Auto-Krise Opels Chance schwindet

Schon im Mai könnte der deutsche Autohersteller insolvent sein. Und wegen der drohenden Pleite sinkt die Bereitschaft, dem Unternehmen Staatshilfe zu gewähren

Die Rheinische Post berichtete, SPD-Kanzlerkandidat und Außenminister Frank-Walter Steinmeier habe Opel-Europachef Carl-Peter Forster zwar befristete staatliche Hilfe in Aussicht gestellt, drunter Bürgschaften und Garantien. Doch die finanzielle Lage des Autoherstellers wird offenbar immer kritischer. Wie die Bild berichtet, befürchtet der Bürgschaftsausschuss von Bund und Ländern schon für Mai oder Juni eine Zahlungsunfähigkeit des Autobauers.

Weil sich die finanzielle Lage bei Opel verschärft, steigt auch den Druck auf den auf den amerikanischen Mutterkonzern General Motors, eine Loslösung des Rüsselsheimer Autobauers zu beschleunigen.

Das Problem: Ohne Selbstständigkeit hat Opel kaum die Möglichkeit, von Banken Kredite zu bekommen, die dringend zur Rettung des Unternehmens benötigt werden. Denn Deutschland fürchtet, dass Steuergeld in den Mutterkonzern fließt, statt deutsche Arbeitsplätze zu sichern. So warnte der CDU-Mittelstandspolitiker Michael Fuchs davor, Opel mit Staatsbürgschaften zu retten. "Das Geld wandert sofort in die USA, dem können wir nicht zustimmen", sagte er der Berliner Zeitung. "Eine Insolvenz von Opel wird nicht zu vermeiden sein." Dies würde Staatshilfe dann unmöglich machen: Der finanzpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Steffen Kampeter (CDU), sagte, wegen der drohenden Insolvenz könne Deutschland Opel keine Bundesbürgschaften gewähren.

Aber es gibt auch Hoffnung: Die Erklärungen von GM-Chef Rick Wagoner zur Zukunft des Konzerns lässt die Opel-Werker auf größere Beweglichkeit der deutschen Autotochter hoffen. In den letzten Tagen war von möglichen Kooperationen mit japanischen oder anderen Autoherstellern die Rede, darunter auch mit dem in Insolvenz befindlichen schwedischen Konzern Saab.

Auch der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel meint, dass sich das Portfolio von Opel durch einen potenziellen Partner deutlich erweitern ließe. "Das muss sich ergänzen und darf nicht im Wettbewerb stehen", sagte er der Automobilwoche. Allein zu überleben, sei Opel zu klein. Auch für Staatsbeteiligung ist er offen: "Es wäre nur logisch, dass der Staat auch Kontrolle ausübt, wenn er Geld einbringt", sagte er. Das ist auch für den thüringischen Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) denkbar: Nach seiner Auffassung sollten Bundesländer mit Opel-Standorten notfalls zu einer direkten Beteiligung bereit sein.Thüringens amtierende Ministerpräsidentin Birgit Diezel warnte hingegen, eine direkte Beteiligung an dem Unternehmen dürfe nur die letzte Möglichkeit sein. Zunächst müsse geprüft werden, ob Opel Bürgschaften erhalten könne, sagte die CDU-Politikerin der Super Illu. CDU-Haushaltspolitiker Kampeter warnte vor Übereifer: "Wir müssen unser Land vor den Rettern retten."

Leser-Kommentare
  1. Wie hatte immer wieder Steinbruch immer gesagt?das ist einem Amerikanischer Problem,es ist keinem Deutsches und erst recht keinem EU.Danke finanzminister besserwisser mit Ihnen sind wir die sichere Untergang einem Schritte neeher.

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    Es geht in der Diskussion aus meiner Sicht einiges Durcheinander.
    Die Autokrise war schon lange absehbar, und wurde nur durch die Finanzkrise zu diesem Zeitpunkt ausgelöst (oder durch die Blase zuvor bis 2009 verschoben).
    30% weitweite Überkapazität müssen abgebaut werden - durch Pleite einzelner Unternehmen oder durch jahrelanges Siechtum aller. Die Pleite ist der schnellere Weg - für die konkret Betroffenen freilich schmerzhafter.

    Wer heute Opel hilft baut parallel mehr Arbeitsplätze bei VW, Daimler und BMW ab. Wer Pleiten verzögert, hemmt den Neubeginn.

    Deutschland war die Autonation für die Welt des Individualverkehrs mit Verbrennungsmotoren. Diese Welt geht jetzt langsam unter und wandelt sich grundlegend. Die neue Mobilität wird neue Konzepte (nicht nur Batterien, Brennstoffzellen und Elektroantriebe) sondern auch neue Netzwerke, Ausleihkonzepte und hybride Mobilitätsformen (PKW-ÖPNV) beinhalten. Dort muss das Geld hin, wenn die Politik etwas tun will.

    Christian W.

    Es geht in der Diskussion aus meiner Sicht einiges Durcheinander.
    Die Autokrise war schon lange absehbar, und wurde nur durch die Finanzkrise zu diesem Zeitpunkt ausgelöst (oder durch die Blase zuvor bis 2009 verschoben).
    30% weitweite Überkapazität müssen abgebaut werden - durch Pleite einzelner Unternehmen oder durch jahrelanges Siechtum aller. Die Pleite ist der schnellere Weg - für die konkret Betroffenen freilich schmerzhafter.

    Wer heute Opel hilft baut parallel mehr Arbeitsplätze bei VW, Daimler und BMW ab. Wer Pleiten verzögert, hemmt den Neubeginn.

    Deutschland war die Autonation für die Welt des Individualverkehrs mit Verbrennungsmotoren. Diese Welt geht jetzt langsam unter und wandelt sich grundlegend. Die neue Mobilität wird neue Konzepte (nicht nur Batterien, Brennstoffzellen und Elektroantriebe) sondern auch neue Netzwerke, Ausleihkonzepte und hybride Mobilitätsformen (PKW-ÖPNV) beinhalten. Dort muss das Geld hin, wenn die Politik etwas tun will.

    Christian W.

  2. Es geht in der Diskussion aus meiner Sicht einiges Durcheinander.
    Die Autokrise war schon lange absehbar, und wurde nur durch die Finanzkrise zu diesem Zeitpunkt ausgelöst (oder durch die Blase zuvor bis 2009 verschoben).
    30% weitweite Überkapazität müssen abgebaut werden - durch Pleite einzelner Unternehmen oder durch jahrelanges Siechtum aller. Die Pleite ist der schnellere Weg - für die konkret Betroffenen freilich schmerzhafter.

    Wer heute Opel hilft baut parallel mehr Arbeitsplätze bei VW, Daimler und BMW ab. Wer Pleiten verzögert, hemmt den Neubeginn.

    Deutschland war die Autonation für die Welt des Individualverkehrs mit Verbrennungsmotoren. Diese Welt geht jetzt langsam unter und wandelt sich grundlegend. Die neue Mobilität wird neue Konzepte (nicht nur Batterien, Brennstoffzellen und Elektroantriebe) sondern auch neue Netzwerke, Ausleihkonzepte und hybride Mobilitätsformen (PKW-ÖPNV) beinhalten. Dort muss das Geld hin, wenn die Politik etwas tun will.

    Christian W.

    Antwort auf "Wirtschaft"

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