Pakistan Selbstmordattentäter tötet Dutzende Menschen

Anschlag in Pakistans Taliban-Region: Im Nordwesten des Landes sprengte sich ein Mann mitten in einem Trauerzug in die Luft. Er riss mindestens 30 Menschen mit in den Tod

Der Anschlag ereignete sich in der Stadt Dera Ismail Khan im Nordwesten Pakistans. Dort hatten sich rund 1500 Menschen versammelt, um einen am Vortag von Unbekannten erschossenen schiitischen Stammesältesten zu Grabe zu tragen. Laut Augenzeugen habe ein Motorradfahrer den Attentäter abgesetzt, der dann in die Menschenmenge gerannt sei. Mindestens 30 Menschen wurden getötet, etwa 160 weitere Menschen mit sechs Verletzungen in Krankenhäuser eingeliefert.

Nach dem Anschlag setzten zahlreiche aufgebrachte Schiiten Geschäfte in Brand, plünderten Läden, zündeten Autos an und lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei. Dabei schossen einige Demonstranten auch in die Luft. Daraufhin verhängten die Behörden eine mehrtägige Ausgangssperre und forderten die Unterstützung der Armee, um die Lage unter Kontrolle zu bringen.

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Präsident Asif Ali Zardari und Premierminister Yousuf Raza Gilani verurteilten den Selbstmordanschlag, zu der sich zunächst niemand bekannte.

In der an die halbautonomen Stammesgebiete grenzenden Region kommt es wie auch in anderen Landesteilen Pakistans immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Angehörigen der sunnitischen Bevölkerungsmehrheit und Schiiten. Im vergangenen November waren ebenfalls in der Stadt Dera Ismail Khan zehn Menschen bei einem ähnlichen Anschlag getötet worden. Und erst vor zwei Wochen starben in der zentralpakistanischen Provinz Punjab mehr als 20 schiitische Muslime bei einem Selbstmordanschlag. 

In Dera Ismail Khan gibt es viel Unterstützung für die radikal-islamischen Taliban und die Al-Kaida. Beide Gruppen sind sunnitisch wie die Mehrheit der 170 Millionen Pakistaner. Gewaltakte zwischen den Angehörigen der sunnitischen Bevölkerungsmehrheit und den Schiiten, die etwa 15 Prozent der Bevölkerung ausmachen, häufen sich seit den 80er Jahren.

 
Leser-Kommentare
  1. Von "neutral" lässt sich bei Fanatikern natürlich nicht sprechen, doch ganz nüchtern betrachtet, ist es schon ein tolles Stück, dass religiöse Leitfiguren es fertig bringen, ihre Anhänger zu überzeugen, dass sie sich in die Luft sprengen müssen. Letzten Endes spielt es keine Rolle, welche Art himmlisches Zuckerbrot man ihnen jeweils zur Belohnung verspricht. Erstaunlich ist nur, dass es noch keinem dieser armen Menschen aufgefallen zu sein scheint, dass sich die Imame nie selber in die Luft sprengen, sondern dies stets ihren Anhängern überlassen.

    • Melone
    • 21.02.2009 um 22:35 Uhr

    Ja, rückwärts und nicht vergessen, liebe Leser: Islam bedeutet immer, unter allen Umständen und ausnahmslos Frieden, Frieden, und nochmals Frieden! Wer etwas anderes behaupten sollte, ist kein linker Religionskritiker und Aufklärer, kein Anhänger von Menschen- und Frauenrechten sowie sexueller Selbstbestimmung, sondern ein böser Rechter. Wieso? Verstehe ich auch nicht, als Feministin bin ich sicher zu dumm dazu, fragen Sie bitte die Redaktion, die wird Ihnen das bestimmt erklären können.

    ponschek

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