Wirtschaftskrise Der Personalentwickler
Thomas Förster traf die Wirtschaftskrise unerwartet, nun kämpft er um seine Existenz. Dritter Teil der Serie "Menschen in der Krise"
Eine Weile scheint es, als trage Thomas Förster* die Dinge mit Gleichmut. Nüchtern erzählt er von den Schulden, die ihn seit dem Sommer drücken. Auch von den Schuhen, die er erstmal nicht kaufen will, weil die Zukunft unsicher geworden ist, berichtet er mit ruhiger Stimme. Dann aber bricht es doch aus ihm heraus, das Gefühl der Ungerechtigkeit, das nicht weichen will: "Meine Stelle wird gestrichen, dabei retten meine 2000 Euro Gehalt monatlich mit Sicherheit nicht die Firma", schimpft er. "Weiter oben kassieren sie dafür weiter Millionen und alles bleibt, wie es ist." Förster sagt: "Da bekommt man echt die Wut".
Noch im Sommer hatte Förster einen Job als Personalentwickler beim Softwarekonzern SAP. Sein Vertrag ging über zwei Jahre, verlängert werden sollte er im Spätherbst. Der 39-Jährige organisierte Fortbildungen und Coachings für die Mitarbeiter des Konzerns. Wenige Wochen zuvor hatten er und seine Frau ein Haus gekauft. Er wusste, dass die Immobilie nicht ohne Risiko war, aber damals war die Krise noch weit entfernt. Noch dazu hatte er einiges gespart. Einen Teil seines Vermögens hatte er in einem Fonds angelegt, der sich lange Zeit auch ordentlich entwickelte.
Dann aber kam der Spätsommer, und plötzlich ging alles sehr schnell. Im September ging die Investment-Bank Lehman Brothers in den USA Bankrott, an den Börsen rutschten die Aktienkurse in den Keller. Förster besaß zwar keine Lehman-Papiere, doch im Sog der Krise verlor auch sein Portfolio an Wert, binnen weniger Monate um rund 30 Prozent. "Eine Zeit lang hatte ich die Hoffnung, dass da noch was geht", sagt er. Stattdessen fielen die Kurse Ende des Jahres weiter. Das Geld aus dem Fonds war aber eingeplant für die Tilgung des Hauskredits, dessen ersten Raten nun fällig werden.
Als wäre das nicht genug, geriet kurz darauf auch sein Arbeitgeber in Schwierigkeiten. Es war nicht nur die Finanzkrise, die den Softwaredienstleister SAP im Spätsommer traf. Das Unternehmen, so sagen Kritiker, sei träge geworden über die Jahre, die Produkte seien oft zu alt und fehlerhaft. Im zweiten Halbjahr brachen die Umsätze des Konzerns ein. Henning Kagermann, zu jener Zeit SAP-Chef, reagierte im Spätherbst, stoppte Neueinstellungen, stricht Dienstreisen und verlängerte ausstehende Verträge nicht. Darunter auch jenen von Förster. Der Personalentwickler war unter den Ersten, die gehen mussten.
Seither sei die Belastung enorm, sagt Förster. Er sucht nach einem neuen Job und kämpft sich durch die Formulare der Arbeitsagentur. Arbeit zu finden ist aber im Moment schwer. Personalentwickler würden in einer Zeit, in der die Firmen eher entlassen als einzustellen, nicht gebraucht, sagt Förster. "Wir können da gar nichts machen", bekomme er oft zu hören.
Förster sagt, dass er deshalb begonnen habe, ganz selbstverständliche Dinge in seinem Leben zu ändern. Das Kino am Abend fällt mittlerweile aus. An den Kauf eines neuen Autos ist nicht zu denken. Er sagt, er wisse, dass dies alles wie ein Klischee klinge, nach Phrasen, die man schon tausendmal gehört habe. Genauso aber sei es, wenn das Geld knapp werde. Hin und wieder schaut er in sein Depot. Das ist heute noch weniger wert als Ende des Jahres.
- Datum 03.03.2009 - 14:18 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Dieser Herr könnte doch als Erntehelfer zum Spargelstechen gehen. Da holen wir Jahr für Jahr 300.000 Osteuropäer.
(Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf derartigen Zynismus. Die Redaktion/jk)
Hähä, jawull, imma druff uff die Kerle, mei klo kanna och noch puitze füa zehn cent, hähä
Hähä, jawull, imma druff uff die Kerle, mei klo kanna och noch puitze füa zehn cent, hähä
... im Februar.
