufgeschlossene, neugierige, liebevolle und erziehungsbereite Eltern zu "fordern" beantwortet leider immer noch nicht die Frage, wie man die Kinder am besten unterstuetzt, die nicht so optimal gefoerdert werden. Und da genuegt es nicht, sie einfach nur vom Stoeren abzuhalten.
Ich kann ihnen Herr Gasior hier voll zustimmen. Lernen geht nur über die Bereitschaft "Lernen zu wollen".
Nicht schimpfen liebe Leute, helfen zu Motivieren!
Nur dass Lehrer eben nicht in einer idealen Welt unterrichten, sondern in der realen. Tolle, aufgeschlossene, neugierige, liebevolle und erziehungsbereite Eltern zu "fordern" beantwortet leider immer noch nicht die Frage, wie man die Kinder am besten unterstuetzt, die nicht so optimal gefoerdert werden. Und da genuegt es nicht, sie einfach nur vom Stoeren abzuhalten.
Meiner Meinung nach sind Notendurchschnitt oder Vergleiche nicht das wesentliche Probelem unserer Leherschaft. Jeder studierte Naturwissenschaftler kann Mathe besser als ein Schüler, jeder Germanist beherrscht Rechtschreibung und kennt sich in den Klassikern aus. (okay nicht alle, aber doch die meisten)
Das wichtigste am Lehrer ist doch, wie bereits von meinen Vorrednern erwähnt der Wille und die Begeisterung am Lehren, Lernen und den Schülern! Der Lehrer ist der wichtigste Beruf den es gibt, die besten, heißesten und brennendsten unter uns sollten den Traum haben lehrer zu werden. Unsere Schulen und Unis sollten die Kathedralen der Neuzeit sein.
Ich meine das ernst. Leider scheitert das Idealbild an den (finanziellen) Realitäten, aber am Ende bleibt doch: Der Lehrer muss mehr als jeder andere leidenschaftlich seinen Beruf ausüben.
Warum tun das so wenige?
Zum Einen, weil es wirklich oft (kennt jeder Studierte aus dem Bekanntenkreis) ein Verlegenheitsstudium von Leuten ist, die sonst nicht wissen was sie mit sich anfangen sollen. Diese Leute sollte man ablehnen oder nachdem sich ihre Trägheit offenbart hat entfernen - wie das auch dem Angestellten geschieht, der einfach keinen Bock mehr auf seinen Job hat. Irgendwann isser eben raus.
Zum Anderen, weil sich Lehrer nicht vergleichen. Nicht miteinander wetteifern und nicht voneinenander lernen. Jeder andere kennt das in seinem Job - man schaut auf die Kollegen, lernt und lacht miteinander, schnappt was auf, zeigt mal was und so kann (ordentlich vom Chef geführt) Qualität entstehen. In der Schule sind die Lehrer isoliert. Es gibt ja nur das Schwätzchen im Lehrerzimmer oder auf den ganz wenigen Fortbildungen. Lehrer sollten miteinander Unterrichten, in wechselnden Konstallationen. Vielleicht nicht jeden Tag (weil teuer) aber mindestens einmal in der Woche. Da ist schnell schluß mit Isolation und Trott.
Letzlich stellt sich nämlich schnell auch psycholgisch eine seltsame Sozialisation des Lehrers ein: Er ist immer vorne, er weiß es immer am besten (faktisch ist das ja auch meist richtig) und seine "Kollegen" oder "Kunden" sind von seiner Gnade abhängig. Die Menschen mit denen er den ganzen Tag verbringt, sind also keine "Peers" sondern Unterlegene. Da kann man ganz schnell rechthaberisch, änderungsunwillig und verkorkst werden. Es lobt ja auch nie einer! Lob von Profis und Kollegen ist zehnmal so wertvoll wie der Dank des (abhängigen und kindlichen) Schülers.
Fazit:
1. Lehrer feuerbar machen
2. Lehrer motivieren, weiterbilden und qualitätssichern durch Zusammenarbeit mit anderen Lehrern
1. Lehrer feuerbar machen
Ist schon putzig, dass in vielen Köpfen immer noch herumzuschwirren scheint, dass Menschen nichts anderes als die Sorge um den Arbeitsplatz oder Existenzangst zu Leistungen ansporne. Interessantes Menschenbild, das dahinter steckt.
1. Lehrer feuerbar machen
Ist schon putzig, dass in vielen Köpfen immer noch herumzuschwirren scheint, dass Menschen nichts anderes als die Sorge um den Arbeitsplatz oder Existenzangst zu Leistungen ansporne. Interessantes Menschenbild, das dahinter steckt.
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