"Ich wollte auch Geld verdienen am Kapitalmarkt, ohne etwas dafür tun zu müssen."
...ist vielleicht ein erster Schritt hin zu einem neuen Bewußtsein.
GELD arbeitet NICHT!
aber das Volk für die Zinsen.
aber das Volk für die Zinsen.
Hähä, jawull, imma druff uff die Kerle, mei klo kanna och noch puitze füa zehn cent, hähä
Beim Spargelstechen kann man -dank Akkordlohn- gut und gerne 11 Euro die Stunde machen. Aber, sowas ist natürlich einem DEUTSCHEN nicht zuzumuten.
Beim Spargelstechen kann man -dank Akkordlohn- gut und gerne 11 Euro die Stunde machen. Aber, sowas ist natürlich einem DEUTSCHEN nicht zuzumuten.
Beim Spargelstechen kann man -dank Akkordlohn- gut und gerne 11 Euro die Stunde machen. Aber, sowas ist natürlich einem DEUTSCHEN nicht zuzumuten.
aber das Volk für die Zinsen.
Herr Förster hatte ja offensichtlich Geld - angelegt in einem Fonds, richtig?
Nun hatten aber auch "er und seine Frau ein Haus gekauft."
- es stellt sich die Frage: warum hat er nicht seinen Fonds verkauft, und das Geld zur Finanzierung der Immobilie genommen? Er hätte sich ja um diesen Betrag weniger verschulden müssen, nicht wahr?
Aber er hat vermutlich geglaubt, daß der Wertanstieg seines Fonds die durch eine im Verkaufsfalle geringere Hypothek ersparten Zinsen locker schlagen würde -
mit anderen Worten, daß irgendwo auf der Welt irgendjemand den Buckel mehr krumm machen würde, um SEINE Gewinnerwartungen zu bedienen, als ER den Buckel krumm machen mußte, um die Gewinnerwartungen DESJENIGEN zu bedienen, der IHM seine Hypothek geliehen hat.
Korrekt?
Hatte er evtl. auch vor, vom Steuerrecht zu profitieren?
"...und bei denen, die auf ihre Steuerberater gehört und hohe Schulden gemacht hatten, um ihre Steuerschuld zu senken, verschwand der Wohlstand so schnell, dass man fast zusehen konnte: Die Freunde mussten ihr Segelboot verkaufen, die Ferienwohnung, dann auch die Eigentumswohnung."
Leseempfehlung: "Abstieg nach Plan"
Merken vielleicht langsam einige Leute, was das für ein kaputtes System ist?
Herr Förster hatte ja offensichtlich Geld - angelegt in einem Fonds, richtig?
Nun hatten aber auch "er und seine Frau ein Haus gekauft."
- es stellt sich die Frage: warum hat er nicht seinen Fonds verkauft, und das Geld zur Finanzierung der Immobilie genommen? Er hätte sich ja um diesen Betrag weniger verschulden müssen, nicht wahr?
Aber er hat vermutlich geglaubt, daß der Wertanstieg seines Fonds die durch eine im Verkaufsfalle geringere Hypothek ersparten Zinsen locker schlagen würde -
mit anderen Worten, daß irgendwo auf der Welt irgendjemand den Buckel mehr krumm machen würde, um SEINE Gewinnerwartungen zu bedienen, als ER den Buckel krumm machen mußte, um die Gewinnerwartungen DESJENIGEN zu bedienen, der IHM seine Hypothek geliehen hat.
Korrekt?
Hatte er evtl. auch vor, vom Steuerrecht zu profitieren?
"...und bei denen, die auf ihre Steuerberater gehört und hohe Schulden gemacht hatten, um ihre Steuerschuld zu senken, verschwand der Wohlstand so schnell, dass man fast zusehen konnte: Die Freunde mussten ihr Segelboot verkaufen, die Ferienwohnung, dann auch die Eigentumswohnung."
Leseempfehlung: "Abstieg nach Plan"
Merken vielleicht langsam einige Leute, was das für ein kaputtes System ist?
Ganz "normale" Einzelschicksale sind immer gut, jedem klar zu machen, an welch seidenem Faden möglicherweise der eigene Job hängt - sofern Job noch vorhanden. Am Job hängen dann ja nicht nur Zweiturlaube, sondern auch so simple Sachen wie Miete, Raten, Heizung, Ausbildung der Kinder, Zahnersatz etc.
Das ist zunächst solide journalistische Arbeit. Jetzt fehlt der ZEIT noch ein solider wirtschaftsjournalistischer Überbau, welcher auch die wirtschaftlichen und politischen Hintergründe schonungslos beleuchtet.
Es dürfen ruhig Quellen, Zahlen, Fakten, Namen, Seilschaften, Profiteure etc. genannt werden. Es darf auch ruhig etwas komplexer sein.
Wann geht es damit los?
Es dürfen ruhig Quellen, Zahlen, Fakten, Namen, Seilschaften, Profiteure etc. genannt werden. Es darf auch ruhig etwas komplexer sein.
Eine nüchterne volkswirtschaftliche Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass es diese Krise nie gegeben hätte, wenn nicht der Staat Banken zur sozial-gerechten Kreditvergabe gezwungen hätte.
Profiteure also:
- Staat
- Konsumenten
Opfer:
- Unternehmen
- Aktionäre
Das ist zunächst solide journalistische Arbeit. Jetzt fehlt der ZEIT noch ein solider wirtschaftsjournalistischer Überbau, welcher auch die wirtschaftlichen und politischen Hintergründe schonungslos beleuchtet.
Das halte ich auch für wichtig. Auch wenn die Diskussion über die Finanzkrise im Moment noch nicht abgeschlossen ist (ein guter Einstieg, auf Englisch, ist hier, und hier lässt sie sich, auch auf Englisch, verfolgen): Das Verharren im Persönlichen sorgt dafür, dass sie nicht nur ohne uns, sondern auch ohne unsere Kenntnis stattfindet.
Es dürfen ruhig Quellen, Zahlen, Fakten, Namen, Seilschaften, Profiteure etc. genannt werden. Es darf auch ruhig etwas komplexer sein.
Ihre Wortwahl legt nahe, dass Sie sich so eine Art wirtschaftlichen Enthüllungsjournalismus vorstellen, bei dem am Ende (möglichst wenige) schuldige Unternehmen und Personen der allgemeinen Empörung preisgegeben werden, wobei das Ergebnis umso befriedigender ist, je größer die ökonomische, soziale und geographische Distanz zu den Bloßgestellten ist.
Ich denke nicht, dass das eine zielführende Herangehensweise ist. Man hat bis jetzt, trotz intensiver Suche, relativ wenig schuldhaftes Verhalten gefunden, mit dem die Finanzkrise erklärt werden könnte (die Betrugsfälle Madoff und Stanford stammen beide aus der Zeit vor der Finanzkrise und sind nur jetzt erst aufgeflogen). Die Charakterisierung von Bankangestellten als kollektiv schuldig da sämtlich arrogant und hochnäsig zeigt nur, dass man ihnen keine konkreten Verfehlungen nachweisen kann --- womöglich, weil es diese nicht gibt.
Tatsächlich wird man sich eher über die Organisation von Banken und Märkten Gedanken machen müssen, wenn man eine Wiederholung von 2008 verhindern will. Hier kann ein erster Entwurf für eine derartige Neuordnung runtergeladen werden. Der Text ist länglich und setzt ziemlich viel Hintergrundwissen voraus. Aber die Wirtschaftsredakteure der ZEIT haben alle VWL studiert und könnten ihn zusammenfassen. Das wäre ein erster Schritt weg von den ewigen persönlichen Geschichten. Es wäre auch ein Schritt hin zu qualifizierteren Kommentaren.
Es dürfen ruhig Quellen, Zahlen, Fakten, Namen, Seilschaften, Profiteure etc. genannt werden. Es darf auch ruhig etwas komplexer sein.
Eine nüchterne volkswirtschaftliche Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass es diese Krise nie gegeben hätte, wenn nicht der Staat Banken zur sozial-gerechten Kreditvergabe gezwungen hätte.
Profiteure also:
- Staat
- Konsumenten
Opfer:
- Unternehmen
- Aktionäre
Das ist zunächst solide journalistische Arbeit. Jetzt fehlt der ZEIT noch ein solider wirtschaftsjournalistischer Überbau, welcher auch die wirtschaftlichen und politischen Hintergründe schonungslos beleuchtet.
Das halte ich auch für wichtig. Auch wenn die Diskussion über die Finanzkrise im Moment noch nicht abgeschlossen ist (ein guter Einstieg, auf Englisch, ist hier, und hier lässt sie sich, auch auf Englisch, verfolgen): Das Verharren im Persönlichen sorgt dafür, dass sie nicht nur ohne uns, sondern auch ohne unsere Kenntnis stattfindet.
Es dürfen ruhig Quellen, Zahlen, Fakten, Namen, Seilschaften, Profiteure etc. genannt werden. Es darf auch ruhig etwas komplexer sein.
Ihre Wortwahl legt nahe, dass Sie sich so eine Art wirtschaftlichen Enthüllungsjournalismus vorstellen, bei dem am Ende (möglichst wenige) schuldige Unternehmen und Personen der allgemeinen Empörung preisgegeben werden, wobei das Ergebnis umso befriedigender ist, je größer die ökonomische, soziale und geographische Distanz zu den Bloßgestellten ist.
Ich denke nicht, dass das eine zielführende Herangehensweise ist. Man hat bis jetzt, trotz intensiver Suche, relativ wenig schuldhaftes Verhalten gefunden, mit dem die Finanzkrise erklärt werden könnte (die Betrugsfälle Madoff und Stanford stammen beide aus der Zeit vor der Finanzkrise und sind nur jetzt erst aufgeflogen). Die Charakterisierung von Bankangestellten als kollektiv schuldig da sämtlich arrogant und hochnäsig zeigt nur, dass man ihnen keine konkreten Verfehlungen nachweisen kann --- womöglich, weil es diese nicht gibt.
Tatsächlich wird man sich eher über die Organisation von Banken und Märkten Gedanken machen müssen, wenn man eine Wiederholung von 2008 verhindern will. Hier kann ein erster Entwurf für eine derartige Neuordnung runtergeladen werden. Der Text ist länglich und setzt ziemlich viel Hintergrundwissen voraus. Aber die Wirtschaftsredakteure der ZEIT haben alle VWL studiert und könnten ihn zusammenfassen. Das wäre ein erster Schritt weg von den ewigen persönlichen Geschichten. Es wäre auch ein Schritt hin zu qualifizierteren Kommentaren.
Es dürfen ruhig Quellen, Zahlen, Fakten, Namen, Seilschaften, Profiteure etc. genannt werden. Es darf auch ruhig etwas komplexer sein.
Eine nüchterne volkswirtschaftliche Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass es diese Krise nie gegeben hätte, wenn nicht der Staat Banken zur sozial-gerechten Kreditvergabe gezwungen hätte.
Profiteure also:
- Staat
- Konsumenten
Opfer:
- Unternehmen
- Aktionäre
das wird weder interessanter noch erkenntnisreicher und schon schon gar nicht spannend wenn sie hier aller paar tage c+p aus dem phrasenordner machen.
(Die Redaktion /ft)
...nüchterne volkswirtschaftliche Analyse...
Wer hat die erstellt und derjenige/diejenige Ahnung von Kapitalmärkten?
Gruß, Bernd
*** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***
Falsch, es waere nicht dazu gekommen, wenn die simple Wachstumslogik nicht dazu gefuehrt haette, dass man Produkte auch an die Menschen verkaufen muss, die diese Produkte auch langfristig nicht bezahlen koennen.
Waere dieser Kreis von Menschen nicht ueber "kreative" Kreditmodelle als Kunden erschlossen worden, haette es dieses Ausmass an Preissteigerung z.B. auf dem Immobilienmarkt oder eine solche Ueberproduktion an Fahrzeugen nie gegeben. Also auch nicht so hohe Gewinne,
das wird weder interessanter noch erkenntnisreicher und schon schon gar nicht spannend wenn sie hier aller paar tage c+p aus dem phrasenordner machen.
(Die Redaktion /ft)
...nüchterne volkswirtschaftliche Analyse...
Wer hat die erstellt und derjenige/diejenige Ahnung von Kapitalmärkten?
Gruß, Bernd
*** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***
Falsch, es waere nicht dazu gekommen, wenn die simple Wachstumslogik nicht dazu gefuehrt haette, dass man Produkte auch an die Menschen verkaufen muss, die diese Produkte auch langfristig nicht bezahlen koennen.
Waere dieser Kreis von Menschen nicht ueber "kreative" Kreditmodelle als Kunden erschlossen worden, haette es dieses Ausmass an Preissteigerung z.B. auf dem Immobilienmarkt oder eine solche Ueberproduktion an Fahrzeugen nie gegeben. Also auch nicht so hohe Gewinne,
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